Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Ablauf Befristung)
Dossierbewertung
Auftrag: A22-102 Version: 1.0 Stand: 23.12.2022
Impressum
Herausgeber
Thema
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
Auftraggeber
Gemeinsamer Bundesausschuss
Datum des Auftrags
Interne Auftragsnummer
A22-102
Anschrift des Herausgebers
Tel.: +49 221 35685-0 Fax: +49 221 35685-1 E-Mail: berichte@iqwig.de Internet: www.iqwig.de
ISSN: 1864-2500
Medizinisch-fachliche Beratung
- Volker Heilmann, Praxis Günzburg
Das IQWiG dankt dem medizinisch-fachlichen Berater für seinen Beitrag zur Dossierbewertung. Der Berater war jedoch nicht in die Erstellung der Dossierbewertung eingebunden. Für die Inhalte der Dossierbewertung ist allein das IQWiG verantwortlich.
Beteiligung von Betroffenen
Im Rahmen der vorliegenden Dossierbewertung gingen keine Rückmeldungen von Betroffenen ein.
An der Dossierbewertung beteiligte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des IQWiG
Isabelle Paulußen
Katharina Frangen
Tatjana Hermanns
Florina Kerekes
Stefan Kobza
Philip Kranz
Jona Lilienthal
Volker Vervölgyi
Schlagwörter
Pertuzumab, Trastuzumab, Mammatumoren, Nutzenbewertung, NCT01358877
Keywords
Pertuzumab, Trastuzumab, Breast Neoplasms, Benefit Assessment, NCT01358877
Inhaltsverzeichnis
|---|---|---| |1|Hintergrund ..................................................................................................................... 1|| ||1.1|Zugelassenes Anwendungsgebiet ............................................................................ 1| ||1.2|Verlauf des Projekts ................................................................................................. 1| ||1.3|Verfahren der frühen Nutzenbewertung ............................................................... 2| ||1.4|Erläuterungen zum Aufbau des Dokuments ......................................................... 2| |2|Offenlegung von Beziehungen (externe Sachverständige) .......................................... 4|| |Teil I:||Nutzenbewertung ................................................................................................... I.1| |Teil II:||Anzahl der Patientinnen und Patienten sowie Kosten der Therapie .............. II.1|
1 Hintergrund
1.1 Zugelassenes Anwendungsgebiet
Die Pertuzumab/Trastuzumab Fixdosiskombination zur subkutanen Verabreichung ist für mehrere Anwendungsgebiete zugelassen. Die vorliegende Dossierbewertung bezieht sich ausschließlich auf folgendes Anwendungsgebiet:
in Kombination mit Chemotherapie zur adjuvanten Behandlung von erwachsenen Patientinnen und Patienten mit HER2-positivem frühem Brustkrebs mit hohem Rezidivrisiko.
1.2 Verlauf des Projekts
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit der Nutzenbewertung der subkutan verabreichten Fixdosiskombination Pertuzumab/Trastuzumab (in Kombination mit Chemotherapie) gemäß § 35a Sozialgesetzbuch (SGB) V beauftragt. Die Bewertung erfolgt auf Basis eines Dossiers des pharmazeutischen Unternehmers (pU). Das Dossier wurde dem IQWiG am 29.09.2022 übermittelt.
Der pU hat für den zu bewertenden Wirkstoff bereits in einem früheren Nutzenbewertungsverfahren ein Dossier vorgelegt. Das Dossier wurde dem IQWiG am 19.01.2021 übermittelt. In diesem Verfahren sprach der G-BA mit Beschluss vom 15.07.2021 eine Befristung des Beschlusses bis zum 01.10.2022 aus [1]. Gemäß § 3 Nr. 5 ArzneimittelNutzenbewertungsverordnung (AM-NutzenV) in Verbindung mit 5. Kapitel § 1 Abs. 2 Nr. 7 Verfahrensordnung (VerfO) des G-BA beginnt das Verfahren der Nutzenbewertung für das Arzneimittel Pertuzumab/Trastuzumab erneut, wenn diese Frist abgelaufen ist. Hierzu hat der pU spätestens am Tag des Fristablaufs beim G-BA ein Dossier zum Beleg eines Zusatznutzens von Pertuzumab/Trastuzumab im Verhältnis zur zweckmäßigen Vergleichstherapie einzureichen (§ 4 Abs. 3 Nr. 5 AM-NutzenV in Verbindung mit 5. Kapitel § 8 Nr. 5 VerfO).
Die Befristung erfolgte, da für die Studie APHINITY weitere klinische Daten (insbesondere zum Gesamtüberleben und zu den Rezidiven) vom geplanten Datenschnitt ca. 5 Jahre nach der Primäranalyse erwartet wurden, die für die Bewertung des Nutzens des Arzneimittels relevant sein können.
Die Verantwortung für die vorliegende Bewertung und für das Bewertungsergebnis liegt ausschließlich beim IQWiG. Die Bewertung wird zur Veröffentlichung an den G-BA übermittelt, der zu der Nutzenbewertung ein Stellungnahmeverfahren durchführt. Die Beschlussfassung über den Zusatznutzen erfolgt durch den G-BA im Anschluss an das Stellungnahmeverfahren.
Die vorliegende Bewertung wurde unter Einbindung eines externen Sachverständigen (eines Beraters zu medizinisch-fachlichen Fragen) erstellt. Diese Beratung beinhaltete die schriftliche Beantwortung von Fragen zu den Themenbereichen Krankheitsbild / Krankheitsfolgen,
Therapieziele, Patientinnen und Patienten im deutschen Versorgungsalltag, Therapieoptionen, therapeutischer Bedarf und Stand der medizinischen Praxis. Darüber hinaus konnte eine Einbindung im Projektverlauf zu weiteren spezifischen Fragen erfolgen.
Für die Bewertung war zudem die Einbindung von Betroffenen beziehungsweise Patientenorganisationen vorgesehen. Diese Einbindung sollte die schriftliche Beantwortung von Fragen zu den Themenbereichen Erfahrungen mit der Erkrankung, Notwendigkeit der Betrachtung spezieller Patientengruppen, Erfahrungen mit den derzeit verfügbaren Therapien für das Anwendungsgebiet, Erwartungen an eine neue Therapie und gegebenenfalls zusätzliche Informationen umfassen. Im Rahmen der vorliegenden Dossierbewertung gingen keine Rückmeldungen von Betroffenen beziehungsweise Patientenorganisationen ein.
Die Beteiligten außerhalb des IQWiG, die in das Projekt eingebunden wurden, erhielten keine Einsicht in das Dossier des pU.
Für die vorliegende Nutzenbewertung war ergänzend zu den Angaben in den Modulen 1 bis 4 die Verwendung von Informationen aus Modul 5 des Dossiers des pU notwendig. Es handelte sich dabei um Informationen zu Studienmethodik und Studienergebnissen. Die entsprechenden Angaben wurden in den vorliegenden Bericht zur Nutzenbewertung aufgenommen.
1.3 Verfahren der frühen Nutzenbewertung
Die vorliegende Dossierbewertung ist Teil des Gesamtverfahrens zur frühen Nutzenbewertung. Sie wird gemeinsam mit dem Dossier des pU (Module 1 bis 4) auf der Website des G-BA veröffentlicht. Im Anschluss daran führt der G-BA ein Stellungnahmeverfahren zu der Dossierbewertung durch. Der G-BA trifft seinen Beschluss zur frühen Nutzenbewertung nach Abschluss des Stellungnahmeverfahrens. Durch den Beschluss des G-BA werden gegebenenfalls die in der Dossierbewertung dargestellten Informationen ergänzt.
Weitere Informationen zum Stellungnahmeverfahren und zur Beschlussfassung des G-BA sowie das Dossier des pU finden sich auf der Website des G-BA (www.g-ba.de).
1.4 Erläuterungen zum Aufbau des Dokuments
Die vorliegende Dossierbewertung gliedert sich in 2 Teile, jeweils ggf. plus Anhänge. Die nachfolgende Tabelle 1 zeigt den Aufbau des Dokuments im Detail.
Tabelle 1: Erläuterungen zum Aufbau des Dokuments
| Tabelle 1: Erläuterungen zum Aufbau des Dokuments | Tabelle 1: Erläuterungen zum Aufbau des Dokuments |
|---|---|
| Teil I – Nutzenbewertung | |
| Kapitel I 1 | - Zusammenfassung der Ergebnisse der Nutzenbewertung |
| Kapitel I 2 bis I 5 | - Darstellung des Ergebnisses der Nutzenbewertung im Detail - Angabe, ob und inwieweit die vorliegende Bewertung von der Einschätzung des pU im Dossier abweicht |
| Teil II – Anzahl der Patientinnen und Patienten sowie Kosten der Therapie | |
| Kapitel II 1 und II 2 | Kommentare zu folgenden Modulen des Dossiers des pU: - Modul 3, Abschnitt 3.2 (Anzahl der Patienten mit therapeutisch bedeutsamem Zusatznutzen) - Modul 3, Abschnitt 3.3 (Kosten der Therapie für die gesetzliche Krankenversicherung) |
| pU: pharmazeutischer Unternehmer |
Bei der Dossierbewertung werden die Anforderungen berücksichtigt, die in den vom G-BA bereitgestellten Dossiervorlagen beschrieben sind (siehe Verfahrensordnung des G-BA [2]). Kommentare zum Dossier und zum Vorgehen des pU sind an den jeweiligen Stellen der Nutzenbewertung beschrieben.
Bei Abschnittsverweisen, die sich auf Abschnitte im Dossier des pU beziehen, ist zusätzlich das betroffene Modul des Dossiers angegeben. Abschnittsverweise ohne Angabe eines Moduls beziehen sich auf den vorliegenden Bericht zur Nutzenbewertung.
2 Offenlegung von Beziehungen (externe Sachverständige)
Diese Dossierbewertung wurde unter Einbindung eines externen Sachverständigen (eines medizinisch-fachlichen Beraters) erstellt. Medizinisch-fachliche Beraterinnen oder Berater, die wissenschaftliche Forschungsaufträge für das Institut bearbeiten, haben gemäß § 139b Abs. 3 Satz 2 SGB V „alle Beziehungen zu Interessenverbänden, Auftragsinstituten, insbesondere der pharmazeutischen Industrie und der Medizinprodukteindustrie, einschließlich Art und Höhe von Zuwendungen“ offenzulegen. Das Institut hat von dem Berater ein ausgefülltes Formular „Formblatt zur Offenlegung von Beziehungen“ erhalten. Die Angaben wurden durch das speziell für die Beurteilung der Interessenkonflikte eingerichtete Gremium des Instituts bewertet. Es wurden keine Interessenkonflikte festgestellt, die die fachliche Unabhängigkeit im Hinblick auf eine Bearbeitung des vorliegenden Auftrags gefährden. Im Folgenden sind die Angaben zu Beziehungen zusammengefasst. Alle Informationen beruhen auf Selbstangaben der Person anhand des „Formblatts zur Offenlegung von Beziehungen“. Das Formblatt ist unter www.iqwig.de abrufbar. Die in diesem Formblatt verwendeten Fragen befinden sich im Anschluss an diese Zusammenfassung.
| Name | Frage 1 | Frage 2 | Frage 3 | Frage 4 | Frage 5 | Frage 6 | Frage 7 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Heilmann, Volker | ja | ja | ja | nein | ja | nein | ja |
Im „Formblatt zur Offenlegung von Beziehungen“ (Version 03/2020) wurden folgende 7 Fragen gestellt:
Frage 1: Sind oder waren Sie innerhalb des laufenden Jahres und der 3 Kalenderjahre davor bei einer Einrichtung des Gesundheitswesens (z. B. einer Klinik, einer Einrichtung der Selbstverwaltung, einer Fachgesellschaft, einem Auftragsforschungsinstitut), einem pharmazeutischen Unternehmen, einem Medizinproduktehersteller oder einem industriellen Interessenverband angestellt oder für diese / dieses / diesen selbstständig oder ehrenamtlich tätig bzw. sind oder waren Sie freiberuflich in eigener Praxis tätig?
Frage 2: Beraten Sie oder haben Sie innerhalb des laufenden Jahres und der 3 Kalenderjahre davor eine Einrichtung des Gesundheitswesens (z. B. eine Klinik, eine Einrichtung der Selbstverwaltung, eine Fachgesellschaft, ein Auftragsforschungsinstitut), ein pharmazeutisches Unternehmen, einen Medizinproduktehersteller oder einen industriellen Interessenverband beraten (z. B. als Gutachter/-in, Sachverständige/r, in Zusammenhang mit klinischen Studien als Mitglied eines sogenannten Advisory Boards / eines Data Safety Monitoring Boards [DSMB] oder Steering Committees)?
Frage 3: Haben Sie innerhalb des laufenden Jahres und der 3 Kalenderjahre davor direkt oder indirekt von einer Einrichtung des Gesundheitswesens (z. B. einer Klinik, einer Einrichtung der Selbstverwaltung, einer Fachgesellschaft, einem Auftragsforschungsinstitut), einem pharmazeutischen Unternehmen, einem Medizinproduktehersteller oder einem industriellen Interessenverband Honorare erhalten (z. B. für Vorträge, Schulungstätigkeiten, Stellungnahmen oder Artikel)?
Frage 4: Haben Sie oder hat Ihr Arbeitgeber bzw. Ihre Praxis oder die Institution, für die Sie ehrenamtlich tätig sind, innerhalb des laufenden Jahres und der 3 Kalenderjahre davor von einer Einrichtung des Gesundheitswesens (z. B. einer Klinik, einer Einrichtung der Selbstverwaltung, einer Fachgesellschaft, einem Auftragsforschungsinstitut), einem pharmazeutischen Unternehmen, einem Medizinproduktehersteller oder einem industriellen Interessenverband sogenannte Drittmittel erhalten (d. h. finanzielle Unterstützung z. B. für Forschungsaktivitäten, die Durchführung klinischer Studien, andere wissenschaftliche Leistungen oder Patentanmeldungen)? Sofern Sie in einer größeren Institution tätig sind, genügen Angaben zu Ihrer Arbeitseinheit, z. B. Klinikabteilung, Forschungsgruppe.
Frage 5: Haben Sie oder hat Ihr Arbeitgeber bzw. Ihre Praxis oder die Institution, für die Sie ehrenamtlich tätig sind, innerhalb des laufenden Jahres und der 3 Kalenderjahre davor sonstige finanzielle oder geldwerte Zuwendungen, z. B. Ausrüstung, Personal, Unterstützung bei der Ausrichtung einer Veranstaltung, Übernahme von Reisekosten oder Teilnahmegebühren für Fortbildungen / Kongresse erhalten von einer Einrichtung des Gesundheitswesens (z. B. einer Klinik, einer Einrichtung der Selbstverwaltung, einer Fachgesellschaft, einem Auftragsforschungsinstitut), einem pharmazeutischen Unternehmen, einem Medizinproduktehersteller
oder einem industriellen Interessenverband? Sofern Sie in einer größeren Institution tätig sind, genügen Angaben zu Ihrer Arbeitseinheit, z. B. Klinikabteilung, Forschungsgruppe.
Frage 6: Besitzen Sie Aktien, Optionsscheine oder sonstige Geschäftsanteile einer Einrichtung des Gesundheitswesens (z. B. einer Klinik, einem Auftragsforschungsinstitut), eines pharmazeutischen Unternehmens, eines Medizinprodukteherstellers oder eines industriellen Interessenverbands? Besitzen Sie Anteile eines sogenannten Branchenfonds, der auf pharmazeutische Unternehmen oder Medizinproduktehersteller ausgerichtet ist? Besitzen Sie Patente für ein pharmazeutisches Erzeugnis, ein Medizinprodukt, eine medizinische Methode oder Gebrauchsmuster für ein pharmazeutisches Erzeugnis oder ein Medizinprodukt?
Frage 7: Sind oder waren Sie jemals an der Erstellung einer medizinischen Leitlinie oder klinischen Studie beteiligt, die eine mit diesem Projekt vergleichbare Thematik behandelt/e? Gibt es sonstige Umstände, die aus Sicht von unvoreingenommenen Betrachtenden als Interessenkonflikt bewertet werden können, z. B. Aktivitäten in gesundheitsbezogenen Interessengruppierungen bzw. Selbsthilfegruppen, politische, akademische, wissenschaftliche oder persönliche Interessen?
Teil I: Nutzenbewertung
I Inhaltsverzeichnis
|---|---|---|
|I||Tabellenverzeichnis ...................................................................................................... I.3|
|I||Abbildungsverzeichnis .................................................................................................. I.5|
|I||Abkürzungsverzeichnis ................................................................................................ I.6|
|I|1|Kurzfassung der Nutzenbewertung ............................................................................ I.7|
|I|2|Fragestellung ............................................................................................................... I.16|
|I|3|Informationsbeschaffung und Studienpool .............................................................. I.18|
||I|3.1
Eingeschlossene Studien ...................................................................................... I.18|
||I|3.2
Studiencharakteristika ........................................................................................ I.19|
|I|4|Ergebnisse zum Zusatznutzen ................................................................................... I.33|
||I|4.1
Eingeschlossene Endpunkte ................................................................................ I.33|
||I|4.2
Verzerrungspotenzial ........................................................................................... I.36|
||I|4.3
Ergebnisse ............................................................................................................. I.38|
||I|4.4
Subgruppen und andere Effektmodifikatoren .................................................. I.51|
|I|5|Wahrscheinlichkeit und Ausmaß des Zusatznutzens .............................................. I.59|
||I|5.1
Beurteilung des Zusatznutzens auf Endpunktebene ......................................... I.59|
||I|5.2
Gesamtaussage zum Zusatznutzen ..................................................................... I.69|
|I|6|Literatur ...................................................................................................................... I.73|
|I|Anhang A
Suchstrategien ......................................................................................... I.76||
|I|Anhang B
Kaplan-Meier-Kurven ............................................................................ I.77||
|I|Anhang C
Ergebnisse zu Nebenwirkungen ............................................................. I.78||
|I|Anhang D
Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung .................... I.92||
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
| I | Tabellenverzeichnis |
|---|---|
| Tabelle 1: Erläuterungen zum Aufbau des Dokuments ............................................................. 3 | |
| Tabelle 2: Fragestellung der Nutzenbewertung von Pertuzumab/Trastuzumab (s. c.) in | |
| Kombination mit Chemotherapie ...................................................................................... I.8 | |
| Tabelle 3: Pertuzumab/Trastuzumab (s. c.) in Kombination mit Chemotherapie – | |
| Wahrscheinlichkeit und Ausmaß des Zusatznutzens ....................................................... I.15 | |
| Tabelle 4: Fragestellung der Nutzenbewertung von Pertuzumab/Trastuzumab (s. c.) in | |
| Kombination mit Chemotherapie .................................................................................... I.16 | |
| Tabelle 5: Studienpool – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + | |
| Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie ........................................ I.18 | |
| Tabelle 6: Charakterisierung der eingeschlossenen Studie – RCT, direkter Vergleich: | |
| Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + | |
| Chemotherapie ................................................................................................................. I.20 | |
| Tabelle 7: Charakterisierung der Intervention – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + | |
| Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie ............... I.22 | |
| Tabelle 8: Geplante Dauer der Nachbeobachtung – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab | |
| + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie ........... I.27 | |
| Tabelle 9: Charakterisierung der Studienpopulation sowie Studien- / Therapieabbruch – | |
| RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. | |
| Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative | |
| Patientinnen und Patienten) ............................................................................................. I.28 | |
| Tabelle 10: Angaben zum Studienverlauf – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + | |
| Trastuzumab + Chemotherapie vs. Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder | |
| hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) ..................................................... I.30 | |
| Tabelle 11: Endpunktübergreifendes Verzerrungspotenzial (Studienebene) – RCT, | |
| direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. | |
| Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder | |
| hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) ..................................................... I.31 | |
| Tabelle 12: Matrix der Endpunkte – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab | |
| + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder | |
| hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) ..................................................... I.34 | |
| Tabelle 13: Endpunktübergreifendes und endpunktspezifisches Verzerrungspotenzial – | |
| RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. | |
| Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder | |
| hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) ..................................................... I.37 | |
| Tabelle 14: Ergebnisse (Mortalität, Morbidität, Nebenwirkungen, dichotom) – RCT, | |
| direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + | |
| Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative | |
| Patientinnen und Patienten) ............................................................................................. I.39 | |
| Tabelle 15: Ergebnisse (Morbidität) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + | |
| Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie | |
| (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) ..................... I.42 |
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
Tabelle 16: Ergebnisse (gesundheitsbezogene Lebensqualität) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) ......................................................................................................................... I.45 Tabelle 17: Subgruppen (Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität, Nebenwirkungen) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) ..................................................... I.52 Tabelle 18: Ausmaß des Zusatznutzens auf Endpunktebene: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) ..................................................... I.60 Tabelle 19: Positive und negative Effekte aus der Bewertung von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie im Vergleich zu Trastuzumab + Chemotherapie .......... I.70 Tabelle 20: Pertuzumab/Trastuzumab (s. c.) in Kombination mit Chemotherapie – Wahrscheinlichkeit und Ausmaß des Zusatznutzens ....................................................... I.72 Tabelle 21: Häufige UEs – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) ..................................................... I.79 Tabelle 22: Häufige SUEs – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) ..................................................... I.86 Tabelle 23: Häufige schwere UEs (CTCAE-Grad ≥ 3) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) ......................................................................................................................... I.87 Tabelle 24: Häufige Abbrüche wegen UEs – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) ..................... I.89
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
I Abbildungsverzeichnis
Seite Abbildung 1: Design der Studie APHINITY ......................................................................... I.24 Abbildung 2: Kaplan-Meier-Kurven für den Endpunkt Gesamtüberleben – nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten, RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie, 3. Datenschnitt (10.01.2022) ................................................................. I.77 Abbildung 3: Kaplan-Meier-Kurven für den Endpunkt krankheitsfreies Überleben (DFS) – nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten, RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie, 3. Datenschnitt (10.01.2022) ........................................ I.77
I Abkürzungsverzeichnis
| Abkürzung | Bedeutung |
|---|---|
| BICR | unabhängige zentrale Überprüfung (Blinded independent central Review) |
| CTCAE | Common TerminologyCriteria for Adverse Events |
| EMA | European Medicines Agency (Europäische Arzneimittel-Agentur) |
| EORTC QLQ- BR23 |
European Organization for Research and Treatment of Cancer Quality of LifeQuestionnaire and Breast Cancer specific Module 23 |
| EORTC QLQ-C30 | European Organization for Research and Treatment of Cancer – Quality of LifeQuestionnaire – Core 30 |
| G-BA | Gemeinsamer Bundesausschuss |
| HER2 | Human epidermal Growth Factor Receptor 2 (humaner epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor 2) |
| iDFS | Invasive Disease-free Survival(invasiv-krankheitsfreies Überleben) |
| IQWiG | Institut fürQualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen |
| LVEF | linksventrikuläre Auswurffraktion |
| MedDRA | Medizinisches Wörterbuch für Aktivitäten im Rahmen der Arzneimittelzulassung |
| OS | Overall Survival(Gesamtüberleben) |
| pU | pharmazeutischer Unternehmer |
| RCT | Randomized controlled Trial(randomisierte kontrollierte Studie) |
| s. c. | subkutan |
| SGB | Sozialgesetzbuch |
| SUE | schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis |
| UE | unerwünschtes Ereignis |
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
I 1 Kurzfassung der Nutzenbewertung
Hintergrund
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit der Nutzenbewertung der subkutan verabreichten Fixdosiskombination Pertuzumab/Trastuzumab (in Kombination mit Chemotherapie) gemäß § 35a Sozialgesetzbuch (SGB) V beauftragt. Die Bewertung erfolgt auf Basis eines Dossiers des pharmazeutischen Unternehmers (pU). Das Dossier wurde dem IQWiG am 29.09.2022 übermittelt.
Die Befristung erfolgte, da für die Studie APHINITY weitere klinische Daten (insbesondere zum Gesamtüberleben und zu den Rezidiven) vom geplanten Datenschnitt ca. 5 Jahre nach der Primäranalyse erwartet wurden, die für die Bewertung des Nutzens des Arzneimittels relevant sein können.
Fragestellung
Das Ziel des vorliegenden Berichts ist die Bewertung des Zusatznutzens der subkutan (s. c.) verabreichten Fixkombination aus Pertuzumab und Trastuzumab (im Weiteren als Pertuzumab/Trastuzumab [s. c.] bezeichnet) zur adjuvanten Behandlung im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit humanem epidermalem Wachstumsfaktorrezeptor-2(HER2)-positivem frühem Mammakarzinom mit hohem Rezidivrisiko (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Erkrankung). Pertuzumab/Trastuzumab (s. c.) wird ausschließlich in Kombination mit einer Chemotherapie verabreicht.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie für das vorliegende Anwendungsgebiet hat der G-BA ein Therapieschema, Trastuzumab, ein Taxan (Paclitaxel oder Docetaxel) und ggf. ein Anthrazyklin (Doxorubicin oder Epirubicin) enthaltend, festgelegt. Die Durchführung eines anthrazyklinhaltigen Therapieprotokolls ist unter Berücksichtigung der kardiovaskulären Risiken abzuwägen. Trastuzumab soll dabei nicht in Kombination mit Anthrazyklinen angewendet werden, sondern sequenziell in Kombination mit einem Taxan. Die kardialen Funktionen sind engmaschig zu überwachen.
Aus der Festlegung der zweckmäßigen Vergleichstherapie des G-BA ergibt sich die in Tabelle 2 dargestellte Fragestellung.
Tabelle 2: Fragestellung der Nutzenbewertung von Pertuzumab/Trastuzumab (s. c.) in Kombination mit Chemotherapie
Kombination mit Chemotherapie |
|
|---|---|
| Indikation | Zweckmäßige Vergleichstherapiea |
| adjuvante Therapie von erwachsenen Patientinnen und Patienten mit HER2-positivem, frühem Mammakarzinom mit hohem Rezidivrisiko (nodalpositiv oder hormonrezeptornegativ) |
ein Therapieschema, Trastuzumab, ein Taxan (Paclitaxel oder Docetaxel) und ggf. ein Anthrazyklin (Doxorubicin oder Epirubicin) enthaltendb |
| a. Dargestellt ist jeweils die vom G-BA festgelegte zweckmäßige Vergleichstherapie. b. Die Gabe von Trastuzumab sollte über einen Zeitraum von 1 Jahr erfolgen. Es wird davon ausgegangen, dass Patientinnen und Patienten mit positivem Hormonrezeptorstatus zusätzlich eine endokrine Therapie erhalten. Eine adjuvante Strahlentherapie ist als patientenindividuelle Maßnahme möglich. G-BA: Gemeinsamer Bundesausschuss; HER2: humaner epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor 2; s. c.: subkutan |
Der pU folgt der Festlegung des G-BA zur zweckmäßigen Vergleichstherapie.
Im Rahmen der Zulassung wurde die Bio- und Wirkäquivalenz der Fixkombination Pertuzumab/Trastuzumab (s. c.) und der intravenösen freien Kombination von Pertuzumab und Trastuzumab auf Basis der Studie FeDeriCa zum Nachweis der Nichtunterlegenheit der Pharmakokinetik nachgewiesen. Der pU leitet den Zusatznutzen von Pertuzumab/Trastuzumab (s. c.) daher unabhängig von der Darreichungsform ab und stellt die Ergebnisse der Studie FeDeriCa ergänzend dar. Dieses Vorgehen ist grundsätzlich nachvollziehbar, jedoch können potenzielle Vor- und Nachteile der subkutan applizierten Fixkombination gegenüber der intravenösen freien Kombination von Pertuzumab und Trastuzumab für patientenrelevante Endpunkte somit nicht berücksichtigt werden. In der Nutzenbewertung A21-11 wurde bereits festgestellt, dass die Ergebnisse der Studie APHINITY auf die Fixkombination Pertuzumab/Trastuzumab (s. c.) übertragen werden können und die Studie APHINITY somit zur Nutzenbewertung geeignet ist.
Die Bewertung wird anhand patientenrelevanter Endpunkte auf Basis der vom pU im Dossier vorgelegten Daten vorgenommen. Für die Ableitung des Zusatznutzens werden randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) herangezogen. Dies entspricht den Einschlusskriterien des pU.
Studienpool und Studiendesign
Der Studienpool für die Nutzenbewertung umfasst die Studie APHINITY. Dabei handelt es sich um eine randomisierte, doppelblinde, 2-armige Studie, in die erwachsene Patientinnen und Patienten mit frühem, HER2-positivem Mammakarzinom eingeschlossen wurden. Die Primärtumore und ggf. die befallenen Lymphknoten wurden vor Studienbeginn operativ entfernt. Vorangegangene (neo-)adjuvante Chemo- / Anti-HER2-Therapien oder Bestrahlungen waren nicht erlaubt. Die insgesamt 4805 Patientinnen und Patienten (eine Patientin wurde aufgrund von vorsätzlichen Falschangaben nach der Randomisierung ausgeschlossen) wurden innerhalb von 56 Tagen nach der Operation randomisiert im Verhältnis 1:1 einem der beiden Behandlungsarme (Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie oder Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie) zugeordnet.
Die Zulassung von Pertuzumab umfasst Patientinnen und Patienten mit hohem Rezidivrisiko, definiert als nodalpositive oder hormonrezeptornegative Erkrankung. Dies traf auf etwa 3 Viertel der Studienpopulation zu. Soweit nicht anders vermerkt, beziehen sich alle folgenden Angaben auf die für die Nutzenbewertung relevante Teilpopulation.
Alle Patientinnen und Patienten erhielten nach der Operation eine adjuvante Chemotherapie. Diese konnte anthrazyklinhaltig oder anthrazyklinfrei sein und enthielt in jedem Fall ein Taxan. Alle Patientinnen und Patienten erhielten eine Anti-HER2-Therapie bestehend aus Pertuzumab und Trastuzumab im Interventionsarm und Placebo und Trastuzumab im Vergleichsarm. Die Anti-HER2-Behandlung erfolgte über 52 Wochen. Sie begann gleichzeitig mit der taxanhaltigen Chemotherapie, also nach Abschluss einer etwaigen Anthrazyklinbehandlung.
Sofern indiziert, erhielten die Patientinnen und Patienten eine adjuvante Strahlentherapie parallel zur Anti-HER2-Behandlung nach Abschluss der Chemotherapie. Hormonrezeptorpositive Patientinnen sollten außerdem für mindestens 5 Jahre mit einer endokrinen Therapie behandelt werden.
Primärer Endpunkt der Studie ist das invasiv-krankheitsfreie Überleben. Relevante sekundäre Endpunkte sind u. a. krankheitsfreies Überleben (hier insbesondere Rezidive), Symptome, gesundheitsbezogene Lebensqualität, Gesamtüberleben und Nebenwirkungen.
Verzerrungspotenzial
Das endpunktübergreifende Verzerrungspotenzial wird für die Studie APHINITY als niedrig eingestuft. Das endpunktspezifische Verzerrungspotenzial wird für die Ergebnisse der Endpunkte Rezidive, schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUEs), schwere unerwünschte Ereignisse (UEs), Abbruch wegen UEs sowie weitere spezifische UEs als niedrig eingestuft. Für die Ergebnisse zum Endpunkt Gesamtüberleben wird das Verzerrungspotenzial als hoch eingestuft, da aufgrund fehlender Angaben zu den eingesetzten Folgetherapien nicht beurteilbar ist, ob die Patientinnen und Patienten in beiden Behandlungsarmen adäquate antineoplastische Folgetherapien erhalten haben. Für die Ergebnisse von Endpunkten zur Symptomatik und gesundheitsbezogenen Lebensqualität, die mittels European Organization for Research and Treatment of Cancer Quality of Life Questionnaire – Core 30 (EORTC QLQC30) und European Organization for Research and Treatment of Cancer Quality of Life Questionnaire and Breast Cancer specific Module 23 (EORTC QLQ-BR23) erhoben wurden, wird das Verzerrungspotenzial als hoch angesehen. Dies ist mit einem Anteil von über 10 % an Patientinnen und Patienten in der relevanten Teilpopulation begründet, die nicht in die Auswertung eingingen.
Ergebnisse
Ausgehend von der Studie APHINITY werden die Ergebnisse für die Behandlungsarme der Studie APHINITY und der Zusatznutzen auf Endpunktebene beschrieben (Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie im Vergleich zu Trastuzumab + Chemotherapie). Die anhand
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
der Studie APHINITY beschriebenen Effekte für die intravenöse freie Kombination werden im Folgenden für die Nutzenbewertung von Pertuzumab/Trastuzumab (s. c.) herangezogen.
Mortalität
Gesamtüberleben
Für den Endpunkt zum Gesamtüberleben zeigt sich zum 3. Datenschnitt (10.01.2022) ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen zum Vorteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie im Vergleich zu Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie. Es ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie im Vergleich zu Trastuzumab + Chemotherapie für diesen Endpunkt.
Morbidität
Rezidive
Für den Endpunkt Rezidive (operationalisiert über die Rezidivrate und das krankheitsfreie Überleben) zeigt sich zum 3. Datenschnitt (10.01.2022) in beiden Operationalisierungen ein statistisch signifikanter Effekt zum Vorteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie im Vergleich zu Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie. Es ergibt sich ein Hinweis auf einen Zusatznutzen von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie im Vergleich zu Trastuzumab + Chemotherapie für diesen Endpunkt.
Symptomatik
Endpunkte der Symptomatik wurden mittels der krankheitsspezifischen Instrumente EORTC QLQ-C30 und EORTC QLQ-BR23 erfasst. Die Symptomatik wird zu 2 Zeitpunkten betrachtet. Es wird jeweils der Anteil der Patientinnen und Patienten mit einer Verschlechterung um ≥ 10 Punkte zu den Zeitpunkten Ende der Anti-HER2-Therapie und 36-Monats-Follow-up betrachtet. Diese Auswertungen lagen bereits zum 1. Datenschnitt (19.12.2016) vor.
Fatigue, Diarrhö, Symptome im Brustbereich
Bei den Endpunkten Fatigue, Diarrhö und Symptome im Brustbereich zeigen sich statistisch signifikante Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen. Für Fatigue und Symptome im Brustbereich liegen Unterschiede nur zum Zeitpunkt Ende der Anti-HER2-Therapie vor, für Diarrhö zu beiden Zeitpunkten. Die Unterschiede zum Zeitpunkt Ende der Anti-HER2Therapie fallen alle zum Nachteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie aus. Der Unterschied zum 36-Monats-Follow-up für Diarrhö ist zum Vorteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie. Die Unterschiede für die Endpunkte Fatigue, Symptome im Brustbereich und Diarrhö (36-Monats-Follow-up) sind aber für einen Endpunkt der Kategorie nicht schwerwiegende / nicht schwere Symptome / Folgekomplikationen nicht mehr als geringfügig. Damit liegt für den Endpunkt Diarrhö zum Ende der Anti-HER2-Therapie ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie im Vergleich zu Trastuzumab + Chemotherapie vor.
Appetitlosigkeit
Für den Endpunkt Appetitlosigkeit zeigt sich zum Zeitpunkt Ende der Anti-HER2-Therapie ebenfalls ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie. Allerdings zeigt sich zu diesem Zeitpunkt eine statistisch signifikante Interaktion mit dem Merkmal Alter. Es ergibt sich für Patientinnen und Patienten ≥ 65 Jahre ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.
Übelkeit und Erbrechen
Für den Endpunkt Übelkeit und Erbrechen zeigt sich in der Gesamtpopulation kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen. Allerdings zeigt sich zum Zeitpunkt Ende der Anti-HER2-Therapie eine statistisch signifikante Interaktion mit dem Merkmal Alter, wobei nur für Patientinnen und Patienten ≥ 65 Jahre ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vorliegt. Es ergibt sich für diese Patientinnen und Patienten ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.
Weitere Endpunkte zur Symptomatik
Für die weiteren Endpunkte Schmerz, Dyspnoe, Schlaflosigkeit, Verstopfung, Nebenwirkungen der systemischen Therapie, Symptome im Armbereich und Belastung durch Haarausfall zeigt sich jeweils für beide Zeitpunkte kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen. Es ergeben sich keine Anhaltspunkte für einen Zusatznutzen von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie im Vergleich zu Trastuzumab + Chemotherapie. Ein Zusatznutzen ist für diese Endpunkte daher nicht belegt.
Gesundheitsbezogene Lebensqualität
Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde mittels der krankheitsspezifischen Instrumente EORTC QLQ-C30 und EORTC QLQ-BR23 erfasst. Es wird jeweils der Anteil der Patientinnen und Patienten mit einer Verschlechterung um ≥ 10 Punkte zu den 2 Zeitpunkten Ende der AntiHER2-Therapie und 36-Monats-Follow-up betrachtet. Diese Auswertungen lagen bereits zum 1. Datenschnitt (19.12.2016) vor.
Emotionale Funktion
Für den Endpunkt emotionale Funktion zeigt sich zum Zeitpunkt 36-Monats-Follow-up ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen zum Vorteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie. Es ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie im Vergleich zu Trastuzumab + Chemotherapie für diesen Zeitpunkt.
Körperliche Funktion
Für den Endpunkt körperliche Funktion zeigt sich zum Zeitpunkt Ende der Anti-HER2Therapie eine statistisch signifikante Interaktion mit dem Merkmal Alter. Dabei liegt nur für Patientinnen und Patienten ≥ 65 Jahre ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vor. Es ergibt sich für diese Patientinnen und Patienten ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.
Rollenfunktion
Für den Endpunkt Rollenfunktion zeigt sich zum Zeitpunkt 36-Monats-Follow-up eine statistisch signifikante Interaktion mit dem Merkmal Alter. Dabei liegt nur für Patientinnen und Patienten < 65 Jahre ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vor. Es ergibt sich für diese Patientinnen und Patienten ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.
Weitere Skalen zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität
Für die Endpunkte globaler Gesundheitsstatus, kognitive Funktion, soziale Funktion, Körperbild, sexuelle Aktivität, Freude an Sex und Zukunftsperspektive zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen. Es ergibt sich kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie im Vergleich zu Trastuzumab + Chemotherapie, ein Zusatznutzen ist für diese Endpunkte daher nicht belegt.
Nebenwirkungen
SUEs
Für den Endpunkt SUEs zeigt sich zum 3. Datenschnitt (10.01.2022) ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie. Es ergibt sich ein Hinweis auf einen höheren Schaden von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie im Vergleich zu Trastuzumab + Chemotherapie.
Schwere UEs (Common-Terminology-Criteria-for-Adverse-Events[CTCAE]-Grad ≥ 3)
Für den Endpunkt schwere UEs zeigt sich zum 3. Datenschnitt (10.01.2022) ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie. Allerdings zeigt sich eine statistisch signifikante Interaktion mit dem Merkmal geografische Region. Dabei unterscheidet sich das Ergebnis in der für die vorliegende Datensituation als Annäherung an den deutschen Versorgungskontext maßgeblichen Region Westeuropa vom Ergebnis für die Gesamtpopulation. Für die Region Westeuropa liegt kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen vor.
Aufgrund des Ergebnisses für die Region Westeuropa ergibt sich daher kein Anhaltspunkt für einen höheren oder geringeren Schaden von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie im
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
Vergleich zu Trastuzumab + Chemotherapie, ein höherer oder geringerer Schaden ist damit nicht belegt.
Abbruch wegen UEs
Für den Endpunkt Abbruch wegen UEs zeigt sich zum 3. Datenschnitt (10.01.2022) kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen. Es ergibt sich kein Anhaltspunkt für einen höheren oder geringeren Schaden von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie im Vergleich zu Trastuzumab + Chemotherapie, ein höherer oder geringerer Schaden ist damit nicht belegt.
Spezifische UEs
Für folgende UEs zeigt sich zum 3. Datenschnitt (10.01.2022) jeweils ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen zum Nachteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie im Vergleich zu Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie:
- SUEs oder schwere UEs (CTCAE-Grad ≥ 3):
Herzinsuffizienz (PT, SUEs), Anämie (PT, schwere UEs), Diarrhö (PT, schwere UEs), Stomatitis (PT, schwere UEs), Ermüdung (PT, schwere UEs), Leukozytenzahl erniedrigt (PT, schwere UEs), Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen (SOC, schwere UEs)
- nicht schwere / nicht schwerwiegende UEs:
Diarrhö (PT, UEs), Pruritus (PT, UEs)
Es ergibt sich jeweils ein Hinweis auf einen höheren Schaden von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie im Vergleich zu Trastuzumab + Chemotherapie.
Für den Endpunkt Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes (SOC, schwere UEs) zeigt sich eine statistisch signifikante Interaktion mit dem Merkmal Alter. Dabei liegt nur für Patientinnen und Patienten < 65 Jahre ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vor. Es ergibt sich für diese Patientinnen und Patienten ein Hinweis auf einen höheren Schaden von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.
Für den Endpunkt Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen (SOC, schwere UEs) zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie. Es ergibt sich ein Hinweis auf einen geringeren Schaden von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.
Wahrscheinlichkeit und Ausmaß des Zusatznutzens, Patientengruppen mit therapeutisch bedeutsamem Zusatznutzen
Auf Basis der dargestellten Ergebnisse werden die Wahrscheinlichkeit und das Ausmaß des Zusatznutzens der subkutan verabreichten Fixdosiskombination Pertuzumab/Trastuzumab (in
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
Kombination mit Chemotherapie) im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie wie folgt bewertet:
In der Gesamtschau zeigen sich mehrere positive und mehrere negative Effekte unterschiedlichen Ausmaßes mit der Wahrscheinlichkeit eines Anhaltspunktes oder eines Hinweises.
Da das Alter einen über mehrere Endpunkte konsistenten Effektmodifikator darstellt, werden nachfolgend die Ergebnisse zum Zusatznutzen für Patientinnen und Patienten < 65 Jahre und ≥ 65 Jahre zunächst getrennt beschrieben:
Für Patientinnen und Patienten < 65 Jahre ergeben sich in der Gesamtschau positive und negative Effekte. Auf der positiven Seite gibt es für den Endpunkt Gesamtüberleben einen Anhaltspunkt für einen geringen und für Rezidive einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen. Für ein spezifisches UE zeigt sich ein Hinweis auf einen geringeren Schaden, zudem zeigen sich für einzelne Dimensionen der gesundheitsbezogenen Lebensqualität Anhaltspunkte für einen geringen Zusatznutzen. Demgegenüber stehen Hinweise auf negative Effekte geringen, beträchtlichen und erheblichen Ausmaßes bei SUEs und spezifischen UEs. Diese sind in der Behandlungsphase teilweise auch durch die patientenberichtete Symptomatik (Diarrhöen) abgebildet. Es bestehen somit Nachteile während der Behandlungsphase (UE-Erhebung bis Behandlungsende), wobei zumindest ein Teil der berichteten SUEs (insbesondere ein relevanter Anteil der schwerwiegenden Herzinsuffizienzen) auch über die Behandlung hinaus bestehen bleibt.
Für Patientinnen und Patienten ≥ 65 Jahre ergeben sich neben den für die jüngere Altersgruppe (< 65 Jahre) beschriebenen positiven und negativen Effekten weitere negative Effekte, die stärkere Belastungen durch die Therapien zeigen. So ergeben sich für die Behandlungsphase zusätzliche Anhaltspunkte für Belastungen durch die Symptomatik in 2 Endpunkten (Übelkeit und Erbrechen, Appetitlosigkeit) geringen und beträchtlichen Ausmaßes sowie der körperlichen Funktion als 1 von 9 erhobenen Dimensionen der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (Ausmaß: gering).
Insgesamt überwiegen zum 3. Datenschnitt für beide Altersgruppen die positiven Effekte, insbesondere durch die Ergebnisse im Endpunkt Gesamtüberleben und bei den Rezidiven. Es ergibt sich daher für Patientinnen und Patienten mit HER2-positivem frühem Mammakarzinom und hohem Rezidivrisiko ein Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen von Pertuzumab/Trastuzumab (s. c.) gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.
Die anhand der Studie APHINITY beschriebenen Effekte für die intravenöse freie Kombination werden für die Nutzenbewertung von Pertuzumab/Trastuzumab (s. c.) herangezogen.
Tabelle 3 zeigt eine Zusammenfassung von Wahrscheinlichkeit und Ausmaß des Zusatznutzens von Pertuzumab/Trastuzumab (s. c.) in Kombination mit Chemotherapie.
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
Tabelle 3: Pertuzumab/Trastuzumab (s. c.) in Kombination mit Chemotherapie – Wahrscheinlichkeit und Ausmaß des Zusatznutzens
| Indikation | Zweckmäßige Vergleichstherapiea |
Wahrscheinlichkeit und Ausmaß des Zusatznutzens |
|---|---|---|
| adjuvante Therapie von erwachsenen Patientinnen und Patienten mit HER2-positivem, frühem Mammakarzinom mit hohem Rezidivrisiko (nodalpositiv oder hormonrezeptornegativ) |
ein Therapieschema, Trastuzumab, ein Taxan (Paclitaxel oder Docetaxel) und ggf. ein Anthrazyklin (Doxorubicin oder Epirubicin) enthaltend |
Hinweis auf einen geringen Zusatznutzenb |
| a. Dargestellt ist jeweils die vom G-BA festgelegte zweckmäßige Vergleichstherapie. b. In der Studie APHINITY wurden nur Patientinnen und Patienten mit einem ECOG-PS von 0 oder 1 sowie lediglich 8 männliche Patienten eingeschlossen. Es bleibt unklar, ob die beobachteten Effekte auf Patientinnen und Patienten mit einem ECOG-PS ≥ 2 sowie auf männliche Patienten übertragen werden können. ECOG-PS: Eastern Cooperative Oncology Group-Performance Status; G-BA: Gemeinsamer Bundesausschuss; HER2: humaner epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor 2; s. c.: subkutan |
Das Vorgehen zur Ableitung einer Gesamtaussage zum Zusatznutzen stellt einen Vorschlag des IQWiG dar. Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.
I 2 Fragestellung
Das Ziel des vorliegenden Berichts ist die Bewertung des Zusatznutzens der subkutan verabreichten Fixkombination aus Pertuzumab und Trastuzumab (im Weiteren als Pertuzumab/Trastuzumab [s. c.] bezeichnet) zur adjuvanten Behandlung im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit humanem epidermalem Wachstumsfaktorrezeptor-2(HER2)-positivem frühem Mammakarzinom mit hohem Rezidivrisiko (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Erkrankung). Pertuzumab/Trastuzumab (s. c.) wird ausschließlich in Kombination mit einer Chemotherapie verabreicht.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie für das vorliegende Anwendungsgebiet hat der G-BA ein Therapieschema, Trastuzumab, ein Taxan (Paclitaxel oder Docetaxel) und ggf. ein Anthrazyklin (Doxorubicin oder Epirubicin) enthaltend, festgelegt. Die Durchführung eines anthrazyklinhaltigen Therapieprotokolls ist unter Berücksichtigung der kardiovaskulären Risiken abzuwägen. Trastuzumab soll dabei nicht in Kombination mit Anthrazyklinen angewendet werden, sondern sequenziell in Kombination mit einem Taxan. Die kardialen Funktionen sind engmaschig zu überwachen.
Aus der Festlegung der zweckmäßigen Vergleichstherapie des G-BA ergibt sich die in Tabelle 4 dargestellte Fragestellung.
Tabelle 4: Fragestellung der Nutzenbewertung von Pertuzumab/Trastuzumab (s. c.) in Kombination mit Chemotherapie
Kombination mit Chemotherapie |
|
|---|---|
| Indikation | Zweckmäßige Vergleichstherapiea |
| adjuvante Therapie von erwachsenen Patientinnen und Patienten mit HER2-positivem, frühem Mammakarzinom mit hohem Rezidivrisiko (nodalpositiv oder hormonrezeptornegativ) |
ein Therapieschema, Trastuzumab, ein Taxan (Paclitaxel oder Docetaxel) und ggf. ein Anthrazyklin (Doxorubicin oder Epirubicin) enthaltendb |
| a. Dargestellt ist jeweils die vom G-BA festgelegte zweckmäßige Vergleichstherapie. b. Die Gabe von Trastuzumab sollte über einen Zeitraum von 1 Jahr erfolgen. Es wird davon ausgegangen, dass Patientinnen und Patienten mit positivem Hormonrezeptorstatus zusätzlich eine endokrine Therapie erhalten. Eine adjuvante Strahlentherapie ist als patientenindividuelle Maßnahme möglich. G-BA: Gemeinsamer Bundesausschuss; HER2: humaner epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor 2; s. c.: subkutan |
Der pU folgt der Festlegung des G BA zur zweckmäßigen Vergleichstherapie.
Im Rahmen der Zulassung [3] wurde die Bio- und Wirkäquivalenz der Fixkombination Pertuzumab/Trastuzumab (s. c.) und der intravenösen freien Kombination von Pertuzumab und Trastuzumab auf Basis der Studie FeDeriCa [4] zum Nachweis der Nichtunterlegenheit der Pharmakokinetik nachgewiesen. Der pU leitet den Zusatznutzen von Pertuzumab/Trastuzumab (s. c.) daher unabhängig von der Darreichungsform ab und stellt die Ergebnisse der Studie FeDeriCa ergänzend dar. Dieses Vorgehen ist grundsätzlich nachvollziehbar, jedoch können potenzielle Vor- oder Nachteile der subkutan applizierten Fixkombination gegenüber der
intravenösen freien Kombination von Pertuzumab und Trastuzumab für patientenrelevante Endpunkte somit nicht berücksichtigt werden. In der Nutzenbewertung A21-11 [5] wurde bereits festgestellt, dass die Ergebnisse der Studie APHINITY auf die Fixkombination Pertuzumab/Trastuzumab (s. c.) übertragen werden können und die Studie APHINITY somit zur Nutzenbewertung geeignet ist.
Die Bewertung wird anhand patientenrelevanter Endpunkte auf Basis der vom pU im Dossier vorgelegten Daten vorgenommen. Für die Ableitung des Zusatznutzens werden randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) herangezogen. Dies entspricht den Einschlusskriterien des pU.
I 3 Informationsbeschaffung und Studienpool
Der Studienpool der Bewertung wurde anhand der folgenden Angaben zusammengestellt:
Quellen des pU im Dossier:
Studienliste zu Pertuzumab/Trastuzumab (Stand zum 18.07.2022)
bibliografische Recherche zu Pertuzumab/Trastuzumab (letzte Suche am 18.07.2022)
Suche in Studienregistern / Studienergebnisdatenbanken zu Pertuzumab/Trastuzumab (letzte Suche am 18.07.2022)
Suche auf der Internetseite des G-BA zu Pertuzumab/Trastuzumab (letzte Suche am 18.07.2022)
Die Überprüfung der Vollständigkeit des Studienpools erfolgte durch:
- Suche in Studienregistern zu Pertuzumab (letzte Suche am 24.10.2022), Suchstrategien siehe I Anhang A
Durch die Überprüfung wurde keine zusätzliche relevante Studie identifiziert.
I 3.1 Eingeschlossene Studien
In die Nutzenbewertung wird die in der folgenden Tabelle aufgeführte Studie eingeschlossen.
Tabelle 5: Studienpool – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie
| Studie | Studienkategorie | Studienkategorie | Studienkategorie | Verfügbare Quellen | Verfügbare Quellen | Verfügbare Quellen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Studie zur Zulassung des zu bewertenden Arzneimittels (ja / nein) |
Gesponserte Studiea (ja / nein) |
Studie Dritter (ja / nein) |
Studien- bericht (ja / nein [Zitat]) |
Register- einträgeb (ja / nein [Zitat]) |
Publikation und sonstige Quellenc (ja / nein [Zitat]) |
|
| BIG-4-11 / BO25126 / TOC4939G (APHINITYd) |
jae | ja | nein | ja [6,7] | ja [8-12] | ja [3,13,14] |
| a. Studie, für die der pU Sponsor war. b. Zitat der Studienregistereinträge sowie, falls vorhanden, der in den Studienregistern aufgelisteten Berichte über Studiendesign und / oder -ergebnisse. c. sonstige Quellen: Dokumente aus der Suche auf der Internetseite des G-BA und weitere öffentlich verfügbare Quellen d. Die Studie wird in den folgenden Tabellen mit dieser Kurzbezeichnung genannt. e. Studie zur Zulassung der freien i. v.-Kombination von Pertuzumab und Trastuzumab. G-BA: Gemeinsamer Bundesausschuss; i. v.: intravenös; pU: pharmazeutischer Unternehmer; RCT: randomisierte kontrollierte Studie |
Für die Nutzenbewertung der Fixkombination Pertuzumab/Trastuzumab (s. c.) können Ergebnisse für die freie intravenöse Kombination aus Pertuzumab + Trastuzumab herangezogen werden. Daraus ergibt sich, dass der Studienpool der Nutzenbewertung von Pertuzumab/Trastuzumab (s. c.) in Kombination mit Chemotherapie im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie aus der RCT APHINITY, die zur Zulassung der freien intravenösen Kombination vorgelegt wurde, besteht und mit dem Studienpool des pU übereinstimmt. Die Behandlungsarme der RCT APHINITY werden dazu im Folgenden mit Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie und Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie bezeichnet.
Die RCT APHINITY wurde bereits im Rahmen der Nutzenbewertung der freien intravenösen Kombination von Pertuzumab und Trastuzumab (Nutzenbewertung A18-41 [15] und zugehöriges Addendum A18-76 [16]) sowie der Fixkombination von Pertuzumab/Trastuzumab (s. c.) (Nutzenbewertung A21-11 [5]) herangezogen. Für die Nutzenbewertung ist nur eine Teilpopulation (Population mit hohem Rezidivrisiko: nodalpositive oder hormonrezeptornegative Erkrankung) der Studie relevant.
I 3.2 Studiencharakteristika
Tabelle 6 und Tabelle 7 beschreiben die Studie zur Nutzenbewertung.
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
Tabelle 6: Charakterisierung der eingeschlossenen Studie – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (mehrseitige Tabelle)
| Studie | Studien- | Population | Interventionen (Zahl der | Studiendauer | Ort und Zeitraum der | Primärer |
|---|---|---|---|---|---|---|
| design | randomisierten Patientinnen | Durchführung | Endpunkt; | |||
| und Patienten) | sekundäre | |||||
| Endpunktea | ||||||
| APHINITY | RCT, | erwachsene | Pertuzumab + Trastuzumab + | Operation bis Beginn | 548 Zentren in 42 Ländern: | primär: invasiv- |
| doppelblind, parallel |
Patientinnen und Patienten mit frühem |
Chemotherapie (N = 2400) Placebo + Trastuzumab + |
der Behandlung: maximal 8 Wochen |
Argentinien, Australien, Belgien, Bulgarien, Chile, |
krankheitsfreies Überleben (iDFS) |
|
| komplett reseziertem, HER2-positivemb Mammakarzinom mit ECOG-PS 0 oder 1, die eine adjuvante Therapie erhalten |
Chemotherapie (N = 2404) davon relevante Teilpopulation (Patientinnen und Patienten mit hohem Rezidivrisiko, da nodalpositiv oder HR-negativc): Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie (n = 1811) Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (n = 1823) |
Behandlung bis zum Rezidiv, UEs, Rückzug der Einverständniserklärung, Entscheidung der Ärztin / des Arztes, maximal bis 64 Wochend Beobachtunge: endpunktspezifisch, maximal bis zum Tod, |
China, Dänemark Deutschland, El Salvador, Frankreich, Guatemala, Hong Kong, Irland, Israel, Italien, Japan, Kanada, Kolumbien, Kroatien, Mexiko, Niederlande, Neuseeland, Österreich, Panama, Peru, Philippinen, Polen, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Slowenien, Spanien, Südafrika, Südkorea, Taiwan, Thailand, Tschechien, Ukraine, Ungarn, USA, Vereinigtes Königreich |
sekundär: Gesamtüberleben, krankheitsfreies Überleben (DFS), Symptomatik, gesundheitsbezogene Lebensqualität, UEs |
||
| Abbruch der | ||||||
| Studienteilnahme oder | 11/2011–laufend | |||||
| Ende der Studief | ||||||
| Datenschnitteg: | ||||||
| - 19.12.2016 (primärer | ||||||
| Datenschnitt) | ||||||
| - 19.06.2019 (2. OS- | ||||||
| Interimsanalyse) | ||||||
| - 10.01.2022 (3. OS- | ||||||
| Interimsanalyse) |
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
Tabelle 6: Charakterisierung der eingeschlossenen Studie – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (mehrseitige Tabelle)
Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie(mehrseitige Tabelle) |
|
|---|---|
| Studie Studien- Population Interventionen (Zahl der Studiendauer Ort und Zeitraum der |
Primärer |
| design randomisierten Patientinnen Durchführung |
Endpunkt; |
| und Patienten) | sekundäre |
| Endpunktea | |
| a. Primäre Endpunkte beinhalten Angaben ohne Berücksichtigung der Relevanz für diese Nutzenbewertung. Sekundäre Endpunkte beinhalten ausschließlich Angaben | |
| zu relevanten verfügbaren Endpunkten für diese Nutzenbewertung. | |
| b. HER2-Status mittels Immunhistochemie und / oder mittels In-situ-Hybridisierung durch ein Zentrallabor bestimmt | |
| c. HR-Status mittels Nachweis von Östrogenrezeptor (ER) und / oder Progesteronrezeptor (PgR) durch Zentrallabor bestimmt | |
| d. Bei Behandlung mit der Anthrazyklinfreien Chemotherapie beträgt die maximale Behandlungsdauer 52 Wochen. | |
| e. Endpunktspezifische Angaben werden in Tabelle 8 beschrieben. | |
| f. Die Studie endet ungefähr 15 Jahre nach der Randomisierung der letzten Patientin oder des letzten Patienten, vorausgesetzt die Studienziele wurden bis dahin | |
| erreicht. Dies kann (muss aber nicht) zeitlich mit der ereignisgesteuerten OS-Analyse zusammenfallen, die stattfindet, wenn 640 Patientinnen und Patienten | |
| verstorben sind. | |
| g. Zusätzlich wurden 2 Datenschnitte für Sicherheitsendpunkte am 30.11.2012 und 22.02.2013 und ein Datenschnitt für den 3-Monats-Safety-Report am 15.05.2017 | |
| durchgeführt. | |
| DFS: krankheitsfreies Überleben; ECOG-PS: Eastern Cooperative Oncology Group-Performance Status; HER2: humaner epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor 2; | |
| HR: Hormonrezeptor; iDFS: invasiv-krankheitsfreies Überleben; n: relevante Teilpopulation; N: Anzahl randomisierter Patientinnen und Patienten; | |
| OS: Gesamtüberleben; RCT: randomisierte kontrollierte Studie; UE: unerwünschtes Ereignis |
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
Tabelle 7: Charakterisierung der Intervention – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (mehrseitige Tabelle)
| Tabelle 7: Charakterisierung der Intervention – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 7: Charakterisierung der Intervention – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (mehrseitige Tabelle) |
|---|---|
| Studie | Intervention Vergleich |
| APHINITY | - Pertuzumaba Zyklus 1: 840 mg i. v. Zyklus 2 bis maximal 18: 420 mg i. v., q3w - Placebo: Zyklus 1 bis maximal 18: i. v., q3w - Trastuzumaba Zyklus 1: 8 mg/kg, i. v. Zyklus 2 bis maximal 18: 6 mg/kg, i. v., q3w - Trastuzumaba Zyklus 1: 8 mg/kg, i. v. Zyklus 2 bis maximal 18: 6 mg/kg, i. v., q3w beginnend mit der taxanhaltigen Chemotherapie beginnend mit der taxanhaltigen Chemotherapie |
| Mögliche Chemotherapien (beide Behandlungsarme) Anthrazyklinhaltige Chemotherapieb: - 3 bis 4 Zyklen FEC oder FAC (beides i. v. q3w) oder - 4 Zyklen AC oder EC (beides i. v. q3w oder dosisdicht q2w) jeweils gefolgt von: - 3 bis 4 Zyklen Docetaxel i. v., q3wcoder - 12 Zyklen Paclitaxel i. v., wöchentlich Anthrazyklinfreie Chemotherapied: - 6 Zyklen Docetaxel + Carboplatin i. v., q3w |
|
| Vor- und Begleitbehandlung Verbotene Vortherapien: - Anti-HER2-Therapien - systemische Chemotherapien - Strahlentherapien Verbotene Begleittherapien (bis zum Rezidiv): - andere zytotoxische Chemotherapien, Strahlentherapie (außer adjuvanter Strahlentherapie), Immuntherapien, biologische Krebstherapien und Krebstherapien, die auch zur Behandlung rheumatoider Arthritis eingesetzt werden (z. B. Methotrexat) - zielgerichtete Krebstherapien (z. B. Lapatinib, Neratinib) - chronische Behandlung mit Steroiden oder kurzzeitige Behandlung mit über 20 mg Dexamethason pro Tag über 7 Tage (oder Äquivalent) - Neubeginn einer Phytotherapie nach Studienbeginn - hormonelle Empfängnisverhütung außer bereits vorhandener progesteronhaltiger Intrauterinpessare - Östrogenersatztherapie |
|
| a. keine Dosisreduktion erlaubt b. Dosierung: 5-Fluorouracil: 500 bis 600 mg/m², Epirubicin: 90 bis 120 mg/m², Doxorubicin: 50 mg/m² (wenn mit Fluorouracil verabreicht) oder 60 mg/m² (wenn ohne Fluorouracil verabreicht), Cyclophosphamid: 500 bis 600 mg/m², Docetaxel: 75 bis 100 mg/m², Paclitaxel: 80 mg/m²; maximale kumulative Dosis 360 mg/m2Doxorubicin und 720 mg/m2Epirubicin c. mehrere Schemata möglich: 75 mg/m² über 4 Zyklen, oder 75 mg/m² im 1. Zyklus, dann Eskalation auf 100 mg/m² in den Folgezyklen, oder 100 mg/m² in 3 bis 4 Zyklen d. Dosierung: Docetaxel: 75 mg/m², Carboplatin: AUC 6 mg/ml/min, maximal 900 mg |
Tabelle 7: Charakterisierung der Intervention – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (mehrseitige Tabelle)
| Studie Intervention Vergleich |
|---|
| AC: Doxorubicin + Cyclophosphamid; AUC: Area under the Curve; EC: Epirubicin + Cyclophosphamid; |
| FAC: 5-Fluorouracil + Doxorubicin + Cyclophosphamid; FEC: 5-Fluorouracil + Epirubicin + |
| Cyclophosphamid; HER2: humaner epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor 2; i. v.: intravenös; q2w: alle |
| 2 Wochen; q3w: alle 3 Wochen; RCT: randomisierte kontrollierte Studie |
Die Studie APHINITY ist eine randomisierte, doppelblinde, 2-armige Studie, in die erwachsene Patientinnen und Patienten mit frühem, HER2-positivem Mammakarzinom eingeschlossen wurden. Die Primärtumore und ggf. die befallenen Lymphknoten wurden vor Studienbeginn operativ entfernt. Vorangegangene (neo-)adjuvante Chemo- / Anti-HER2-Therapien oder Bestrahlungen waren nicht erlaubt. Die insgesamt 4805 Patientinnen und Patienten (eine Patientin wurde aufgrund von vorsätzlichen Falschangaben nach der Randomisierung ausgeschlossen) wurden innerhalb von 56 Tagen nach der Operation randomisiert im Verhältnis 1:1 einem der beiden Behandlungsarme (Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie oder Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie) zugeordnet. Dabei wurde nach Nodalstatus, Art des adjuvanten Chemotherapieregimes, Hormonrezeptorstatus, geografischer Region und Protokollversion stratifiziert (ab Protokollversion B erfolgte kein Einschluss nodalnegativer Patientinnen und Patienten mehr).
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
- A: Doxorubicin; C: Cyclophosphamid; Cb: Carboplatin; E: Epirubicin; F: 5-Fluorouracil; HER2: humaner epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor 2; IV: intravenös; T: Taxan
Abbildung 1: Design der Studie APHINITY
Die Studie begann im November 2011 und ist zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Nutzenbewertung noch nicht abgeschlossen.
Die Zulassung von Pertuzumab umfasst Patientinnen und Patienten mit hohem Rezidivrisiko, definiert als nodalpositive oder hormonrezeptornegative Erkrankung [17]. Dies traf auf etwa 3 Viertel der Studienpopulation zu. Der pU stellt in Modul 4 A des Dossiers Studienergebnisse für die relevante Teilpopulation dar. Soweit nicht anders vermerkt, beziehen sich alle folgenden Angaben auf die für die Nutzenbewertung relevante Teilpopulation.
Alle Patientinnen und Patienten erhielten nach der Operation eine adjuvante Chemotherapie. Diese konnte anthrazyklinhaltig oder anthrazyklinfrei sein. Im Falle einer Anthrazyklinbehandlung erhielten die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer zunächst für 3 bis 4 Zyklen (8 bis 12 Wochen) eine Kombination aus Doxorubicin oder Epirubicin und Cyclophosphamid, mit oder ohne 5-Fluorouracil (im letzteren Fall über 4 Zyklen). Daran schloss sich eine taxanbasierte Chemotherapie an. Diese konnte über 3 bis 4 Zyklen mit Docetaxel oder über 12 wöchentliche Zyklen mit Paclitaxel erfolgen. Im Falle einer anthrazyklinfreien Chemotherapie erhielten die Patientinnen und Patienten 6 Zyklen (18 Wochen) einer kombinierten Therapie aus Docetaxel und Carboplatin. Diese Chemotherapieregime wurden gleichermaßen in beiden Behandlungsarmen angewendet.
Alle Patientinnen und Patienten erhielten eine Anti-HER2-Therapie bestehend aus Pertuzumab und Trastuzumab im Interventionsarm und Placebo und Trastuzumab im Vergleichsarm. Die Anti-HER2-Behandlung erfolgte über 52 Wochen. Sie begann gleichzeitig mit der taxanhaltigen Chemotherapie, also nach Abschluss einer etwaigen Anthrazyklinbehandlung.
Sofern indiziert, erhielten die Patientinnen und Patienten eine adjuvante Strahlentherapie parallel zur Anti-HER2-Behandlung nach Abschluss der Chemotherapie. Hormonrezeptorpositive Patientinnen sollten außerdem für mindestens 5 Jahre mit einer endokrinen Therapie behandelt werden.
Sowohl für Anthrazykline als auch für Anti-HER2-Antikörper besteht das Risiko kardiotoxischer Nebenwirkungen. Angaben dazu, für welche Patientinnen und Patienten eine anthrazyklinhaltige Chemotherapie infrage kam, finden sich im Dossier des pU nicht. Die Auswahl der Chemotherapie erfolgte durch den Prüfarzt vor Randomisierung. Allerdings wurden in die Studie keine Patientinnen und Patienten mit schwerwiegenden kardiovaskulären Erkrankungen oder einer linksventrikulären Auswurffraktion (LVEF) unter 55 % eingeschlossen. Die LVEF wurde während des Studienverlaufs überwacht. Im Studienprotokoll wurde ein Algorithmus festgelegt, nach dem die Behandlung mit Pertuzumab und Trastuzumab unterbrochen oder abgebrochen werden sollte. Danach führte ein anhaltender Abfall der LVEF um mindestens 10 Prozentpunkte und unter 50 % insgesamt zum Abbruch der Behandlung.
Nach Auftreten eines operablen Rezidivs konnte nach Einschätzung des Studienarztes eine erneute Behandlung mit Trastuzumab begonnen werden. Die Ergebnisse dieser Behandlung wurden nicht mehr im Rahmen der Studie erfasst. Angaben dazu, welche Folgetherapien Patientinnen und Patienten nach Rezidiv oder Behandlungsabbruch erhalten haben, liegen in Modul 4 A nicht vor (siehe dazu auch weiter unten). Grundsätzlich konnten Folgetherapien nach Rezidiv jedoch ohne Einschränkung verabreicht werden. Gesonderte Angaben dazu, wie bei Auftreten eines Rezidivs während der 52-wöchigen Anti-HER2-Therapie zu verfahren ist, finden sich im Dossier des pU nicht.
Primärer Endpunkt der Studie ist das invasiv-krankheitsfreie Überleben (iDFS). Relevante sekundäre Endpunkte sind u. a. krankheitsfreies Überleben (hier insbesondere Rezidive), Symptome, gesundheitsbezogene Lebensqualität, Gesamtüberleben und Nebenwirkungen.
Datenschnitte und vorliegende Auswertungen
Für die Studie APHINITY liegen bisher 6 Datenschnitte vor (30.11.2012, 22.02.2013, 19.12.2016, 15.05.2017, 19.06.2019, 10.01.2022). Zu den Datenschnitten am 30.11.2012 und 22.02.2013 wurden Endpunkte zu Nebenwirkungen ausgewertet. Weiterhin handelte es sich beim Datenschnitt vom Mai 2017 um ein 3-Monats-Sicherheitsupdate, das von der Food and Drug Administration angefordert wurde.
Für die vorliegende Nutzenbewertung liegen zu folgenden 3 Datenschnitten Auswertungen vor:
- Datenschnitt (19.12.2016, Primäranalyse): a priori geplante Wirksamkeitsanalyse erfolgte nach 381 Ereignissen zum iDFS, gleichzeitig fanden weitere Analysen zum Gesamtüberleben (OS), Wirksamkeit und Nebenwirkungen statt
- Datenschnitt (19.06.2019, 2. OS-Interimsanalyse): a priori geplante Analyse, 2,5 Jahre nach der Primäranalyse, zu den Endpunkten Mortalität, Morbidität und Nebenwirkungen
- Datenschnitt (10.01.2022, 3. OS-Interimsanalyse): a priori geplante Analyse, ca. 5 Jahre nach der Primäranalyse, zu den Endpunkten Mortalität, Morbidität und Nebenwirkungen
Für die Nutzenbewertung zieht der pU für alle patientenberichteten Endpunkte der Kategorien Morbidität und gesundheitsbezogenen Lebensqualität die Auswertungen zum 1. Datenschnitt (19.12.2016) heran. Die anderen Endpunkte der Kategorie Morbidität, sowie die Endpunkte der Kategorien Mortalität und Nebenwirkungen basieren auf dem 3. Datenschnitt (10.01.2022).
Für die Nutzenbewertung wird der jeweils aktuellste Datenschnitt herangezogen. Somit basieren die Endpunkte der Kategorien Mortalität, Morbidität (Rezidive) sowie Nebenwirkungen auf dem 3. Datenschnitt (10.01.2022). Zur Analyse der Morbidität (Symptomatik) und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität wird der primäre Datenschnitt verwendet, da alle Patientinnen und Patienten bereits zu diesem Zeitpunkt sowohl die Behandlungsphase abgeschlossen als auch die letzte geplante Erhebung der Fragebogen zu Monat 36 nach Randomisierung durchlaufen hatten. Somit wurden bereits beim 1. Datenschnitt (19.12.2016) alle verfügbaren Daten der Patientinnen und Patienten berücksichtigt.
Behandlungsdauer und Nachbeobachtung
Tabelle 8 zeigt die geplante Dauer der Nachbeobachtung der Patientinnen und Patienten für die einzelnen Endpunkte.
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
Tabelle 8: Geplante Dauer der Nachbeobachtung – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie
Trastuzumab + Chemotherapie vs. |
Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie |
|---|---|
| Studie | Geplante Nachbeobachtung |
| Endpunktkategorie | |
| Endpunkt | |
| APHINITY | |
| Mortalität | |
| Gesamtüberleben | bis 15 Jahre nach Randomisierung der letzten Patientin / des letzten |
| Patienten | |
| Morbidität | |
| Rezidive | bis 15 Jahre nach Randomisierung der letzten Patientin / des letzten |
| Patienten | |
| Symptome (EORTC QLQ-C30 und | nach letzter Dosis der Studienmedikation in der Follow-up-Phase bis |
| EORTC QLQ-BR23) | Monat 36 (jeweils ± 28 Tage) nach Studienbeginn |
| gesundheitsbezogene Lebensqualität | nach letzter Dosis der Studienmedikation in der Follow-up-Phase bis |
| (EORTC QLQ-C30 und EORTC | Monat 36 (jeweils ± 28 Tage) nach Studienbeginn |
| QLQ-BR23) | |
| Nebenwirkungen | |
| UEs | bis 28 Tage nach letzter Dosis der Studienmedikationa |
| a. Ausgenommen hiervon sind SUE, die als mit der Behandlung in Verbindung stehend angesehen wurden, | |
| sowie unabhängig von einem vermuteten Kausalzusammenhang mit der Studienmedikation kardiale | |
| Ereignisse und sekundäre Krebserkrankungen (ohne Mammakarzinom); diese wurden über die 28-Tage- | |
| Frist hinaus erfasst. Sämtliche UEs wurden bis zu ihrer Rückbildung oder bis zum Ende der Studie | |
| nachverfolgt. | |
| EORTC: European Organisation for Research and Treatment of Cancer; QLQ-BR23: Quality of life | |
| Questionnaire and Breast Cancer Specific Module 23; QLQ-C30: Quality of life Questionnaire – Core 30; | |
| RCT: randomisierte kontrollierte Studie; | SUE: schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis; UE: unerwünschtes |
| Ereignis |
Die Beobachtung des Gesamtüberlebens sowie der Rezidive wurde nach der Nutzenbewertung A21-11 in Protokollversion E von 10 Jahre auf 15 Jahre nach Randomisierung der letzten Patientin / des letzten Patienten erhöht.
Die Beobachtung von Symptomen und gesundheitsbezogener Lebensqualität erfolgte zwar nicht über den gesamten Studienzeitraum, immerhin aber bis 36 Monate nach Randomisierung. Bei einer geplanten Studiendauer von ca. 15 Jahren sind diese Beobachtungszeiten im Vergleich zum Gesamtüberleben dennoch deutlich verkürzt.
Die Beobachtungszeiten für die Endpunkte zu Nebenwirkungen sind systematisch verkürzt, da sie, bis auf wenige Ausnahmen wie kardiale Ereignisse, lediglich für den Zeitraum der Behandlung mit der Studienmedikation (zuzüglich 28 Tage) erhoben wurden. Um eine verlässliche Aussage über den gesamten Studienzeitraum bzw. die Zeit bis zum Versterben der Patientinnen und Patienten machen zu können, wäre es hingegen erforderlich, dass auch diese Endpunkte – wie das Überleben und die Rezidive – über den gesamten Zeitraum erhoben werden.
Charakterisierung der Studienpopulation
Tabelle 9 zeigt die Charakteristika der Patientinnen und Patienten in der eingeschlossenen Studie.
Tabelle 9: Charakterisierung der Studienpopulation sowie Studien- / Therapieabbruch – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle)
(mehrseitige Tabelle) |
||
|---|---|---|
| Studie | Pertuzumab + | Placebo + |
| Charakteristikum | Trastuzumab + | Trastuzumab + |
| Kategorie | Chemotherapie | Chemotherapie |
| Na = 1811 | Na = 1823 | |
| APHINITY | ||
| Alter [Jahre] | ||
| MW (SD) | 52 (11) | 51 (11) |
| Median [Min; Max] | 51 [24; 86] | 51 [19; 85] |
| Geschlecht [w / m], % | > 99 / < 1 | > 99 / < 1 |
| Abstammung, n (%) | ||
| kaukasisch | 1252 (69) | 1255 (69) |
| schwarz | 25 (1) | 31 (2) |
| asiatisch | 477 (26) | 484 (27) |
| sonstige | 52 (3) | 51 (3) |
| geografische Region, n (%) | ||
| USA / Kanada | 265 (15) | 260 (14) |
| Westeuropa | 827 (46) | 822 (45) |
| Asien-Pazifik | 490 (27) | 512 (28) |
| Lateinamerika | 43 (2) | 47 (3) |
| andere | 186 (10) | 182 (10) |
| weiblicher Reproduktionsstatus, n (%) | ||
| prämenopausal | 873 (48) | 885 (49) |
| postmenopausal | 933 (52) | 929 (51) |
| unbekannt | 3 (< 1) | 2 (< 1) |
| Hormonrezeptorstatus, n (%) | ||
| negativ (ER und PgR-negativ) | 864 (48) | 858 (47) |
| positiv (ER und / oder PgR-positiv) | 947 (52) | 965 (53) |
| Nodalstatus, n (%) | ||
| N0 und Tumor ≤ 1 cm | 51 (3) | 43 (2) |
| N0 und Tumor > 1 cm | 257 (14) | 278 (15) |
| N1-3 positive Lymphknoten | 907 (50) | 900 (49) |
| N ≥ 4 positive Lymphknoten | 596 (33) | 602 (33) |
| Art der adjuvanten Chemotherapie, n (%) | ||
| anthrazyklinhaltig | 1439 (79) | 1448 (79) |
| anthrazyklinfrei | 372 (21) | 375 (21) |
Tabelle 9: Charakterisierung der Studienpopulation sowie Studien- / Therapieabbruch – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle)
| Studie Pertuzumab + Placebo + |
|---|
| Charakteristikum Trastuzumab + Trastuzumab + |
| Kategorie Chemotherapie Chemotherapie |
| Na = 1811 Na = 1823 |
| lokoregionäre Radiotherapie (nach adjuvanter Chemotherapie), 1347 (74) 1350 (74) |
| n (%) |
| Therapieabbruch, n (%)b 278 (15) 241 (13) |
| Behandlungsphase abgeschlossen, n (%) 1533 (85) 1582 (87) |
| Studienabbruch, n (%)c 470 (26)d 532 (29)d |
| a. Anzahl randomisierter Patientinnen und Patienten. Werte, die auf anderen Patientenzahlen basieren, werden |
| in der entsprechenden Zeile gekennzeichnet, wenn Abweichung relevant. |
| b. Abbruch von Pertuzumab oder Placebo. Häufige Gründe für den Therapieabbruch im Intervention vs. |
| Kontrollarm waren: unerwünschtes Ereignis (47 % vs. 49 %), Patientenwunsch (14 % vs. 15 %), Non- |
| Compliance (12 % vs. 10 %). |
| c. Während der Follow-up-Phase bis zum 3. Datenschnitt; Angaben ohne Todesfälle. Häufige Gründe für den |
| Studienabbruch im Intervention vs. Kontrollarm waren: Rezidiv (34 % vs. 44 %), Patientenwunsch (38 % |
| vs. 31 %), Lost to follow-up (12 % vs. 11 %). Die Gesamtzahl der Studienabbrecher geht aus Modul 4 A |
| nicht hervor. |
| d. eigene Berechnung der Prozentangabe |
| ER: Östrogenrezeptor; m: männlich; Max: Maximum; Min: Minimum; MW: Mittelwert; n: Anzahl |
| Patientinnen und Patienten in der Kategorie; N: Anzahl randomisierter (bzw. eingeschlossener) Patientinnen |
| und Patienten; PgR: Progesteronrezeptor; RCT: randomisierte kontrollierte Studie; SD: Standardabweichung; |
| w: weiblich |
Indikationsbedingt besteht die Studienpopulation der APHINITY-Studie fast ausschließlich aus Frauen. Im Mittel sind die Patientinnen und Patienten der relevanten Teilpopulation etwa 51 Jahre alt. Beinahe 70 % sind weiß, weitere 26 % asiatischer Herkunft. Schwerpunktmäßig kommen die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer mit fast der Hälfte der Population aus Westeuropa, zu etwa 1 Viertel aus dem asiatisch-pazifischen Raum und zu knapp 15 % aus Nordamerika. Weitere Länder und Regionen sind mit geringen Anteilen vertreten.
Patientinnen mit hormonrezeptorpositiver und -negativer Erkrankung sind etwa zu gleichen Anteilen in der Teilpopulation vertreten. Bei über 80 % der Patientinnen und Patienten wurde ein Lymphknotenbefall festgestellt, überwiegend mit 1 bis 3 positiven Knoten. Bei Lymphknotenstatus N0 lag die Tumorgröße bei über 80 % der Fälle über 1 cm im Durchmesser.
Etwa 80 % der Patientinnen und Patienten erhielten eine anthrazyklinhaltige Chemotherapie. Eine lokoregionäre Radiotherapie wurde bei 3 Viertel der Patientinnen und Patienten durchgeführt. Angaben zu endokrinen Therapien finden sich im Dossier des pU für die relevante Teilpopulation nicht. In der Gesamtpopulation erhielten im Behandlungsarm 87,3 % und im Vergleichsarm 85,8 % der Patientinnen und Patienten eine adjuvante endokrine Therapie [18].
Bei etwa 14 % der Patientinnen und Patienten wurde die Therapie mit Pertuzumab oder Placebo nicht zu Ende geführt. Ca. 28 % der Patientinnen und Patienten brachen die Studie während der Follow-up-Phase ab.
Angaben zum Studienverlauf
Tabelle 10 zeigt die mediane Behandlungsdauer der Patientinnen und Patienten und die mediane Beobachtungszeit für einzelne Endpunkte.
Tabelle 10: Angaben zum Studienverlauf – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten)
hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) |
|
|---|---|
| Studie Pertuzumab + |
Placebo + |
| Dauer Studienphase Trastuzumab + |
Trastuzumab + |
| Endpunktkategorie Chemotherapie |
Chemotherapie |
| N = 1811 | N = 1823 |
| APHINITY | |
| Behandlungsdauer [Wochen], k. A.a |
k. A.a |
| Median [Min; Max] | |
| Beobachtungsdauer [Monate] | |
| Gesamtüberlebenbund Rezidive | |
| Median [Min; Max] 99,7 [0; 120,1] |
99,8 [0; 117,3] |
| Symptome und gesundheitsbezogene Lebensqualität | |
| Median [Min; Max] 36 [0; 36]c |
36 [0; 36]c |
| Anzahl der Patientinnen und Patienten in der letzten 1327 (73) |
1298 (71) |
| Auswertung zu Monat 36 (%)d | |
| Nebenwirkungene | |
| Median [Min; Max] 14,9 [0,1; 18,5]f |
15,0 [0; 112,8]f |
| Anzahl Patientinnen und Patienten, die die Anti- 1533 (85) |
1582 (87) |
| HER2-Behandlung vollendet haben (%) | |
| a. Angaben liegen nur für die Gesamtpopulation vor (gesamt: 64 [4; 80] vs. 64 [4; 74] | Wochen, davon |
| anthrazyklinhaltige Chemotherapie: 11 [4; 26] vs. 13 [4; 18] Wochen und Pertuzumab / Placebo + | |
| Trastuzumab (+ Taxane): 55 [4; 59] vs. 55 [4; 70] Wochen [15]). | |
| b. Die Beobachtungsdauer ist definiert als die Zeit von Randomisierung bis zum Tod oder bis zum 3. | |
| Datenschnitt, sofern die Patientin bzw. der Patient zu diesem Zeitpunkt noch am Leben war. | |
| c. Eigene Berechnung anhand der Anzahl der Patientinnen und Patienten, für die zu den Erhebungszeitpunkten | |
| Daten vorlagen. | |
| d. Eigene Berechnung, Angabe bezieht sich auf den EORTC-Fragebogen mit geringster Rücklaufquote zu | |
| Monat 36. | |
| e. Angaben für UEs, die bis 28 Tage nach letzter Dosis der Studienmedikation erhoben wurden. In der Follow- | |
| up-Phase beträgt die Nachbeobachtungszeit zum 3. Datenschnitt 99,9 (0,1; 120,1) vs. 99,7 (0; 117,3) | |
| Monate für die Safety-Population. | |
| f. Die Angabe bezieht sich auf die Safety-Population der Studie (1783 vs. 1822 Patientinnen und Patienten). | |
| EORTC: European Organisation for Research and Treatment of Cancer; HER2: humaner epidermaler | |
| Wachstumsfaktorrezeptor 2; k. A.: keine Angabe; Max: Maximum; Min: Minimum; N: Anzahl ausgewerteter | |
| Patientinnen und Patienten; RCT: randomisierte kontrollierte Studie; UE: unerwünschtes Ereignis |
Die Beobachtungsdauer in der Studie APHINITY war für alle Endpunkte in beiden Behandlungsarmen im Median gleich lang. In der Gesamtpopulation war die Behandlungsdauer vergleichbar (Median 64 Monate). Daher ergeben sich bei der Interpretation der Ergebnisse keine Einschränkungen aus unterschiedlichen Beobachtungsdauern.
Die Beobachtungsdauer für das Gesamtüberleben ist im Median fast 3-mal so lang wie die Beobachtungsdauer für die patientenberichteten Endpunkte und fast 7-mal so lang wie für die Endpunkte zu Nebenwirkungen. Somit sind die Beobachtungszeiten für diese Endpunkte im Vergleich zum medianen Gesamtüberleben deutlich verkürzt. Daten für den gesamten Beobachtungszeitraum fehlen für diese Endpunkte.
Angaben zu Folgetherapien
Gemäß den Studienunterlagen konnten Folgetherapien nach dem Auftreten eines Rezidivs ohne Einschränkungen verabreicht werden und sollten im elektronischen Prüfbogen (eCRF) notiert werden. Der pU legt jedoch in seinem Dossier keine entsprechenden Auswertungen zu Folgetherapien vor.
Dieses Vorgehen ist nicht sachgerecht. Die Ergebnisse des Endpunkts Gesamtüberleben werden nicht nur durch die initiale Studienmedikation, sondern auch durch die nach einem Progress oder Rezidiv der Erkrankung eingesetzten antineoplastischen Folgetherapien beeinflusst. Der Einsatz adäquater Folgetherapien ist daher von großer Bedeutung für die Interpretation der Ergebnisse des Endpunkts Gesamtüberleben. Für die Studie APHINITY ist aufgrund fehlender Angaben zu den eingesetzten Folgetherapien nicht beurteilbar, ob die Patientinnen und Patienten in beiden Behandlungsarmen eine adäquate Folgetherapie erhalten haben. Dies wird bei der Bewertung des Verzerrungspotenzials für die Ergebnisse des Endpunkts Gesamtüberleben berücksichtigt (siehe Abschnitt I 4.2).
Endpunktübergreifendes Verzerrungspotenzial (Studienebene)
Tabelle 11 zeigt das endpunktübergreifende Verzerrungspotenzial (Verzerrungspotenzial auf Studienebene).
Tabelle 11: Endpunktübergreifendes Verzerrungspotenzial (Studienebene) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten)
| Studie Adäquate Erzeugung der Randomisierungs- sequenz Verdeckung der Gruppenzuteilung |
Verblindung Ergebnisunabhängige Berichterstattung Fehlen sonstiger Aspekte Verzerrungspotenzial auf Studienebene Patientinnen und Patienten Behandelnde Personen |
|---|---|
| APHINITY ja ja |
ja ja ja ja niedrig |
| RCT: randomisierte kontrollierte Studie |
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
Das endpunktübergreifende Verzerrungspotenzial wird für die Studie APHINITY als niedrig eingestuft.
Übertragbarkeit der Studienergebnisse auf den deutschen Versorgungskontext
Der pU beschreibt in Modul 4 A die Übertragbarkeit der Studienergebnisse auf den deutschen Versorgungskontext anhand der Merkmale Geschlecht, Alter, Abstammung, Allgemeinzustand, Histologie des Karzinoms und Art der Chemotherapieregime der in die Studie APHINITY eingeschlossenen Patientinnen und Patienten.
Der pU legt keine weiteren Informationen zur Übertragbarkeit der Studienergebnisse auf den deutschen Versorgungskontext vor.
I 4 Ergebnisse zum Zusatznutzen
I 4.1 Eingeschlossene Endpunkte
In die Bewertung sollten folgende patientenrelevante Endpunkte eingehen:
Mortalität
Gesamtüberleben
Morbidität
Rezidive
Symptomatik, erhoben mit dem European Organisation for Research and Treatment of Cancer – Quality of Life Questionnaire – Core 30 (EORTC QLQ-C30) und dem EORTC – Quality of Life Questionnaire and Breast Cancer Specific Module 23 (EORTC QLQ-BR23)
gesundheitsbezogene Lebensqualität
EORTC QLQ-C30 und EORTC QLQ-BR23
Nebenwirkungen
schwerwiegende UEs (SUEs)
schwere UEs (CTCAE-Grad ≥ 3)
Abbruch wegen UEs
gegebenenfalls weitere spezifische UEs
Die Auswahl der patientenrelevanten Endpunkte weicht von der Auswahl des pU ab, der im Dossier (Modul 4 A) weitere Endpunkte heranzieht.
Tabelle 12 zeigt, für welche Endpunkte in der eingeschlossenen Studie Daten zur Verfügung stehen.
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
Tabelle 12: Matrix der Endpunkte – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten)
| Tabelle 12: Matrix der Endpunkte – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) |
Tabelle 12: Matrix der Endpunkte – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) |
|---|---|
| Studie | Endpunkte |
| Gesamtüberleben Rezidivea Symptomatik (EORTC QLQ-C30 und EORTC QLQ-BR23) Gesundheitsbezogene Lebensqualität (IEORTC QLQ-C30 und EORTC QLQ-BR23) SUEs Schwere UEsb Abbruch wegen UEsc Weitere spezifische UEsb, d |
|
| APHINITY | ja ja ja ja ja ja ja ja |
| a. dargestellt über die Rezidivrate und das krankheitsfreie Überleben, umfasst die Ereignisse ipsilaterales invasives lokales Mammakarzinomrezidiv, ipsilaterales invasives regionäres Mammakarzinomrezidiv, Fernrezidiv, kontralaterales invasives Mammakarzinom, sekundäres Primärkarzinom (kein Mammakarzinom), DCIS (ipsilateral oder kontralateral) und Tod aufgrund jeglicher Ursache b. Schwere UEs sind operationalisiert als CTCAE-Grad ≥ 3. c. Behandlungsabbruch einer Wirkstoffkomponente (Chemotherapie, Trastuzumab, Pertuzumab oder Placebo) d. Betrachtet werden die folgenden Ereignisse (codiert nach MedDRA): Diarrhö (PT, UEs), Pruritus (PT, UEs), Herzinsuffizienz (PT, SUEs), Anämie (PT, schwere UEs), Diarrhö (PT, schwere UEs), Stomatitis (PT, schwere UEs), Ermüdung (PT, schwere UEs), Leukozytenzahl erniedrigt (PT, schwere UEs), Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen (SOC, schwere UEs), Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen (SOC, schwere UEs) und Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes (SOC, schwere UEs). CTCAE: Common Terminology Criteria for Adverse Events; DCIS: duktales Karzinom in situ; EORTC: European Organisation for Research and Treatment of Cancer; MedDRA: Medizinisches Wörterbuch für Aktivitäten im Rahmen der Arzneimittelzulassung; PT: bevorzugter Begriff; QLQ-BR23: Quality of life Questionnaire and Breast Cancer Specific Module 23; QLQ-C30: Quality of life Questionnaire – Core 30; RCT: randomisierte kontrollierte Studie; SOC: Systemorganklasse; SUE: schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis; UE: unerwünschtes Ereignis |
Rezidive: Betrachtung von Ereignisrate und Ereigniszeitanalyse
Der Endpunkt Rezidive ist ein kombinierter Endpunkt und umfasst die Komponenten ipsilaterales invasives lokales Mammakarzinomrezidiv, ipsilaterales invasives regionäres Mammakarzinomrezidiv, Fernrezidiv, kontralaterales invasives Mammakarzinom, sekundäres Primärkarzinom (kein Mammakarzinom), duktales Karzinom in situ (DCIS; ipsilateral oder kontralateral) und Tod jeglicher Ursache. Für die Bewertung wird der Anteil der Patientinnen und Patienten mit Rezidiv sowie zusätzlich auch die Zeit bis zum Auftreten eines Rezidivs herangezogen.
Die Diagnose eines Rezidivs oder 2. primären Tumors beruhte dabei auf der Einschätzung der Prüfärztin bzw. des Prüfarztes – eine verblindete, unabhängige zentrale Überprüfung (BICR)
war nicht vorgesehen. Eine Beurteilung mittels BICR wird von der Europäischen ArzneimittelAgentur (EMA) explizit empfohlen [19]. Die fehlende Auswertung mittels BICR bleibt für die vorliegende Nutzenbewertung jedoch ohne Konsequenz.
Responderanalysen zu den Endpunkten zur Symptomatik und gesundheitsbezogenen Lebensqualität
Der pU legt in seinem Dossier für den EORTC QLQ-C30 und den EORTC QLQ-BR23 Responderanalysen für den Anteil der Patientinnen und Patienten mit einer Verschlechterung um ≥ 10 Punkte und ≥ 15 % der Skalenspannweite vor (jeweilige Skalenspannweite 0 bis 100). Wie in den Allgemeinen Methoden des Instituts [20,21] erläutert, sollte ein Responsekriterium, damit es hinreichend sicher eine für die Patientinnen und Patienten spürbare Veränderung abbildet, prädefiniert mindestens 15 % der Skalenspannweite eines Instruments entsprechen (bei post hoc durchgeführten Analysen genau 15 % der Skalenspannweite). Für den EORTC QLQ-C30 und seine Zusatzmodule wird die Auswertung mit einer Responseschwelle von 10 Punkten als hinreichende Annäherung an eine Auswertung mit einer 15 %-Schwelle (15 Punkte) betrachtet und für die Nutzenbewertung herangezogen (zur Begründung siehe [22]).
In der Studie APHINITY wurden die jeweiligen Anteile der Responder zu verschiedenen ausgewählten Zeitpunkten ausgewertet, wobei Responder von früheren Zeitpunkten nicht berücksichtigt wurden (u. a. Ende der Taxantherapie, Ende der Anti-HER2-Therapie, 18Monats-Follow-up und 36-Monats-Follow-up; siehe dazu auch Modul 4 A [23] zur Nutzenbewertung von Pertuzumab [A18-41]). Der pU stellt, basierend auf der Nutzenbewertung zu A18-41 [15] in Modul 4 A Auswertungen zu 2 ausgewählten Zeitpunkten (Ende der Anti-HER2-Therapie und 36-Monats-Follow-up [36 Monate nach Randomisierung]) dar. In der vorliegenden Bewertung werden, entsprechend dem Vorgehen in A18-41 und A21-11, diese Zeitpunkte zur Nutzenbewertung herangezogen. Die hier dargestellten Ergebnisse sind identisch zu denen in den vorangegangen Nutzenbewertungen A18-41 und A21-11, da weiterhin die Auswertungen zum 1. Datenschnitt (19.12.2016) herangezogen werden (zur Begründung für die Verwendung des 1. Datenschnitts siehe Abschnitt I 3.2).
Anmerkungen zu Nebenwirkungen
Die Beobachtungszeiten für die Endpunkte zu den Nebenwirkungen umfassten laut Studienprotokoll den Zeitraum der Behandlung mit der Studienmedikation zuzüglich 28 Tage. In der anschließenden Follow-up-Phase wurden nur noch schwerwiegende unerwünschte Ereignisse, die als mit der Behandlung in Verbindung stehend angesehen wurden, sowie kardiale Ereignisse und sekundäre Krebserkrankungen (ohne Mammakarzinom) erfasst. Gemäß den Angaben in Modul 4 A beinhaltet der Analysezeitraum für die Endpunkte zu Nebenwirkungen ausschließlich die doppelblinde Behandlungsphase mit der zugehörigen 28 Tage Nachbeobachtungszeit.
Zum 1. Datenschnitt (19.12.2016) hatten alle Patientinnen und Patienten die Behandlungsphase mit der darüber hinausgehenden 28 Tage Nachbeobachtung abgeschlossen und somit lag bereits
damals für die Endpunkte zu Nebenwirkungen ein vollständiger Datensatz vor (siehe Abschnitt I 3.2). In der Dossierbewertung A21-11 wurden dennoch zwischen 1. und 2. Datenschnitt geringfügige quantitative Abweichungen in den Ereigniszahlen bei den übergeordneten Endpunkten zu Nebenwirkungen sowie bei einigen UEs / SUEs auf SOC- und PT-Ebene festgestellt. Die aktualisierte Auswertung zum 3. Datenschnitt (10.01.2022) weist teilweise erneut geringfügige quantitative Abweichungen in den Ereignisanzahlen im Vergleich zum 2. Datenschnitt auf. Es ist weiterhin unklar, wie diese Abweichungen zustande kommen. In der Stellungnahme zur Nutzenbewertung A21-11 hat der pU beschrieben, dass laut Protokoll sowohl UEs jeglichen Schweregrads als auch SUEs, für die ein kausaler Zusammenhang zur Therapie angenommen wird, nach Behandlungsende zuzüglich 28 Tage weiterhin erfasst werden und sich die beschriebenen Abweichungen zwischen den Auswertungen zum 1. und 2. Datenschnitt dadurch erklären ließen [24]. Die Aussage des pU zur verlängerten Nachbeobachtung für UEs jeglichen Schweregrads in der Stellungnahme entspricht jedoch nicht den Angaben in den Studienunterlagen (siehe oben und Tabelle 8). Allerdings liegen in Anhang G des Modul 4 A Auswertungen zu UEs jeglichen Schweregrads nach Behandlungsende vor, wobei unklar bleibt, warum diese UEs jeglichen Schweregrads nach Abschluss der 28-tägigen Nachbeobachtung abweichend von den Vorgaben im Studienprotokoll erhoben wurden. Dass selektiv Ereignisse mit potenziellem Kausalzusammenhang zur Therapie in die Auswertung eingehen (wie vom pU in seiner Stellungnahme beschrieben), wäre darüber hinaus für die Nutzenbewertung nicht sachgerecht und widerspricht den Angaben zum Analysezeitraum in Modul 4 A. Da es sich bei den Auswertungen zwischen den 3 Datenschnitten jeweils nur um geringfüge quantitative Abweichungen handelt, werden die Ergebnisse zu den Endpunkten in der Kategorie Nebenwirkungen zum 3. Datenschnitt trotz der beschriebenen Unklarheiten zur Nutzenbewertung herangezogen. Dies entspricht dem Vorgehen in den Dossierbewertungen A18-41 und A21-11 [5,15].
I 4.2 Verzerrungspotenzial
Tabelle 13 beschreibt das Verzerrungspotenzial für die Ergebnisse der relevanten Endpunkte.
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
Tabelle 13: Endpunktübergreifendes und endpunktspezifisches Verzerrungspotenzial – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten)
| Studie | Endpunkte | Endpunkte | Endpunkte | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Studienebene | Gesamtüberleben | Rezidivea | Symptomatik | (EORTC QLQ-C30 und EORTC | QLQ-BR23) | Gesundheitsbezogene Lebensqualität | (IEORTC QLQ-C30 und EORTC | QLQ-BR23) | SUEs | Schwere UEsb | Abbruch wegen UEsc | Weitere spezifische UEsb, d | |
| APHINITY | N | He | Nf | Hg | Hg | N | N | N | N |
a. dargestellt über die Rezidivrate und das krankheitsfreie Überleben, umfasst die Ereignisse ipsilaterales invasives lokales Mammakarzinomrezidiv, ipsilaterales invasives regionäres Mammakarzinomrezidiv, Fernrezidiv, kontralaterales invasives Mammakarzinom, sekundäres Primärkarzinom (kein Mammakarzinom), DCIS (ipsilateral oder kontralateral) und Tod aufgrund jeglicher Ursache
b. Schwere UEs sind operationalisiert als CTCAE-Grad ≥ 3.
c. Behandlungsabbruch einer Wirkstoffkomponente (Chemotherapie, Trastuzumab, Pertuzumab oder Placebo)
d. Betrachtet werden die folgenden Ereignisse (codiert nach MedDRA): Diarrhö (PT, UEs), Pruritus (PT, UEs), Herzinsuffizienz (PT, SUEs), Anämie (PT, schwere UEs), Diarrhö (PT, schwere UEs), Stomatitis (PT, schwere UEs), Ermüdung (PT, schwere UEs), Leukozytenzahl erniedrigt (PT, schwere UEs), Stoffwechselund Ernährungsstörungen (SOC, schwere UEs), Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen (SOC, schwere UEs) und Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes (SOC, schwere UEs).
e. fehlende Angaben zu den bei den Patientinnen und Patienten eingesetzten antineoplastischen Folgetherapien (siehe weitere Erläuterung im Abschnitt I 3.2).
f. Für die Rezidivrate liegt aufgrund des hohen Anteils an Studienabbrechern und daraus resultierenden unvollständigen Beobachtungszeiten ein hohes Verzerrungspotenzial vor. Da jedoch die Anteile an Studienabbrechern zwischen den Behandlungsgruppen vergleichbar sind und die Ergebnisse der Ereigniszeitanalysen zum krankheitsfreien Überleben sehr ähnlich sind, werden die Ergebnisse als ausreichend robust eingeschätzt. Somit wird das Verzerrungspotenzial für den Endpunkt Rezidive insgesamt als niedrig eingestuft.
g. Anteil an Patientinnen und Patienten (> 10 %), die nicht in der Auswertung berücksichtigt wurden
CTCAE: Common Terminology Criteria for Adverse Events; DCIS: duktales Karzinom in situ; EORTC: European Organisation for Research and Treatment of Cancer; QLQ-BR23: Quality of life Questionnaire and Breast Cancer Specific Module 23; QLQ-C30: Quality of life Questionnaire – Core 30; H: hoch; MedDRA: Medizinisches Wörterbuch für Aktivitäten im Rahmen der Arzneimittelzulassung; N: niedrig; PT: bevorzugter Begriff; RCT: randomisierte kontrollierte Studie; SOC: Systemorganklasse; SUE: schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis; UE: unerwünschtes Ereignis
Das endpunktspezifische Verzerrungspotenzial wird für die Ergebnisse der Endpunkte Rezidive, SUEs, schwere UEs, Abbruch wegen UEs sowie weitere spezifische UEs als niedrig eingestuft.
Für die Ergebnisse zum Endpunkt Gesamtüberleben wird das Verzerrungspotenzial als hoch eingestuft, da aufgrund fehlender Angaben zu den eingesetzten Folgetherapien nicht beurteilbar ist, ob die Patientinnen und Patienten in beiden Behandlungsarmen adäquate antineoplastische Folgetherapien erhalten haben. Für die Ergebnisse von Endpunkten zur Symptomatik und gesundheitsbezogenen Lebensqualität, die mittels EORTC QLQ-C30 und EORTC QLQ-BR23 erhoben wurden, wird das Verzerrungspotenzial als hoch angesehen. Dies ist mit einem Anteil von über 10 % an Patientinnen und Patienten in der relevanten Teilpopulation begründet, die nicht in die Auswertung eingingen.
I 4.3 Ergebnisse
Tabelle 14, Tabelle 15 und Tabelle 16 fassen die Ergebnisse zum Vergleich von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie mit Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie bei Patientinnen und Patienten mit frühem, HER2-positivem Mammakarzinom und hohem Rezidivrisiko zusammen. Die Daten aus dem Dossier des pU werden, wo notwendig, durch eigene Berechnungen ergänzt.
Die Kaplan-Meier-Kurven zu den eingeschlossenen Endpunkten sind in I Anhang B und die Ergebnisse zu häufigen UEs, SUEs, schweren UEs und Abbrüchen wegen UEs in I Anhang C dargestellt.
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
Tabelle 14: Ergebnisse (Mortalität, Morbidität, Nebenwirkungen, dichotom) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle)
| Tabelle 14: Ergebnisse (Mortalität, Morbidität, Nebenwirkungen, dichotom) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 14: Ergebnisse (Mortalität, Morbidität, Nebenwirkungen, dichotom) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 14: Ergebnisse (Mortalität, Morbidität, Nebenwirkungen, dichotom) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 14: Ergebnisse (Mortalität, Morbidität, Nebenwirkungen, dichotom) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
|---|---|---|---|
| Studie Endpunktkategorie Endpunkt |
Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie N Patientinnen und Patienten mit Ereignis n (%) |
Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie N Patientinnen und Patienten mit Ereignis n (%) |
Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie |
| RR [95 %-KI]; p-Wert |
|||
| APHINITY | |||
| Mortalität(3. Datenschnitt: 10.01.2022) | |||
| Gesamtüberleben 1811 140 (7,7) mediane Zeit bis zum Ereignis: n. e. [n. b.; n. b.] |
1823 175 (9,6) mediane Zeit bis zum Ereignis: n. e. [n. b.; n. b.] |
HRa: 0,798 [0,638; 0,996]; 0,046 |
|
| Morbidität(3. Datenschnitt: 10.01.2022) | |||
| Rezidive | |||
| Rezidivrateb 1811 256 (14,1) |
1823 347 (19,0) |
0,74 [0,64; 0,86]; < 0,001c | |
| ipsilaterales invasives lokales Mammakarzinom- rezidiv 1811 16 (6,3)d |
1823 38 (11,0)d |
– | |
| ipsilaterales invasives regionäres Mammakarzinom- rezidiv 1811 11 (4,3)d |
1823 14 (4,0)d |
– | |
| Fernrezidiv 1811 132 (51,6)d |
1823 174 (50,1)d |
– | |
| kontralaterales invasives Mammakarzinom 1811 22 (8,6)d |
1823 25 (7,2)d |
– | |
| sekundäres Primärkarzinom (kein Mammakarzinom) 1811 43 (16,8)d |
1823 52 (15,0)d |
– | |
| DCIS (ipsilateral oder kontralateral) 1811 7 (2,7)d |
1823 16 (4,6)d |
– | |
| Tod jedweder Ursache 1811 25 (9,8)d |
1823 28 (8,1)d |
– | |
| krankheitsfreies Überlebene 1811 256 (14,1) mediane Zeit bis zum Ereignis: n. e. [n. b.; n. b.] |
1823 347 (19,0) mediane Zeit bis zum Ereignis: n. e. [n. b.; n. b.] |
HRa: 0,72 [0,62; 0,85]; < 0,001 |
Tabelle 14: Ergebnisse (Mortalität, Morbidität, Nebenwirkungen, dichotom) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle)
| Tabelle 14: Ergebnisse (Mortalität, Morbidität, Nebenwirkungen, dichotom) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 14: Ergebnisse (Mortalität, Morbidität, Nebenwirkungen, dichotom) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 14: Ergebnisse (Mortalität, Morbidität, Nebenwirkungen, dichotom) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 14: Ergebnisse (Mortalität, Morbidität, Nebenwirkungen, dichotom) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
|---|---|---|---|
| Studie Endpunktkategorie Endpunkt |
Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie N Patientinnen und Patienten mit Ereignis n (%) |
Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie N Patientinnen und Patienten mit Ereignis n (%) |
Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie |
| RR [95 %-KI]; p-Wert |
|||
| Nebenwirkungen(3. Datenschnitt: 10.01.2022)f | |||
| UEs (ergänzend dargestellt) 1783 1782 (> 99,9) SUEs 1783 509 (28,5) schwere UEsg 1783 1142 (64,0) Abbruch wegen UEsi 1783 220 (12,3) Diarrhö (PT, UEs) 1783 1255 (70,4) Pruritus (PT, UEs) 1783 261 (14,6) Herzinsuffizienz (PT, SUEs) 1783 25 (1,4) Anämie (PT, schwere UEs)g 1783 120 (6,7) Diarrhö (PT, schwere UEs)g 1783 168 (9,4) Stomatitis (PT, schwere UEs)g 1783 38 (2,1) Ermüdung (PT, schwere UEs)g 1783 69 (3,9) Leukozytenzahl erniedrigt (PT, schwere UEs)g 1783 92 (5,2) Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen (SOC, schwere UEs)g 1783 89 (5,0) Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen (SOC, schwere UEs)g 1783 33 (1,9) Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes (SOC, schwere UEs)g 1783 63 (3,5) |
1822 1813 (99,5) 1822 446 (24,5) 1822 1056 (58,0) 1822 219 (12,0) 1822 824 (45,2) 1822 163 (8,9) 1822 13 (0,7) 1822 86 (4,7) 1822 71 (3,9) 1822 18 (1,0) 1822 49 (2,7) 1822 65 (3,6) 1822 47 (2,6) 1822 55 (3,0) 1822 36 (2,0) |
– 1,17 [1,05; 1,30]; 0,006h 1,11 [1,05; 1,16]; < 0,001h 1,03 [0,86; 1,22]; 0,770h 1,56 [1,47; 1,65]; < 0,001c 1,64 [1,36; 1,97]; < 0,001c 1,97 [1,01; 3,83]; 0,043c 1,43 [1,09; 1,87]; 0,010c 2,42 [1,85; 3,17]; < 0,001c 2,16 [1,24; 3,77]; 0,006c 1,44 [1,00; 2,06]; 0,047c 1,45 [1,06; 1,97]; 0,019c 1,94 [1,37; 2,74]; < 0,001c 0,61 [0,40; 0,94]; 0,023c 1,79 [1,19; 2,68]; 0,004c |
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
Tabelle 14: Ergebnisse (Mortalität, Morbidität, Nebenwirkungen, dichotom) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle)
| Tabelle 14: Ergebnisse (Mortalität, Morbidität, Nebenwirkungen, dichotom) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 14: Ergebnisse (Mortalität, Morbidität, Nebenwirkungen, dichotom) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 14: Ergebnisse (Mortalität, Morbidität, Nebenwirkungen, dichotom) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 14: Ergebnisse (Mortalität, Morbidität, Nebenwirkungen, dichotom) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
|---|---|---|---|
| Studie Endpunktkategorie Endpunkt |
Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie N Patientinnen und Patienten mit Ereignis n (%) |
Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie N Patientinnen und Patienten mit Ereignis n (%) |
Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie |
| RR [95 %-KI]; p-Wert |
|||
| a. Cox-Modell stratifiziert nach Nodalstatus, Art der adjuvanten Chemotherapie, Hormonrezeptorstatus und Protokollversion; p-Wert aus stratifiziertem Log-Rank-Test b. Anteil an Patientinnen und Patienten, Einzelkomponenten sind in den darunterliegenden Zeilen dargestellt c. eigene Berechnung, 95 %-KI asymptotisch, unbedingter exakter Test (CSZ-Methode nach [25]) d. qualifizierende Ereignisse, die bei der Bildung des kombinierten Endpunkts zum Tragen kommen e. operationalisiert als Zeit vom Tag der Randomisierung bis zum 1. Auftreten eines Ereignisses, Einzelkomponenten siehe Rezidivrate f. geringfügige Abweichungen zum 1. bzw. 2. Datenschnitt, Ursachen unklar (siehe Abschnitt I 4.1) g. operationalisiert als CTCAE-Grad ≥ 3 h. unstratifizierte Analyse, modellbasiert, p-Wert aus Wald-Test i. Behandlungsabbruch einer Wirkstoffkomponente (Chemotherapie, Trastuzumab, Pertuzumab oder Placebo) CTCAE: Common Terminology Criteria for Adverse Events; DCIS: duktales Karzinom in situ; HR: Hazard Ratio; KI: Konfidenzintervall; n: Anzahl Patientinnen und Patienten mit (mindestens 1) Ereignis; N: Anzahl ausgewerteter Patientinnen und Patienten; n. e.: nicht erreicht; n. b.: nicht berechenbar; PT: bevorzugter Begriff; RCT: randomisierte kontrollierte Studie; RR: relatives Risiko; SOC: Systemorganklasse; SUE: schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis; UE: unerwünschtes Ereignis |
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
Tabelle 15: Ergebnisse (Morbidität) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle)
| Tabelle 15: Ergebnisse (Morbidität) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 15: Ergebnisse (Morbidität) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 15: Ergebnisse (Morbidität) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 15: Ergebnisse (Morbidität) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
|---|---|---|---|
| Studie Endpunktkategorie Endpunkt Zeitpunkt |
Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie N Patientinnen und Patienten mit Ereignis n (%) |
Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie N Patientinnen und Patienten mit Ereignis n (%) |
Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie |
| RR [95 %-KI]; p-Werta |
|||
| APHINITY | |||
| Morbidität(1. Datenschnitt: 19.12.2016) | |||
| Symptomatik(EORTC QLQ-C30) – Patientinnen | und Patienten mit Verschlechterung um ≥ 10 Punkte | ||
| Fatigue Ende der Anti- HER2-Therapie 1538 703 (45,7) 36-Monats-Follow- up 1361 437 (32,1) Übelkeit und Erbrechen Ende der Anti- HER2-Therapie 1542 184 (11,9) 36-Monats-Follow- up 1363 125 (9,2) Schmerz Ende der Anti- HER2-Therapie 1541 420 (27,3) 36-Monats-Follow- up 1362 316 (23,2) Dyspnoe Ende der Anti- HER2-Therapie 1539 392 (25,5) 36-Monats-Follow- up 1361 278 (20,4) Schlaflosigkeit Ende der Anti- HER2-Therapie 1538 430 (28,0) 36-Monats-Follow- up 1362 318 (23,3) Appetitlosigkeit Ende der Anti- HER2-Therapie 1538 235 (15,3) 36-Monats-Follow- up 1361 121 (8,9) |
1597 642 (40,2) 1,14 [1,05; 1,24]; 0,001 1327 474 (35,7) 0,90 [0,81; 1,00]; 0,054 1598 176 (11,0) 1,08 [0,89; 1,32]; 0,411 1328 132 (9,9) 0,92 [0,73; 1,15]; 0,453 1597 461 (28,9) 0,94 [0,84; 1,05]; 0,297 1328 318 (23,9) 0,97 [0,84; 1,11]; 0,643 1592 375 (23,6) 1,08 [0,96; 1,22]; 0,214 1321 303 (22,9) 0,90 [0,78; 1,03]; 0,133 1591 405 (25,5) 1,10 [0,98; 1,24]; 0,104 1322 333 (25,2) 0,93 [0,81; 1,06]; 0,279 1594 180 (11,3) 1,35 [1,13; 1,62]; 0,001 1326 125 (9,4) 0,95 [0,75; 1,20]; 0,647 |
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
Tabelle 15: Ergebnisse (Morbidität) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle)
| Tabelle 15: Ergebnisse (Morbidität) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 15: Ergebnisse (Morbidität) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 15: Ergebnisse (Morbidität) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 15: Ergebnisse (Morbidität) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
|---|---|---|---|
| Studie Endpunktkategorie Endpunkt Zeitpunkt |
Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie N Patientinnen und Patienten mit Ereignis n (%) |
Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie N Patientinnen und Patienten mit Ereignis n (%) |
Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie |
| RR [95 %-KI]; p-Werta |
|||
| Verstopfung Ende der Anti- HER2-Therapie 36-Monats-Follow- up Diarrhö Ende der Anti- HER2-Therapie 36-Monats-Follow- up |
1538 202 (13,1) 1363 219 (16,1) 1532 458 (29,9) 1358 100 (7,4) |
1593 248 (15,6) 1321 201 (15,2) 1590 213 (13,4) 1322 128 (9,7) |
0,84 [0,71; 1,00]; 0,055 1,06 [0,89; 1,26]; 0,537 2,23 [1,92; 2,58]; < 0,001 0,76 [0,59; 0,97]; 0,031 |
| Symptomatik (EORTC QLQ-BR23) – Patientinnen und Patienten mit Verschlechterung um ≥ 10 Punkte | |||
| Nebenwirkungen der systemischen Therapie Ende der Anti- HER2-Therapie 1535 416 (27,1) 1591 426 (26,8) 1,02 [0,91; 1,14]; 0,742 36-Monats-Follow- up 1358 313 (23,0) 1321 318 (24,1) 0,96 [0,83; 1,10]; 0,522 Symptome im Brustbereich Ende der Anti- HER2-Therapie 1532 292 (19,1) 1580 246 (15,6) 1,23 [1,05; 1,43]; 0,009 36-Monats-Follow- up 1355 154 (11,4) 1318 141 (10,7) 1,06 [0,85; 1,31]; 0,610 Symptome im Armbereich Ende der Anti- HER2-Therapie 1532 417 (27,2) 1581 454 (28,7) 0,94 [0,84; 1,05]; 0,296 36-Monats-Follow- up 1355 320 (23,6) 1320 336 (25,5) 0,92 [0,81; 1,05]; 0,227 Belastung durch Haarausfall Ende der Anti- HER2-Therapie 57 10 (17,5) 54 16 (29,6) 0,59 [0,29; 1,19]; 0,137b 36-Monats-Follow- up 73 18 (24,7) 77 20 (26,0) 0,89 [0,50; 1,58] 0,696 |
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
Tabelle 15: Ergebnisse (Morbidität) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle)
| Tabelle 15: Ergebnisse (Morbidität) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 15: Ergebnisse (Morbidität) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 15: Ergebnisse (Morbidität) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 15: Ergebnisse (Morbidität) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
|---|---|---|---|
| Studie Endpunktkategorie Endpunkt Zeitpunkt |
Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie N Patientinnen und Patienten mit Ereignis n (%) |
Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie N Patientinnen und Patienten mit Ereignis n (%) |
Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie |
| RR [95 %-KI]; p-Werta |
|||
| a. RR und p-Wert aus Log-Binomial-Regression adjustiert nach Nodalstatus, Art der adjuvanten Chemotherapie, Hormonrezeptorstatus und Protokollversion b. eigene Berechnung: RR, 95 %-KI asymptotisch, unbedingter exakter Test (CSZ-Methode nach [25]) EORTC: European Organisation for Research and Treatment of Cancer; HER2: humaner epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor 2; KI: Konfidenzintervall; n: Anzahl Patientinnen und Patienten mit (mindestens 1) Ereignis; N: Anzahl ausgewerteter Patientinnen und Patienten; QLQ-BR23: Quality of life Questionnaire and Breast Cancer Specific Module 23; QLQ-C30: Quality of life Questionnaire – Core 30; RCT: randomisierte kontrollierte Studie; RR: relatives Risiko |
Tabelle 16: Ergebnisse (gesundheitsbezogene Lebensqualität) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle)
| Tabelle 16: Ergebnisse (gesundheitsbezogene Lebensqualität) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 16: Ergebnisse (gesundheitsbezogene Lebensqualität) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 16: Ergebnisse (gesundheitsbezogene Lebensqualität) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 16: Ergebnisse (gesundheitsbezogene Lebensqualität) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
|---|---|---|---|
| Studie Endpunktkategorie Endpunkt Zeitpunkt |
Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie N Patientinnen und Patienten mit Ereignis n (%) |
Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie N Patientinnen und Patienten mit Ereignis n (%) |
Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie |
| RR [95 %-KI]; p-Werta |
|||
| APHINITY | |||
| Gesundheitsbezogene Lebensqualität(1. Datenschnitt: 19.12.2016) | |||
| EORTC QLQ-C30 – Patientinnen und Patienten mit Verschlechterung um ≥ 10 Punkte | |||
| globaler Gesundheitsstatus Ende der Anti- HER2-Therapie 1532 428 (27,9) 1589 421 (26,5) 1,05 [0,94; 1,18]; 0,416 36-Monats-Follow- up 1357 295 (21,7) 1320 320 (24,2) 0,89 [0,78; 1,02]; 0,106 körperliche Funktion Ende der Anti- HER2-Therapie 1543 358 (23,2) 1597 361 (22,6) 1,03 [0,90; 1,17]; 0,664 36-Monats-Follow- up 1363 236 (17,3) 1329 234 (17,6) 0,98 [0,83; 1,15]; 0,800 Rollenfunktion Ende der Anti- HER2-Therapie 1540 383 (24,9) 1594 368 (23,1) 1,08 [0,95; 1,22]; 0,221 36-Monats-Follow- up 1362 216 (15,9) 1327 243 (18,3) 0,87 [0,73; 1,03]; 0,098 emotionale Funktion Ende der Anti- HER2-Therapie 1535 388 (25,3) 1593 393 (24,7) 1,02 [0,91; 1,16]; 0,715 36-Monats-Follow- up 1359 302 (22,2) 1324 337 (25,5) 0,87 [0,76; 1,00]; 0,047 kognitive Funktion Ende der Anti- HER2-Therapie 1536 607 (39,5) 1592 632 (39,7) 1,00 [0,91; 1,09]; 0,923 36-Monats-Follow- up 1360 490 (36,0) 1324 494 (37,3) 0,96 [0,87; 1,06]; 0,436 soziale Funktion Ende der Anti- HER2-Therapie 1535 349 (22,7) 1590 376 (23,6) 0,96 [0,85; 1,09]; 0,540 36-Monats-Follow- up 1360 209 (15,4) 1323 237 (17,9) 0,86 [0,73; 1,02]; 0,085 |
Tabelle 16: Ergebnisse (gesundheitsbezogene Lebensqualität) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle)
| Tabelle 16: Ergebnisse (gesundheitsbezogene Lebensqualität) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 16: Ergebnisse (gesundheitsbezogene Lebensqualität) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 16: Ergebnisse (gesundheitsbezogene Lebensqualität) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 16: Ergebnisse (gesundheitsbezogene Lebensqualität) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
|---|---|---|---|
| Studie Endpunktkategorie Endpunkt Zeitpunkt |
Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie N Patientinnen und Patienten mit Ereignis n (%) |
Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie N Patientinnen und Patienten mit Ereignis n (%) |
Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie |
| RR [95 %-KI]; p-Werta |
|||
| EORTC QLQ-BR23 – Patientinnen und Patienten | mit Verschlechterung um | ≥ 10 Punkte | |
| Körperbild Ende der Anti- HER2-Therapie 1521 407 (26,8) 36-Monats-Follow- up 1342 272 (20,3) sexuelle Aktivität Ende der Anti- HER2-Therapie 1456 336 (23,1) 36-Monats-Follow- up 1279 258 (20,2) Freude an Sex Ende der Anti- HER2-Therapie 437 147 (33,6) 36-Monats-Follow- up 383 113 (29,5) Zukunftsperspektive Ende der Anti- HER2-Therapie 1518 272 (17,9) 36-Monats-Follow- up 1340 191 (14,3) |
1573 472 (30,0) 1304 300 (23,0) 1509 358 (23,7) 1251 269 (21,5) 481 159 (33,1) 402 118 (29,4) 1576 292 (18,5) 1304 188 (14,4) |
0,90 [0,80; 1,00]; 0,056 0,88 [0,76; 1,02]; 0,086 0,97 [0,85; 1,11]; 0,680 0,93 [0,80; 1,09]; 0,377 1,02 [0,85; 1,23]; 0,829 1,03 [0,83; 1,27]; 0,822 0,97 [0,84; 1,13]; 0,697 0,99 [0,82; 1,19]; 0,918 |
|
| a. RR und p-Wert aus Log-Binomial-Regression adjustiert nach Nodalstatus, Art der adjuvanten Chemotherapie, Hormonrezeptorstatus und Protokollversion EORTC: European Organisation for Research and Treatment of Cancer; HER2: humaner epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor 2; KI: Konfidenzintervall; n: Anzahl Patientinnen und Patienten mit (mindestens 1) Ereignis; N: Anzahl ausgewerteter Patientinnen und Patienten; QLQ-BR23: Quality of life Questionnaire and Breast Cancer Specific Module 23; QLQ-C30: Quality of life Questionnaire – Core 30; RCT: randomisierte kontrollierte Studie; RR: relatives Risiko |
Auf Basis der verfügbaren Daten können für das Gesamtüberleben und die patientenberichteten Endpunkte, die mit den Skalen der EORTC-Fragebogen erhoben wurden, aufgrund des hohen Verzerrungspotenzials maximal Anhaltspunkte und für alle weiteren Endpunkte maximal Hinweise, beispielsweise für bzw. auf einen Zusatznutzen, ausgesprochen werden (siehe Abschnitt I 4.2). Die anhand der Studie APHINITY beschriebenen Effekte für die intravenöse
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
freie Kombination werden im Folgenden für die Nutzenbewertung von Pertuzumab/Trastuzumab (s. c.) herangezogen (siehe Kapitel I 5).
Mortalität
Gesamtüberleben
Für den Endpunkt zum Gesamtüberleben zeigt sich zum 3. Datenschnitt (10.01.2022) ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen zum Vorteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie im Vergleich zu Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie. Es ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie im Vergleich zu Trastuzumab + Chemotherapie für diesen Endpunkt.
Morbidität
Rezidive
Für den Endpunkt Rezidive (operationalisiert über die Rezidivrate und das krankheitsfreie Überleben) zeigt sich zum 3. Datenschnitt (10.01.2022) in beiden Operationalisierungen ein statistisch signifikanter Effekt zum Vorteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie im Vergleich zu Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie. Es ergibt sich ein Hinweis auf einen Zusatznutzen von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie im Vergleich zu Trastuzumab + Chemotherapie für diesen Endpunkt.
Symptomatik
Endpunkte der Symptomatik wurden mittels der krankheitsspezifischen Instrumente EORTC QLQ-C30 und EORTC QLQ-BR23 erfasst. Die Symptomatik wird zu 2 Zeitpunkten betrachtet. Es wird jeweils der Anteil der Patientinnen und Patienten mit einer Verschlechterung um ≥ 10 Punkte zu den Zeitpunkten Ende der Anti-HER2-Therapie und 36-Monats-Follow-up betrachtet (siehe dazu auch Abschnitt I 4.1 [Responderanalysen]). Diese Auswertungen lagen bereits zum 1. Datenschnitt (19.12.2016) vor. Nachfolgend werden zunächst die Endpunkte der Symptomatik beschrieben, für die sich statistisch signifikante Gruppenunterschiede zu mindestens einem Zeitpunkt zeigen.
Fatigue, Diarrhö, Symptome im Brustbereich
Bei den Endpunkten Fatigue, Diarrhö und Symptome im Brustbereich zeigen sich statistisch signifikante Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen. Für Fatigue und Symptome im Brustbereich liegen Unterschiede nur zum Zeitpunkt Ende der Anti-HER2-Therapie vor, für Diarrhö zu beiden Zeitpunkten. Die Unterschiede zum Zeitpunkt Ende der Anti-HER2Therapie fallen alle zum Nachteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie aus. Der Unterschied zum 36-Monats-Follow-up für Diarrhö ist zum Vorteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie. Die Unterschiede für die Endpunkte Fatigue, Symptome im Brustbereich und Diarrhö (36-Monats-Follow-up) sind aber für einen Endpunkt der Kategorie nicht schwerwiegende / nicht schwere Symptome / Folgekomplikationen nicht mehr als geringfügig. Damit liegt für den Endpunkt Diarrhö zum Ende der Anti-HER2-Therapie ein
Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie im Vergleich zu Trastuzumab + Chemotherapie vor.
Appetitlosigkeit
Für den Endpunkt Appetitlosigkeit zeigt sich zum Zeitpunkt Ende der Anti-HER2-Therapie ebenfalls ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie. Allerdings zeigt sich zu diesem Zeitpunkt eine statistisch signifikante Interaktion mit dem Merkmal Alter. Es ergibt sich für Patientinnen und Patienten ≥ 65 Jahre ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.
Übelkeit und Erbrechen
Für den Endpunkt Übelkeit und Erbrechen zeigt sich in der Gesamtpopulation kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen. Allerdings zeigt sich zum Zeitpunkt Ende der Anti-HER2-Therapie eine statistisch signifikante Interaktion mit dem Merkmal Alter, wobei nur für Patientinnen und Patienten ≥ 65 Jahre ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vorliegt. Es ergibt sich für diese Patientinnen und Patienten ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.
Weitere Endpunkte zur Symptomatik
Für die weiteren Endpunkte Schmerz, Dyspnoe, Schlaflosigkeit, Verstopfung, Nebenwirkungen der systemischen Therapie, Symptome im Armbereich und Belastung durch Haarausfall zeigt sich jeweils für beide Zeitpunkte kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen. Es ergeben sich keine Anhaltspunkte für einen Zusatznutzen von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie im Vergleich zu Trastuzumab + Chemotherapie. Ein Zusatznutzen ist für diese Endpunkte daher nicht belegt.
Gesundheitsbezogene Lebensqualität
Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde mittels der krankheitsspezifischen Instrumente EORTC QLQ-C30 und EORTC QLQ-BR23 erfasst. Es wird jeweils der Anteil der Patientinnen und Patienten mit einer Verschlechterung um ≥ 10 Punkte zu den 2 Zeitpunkten Ende der AntiHER2-Therapie und 36-Monats-Follow-up betrachtet. Diese Auswertungen lagen bereits zum 1. Datenschnitt (19.12.2016) vor. Nachfolgend werden zunächst die Endpunkte beschrieben, für die sich statistisch signifikante Gruppenunterschiede zu mindestens einem Zeitpunkt zeigen.
Emotionale Funktion
Für den Endpunkt emotionale Funktion zeigt sich zum Zeitpunkt 36-Monats-Follow-up ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen zum Vorteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie. Es ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
Zusatznutzen von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie im Vergleich zu Trastuzumab + Chemotherapie für diesen Zeitpunkt.
Körperliche Funktion
Für den Endpunkt körperliche Funktion zeigt sich zum Zeitpunkt Ende der Anti-HER2Therapie eine statistisch signifikante Interaktion mit dem Merkmal Alter. Dabei liegt nur für Patientinnen und Patienten ≥ 65 Jahre ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vor. Es ergibt sich für diese Patientinnen und Patienten ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.
Rollenfunktion
Für den Endpunkt Rollenfunktion zeigt sich zum Zeitpunkt 36-Monats-Follow-up eine statistisch signifikante Interaktion mit dem Merkmal Alter. Dabei liegt nur für Patientinnen und Patienten < 65 Jahre ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vor. Es ergibt sich für diese Patientinnen und Patienten ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.
Weitere Skalen zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität
Für die Endpunkte globaler Gesundheitsstatus, kognitive Funktion, soziale Funktion, Körperbild, sexuelle Aktivität, Freude an Sex und Zukunftsperspektive zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen. Es ergibt sich kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie im Vergleich zu Trastuzumab + Chemotherapie, ein Zusatznutzen ist für diese Endpunkte daher nicht belegt.
Nebenwirkungen
Unerwünschte Ereignisse der unterschiedlichen Darreichungsformen
In der Nutzenbewertung A21-11 wurde festgestellt, dass die Ergebnisse zu unerwünschten Ereignissen der Studie APHINITY auf die Fixkombination Pertuzumab/Trastuzumab (s. c.) übertragen werden können [5].
SUEs
Für den Endpunkt SUEs zeigt sich zum 3. Datenschnitt (10.01.2022) ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie. Es ergibt sich ein Hinweis auf einen höheren Schaden von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie im Vergleich zu Trastuzumab + Chemotherapie.
Schwere UEs (CTCAE-Grad ≥ 3)
Für den Endpunkt schwere UEs zeigt sich zum 3. Datenschnitt (10.01.2022) ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie.
Allerdings zeigt sich eine statistisch signifikante Interaktion mit dem Merkmal geografische Region. Dabei unterscheidet sich das Ergebnis in der für die Nutzenbewertung bedeutsamen Region Westeuropa vom Ergebnis für die Gesamtpopulation. Für die Region Westeuropa liegt kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen vor.
Aufgrund des Ergebnisses für die Region Westeuropa ergibt sich daher kein Anhaltspunkt für einen höheren oder geringeren Schaden von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie im Vergleich zu Trastuzumab + Chemotherapie, ein höherer oder geringerer Schaden ist damit nicht belegt.
Abbruch wegen UEs
Für den Endpunkt Abbruch wegen UEs zeigt sich zum 3. Datenschnitt (10.01.2022) kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen. Es ergibt sich kein Anhaltspunkt für einen höheren oder geringeren Schaden von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie im Vergleich zu Trastuzumab + Chemotherapie, ein höherer oder geringerer Schaden ist damit nicht belegt.
Spezifische UEs
Für folgende UEs zeigt sich zum 3. Datenschnitt (10.01.2022) jeweils ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen zum Nachteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie im Vergleich zu Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie:
- SUEs oder schwere UEs (CTCAE-Grad ≥ 3):
Herzinsuffizienz (PT, SUEs), Anämie (PT, schwere UEs), Diarrhö (PT, schwere UEs), Stomatitis (PT, schwere UEs), Ermüdung (PT, schwere UEs), Leukozytenzahl erniedrigt (PT, schwere UEs), Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen (SOC, schwere UEs)
- nicht schwere / nicht schwerwiegende UEs:
Diarrhö (PT, UEs), Pruritus (PT, UEs)
Es ergibt sich jeweils ein Hinweis auf einen höheren Schaden von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie im Vergleich zu Trastuzumab + Chemotherapie.
Für den Endpunkt Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes (SOC, schwere UEs) zeigt sich eine statistisch signifikante Interaktion mit dem Merkmal Alter. Dabei liegt nur für Patientinnen und Patienten < 65 Jahre ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vor. Es ergibt sich für diese Patientinnen und Patienten ein Hinweis auf einen höheren Schaden von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.
Für den Endpunkt Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen (SOC, schwere UEs) zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie. Es ergibt sich ein Hinweis auf einen geringeren Schaden von
Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.
I 4.4 Subgruppen und andere Effektmodifikatoren
Für die vorliegende Nutzenbewertung sind folgende Subgruppenmerkmale relevant:
Alter (< 65 Jahre vs. ≥ 65 Jahre)
geografische Region (USA / Kanada, Westeuropa, Asien-Pazifik, Lateinamerika, andere)
Nodalstatus und Tumorgröße (N0 und Tumor ≤ 1 cm, N0 und Tumor > 1 cm, N 1 bis 3 positive Lymphknoten, N ≥ 4 positive Lymphknoten)
Der pU stellt in Modul 4 A zu diesen Merkmalen vollständige Subgruppenanalysen für alle Endpunkte dar. Das Merkmal Geschlecht wird nicht betrachtet, da in der relevanten Teilpopulation insgesamt nur 8 männliche Patienten vertreten sind. Der pU hat laut seiner Methodik einige Interaktionen als nicht interpretierbar gewertet, unter anderem wenn in einer Subgruppenkategorie insgesamt weniger als 10 Patientinnen und Patienten und / oder in den Responderanalysen weniger als 10 Ereignisse beobachtet wurden. Dies entspricht nicht den Methoden des IQWiG [20]. Für die vorliegende Nutzenbewertung werden Interaktionstests herangezogen, wenn mindestens 10 Patientinnen und Patienten pro Subgruppe in die Analyse eingehen. Bei binären Daten müssen darüber hinaus in mindestens 1 Subgruppe 10 Ereignisse vorliegen.
Es werden nur die Ergebnisse dargestellt, bei denen eine Effektmodifikation mit einer statistisch signifikanten Interaktion zwischen Behandlung und Subgruppenmerkmal (p-Wert < 0,05) vorliegt. Zudem werden ausschließlich Subgruppenergebnisse dargestellt, wenn mindestens in einer Subgruppe ein statistisch signifikanter und relevanter Effekt vorliegt.
Tabelle 17 fasst die Subgruppenergebnisse zum Vergleich von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit frühem HER2-positivem Mammakarzinom mit hohem Rezidivrisiko (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Erkrankung) zusammen.
Tabelle 17: Subgruppen (Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität, Nebenwirkungen) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle)
| Tabelle 17: Subgruppen (Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität, Nebenwirkungen) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 17: Subgruppen (Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität, Nebenwirkungen) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 17: Subgruppen (Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität, Nebenwirkungen) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 17: Subgruppen (Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität, Nebenwirkungen) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
|---|---|---|---|
| Studie Endpunkt Merkmal Subgruppe |
Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie N Patientinnen und Patienten mit Ereignis n (%) |
Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie N Patientinnen und Patienten mit Ereignis n (%) |
Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie |
| RR [95 %-KI] p-Wert |
|||
| APHINITY | |||
| Morbidität (1. Datenschnitt: 19.12.2016) | |||
| Symptomatik(EORTC QLQ-C30) – Patientinnen und Patienten mit Verschlechterung um ≥ 10 Punkte | |||
| Übelkeit und Erbrechen (Ende der Anti-HER2-Therapie) |
|||
| Alter < 65 Jahre ≥ 65 Jahre Gesamt |
1361 151 (11,1) 1423 161 (11,3) 0,98 [0,80; 1,21] 0,855 181 33 (18,2) 175 15 (8,6) 2,13 [1,20; 3,78] 0,010 |
||
| Interaktion: 0,010 |
|||
| Appetitlosigkeit (Ende der Anti-HER2-Therapie) |
|||
| Alter < 65 Jahre ≥ 65 Jahre Gesamt |
1358 192 (14,1) 1419 165 (11,6) 1,22 [1,00; 1,48] 0,049 180 43 (23,9) 175 15 (8,6) 2,79 [1,61; 4,83] < 0,001 |
||
| Interaktion: 0,003 |
|||
| Gesundheitsbezogene Lebensqualität(1. Datenschnitt: 19.12.2016) | |||
| EORTC QLQ-C30 – Patientinnen und Patienten mit Verschlechterung um ≥ 10 Punkte | |||
| körperliche Funktion (Ende der Anti-HER2-Therapie) |
|||
| Alter < 65 Jahre ≥ 65 Jahre Gesamt |
1362 290 (21,3) 1422 316 (22,2) 0,96 [0,83; 1,10] 0,552 181 68 (37,6) 175 45 (25,7) 1,46 [1,07; 2,00] 0,018 |
||
| Interaktion: 0,015 |
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
Tabelle 17: Subgruppen (Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität, Nebenwirkungen) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle)
| Tabelle 17: Subgruppen (Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität, Nebenwirkungen) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 17: Subgruppen (Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität, Nebenwirkungen) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 17: Subgruppen (Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität, Nebenwirkungen) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 17: Subgruppen (Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität, Nebenwirkungen) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
|---|---|---|---|
| Studie Endpunkt Merkmal Subgruppe |
Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie N Patientinnen und Patienten mit Ereignis n (%) |
Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie N Patientinnen und Patienten mit Ereignis n (%) |
Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie |
| RR [95 %-KI] p-Wert |
|||
| Rollenfunktion (36-Monats-Follow-up) |
|||
| geografische Region USA / Kanada Westeuropa Asien-Pazifik Lateinamerika andere Gesamt |
178 29 (16,3) 588 104 (17,7) 415 66 (15,9) 34 1 (2,9) 147 16 (10,9) |
155 18 (11,6) 577 125 (21,7) 428 67 (15,7) 36 7 (19,4) 131 26 (19,8) |
1,40 [0,81; 2,43] 0,225 0,82 [0,65; 1,03] 0,089 1,02 [0,74; 1,39] 0,921 0,15 [0,02; 1,17] 0,070 0,55 [0,31; 0,98] 0,041 |
| Interaktion: 0,024 |
|||
| Alter < 65 Jahre ≥ 65 Jahre Gesamt |
1209 173 (14,3) 153 43 (28,1) |
1185 212 (17,9) 142 31 (21,8) |
0,80 [0,67; 0,96] 0,017 1,29 [0,86; 1,92] 0,217 |
| Interaktion: 0,033 |
|||
| kognitive Funktion (36-Monats-Follow-up) |
|||
| geografische Region USA / Kanada Westeuropa Asien-Pazifik Lateinamerika andere Gesamt |
178 68 (38,2) 587 220 (37,5) 414 152 (36,7) 34 13 (38,2) 147 37 (25,2) |
155 49 (31,6) 574 203 (35,4) 428 175 (40,9) 36 14 (38,9) 131 53 (40,5) |
1,21 [0,90; 1,63] 0,212 1,06 [0,91; 1,23] 0,455 0,90 [0,76; 1,06] 0,215 0,98 [0,54; 1,78] 0,955 0,62 [0,44; 0,88] 0,008 |
| Interaktion: 0,030 |
|||
| soziale Funktion (Ende der Anti-HER2-Therapie) |
|||
| geografische Region USA / Kanada Westeuropa Asien-Pazifik Lateinamerika andere Gesamt |
213 45 (21,1) 661 178 (26,9) 461 95 (20,6) 38 6 (15,8) 162 25 (15,4) |
224 45 (20,1) 674 181 (26,9) 487 90 (18,5) 42 15 (35,7) 163 45 (27,6) |
1,05 [0,73; 1,52] 0,789 1,00 [0,84; 1,20] 0,976 1,12 [0,86; 1,44] 0,409 0,44 [0,19; 1,02] 0,057 0,56 [0,36; 0,87] 0,009 |
| Interaktion: 0,019 |
Tabelle 17: Subgruppen (Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität, Nebenwirkungen) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle)
| Tabelle 17: Subgruppen (Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität, Nebenwirkungen) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 17: Subgruppen (Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität, Nebenwirkungen) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 17: Subgruppen (Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität, Nebenwirkungen) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 17: Subgruppen (Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität, Nebenwirkungen) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
|---|---|---|---|
| Studie Endpunkt Merkmal Subgruppe |
Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie N Patientinnen und Patienten mit Ereignis n (%) |
Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie N Patientinnen und Patienten mit Ereignis n (%) |
Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie |
| RR [95 %-KI] p-Wert |
|||
| Nebenwirkungen(3. Datenschnitt: 10.01.2022) | |||
| schwere UEsa | |||
| geografische Region USA / Kanada Westeuropa Asien-Pazifik Lateinamerika andere Gesamt |
262 182 (69,5) 814 518 (63,6) 482 340 (70,5) 42 20 (47,6) 183 82 (44,8) |
252 141 (56,0) 824 520 (63,1) 517 305 (59,0) 45 24 (53,3) 184 66 (35,9) |
1,24 [1,08; 1,42] 0,002 1,01 [0,94; 1,09] 0,824 1,20 [1,09; 1,31] < 0,001 0,89 [0,59; 1,36] 0,596 1,25 [0,97; 1,61] 0,083 |
| Interaktion: 0,009 |
|||
| Diarrhö (PT, UEs) | |||
| geografische Region USA / Kanada Westeuropa Asien-Pazifik Lateinamerika andere Gesamt |
262 220 (84,0) 814 614 (75,4) 482 307 (63,7) 42 25 (59,5) 183 89 (48,6) |
252 168 (66,7) 824 379 (46,0) 517 213 (41,2) 45 16 (35,6) 184 48 (26,1) |
1,26 [1,14; 1,39] < 0,001 1,64 [1,51; 1,78] < 0,001 1,55 [1,37; 1,75] < 0,001 1,67 [1,05; 2,67] 0,030 1,86 [1,40; 2,48] < 0,001 |
| Interaktion: 0,002 |
|||
| Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes (SOC, schwere UEs)a |
|||
| Alter < 65 Jahre ≥ 65 Jahre Gesamt |
1564 59 (3,8) 219 4 (1,8) |
1601 29 (1,8) 221 7 (3,2) |
2,08 [1,34; 3,23] 0,001 0,58 [0,17; 1,94] 0,374 |
| Interaktion: 0,046 |
|||
| a. operationalisiert als CTCAE-Grad ≥ 3 CTCAE: Common Terminology Criteria for Adverse Events; EORTC: European Organisation for Research and Treatment of Cancer; HER2: humaner epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor 2; KI: Konfidenzintervall; n: Anzahl Patientinnen und Patienten mit (mindestens 1) Ereignis; N: Anzahl ausgewerteter Patientinnen und Patienten; PT: bevorzugter Begriff; QLQ-C30: Quality of life Questionnaire – Core 30; RCT: randomisierte kontrollierte Studie; RR: relatives Risiko; SOC: Systemorganklasse; UE: unerwünschtes Ereignis |
Morbidität
Symptomatik, erhoben über EORTC QLQ-C30 und EORTC QLQ-BR23
Übelkeit und Erbrechen
Für den Endpunkt Übelkeit und Erbrechen zeigt sich zum Zeitpunkt Ende der Anti-HER2Therapie eine statistisch signifikante Interaktion mit dem Merkmal Alter.
In der Altersgruppe < 65 Jahre zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen. Es ergibt sich kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie. Ein Zusatznutzen ist für Patientinnen und Patienten < 65 Jahre für diesen Endpunkt damit nicht belegt.
In der Altersgruppe ≥ 65 Jahre zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie. Es ergibt sich für Patientinnen und Patienten ≥ 65 Jahre für diesen Endpunkt ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.
Appetitlosigkeit
Für den Endpunkt Appetitlosigkeit zeigt sich zum Zeitpunkt Ende der Anti-HER2-Therapie eine statistisch signifikante Interaktion mit dem Merkmal Alter.
Dabei zeigt sich in beiden Altersgruppen ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie. Für die Gruppen der Patientinnen und Patienten < 65 Jahre ist das Ausmaß dieses Zusatznutzens für diesen Endpunkt der Kategorie nicht schwerwiegende / nicht schwere Symptome / Folgekomplikationen jedoch nicht mehr als geringfügig. Es ergibt sich nur für Patientinnen und Patienten ≥ 65 Jahre für diesen Endpunkt ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.
Gesundheitsbezogene Lebensqualität
EORTC QLQ-C30 und EORTC QLQ-BR23
Körperliche Funktion
Für den Endpunkt körperliche Funktion zeigt sich zum Zeitpunkt Ende der Anti-HER2Therapie eine statistisch signifikante Interaktion mit dem Merkmal Alter.
In der Altersgruppe < 65 Jahre zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen. Es ergibt sich kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie. Ein Zusatznutzen ist für Patientinnen und Patienten < 65 Jahre für diesen Endpunkt damit nicht belegt.
In der Altersgruppe ≥ 65 Jahre zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie. Es ergibt sich für Patientinnen und Patienten ≥ 65 Jahre für diesen Endpunkt ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.
Rollenfunktion
Für den Endpunkt Rollenfunktion zeigen sich zum Zeitpunkt 36-Monats-Follow-up statistisch signifikante Interaktionen mit den Merkmalen geografische Region und Alter.
Ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen zeigt sich nur für die Region „andere“, die Osteuropa, Australien, Neuseeland und Südafrika umfasst. Dieser fällt zum Vorteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie aus. In anderen Regionen, einschließlich Westeuropa, zeigt sich wie auch für die Gesamtpopulation kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen. In der vorliegenden Datensituation wird in Annäherung an den deutschen Versorgungskontext maßgeblich die Region Westeuropa betrachtet. Daher ergibt sich kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie. Ein Zusatznutzen ist für Patientinnen und Patienten für diesen Endpunkt damit nicht belegt.
In der Altersgruppe < 65 Jahre zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie. Es ergibt sich für Patientinnen und Patienten < 65 Jahre für diesen Endpunkt ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.
In der Altersgruppe ≥ 65 Jahre zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen. Es ergibt sich kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie. Ein Zusatznutzen ist für Patientinnen und Patienten ≥ 65 Jahre für diesen Endpunkt damit nicht belegt.
Kognitive Funktion
Für den Endpunkt kognitive Funktion zeigt sich zum Zeitpunkt 36-Monats-Follow-up eine statistisch signifikante Interaktion mit dem Merkmal geografische Region.
Ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen zeigt sich nur für die Region „andere“, die Osteuropa, Australien, Neuseeland und Südafrika umfasst. Dieser fällt zum Vorteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie aus. In anderen Regionen, einschließlich Westeuropa, zeigt sich wie auch für die Gesamtpopulation kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen. In der vorliegenden Datensituation wird in Annäherung an den deutschen Versorgungskontext maßgeblich die Region Westeuropa betrachtet. Daher ergibt sich kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen von
Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie. Ein Zusatznutzen ist für den Endpunkt kognitive Funktion damit nicht belegt.
Soziale Funktion
Für den Endpunkt soziale Funktion zeigt sich zum Zeitpunkt Ende der Anti-HER2-Therapie eine statistisch signifikante Interaktion mit dem Merkmal geografische Region.
Ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen zeigt sich nur für die Region „andere“, die Osteuropa, Australien, Neuseeland und Südafrika umfasst. Dieser fällt zum Vorteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie aus. In anderen Regionen, einschließlich Westeuropa, zeigt sich wie auch für die Gesamtpopulation kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen. In der vorliegenden Datensituation wird in Annäherung an den deutschen Versorgungskontext maßgeblich die Region Westeuropa betrachtet. Daher ergibt sich kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie. Ein Zusatznutzen ist für den Endpunkt soziale Funktion damit nicht belegt.
Nebenwirkungen
Schwere UEs (CTCAE-Grad ≥ 3)
Für den Endpunkt schwere UEs zeigt sich eine statistisch signifikante Interaktion mit dem Merkmal geografische Region.
Statistisch signifikante Unterschiede, jeweils zum Nachteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie, zeigen sich für die Regionen USA / Kanada und Asien-Pazifik. In der vorliegenden Datensituation wird in Annäherung an den deutschen Versorgungskontext maßgeblich die Region Westeuropa betrachtet, für die aber kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen vorliegt. Daher ergibt sich kein Anhaltspunkt für einen höheren oder geringeren Schaden von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie. Ein Zusatznutzen ist für den Endpunkt schwere UE damit nicht belegt.
Spezifische UEs
Diarrhö (UEs)
Für den Endpunkt Diarrhö zeigt sich eine statistisch signifikante Interaktion mit dem Merkmal geografische Region.
Statistisch signifikante Unterschiede, jeweils zum Nachteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie, zeigen sich für alle Regionen. In der vorliegenden Datensituation wird in Annäherung an den deutschen Versorgungskontext maßgeblich die Region Westeuropa betrachtet, für diese liegt ebenfalls ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen vor. Es ergibt sich für Patientinnen und Patienten aus Westeuropa für
diesen Endpunkt ein Hinweis auf einen höheren Schaden von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes (schwere UEs)
Für den Endpunkt Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes zeigt sich eine statistisch signifikante Interaktion mit dem Merkmal Alter.
In der Altersgruppe < 65 Jahre zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie. Es ergibt sich für Patientinnen und Patienten < 65 Jahre für diesen Endpunkt ein Hinweis auf einen höheren Schaden von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.
In der Altersgruppe ≥ 65 Jahre zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen. Es ergibt sich kein Anhaltspunkt für einen höheren oder geringeren Schaden von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie. Ein Zusatznutzen ist für Patientinnen und Patienten ≥ 65 Jahre für diesen Endpunkt damit nicht belegt.
I 5 Wahrscheinlichkeit und Ausmaß des Zusatznutzens
Nachfolgend wird die Wahrscheinlichkeit und das Ausmaß des Zusatznutzens auf Endpunktebene hergeleitet. Dabei werden die verschiedenen Endpunktkategorien und die Effektgrößen berücksichtigt. Die hierzu verwendete Methodik ist in den Allgemeinen Methoden des IQWiG erläutert [20].
Das Vorgehen zur Ableitung einer Gesamtaussage zum Zusatznutzen anhand der Aggregation der auf Endpunktebene hergeleiteten Aussagen stellt einen Vorschlag des IQWiG dar. Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.
I 5.1 Beurteilung des Zusatznutzens auf Endpunktebene
Ausgehend von den in Kapitel I 4 dargestellten Ergebnissen wird das Ausmaß des jeweiligen Zusatznutzens auf Endpunktebene eingeschätzt (siehe Tabelle 18).
Bestimmung der Endpunktkategorie für die Endpunkte zur Symptomatik und den Nebenwirkungen
Für die nachfolgenden Endpunkte geht aus dem Dossier nicht hervor, ob diese schwerwiegend / schwer oder nicht schwerwiegend / nicht schwer sind. Für diese Endpunkte wird die Einordnung begründet.
Der Endpunkt Rezidive wird als schwerwiegend / schwer angesehen. Das Wiederauftreten der Krebserkrankung kann lebensbedrohend sein, bzw. zeigt, dass der kurative Therapieansatz bei einer potenziell lebensbedrohlichen Erkrankung nicht erfolgreich war. Außerdem geht das Ereignis Tod jeglicher Ursache als Komponente in den kombinierten Endpunkt Rezidive ein.
Es liegen keine Informationen vor, die eine Zuordnung in eine Schweregradkategorie für die Symptomatik, die durch den EORTC QLQ-C30 sowie den EORTC QLQ-BR23 erfasst werden, zulassen. Daher werden diese Skalen jeweils der Endpunktkategorie nicht schwerwiegende / nicht schwere Symptome / Folgekomplikationen zugeordnet.
Tabelle 18: Ausmaß des Zusatznutzens auf Endpunktebene: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle)
| Endpunktkategorie Endpunkt Effektmodifikator Subgruppe |
Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie Ereignisanteil (%) Effektschätzung [95 %-KI]; p-Wert Wahrscheinlichkeita |
Ableitung des Ausmaßesb |
|---|---|---|
| Mortalität | ||
| Gesamtüberleben | mediane Zeit bis zum Ereignis (Monate): n. e. vs. n. e. HR: 0,798 [0,638; 0,996] p = 0,046 Wahrscheinlichkeit: Anhaltspunkt |
Endpunktkategorie: Mortalität 0,95 ≤ KIo< 1,00 Zusatznutzen, Ausmaß: gering |
| Morbidität | ||
| Rezidive | 14,1 % vs. 19,0 % RR: 0,74 [0,64; 0,86] p < 0,001 Wahrscheinlichkeit: Hinweis |
Endpunktkategorie: schwerwiegende / schwere Symptome / Folgekomplikationen 0,75 ≤ KIo< 0,90 Zusatznutzen, Ausmaß: beträchtlich |
| Krankheitsfreies Überleben | 14,1 % vs. 19,0 % HR: 0,72 [0,62; 0,85] p < 0,001 Wahrscheinlichkeit: Hinweis |
|
| Symptomatik (EORTC QLQ-C30 und EORTC QLQ-BR23) | ||
| Fatigue Ende der Anti-HER2- Therapie 36-Monats-Follow-up |
45,7 % vs. 40,2 % RR: 1,14 [1,05; 1,24] RR: 0,88 [0,81; 0,95]c p = 0,001 32,1 % vs. 35,7 % RR: 0,90 [0,81; 1,00] p = 0,054 |
Endpunktkategorie: nicht schwerwiegende / nicht schwere Symptome / Folgekomplikationen 0,90 ≤ KIo< 1,00 geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegtd geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt |
Tabelle 18: Ausmaß des Zusatznutzens auf Endpunktebene: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle)
| Endpunktkategorie Endpunkt Effektmodifikator Subgruppe |
Endpunktkategorie Endpunkt Effektmodifikator Subgruppe |
Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie Ereignisanteil (%) Effektschätzung [95 %-KI]; p-Wert Wahrscheinlichkeita |
Ableitung des Ausmaßesb |
|---|---|---|---|
| Übelkeit und Erbrechen Ende der Anti-HER2- Therapie Alter < 65 Jahre ≥ 65 Jahre |
11,1 % vs. 11,3 % RR: 0,98 [0,80; 1,21] p = 0,855 |
geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt |
|
| ≥ 65 Jahre | 18,2 % vs. 8,6 % RR: 2,13 [1,20; 3,78] RR: 0,47 [0,26; 0,83]c p = 0,010 Wahrscheinlichkeit: Anhaltspunkt |
Endpunktkategorie: nicht schwerwiegende / nicht schwere Symptome / Folgekomplikationen 0,80 ≤ KIo< 0,90 geringerer Nutzen, Ausmaß: gering |
|
| 36-Monats-Follow-up | 9,2 % vs. 9,9 % RR: 0,92 [0,73; 1,15] p = 0,453 |
geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt |
|
| Schmerz Ende der Anti-HER2- Therapie 36-Monats-Follow-up |
27,3 % vs. 28,9 % RR: 0,94 [0,84; 1,05] p = 0,297 23,2 % vs. 23,9 % RR: 0,97 [0,84; 1,11] p = 0,643 |
geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt |
|
| Dyspnoe Ende der Anti-HER2- Therapie 36-Monats-Follow-up |
25,5 % vs. 23,6 % RR: 1,08 [0,96; 1,22] p = 0,214 20,4 % vs. 22,9 % RR: 0,90 [0,78; 1,03] p = 0,133 |
geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt |
|
| Schlaflosigkeit Ende der Anti-HER2- Therapie 36-Monats-Follow-up |
28,0 % vs. 25,5 % RR: 1,10 [0,98; 1,24] p = 0,104 23,3 % vs. 25,2 % RR: 0,93 [0,81; 1,06] p = 0,279 |
geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt |
Tabelle 18: Ausmaß des Zusatznutzens auf Endpunktebene: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle)
| Endpunktkategorie Endpunkt Effektmodifikator Subgruppe |
Endpunktkategorie Endpunkt Effektmodifikator Subgruppe |
Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie Ereignisanteil (%) Effektschätzung [95 %-KI]; p-Wert Wahrscheinlichkeita |
Ableitung des Ausmaßesb |
|---|---|---|---|
| Appetitlosigkeit Ende der Anti-HER2- Therapie Alter < 65 Jahre ≥ 65 Jahre |
14,1 % vs. 11,6 % RR: 1,22 [1,00; 1,48] RR: 0,82 [0,68; 1,00]c p = 0,049 |
Endpunktkategorie: nicht schwerwiegende / nicht schwere Symptome / Folgekomplikationen 0,90 ≤ KIo< 1,00 geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegtd |
|
| ≥ 65 Jahre | 23,9 % vs. 8,6 % RR: 2,79 [1,61; 4,83] RR: 0,36 [0,21; 0,62]c p < 0,001 Wahrscheinlichkeit: Anhaltspunkt |
Endpunktkategorie: nicht schwerwiegende / nicht schwere Symptome / Folgekomplikationen KIo< 0,80 geringerer Nutzen, Ausmaß: beträchtlich |
|
| 36-Monats-Follow-up | 8,9 % vs. 9,4 % RR: 0,95 [0,75; 1,20] p = 0,647 |
geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt |
|
| Verstopfung Ende der Anti-HER2- Therapie 36-Monats-Follow-up |
13,1 % vs. 15,6 % RR: 0,84 [0,71; 1,00] p = 0,055 16,1 % vs. 15,2 % RR: 1,06 [0,89; 1,26] p = 0,537 |
geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt |
|
| Diarrhö Ende der Anti-HER2- Therapie 36-Monats-Follow-up |
29,9 % vs. 13,4 % RR: 2,23 [1,92; 2,58] RR: 0,45 [0,39; 0,52]c p < 0,001 Wahrscheinlichkeit: Anhaltspunkt 7,4 % vs. 9,7 % RR: 0,76 [0,59; 0,97] p = 0,031 |
Endpunktkategorie: nicht schwerwiegende / nicht schwere Symptome / Folgekomplikationen KIo< 0,80 geringerer Nutzen, Ausmaß: beträchtlich Endpunktkategorie: nicht schwerwiegende / nicht schwere Symptome / Folgekomplikationen 0,90 ≤ KIo< 1,00 geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegtd |
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
Tabelle 18: Ausmaß des Zusatznutzens auf Endpunktebene: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle)
| Endpunktkategorie Endpunkt Effektmodifikator Subgruppe |
Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie Ereignisanteil (%) Effektschätzung [95 %-KI]; p-Wert Wahrscheinlichkeita |
Ableitung des Ausmaßesb |
|---|---|---|
| Nebenwirkungen der systemischen Therapie Ende der Anti-HER2- Therapie 36-Monats-Follow-up |
27,1 % vs. 26,8 % RR: 1,02 [0,91; 1,14] p = 0,742 23,0 % vs. 24,1 % RR: 0,96 [0,83; 1,10] p = 0,522 |
geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt |
| Symptome im Brustbereich Ende der Anti-HER2- Therapie 36-Monats-Follow-up |
19,1 % vs. 15,6 % RR: 1,23 [1,05; 1,43] RR: 0,81 [0,70; 0,95]c p = 0,009 11,4 % vs. 10,7 % RR: 1,06 [0,85; 1,31] p = 0,610 |
Endpunktkategorie: nicht schwerwiegende / nicht schwere Symptome / Folgekomplikationen 0,90 ≤ KIo< 1,00 geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegtd geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt |
| Symptome im Armbereich Ende der Anti-HER2- Therapie 36-Monats-Follow-up |
27,2 % vs. 28,7 % RR: 0,94 [0,84; 1,05] p = 0,296 23,6 % vs. 25,5 % RR: 0,92 [0,81; 1,05] p = 0,227 |
geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt |
| Belastung durch Haarausfall Ende der Anti-HER2- Therapie 36-Monats-Follow-up |
17,5 % vs. 29,6 % RR: 0,59 [0,29; 1,19] p = 0,137 24,7 % vs. 26,0 % RR: 0,89 [0,50; 1,58] p = 0,696 |
geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt |
Tabelle 18: Ausmaß des Zusatznutzens auf Endpunktebene: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle)
| Endpunktkategorie Endpunkt Effektmodifikator Subgruppe |
Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie Ereignisanteil (%) Effektschätzung [95 %-KI]; p-Wert Wahrscheinlichkeita |
Ableitung des Ausmaßesb |
|---|---|---|
| Gesundheitsbezogene Lebensqualität | ||
| EORTC QLQ-C30 und EORTC QLQ-BR23 | ||
| globaler Gesundheitsstatus Ende der Anti-HER2- Therapie 36-Monats-Follow-up |
27,9 % vs. 26,5 % RR: 1,05 [0,94; 1,18] p = 0,416 21,7 % vs. 24,2 % RR: 0,89 [0,78; 1,02] p = 0,106 |
geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt |
| körperliche Funktion Ende der Anti-HER2- Therapie Alter < 65 Jahre ≥ 65 Jahre 36-Monats-Follow-up |
21,3 % vs. 22,2 % RR: 0,96 [0,83; 1,10] p = 0,552 |
geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt |
| 37,6 % vs. 25,7 % RR: 1,46 [1,07; 2,00] RR: 0,68 [0,50; 0,93]c p = 0,018 Wahrscheinlichkeit: Anhaltspunkt 17,3 % vs. 17,6 % RR: 0,98 [0,83; 1,15] p = 0,800 |
Endpunktkategorie gesundheitsbezogene Lebensqualität 0,90 ≤ KIo< 1,00 geringerer Nutzen, Ausmaß: gering geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt |
Tabelle 18: Ausmaß des Zusatznutzens auf Endpunktebene: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle)
| Endpunktkategorie Endpunkt Effektmodifikator Subgruppe |
Endpunktkategorie Endpunkt Effektmodifikator Subgruppe |
Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie Ereignisanteil (%) Effektschätzung [95 %-KI]; p-Wert Wahrscheinlichkeita |
Ableitung des Ausmaßesb |
|---|---|---|---|
| Rollenfunktion Ende der Anti-HER2- Therapie 36-Monats-Follow-up Alter < 65 Jahre ≥ 65 Jahre |
24,9 % vs. 23,1 % RR: 1,08 [0,95; 1,22] p = 0,221 14,3 % vs. 17,9 % RR: 0,80 [0,67; 0,96] p = 0,017 Wahrscheinlichkeit: Anhaltspunkt |
geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt Endpunktkategorie gesundheitsbezogene Lebensqualität 0,90 ≤ KIo< 1,00 Zusatznutzen, Ausmaß: gering |
|
| ≥ 65 Jahre | 28,1 % vs. 21,8 % RR: 1,29 [0,86; 1,92] p = 0,217 |
geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt |
|
| emotionale Funktion Ende der Anti-HER2- Therapie 36-Monats-Follow-up |
25,3 % vs. 24,7 % RR: 1,02 [0,91; 1,16] p = 0,715 22,2 % vs. 25,5 % RR: 0,87 [0,76; 1,00] p = 0,047 Wahrscheinlichkeit: Anhaltspunkt |
geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt Endpunktkategorie gesundheitsbezogene Lebensqualität 0,90 ≤ KIo< 1,00 Zusatznutzen, Ausmaß: gering |
|
| kognitive Funktion Ende der Anti-HER2- Therapie 36-Monats-Follow-up geografische Region Westeuropa |
39,5 % vs. 39,7 % RR: 1,00 [0,91; 1,09] p = 0,923 37,5 % vs. 35,4 % RR: 1,06 [0,91; 1,23] p = 0,455 |
geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt |
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
Tabelle 18: Ausmaß des Zusatznutzens auf Endpunktebene: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle)
| Endpunktkategorie Endpunkt Effektmodifikator Subgruppe |
Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie Ereignisanteil (%) Effektschätzung [95 %-KI]; p-Wert Wahrscheinlichkeita |
Ableitung des Ausmaßesb |
|---|---|---|
| soziale Funktion Ende der Anti-HER2- Therapie geografische Region Westeuropa 36-Monats-Follow-up |
26,9 % vs. 26,9 % RR: 1,00 [0,84; 1,20] p = 0,976 15,4 % vs. 17,9 % RR: 0,86 [0,73; 1,02] p = 0,085 |
geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt |
| Körperbild Ende der Anti-HER2- Therapie 36-Monats-Follow-up |
26,8 % vs. 30,0 % RR: 0,90 [0,80; 1,00] p = 0,056 20,3 % vs. 23,0 % RR: 0,88 [0,76; 1,02] p = 0,086 |
geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt |
| sexuelle Aktivität Ende der Anti-HER2- Therapie 36-Monats-Follow-up |
23,1 % vs. 23,7 % RR: 0,97 [0,85; 1,11] p = 0,680 20,2 % vs. 21,5 % RR: 0,93 [0,80; 1,09] p = 0,377 |
geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt |
| Freude an Sex Ende der Anti-HER2- Therapie 36-Monats-Follow-up |
33,6 % vs. 33,1 % RR: 1,02 [0,85; 1,23] p = 0,829 29,5 % vs. 29,4 % RR: 1,03 [0,83; 1,27] p = 0,822 |
geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt |
Tabelle 18: Ausmaß des Zusatznutzens auf Endpunktebene: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle)
| Endpunktkategorie Endpunkt Effektmodifikator Subgruppe |
Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie Ereignisanteil (%) Effektschätzung [95 %-KI]; p-Wert Wahrscheinlichkeita |
Ableitung des Ausmaßesb |
|---|---|---|
| Zukunftsperspektive Ende der Anti-HER2- Therapie 36-Monats-Follow-up |
17,9 % vs. 18,5 % RR: 0,97 [0,84; 1,13] p = 0,697 14,3 % vs. 14,4 % RR: 0,99 [0,82; 1,19] p = 0,918 |
geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt geringerer Nutzen / Zusatznutzen nicht belegt |
| Nebenwirkungen | ||
| SUEs | 28,5 % vs. 24,5 % RR: 1,17 [1,05; 1,30] RR: 0,85 [0,77; 0,95]c p = 0,006 Wahrscheinlichkeit: Hinweis |
Endpunktkategorie: schwerwiegende / schwere Nebenwirkungen 0,90 ≤ KIo< 1,00 höherer Schaden, Ausmaß: gering |
| schwere UEs (CTCAE-Grad ≥ 3) geografische Region Westeuropa |
63,6 % vs. 63,1 % RR: 1,01 [0,94; 1,09] p = 0,824 |
höherer / geringerer Schaden nicht belegt |
| Abbruch wegen UEs | 12,3 % vs. 12,0 % RR: 1,03 [0,86; 1,22] p = 0,770 |
höherer / geringerer Schaden nicht belegt |
| Diarrhö (UEs) geografische Region Westeuropa |
75,4 % vs. 46,0 % RR: 1,64 [1,51; 1,78] RR: 0,61 [0,56; 0,66]c p < 0,001 Wahrscheinlichkeit: Hinweis |
Endpunktkategorie: nicht schwerwiegende / nicht schwere Nebenwirkungen KIo< 0,80 höherer Schaden, Ausmaß: beträchtlich |
| Pruritus (UEs) | 14,6 % vs. 8,9 % RR: 1,64 [1,36; 1,97] RR: 0,61 [0,51; 0,74]c p < 0,001 Wahrscheinlichkeit: Hinweis |
Endpunktkategorie: nicht schwerwiegende / nicht schwere Nebenwirkungen KIo< 0,80 höherer Schaden, Ausmaß: beträchtlich |
Tabelle 18: Ausmaß des Zusatznutzens auf Endpunktebene: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle)
| Endpunktkategorie Endpunkt Effektmodifikator Subgruppe |
Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie Ereignisanteil (%) Effektschätzung [95 %-KI]; p-Wert Wahrscheinlichkeita |
Ableitung des Ausmaßesb |
|---|---|---|
| Herzinsuffizienz (SUEs) | 1,4 % vs. 0,7 % RR: 1,97 [1,01; 3,83] RR: 0,51 [0,26; 0,99]c p = 0,043 Wahrscheinlichkeit: Hinweis |
Endpunktkategorie: schwerwiegende / schwere Nebenwirkungen 0,90 ≤ KIo< 1,00 höherer Schaden, Ausmaß: gering |
| Anämie (schwere UEs) | 6,7 % vs. 4,7 % RR: 1,43 [1,09; 1,87] RR: 0,70 [0,53; 0,92]c p = 0,010 Wahrscheinlichkeit: Hinweis |
Endpunktkategorie: schwerwiegende / schwere Nebenwirkungen 0,90 ≤ KIo< 1,00 höherer Schaden, Ausmaß: gering |
| Diarrhö (schwere UEs) | 9,4 % vs. 3,9 % RR: 2,42 [1,85; 3,17] RR: 0,41 [0,32; 0,54]c p < 0,001 Wahrscheinlichkeit: Hinweis |
Endpunktkategorie: schwerwiegende / schwere Nebenwirkungen KIo< 0,75, Risiko ≥ 5 % höherer Schaden, Ausmaß: erheblich |
| Stomatitis (schwere UEs) | 2,1 % vs. 1,0 % RR: 2,16 [1,24; 3,77] RR: 0,46 [0,27; 0,81]c p = 0,006 Wahrscheinlichkeit: Hinweis |
Endpunktkategorie: schwerwiegende / schwere Nebenwirkungen 0,75 ≤ KIo< 0,90 höherer Schaden, Ausmaß: beträchtlich |
| Ermüdung (schwere UEs) | 3,9 % vs. 2,7 % RR: 1,44 [1,004; 2,06] RR: 0,69 [0,49; 0,996]c p = 0,047 Wahrscheinlichkeit: Hinweis |
Endpunktkategorie: schwerwiegende / schwere Nebenwirkungen 0,90 ≤ KIo< 1,00 höherer Schaden, Ausmaß: gering |
| Leukozytenzahl erniedrigt (schwere UEs) |
5,2 % vs. 3,6 % RR: 1,45 [1,06; 1,97] RR: 0,69 [0,51; 0,94]c p = 0,019 Wahrscheinlichkeit: Hinweis |
Endpunktkategorie: schwerwiegende / schwere Nebenwirkungen 0,90 ≤ KIo< 1,00 höherer Schaden, Ausmaß: gering |
| Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen (schwere UEs) |
4,99 % vs. 2,6 % RR: 1,94 [1,37; 2,74] RR: 0,52 [0,36; 0,73]c p < 0,001 Wahrscheinlichkeit: Hinweis |
Endpunktkategorie: schwerwiegende / schwere Nebenwirkungen KIo< 0,75, Risiko < 5 % höherer Schaden, Ausmaß: beträchtlich |
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
Tabelle 18: Ausmaß des Zusatznutzens auf Endpunktebene: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle)
| Endpunktkategorie Endpunkt Effektmodifikator Subgruppe |
Endpunktkategorie Endpunkt Effektmodifikator Subgruppe |
Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie Ereignisanteil (%) Effektschätzung [95 %-KI]; p-Wert Wahrscheinlichkeita |
Ableitung des Ausmaßesb |
|---|---|---|---|
| Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen (schwere UEs) |
1,9 % vs. 3,0 % RR: 0,61 [0,40; 0,94] p = 0,023 Wahrscheinlichkeit: Hinweis |
Endpunktkategorie: schwerwiegende / schwere Nebenwirkungen 0,90 ≤ KIo< 1,00 geringerer Schaden, Ausmaß: gering |
|
| Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes (schwere UEs) Alter < 65 Jahre ≥ 65 Jahre |
3,8 % vs. 1,8 % RR: 2,08 [1,34; 3,23] RR: 0,48 [0,31; 0,746]c p = 0,001 Wahrscheinlichkeit: Hinweis |
Endpunktkategorie: schwerwiegende / schwere Nebenwirkungen KIo< 0,75, Risiko < 5 % höherer Schaden, Ausmaß: beträchtlich |
|
| ≥ 65 Jahre | 1,8 % vs. 3,2 % RR: 0,58 [0,17; 1,94] p = 0,374 |
höherer / geringerer Schaden nicht belegt |
|
| a. Angabe der Wahrscheinlichkeit, sofern ein statistisch signifikanter und relevanter Effekt vorliegt b. Einschätzungen zur Effektgröße erfolgen je nach Endpunktkategorie mit unterschiedlichen Grenzen anhand der oberen Grenze des Konfidenzintervalls (KIo) c. eigene Berechnung, umgedrehte Effektrichtung zur Anwendung der Grenzen bei der Ableitung des Ausmaßes des Zusatznutzens d. Das Ausmaß des Effekts war bei diesem nicht schwerwiegenden / nicht schweren Endpunkt nicht mehr als geringfügig. CTCAE: Common Terminology Criteria for Adverse Events; EORTC: European Organisation for Research and Treatment of Cancer; HER2: humaner epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor 2; HR: Hazard Ratio; KI: Konfidenzintervall; KIo: obere Grenze des Konfidenzintervalls; n. e.: nicht erreicht; QLQ-BR23: Quality of life Questionnaire and Breast Cancer Specific Module 23; QLQ-C30: Quality of life Questionnaire – Core 30; RR: relatives Risiko; SUE: schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis; UE: unerwünschtes Ereignis |
I 5.2 Gesamtaussage zum Zusatznutzen
Tabelle 19 fasst die Resultate zusammen, die in die Gesamtaussage zum Ausmaß des Zusatznutzens einfließen.
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
Tabelle 19: Positive und negative Effekte aus der Bewertung von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie im Vergleich zu Trastuzumab + Chemotherapie (mehrseitige Tabelle)
| Positive Effekte | Negative Effekte |
|---|---|
| Gesamte Beobachtungsdauer | |
| Mortalität - Gesamtüberleben: Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen – Ausmaß gering |
|
| Morbidität schwerwiegende / schwere Symptome / Folgekomplikationen - Rezidive: Hinweis auf einen Zusatznutzen – Ausmaß beträchtlich |
– |
| Verkürzte Beobachtungsdauer | |
| – | Morbidität nicht schwerwiegende / nicht schwere Symptome / Folgekomplikationen - Übelkeit und Erbrechen (Ende der Anti-HER2-Therapie): Alter ≥ 65: Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen – Ausmaß: gering - Appetitlosigkeit (Ende der Anti-HER2-Therapie): Alter ≥ 65: Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen – Ausmaß beträchtlich |
| gesundheitsbezogene Lebensqualität - Rollenfunktion (36-Monats-Follow-up): Alter < 65: Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen – Ausmaß: gering - emotionale Funktion (36-Monats-Follow-up): Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen – Ausmaß: gering |
gesundheitsbezogene Lebensqualität - körperliche Funktion (Ende der Anti-HER2-Therapie): Alter ≥ 65: Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen – Ausmaß: gering |
| schwerwiegende / schwere Nebenwirkungen - spezifische UEs (schwere UEs): Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen: Hinweis auf einen geringeren Schaden – Ausmaß: gering |
schwerwiegende / schwere Nebenwirkungen - SUEs: Hinweis auf einen höheren Schaden – Ausmaß: gering spezifische UEs (SUEs): - Herzinsuffizienz: Hinweis auf einen höheren Schaden – Ausmaß: gering - spezifische UEs (schwere UEs): Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen, Stomatitis: Hinweis auf einen höheren Schaden – Ausmaß: beträchtlich Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes: - Alter < 65: Hinweis auf einen höheren Schaden – Ausmaß: beträchtlich Anämie, Ermüdung, Leukozytenzahl erniedrigt: Hinweis auf einen höheren Schaden – Ausmaß: gering - Diarrhö (abgebildet in UEs, schwere UEs und Symptomskala Diarrhö des Fragebogens EORTC QLQ-C30 [Ende der Anti-HER2-Therapie]): Hinweis auf einen höheren Schaden – Ausmaß: erheblich |
Tabelle 19: Positive und negative Effekte aus der Bewertung von Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie im Vergleich zu Trastuzumab + Chemotherapie (mehrseitige Tabelle)
| Positive Effekte | Negative Effekte |
|---|---|
| – | nicht schwerwiegende / nicht schwere Nebenwirkungen - spezifische UEs: Pruritus: Hinweis auf einen höheren Schaden – Ausmaß: beträchtlich |
| EORTC: European Organisation for Research and Treatment of Cancer; HER2: humaner epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor 2; QLQ-C30: Quality of life Questionnaire – Core 30; SUE: schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis; UE: unerwünschtes Ereignis |
In der Gesamtschau zeigen sich mehrere positive und mehrere negative Effekte unterschiedlichen Ausmaßes mit der Wahrscheinlichkeit eines Anhaltspunktes oder eines Hinweises.
Da das Alter einen über mehrere Endpunkte konsistenten Effektmodifikator darstellt, werden nachfolgend die Ergebnisse zum Zusatznutzen für Patientinnen und Patienten < 65 Jahre und ≥ 65 Jahre zunächst getrennt beschrieben:
Für Patientinnen und Patienten < 65 Jahre ergeben sich in der Gesamtschau positive und negative Effekte. Auf der positiven Seite gibt es für den Endpunkt Gesamtüberleben einen Anhaltspunkt für einen geringen und für Rezidive einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen. Für ein spezifisches UE zeigt sich ein Hinweis auf einen geringeren Schaden, zudem zeigen sich für einzelne Dimensionen der gesundheitsbezogenen Lebensqualität Anhaltspunkte für einen geringen Zusatznutzen. Demgegenüber stehen Hinweise auf negative Effekte geringen, beträchtlichen und erheblichen Ausmaßes bei SUEs und spezifischen UEs. Diese sind in der Behandlungsphase teilweise auch durch die patientenberichtete Symptomatik (Diarrhöen) abgebildet. Es bestehen somit Nachteile während der Behandlungsphase (UE-Erhebung bis Behandlungsende), wobei zumindest ein Teil der berichteten SUEs (insbesondere ein relevanter Anteil der schwerwiegenden Herzinsuffizienzen) auch über die Behandlung hinaus bestehen bleibt.
Für Patientinnen und Patienten ≥ 65 Jahre ergeben sich neben den für die jüngere Altersgruppe (< 65 Jahre) beschriebenen positiven und negativen Effekten weitere negative Effekte, die stärkere Belastungen durch die Therapien zeigen. So ergeben sich für die Behandlungsphase zusätzliche Anhaltspunkte für Belastungen durch die Symptomatik in 2 Endpunkten (Übelkeit und Erbrechen, Appetitlosigkeit) geringen und beträchtlichen Ausmaßes sowie der körperlichen Funktion als 1 von 9 erhobenen Dimensionen der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (Ausmaß: gering).
Insgesamt überwiegen zum 3. Datenschnitt für beide Altersgruppen die positiven Effekte, insbesondere durch die Ergebnisse im Endpunkt Gesamtüberleben und bei den Rezidiven. Es ergibt sich daher für Patientinnen und Patienten mit HER2-positivem frühem Mammakarzinom
und hohem Rezidivrisiko ein Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen von Pertuzumab/Trastuzumab (s. c.) gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.
Die anhand der Studie APHINITY beschriebenen Effekte für die intravenöse freie Kombination werden für die Nutzenbewertung von Pertuzumab/Trastuzumab (s. c.) herangezogen.
Tabelle 20 stellt zusammenfassend das Ergebnis der Bewertung des Zusatznutzens von Pertuzumab/Trastuzumab (s. c.) in Kombination mit Chemotherapie im Vergleich mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie dar.
Tabelle 20: Pertuzumab/Trastuzumab (s. c.) in Kombination mit Chemotherapie – Wahrscheinlichkeit und Ausmaß des Zusatznutzens
| Indikation | Zweckmäßige Vergleichstherapiea |
Wahrscheinlichkeit und Ausmaß des Zusatznutzens |
|---|---|---|
| adjuvante Therapie von erwachsenen Patientinnen und Patienten mit HER2-positivem, frühem Mammakarzinom mit hohem Rezidivrisiko (nodalpositiv oder hormonrezeptornegativ) |
ein Therapieschema, Trastuzumab, ein Taxan (Paclitaxel oder Docetaxel) und ggf. ein Anthrazyklin (Doxorubicin oder Epirubicin) enthaltend |
Hinweis auf einen geringen Zusatznutzenb |
| a. Dargestellt ist jeweils die vom G-BA festgelegte zweckmäßige Vergleichstherapie. b. In der Studie APHINITY wurden nur Patientinnen und Patienten mit einem ECOG-PS von 0 oder 1 sowie lediglich 8 männliche Patienten eingeschlossen. Es bleibt unklar, ob die beobachteten Effekte auf Patientinnen und Patienten mit einem ECOG-PS ≥ 2 sowie auf männliche Patienten übertragen werden können. ECOG-PS: Eastern Cooperative Oncology Group-Performance Status; G-BA: Gemeinsamer Bundesausschuss; HER2: humaner epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor 2; s. c.: subkutan |
Die oben beschriebene Einschätzung weicht von der des pU ab, der für alle Patientinnen und Patienten einen Beleg für einen beträchtlichen Zusatznutzen ableitet.
Das Vorgehen zur Ableitung einer Gesamtaussage zum Zusatznutzen stellt einen Vorschlag des IQWiG dar. Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.
I 6 Literatur
Das Literaturverzeichnis enthält Zitate des pU, in denen gegebenenfalls bibliografische Angaben fehlen.
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Gemeinsamer Bundesausschuss. Verfahrensordnung des Gemeinsamen Bundesausschusses [online]. 2022 [Zugriff: 13.12.2022]. URL: https://www.g-ba.de/richtlinien/42/.
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Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V; Dossierbewertung - [online]. 2021 [Zugriff: 03.05.2021]. URL: https://www.iqwig.de/download/a21 11_pertuzumab-trastuzumab_nutzenbewertung-35a-sgb-v_v1-0.pdf.
F. Hoffmann-La Roche. Update CSR Study BO25126, (APHINITY) A randomized multicenter, double-blind, placebo-controlled comparison of chemotherapy plus trastuzumab plus placebo versus chemotherapy plus trastuzumab plus pertuzumab as adjuvant therapy in patients with operable HER2-positive primary breast cancer. Report No. 1097835 [unveröffentlicht]. 2020.
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Piccart M, Procter M, Fumagalli D et al. Adjuvant Pertuzumab and Trastuzumab in Early HER2-Positive Breast Cancer in the APHINITY Trial: 6 Years' Follow-Up. J Clin Oncol 2021: JCO2001204. https://dx.doi.org/10.1200/JCO.20.01204.
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Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Pertuzumab (Mammakarzinom); Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V; Dossierbewertung [online]. 2018 - [Zugriff: 30.11.2022]. URL: https://www.iqwig.de/download/A18
41_Pertuzumab_Nutzenbewertung-35a-SGB-V_V1-0.pdf.
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Pertuzumab (Mammakarzinom); Addendum zum Auftrag A18-41 [online]. 2018 [Zugriff: 30.11.2022]. URL: https://www.iqwig.de/download/A18-76_Pertuzumab_Addendum-zum-Auftrag-A18- 41_V1 0.pdf.
Roche. PHESGO [online]. 2022 [Zugriff: 30.11.2022]. URL: https://www.fachinfo.de.
European Medicines Agency. Perjeta; Committee for Medicinal Products for Human Use (CHMP) extension of indication variation assessment report [online]. 2018 [Zugriff: 14.04.2021]. URL: https://www.ema.europa.eu/documents/variation-report/perjeta-h-c002547-ii-0034-epar-assessment-report-variation_en.pdf.
European Medicines Agency. Appendix 1 to the guideline on the evaluation of anticancer medicinal products in man; methodological consideration for using progression-free survival (PFS) or disease-free survival (DFS) in confirmatory trials [online]. 2012 [Zugriff: - - 30.11.2022]. URL: https://www.ema.europa.eu/en/documents/scientific guideline/appendix 1-guideline-evaluation-anticancer-medicinal-products-man-methodological-considerationusing_en.pdf.
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Allgemeine Methoden; Version 6.1 [online]. 2022 [Zugriff: 27.01.2022]. URL: https://www.iqwig.de/methoden/allgemeine-methoden-v6-1.pdf.
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Dokumentation und Würdigung der Anhörung zum Entwurf der Allgemeinen Methoden 6.0 [online]. 2020 - - [Zugriff: 29.06.2022]. URL: https://www.iqwig.de/methoden/allgemeine methoden_dwa entwurf-fuer-version-6-0_v1-0.pdf.
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Daratumumab (multiples Myelom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Ablauf Befristung); Dossierbewertung [online]. 2022 [Zugriff: 04.07.2022]. URL:
https://www.iqwig.de/download/a22-40_daratumumab_nutzenbewertung-35a-sgb-v_v10.pdf.
Roche Pharma. Pertuzumab (Perjeta); Dossier zur Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V - [online]. 2018 [Zugriff: 09.10.2018]. URL: https://www.g ba.de/informationen/nutzenbewertung/376/#tab/dossier.
Roche Pharma. Stellungnahme zum IQWiG-Bericht Nr. 1096: Pertuzumab/Trastuzumab - (Mammakarzinom, adjuvant) [online]. 2021 [Zugriff: 30.11.2022]. URL: https://www.g ba.de/downloads/40-268-8023/2021-07-15_AM-RL-XII_Pertuzumab-Trastuzumab_D632_ZD.pdf.
Martín Andrés A, Silva Mato A. Choosing the optimal unconditioned test for comparing two independent proportions. Computat Stat Data Anal 1994; 17(5): 555-574. https://dx.doi.org/10.1016/0167-9473(94)90148-1.
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
I Anhang A Suchstrategien
Studienregister
1. ClinicalTrials.gov
Anbieter: U.S. National Institutes of Health
Eingabeoberfläche: Expert Search
Suchstrategie
( pertuzumab OR RG-1273 ) AND AREA[ConditionSearch] ( breast OR mamma )
2. EU Clinical Trials Register
Anbieter: European Medicines Agency
URL: https://www.clinicaltrialsregister.eu/ctr-search/search
Eingabeoberfläche: Basic Search
Suchstrategie
(pertuzumab* OR RG-1273 OR RG1273 OR (RG 1273)) AND (mamma* OR breast*)
3. International Clinical Trials Registry Platform Search Portal
Anbieter: World Health Organization
Eingabeoberfläche: Standard Search
Suchstrategie
(pertuzumab OR RG-1273 OR RG1273 OR RG 1273) AND (mamma OR breast)
I Anhang B Kaplan-Meier-Kurven
Abbildung 2: Kaplan-Meier-Kurven für den Endpunkt Gesamtüberleben – nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten, RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie, 3. Datenschnitt (10.01.2022)
Abbildung 3: Kaplan-Meier-Kurven für den Endpunkt krankheitsfreies Überleben (DFS) – nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten, RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie, 3. Datenschnitt (10.01.2022)
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
I Anhang C Ergebnisse zu Nebenwirkungen
In den nachfolgenden Tabellen werden für die Gesamtraten UEs, SUEs und schwere UEs (z. B. CTCAE-Grad ≥ 3) Ereignisse für SOCs und PTs gemäß Medizinischem Wörterbuch für Aktivitäten im Rahmen der Arzneimittelzulassung (MedDRA) jeweils auf Basis folgender Kriterien dargestellt:
Gesamtrate UEs (unabhängig vom Schweregrad): Ereignisse, die bei mindestens 10 % der Patientinnen und Patienten in 1 Studienarm aufgetreten sind
Gesamtraten schwere UEs (z. B. CTCAE-Grad ≥ 3) und SUEs: Ereignisse, die bei mindestens 5 % der Patientinnen und Patienten in 1 Studienarm aufgetreten sind
zusätzlich für alle Ereignisse unabhängig vom Schweregrad: Ereignisse, die bei mindestens 10 Patientinnen und Patienten und bei mindestens 1 % der Patientinnen und Patienten in 1 Studienarm aufgetreten sind
Für den Endpunkt Abbruch wegen UEs werden alle Ereignisse dargestellt, die bei mindestens 2 Patientinnen und Patienten auftraten.
Tabelle 21: Häufige UEs[a] – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle)
| Tabelle 21: Häufige UEsa– RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 21: Häufige UEsa– RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
|---|---|
| Studie SOCb PTb |
Patientinnen und Patienten mit Ereignis n (%) |
| Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie N = 1783 Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie N = 1822 |
|
| APHINITY | |
| Gesamtrate UEs (3. Datenschnitt: 10.01.2022) |
1782 (> 99,9) 1813 (99,5) |
| Blood and lymphatic system disorder Anaemia Febrile neutropenia Granulocytopenia Leukopenia Neutropenia Thrombocytopenia Cardiac disorder Cardiac failure Palpitations Tachycardia Ear and labyrinth disorder Tinnitus Vertigo Endocrine disorder Eye disorder Dry eye Lacrimation increased Vision blurred Visual impairment Gastrointestinal disorder Abdominal discomfort Abdominal distension Abdominal pain Abdominal pain upper Angular cheilitis Aphthous ulcer Constipation Diarrhoea Dry mouth Dyspepsia Dysphagia Flatulence |
942 (52,8) 885 (48,6) 504 (28,3) 433 (23,8) 212 (11,9) 190 (10,4) 15 (0,8) 19 (1,0) 167 (9,4) 189 (10,4) 468 (26,2) 431 (23,7) 75 (4,2) 67 (3,7) 208 (11,7) 198 (10,9) 25 (1,4) 13 (0,7) 77 (4,3) 79 (4,3) 44 (2,5) 32 (1,8) 122 (6,8) 131 (7,2) 29 (1,6) 30 (1,6) 57 (3,2) 64 (3,5) 17 (1,0) 24 (1,3) 455 (25,5) 452 (24,8) 93 (5,2) 80 (4,4) 228 (12,8) 247 (13,6) 40 (2,2) 44 (2,4) 37 (2,1) 21 (1,2) 1687 (94,6) 1630 (89,5) 18 (1,0) 27 (1,5) 56 (3,1) 41 (2,3) 200 (11,2) 189 (10,4) 175 (9,8) 156 (8,6) 18 (1,0) 14 (0,8) 26 (1,5) 21 (1,2) 506 (28,4) 548 (30,1) 1255 (70,4) 824 (45,2) 107 (6,0) 102 (5,6) 243 (13,6) 246 (13,5) 56 (3,1) 44 (2,4) 33 (1,9) 32 (1,8) |
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
Tabelle 21: Häufige UEs[a] – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle)
| Tabelle 21: Häufige UEsa– RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 21: Häufige UEsa– RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
|---|---|
| Studie SOCb PTb |
Patientinnen und Patienten mit Ereignis n (%) |
| Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie N = 1783 Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie N = 1822 |
|
| Gastritis Gastrointestinal pain Gastrooesophageal reflux disease Haemorrhoidal haemorrhage Haemorrhoids Mouth ulceration Nausea Oesophagitis Oral pain Rectal haemorrhage Stomatitis Toothache Vomiting General disorders and administration site condition Asthenia Axillary pain Chest discomfort Chest pain Chills Face oedema Fatigue Influenza like illness Malaise Mucosal dryness Mucosal inflammation Oedema Oedema peripheral Pain Peripheral swelling Pyrexia Hepatobiliary disorder Hepatic function abnormal Immune system disorder Drug hypersensitivity Hypersensitivity |
44 (2,5) 31 (1,7) 19 (1,1) 9 (0,5) 90 (5,0) 82 (4,5) 23 (1,3) 16 (0,9) 134 (7,5) 96 (5,3) 53 (3,0) 59 (3,2) 1233 (69,2) 1187 (65,1) 24 (1,3) 17 (0,9) 27 (1,5) 34 (1,9) 24 (1,3) 17 (0,9) 515 (28,9) 430 (23,6) 38 (2,1) 43 (2,4) 605 (33,9) 566 (31,1) 1500 (84,1) 1476 (81,0) 380 (21,3) 367 (20,1) 30 (1,7) 22 (1,2) 26 (1,5) 33 (1,8) 51 (2,9) 56 (3,1) 70 (3,9) 77 (4,2) 24 (1,3) 33 (1,8) 866 (48,6) 806 (44,2) 100 (5,6) 91 (5,0) 55 (3,1) 73 (4,0) 32 (1,8) 22 (1,2) 405 (22,7) 315 (17,3) 111 (6,2) 117 (6,4) 304 (17,0) 368 (20,2) 126 (7,1) 114 (6,3) 31 (1,7) 36 (2,0) 359 (20,1) 346 (19,0) 54 (3,0) 60 (3,3) 13 (0,7) 22 (1,2) 99 (5,6) 80 (4,4) 23 (1,3) 11 (0,6) 53 (3,0) 52 (2,9) |
Tabelle 21: Häufige UEs[a] – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle)
| Tabelle 21: Häufige UEsa– RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 21: Häufige UEsa– RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
|---|---|
| Studie SOCb PTb |
Patientinnen und Patienten mit Ereignis n (%) |
| Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie N = 1783 Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie N = 1822 |
|
| Infections and infestation Bronchitis Candida infection Cellulitis Conjunctivitis Cystitis Eye infection Folliculitis Gastroenteritis Gingivitis Herpes zoster Hordeolum Infection Influenza Localised infection Lower respiratory tract infection Mastitis Nail infection Nasopharyngitis Oral candidiasis Oral herpes Paronychia Pharyngitis Pneumonia Rash pustular Respiratory tract infection Rhinitis Sinusitis Skin infection Upper respiratory tract infection Urinary tract infection Vaginal infection Viral infection Vulvovaginal candidiasis Vulvovaginal mycotic infection Injury, poisoning and procedural complication |
1084 (60,8) 1056 (58,0) 57 (3,2) 73 (4,0) 24 (1,3) 20 (1,1) 34 (1,9) 33 (1,8) 110 (6,2) 93 (5,1) 63 (3,5) 48 (2,6) 11 (0,6) 18 (1,0) 26 (1,5) 14 (0,8) 33 (1,9) 35 (1,9) 28 (1,6) 30 (1,6) 37 (2,1) 50 (2,7) 16 (0,9) 20 (1,1) 34 (1,9) 27 (1,5) 45 (2,5) 61 (3,3) 18 (1,0) 9 (0,5) 19 (1,1) 15 (0,8) 22 (1,2) 18 (1,0) 23 (1,3) 21 (1,2) 234 (13,1) 214 (11,7) 23 (1,3) 34 (1,9) 30 (1,7) 32 (1,8) 67 (3,8) 40 (2,2) 73 (4,1) 68 (3,7) 40 (2,2) 35 (1,9) 18 (1,0) 10 (0,5) 24 (1,3) 16 (0,9) 105 (5,9) 81 (4,4) 46 (2,6) 51 (2,8) 39 (2,2) 30 (1,6) 139 (7,8) 136 (7,5) 139 (7,8) 126 (6,9) 23 (1,3) 27 (1,5) 17 (1,0) 14 (0,8) 18 (1,0) 6 (0,3) 24 (1,3) 15 (0,8) 474 (26,6) 448 (24,6) |
Tabelle 21: Häufige UEs[a] – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle)
| Tabelle 21: Häufige UEsa– RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 21: Häufige UEsa– RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
|---|---|
| Studie SOCb PTb |
Patientinnen und Patienten mit Ereignis n (%) |
| Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie N = 1783 Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie N = 1822 |
|
| Contusion Infusion related reaction Radiation injury Radiation skin injury Investigation Alanine aminotransferase increased Aspartate aminotransferase increased Blood alkaline phosphatase increased Blood lactate dehydrogenase increased Ejection fraction decreased Gammaglutamyltrans ferase increased Haemoglobin decreased Neutrophil count decreased Platelet count decreased Transaminases increased Weight decreased Weight increased White blood cell count decreased Metabolism and nutrition disorder Decreased appetite Dehydration Fluid retention Hyperglycaemia Hypocalcaemia Hypokalaemia Hypomagnesaemia Hyponatraemia Musculoskeletal and connective tissue disorder Arthralgia Back pain Bone pain Muscle spasms Muscular weakness Musculoskeletal chest pain Musculoskeletal pain Musculoskeletal stiffness |
20 (1,1) 17 (0,9) 71 (4,0) 65 (3,6) 43 (2,4) 41 (2,3) 244 (13,7) 204 (11,2) 755 (42,3) 804 (44,1) 176 (9,9) 196 (10,8) 119 (6,7) 130 (7,1) 31 (1,7) 40 (2,2) 26 (1,5) 18 (1,0) 87 (4,9) 112 (6,1) 18 (1,0) 35 (1,9) 55 (3,1) 59 (3,2) 262 (14,7) 265 (14,5) 63 (3,5) 64 (3,5) 17 (1,0) 18 (1,0) 140 (7,9) 66 (3,6) 46 (2,6) 104 (5,7) 203 (11,4) 169 (9,3) 633 (35,5) 560 (30,7) 427 (23,9) 373 (20,5) 61 (3,4) 39 (2,1) 17 (1,0) 10 (0,5) 27 (1,5) 37 (2,0) 34 (1,9) 22 (1,2) 108 (6,1) 81 (4,4) 107 (6,0) 60 (3,3) 14 (0,8) 18 (1,0) 1116 (62,6) 1185 (65,0) 534 (29,9) 583 (32,0) 156 (8,7) 183 (10,0) 173 (9,7) 192 (10,5) 159 (8,9) 85 (4,7) 25 (1,4) 32 (1,8) 51 (2,9) 55 (3,0) 103 (5,8) 125 (6,9) 19 (1,1) 33 (1,8) |
Tabelle 21: Häufige UEs[a] – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle)
| Tabelle 21: Häufige UEsa– RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 21: Häufige UEsa– RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
|---|---|
| Studie SOCb PTb |
Patientinnen und Patienten mit Ereignis n (%) |
| Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie N = 1783 Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie N = 1822 |
|
| Myalgia Neck pain Osteopenia Osteoporosis Pain in extremity Neoplasms benign, malignant and unspecified (incl cysts and polyps Nervous system disorder Disturbance in attention Dizziness Dysaesthesia Dysgeusia Headache Hypoaesthesia Lethargy Memory impairment Neuralgia Neuropathy peripheral Neurotoxicity Paraesthesia Peripheral sensory neuropathy Polyneuropathy Syncope Taste disorder Psychiatric disorder Anxiety Depression Insomnia Mood altered Sleep disorder Renal and urinary disorder Dysuria Pollakiuria Reproductive system and breast disorder Amenorrhoea Breast oedema |
461 (25,9) 528 (29,0) 32 (1,8) 34 (1,9) 22 (1,2) 13 (0,7) 27 (1,5) 24 (1,3) 181 (10,2) 202 (11,1) 22 (1,2) 37 (2,0) 1255 (70,4) 1221 (67,0) 21 (1,2) 15 (0,8) 215 (12,1) 210 (11,5) 23 (1,3) 18 (1,0) 306 (17,2) 257 (14,1) 398 (22,3) 424 (23,3) 65 (3,6) 63 (3,5) 21 (1,2) 27 (1,5) 29 (1,6) 23 (1,3) 20 (1,1) 20 (1,1) 284 (15,9) 268 (14,7) 39 (2,2) 40 (2,2) 200 (11,2) 188 (10,3) 320 (17,9) 322 (17,7) 41 (2,3) 40 (2,2) 31 (1,7) 21 (1,2) 149 (8,4) 124 (6,8) 479 (26,9) 457 (25,1) 109 (6,1) 77 (4,2) 82 (4,6) 78 (4,3) 285 (16,0) 301 (16,5) 18 (1,0) 13 (0,7) 22 (1,2) 18 (1,0) 138 (7,7) 143 (7,8) 53 (3,0) 55 (3,0) 21 (1,2) 25 (1,4) 322 (18,1) 312 (17,1) 31 (1,7) 30 (1,6) 21 (1,2) 16 (0,9) |
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
Tabelle 21: Häufige UEs[a] – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle)
| Tabelle 21: Häufige UEsa– RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 21: Häufige UEsa– RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
|---|---|
| Studie SOCb PTb |
Patientinnen und Patienten mit Ereignis n (%) |
| Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie N = 1783 Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie N = 1822 |
|
| Breast pain Menstruation irregular Vaginal discharge Vulvovaginal dryness Respiratory, thoracic and mediastinal disorder Cough Dysphonia Dyspnoea Dyspnoea exertional Epistaxis Nasal congestion Nasal dryness Nasal inflammation Oropharyngeal pain Productive cough Rhinitis allergic Rhinorrhoea Upper-airway cough syndrome Skin and subcutaneous tissue disorder Acne Alopecia Dermatitis Dermatitis acneiform Dry skin Eczema Erythema Nail discolouration Nail disorder Nail dystrophy Nail ridging Nail toxicity Night sweats Onychoclasis Onycholysis Onychomadesis Pain of skin |
76 (4,3) 80 (4,4) 30 (1,7) 37 (2,0) 29 (1,6) 21 (1,2) 65 (3,6) 64 (3,5) 849 (47,6) 791 (43,4) 285 (16,0) 283 (15,5) 25 (1,4) 17 (0,9) 194 (10,9) 204 (11,2) 23 (1,3) 33 (1,8) 304 (17,0) 238 (13,1) 36 (2,0) 48 (2,6) 40 (2,2) 27 (1,5) 17 (1,0) 13 (0,7) 168 (9,4) 135 (7,4) 19 (1,1) 17 (0,9) 27 (1,5) 29 (1,6) 142 (8,0) 93 (5,1) 20 (1,1) 17 (0,9) 1566 (87,8) 1534 (84,2) 23 (1,3) 21 (1,2) 1206 (67,6) 1229 (67,5) 81 (4,5) 73 (4,0) 62 (3,5) 33 (1,8) 227 (12,7) 190 (10,4) 33 (1,9) 20 (1,1) 189 (10,6) 170 (9,3) 136 (7,6) 141 (7,7) 221 (12,4) 204 (11,2) 13 (0,7) 18 (1,0) 41 (2,3) 35 (1,9) 53 (3,0) 36 (2,0) 18 (1,0) 23 (1,3) 26 (1,5) 26 (1,4) 54 (3,0) 71 (3,9) 80 (4,5) 73 (4,0) 20 (1,1) 13 (0,7) |
Tabelle 21: Häufige UEs[a] – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle)
| Tabelle 21: Häufige UEsa– RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 21: Häufige UEsa– RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
|---|---|
| Studie SOCb PTb |
Patientinnen und Patienten mit Ereignis n (%) |
| Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie N = 1783 Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie N = 1822 |
|
| Palmarplantar erythrodysaesthesia syndrome Pruritus Rash Rash maculo-papular Skin exfoliation Skin fissures Skin hyperpigmentation Skin toxicity Urticaria Vascular disorder Flushing Hot flush Hypertension Hypotension Lymphoedema Phlebitis Vasculitis |
158 (8,9) 112 (6,1) 261 (14,6) 163 (8,9) 461 (25,9) 368 (20,2) 60 (3,4) 44 (2,4) 30 (1,7) 28 (1,5) 26 (1,5) 24 (1,3) 79 (4,4) 69 (3,8) 18 (1,0) 12 (0,7) 28 (1,6) 29 (1,6) 630 (35,3) 676 (37,1) 59 (3,3) 59 (3,2) 333 (18,7) 353 (19,4) 74 (4,2) 97 (5,3) 40 (2,2) 30 (1,6) 124 (7,0) 155 (8,5) 31 (1,7) 36 (2,0) 17 (1,0) 16 (0,9) |
| a. Ereignisse, die bei ≥ 1 % der Patientinnen und Patienten in mindestens 1 Studienarm aufgetreten sind b. MedDRA-Version 22.0; SOC- und PT-Schreibweise ohne Anpassung aus Modul 4 übernommen MedDRA: Medizinisches Wörterbuch für Aktivitäten im Rahmen der Arzneimittelzulassung; n: Anzahl Patientinnen und Patienten mit mindestens 1 Ereignis; N: Anzahl ausgewerteter Patientinnen und Patienten; PT: bevorzugter Begriff; RCT: randomisierte kontrollierte Studie; SOC: Systemorganklasse; UE: unerwünschtes Ereignis |
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
Tabelle 22: Häufige SUEs[a] – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten)
| Tabelle 22: Häufige SUEsa– RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) |
Tabelle 22: Häufige SUEsa– RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) |
|---|---|
| Studie SOCb PTb |
Patientinnen und Patienten mit Ereignis n (%) |
| Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie N = 1783 Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie N = 1822 |
|
| APHINITY | |
| Gesamtrate SUEs (3. Datenschnitt: 10.01.2022) |
509 (28,5) 446 (24,5) |
| Blood and lymphatic system disorder Febrile neutropenia Neutropenia Cardiac disorder Cardiac failure Gastrointestinal disorder Diarrhoea General disorders and administration site condition Pyrexia Infections and infestation Pneumonia Injury, poisoning and procedural complication Investigation Metabolism and nutrition disorder Nervous system disorder Respiratory, thoracic and mediastinal disorder Vascular disorder |
192 (10,8) 186 (10,2) 154 (8,6) 143 (7,8) 18 (1,0) 21 (1,2) 36 (2,0) 29 (1,6) 25 (1,4) 13 (0,7) 86 (4,8) 56 (3,1) 41 (2,3) 14 (0,8) 45 (2,5) 54 (3,0) 26 (1,5) 37 (2,0) 126 (7,1) 112 (6,1) 16 (0,9) 21 (1,2) 24 (1,3) 18 (1,0) 19 (1,1) 13 (0,7) 30 (1,7) 13 (0,7) 25 (1,4) 16 (0,9) 20 (1,1) 26 (1,4) 16 (0,9) 19 (1,0) |
| a. Ereignisse, die bei ≥ 1 % der Patientinnen und Patienten in mindestens 1 Studienarm aufgetreten sind b. MedDRA-Version 22.0; SOC- und PT-Schreibweise ohne Anpassung aus Modul 4 übernommen MedDRA: Medizinisches Wörterbuch für Aktivitäten im Rahmen der Arzneimittelzulassung; n: Anzahl Patientinnen und Patienten mit mindestens 1 Ereignis; N: Anzahl ausgewerteter Patientinnen und Patienten; PT: bevorzugter Begriff; RCT: randomisierte kontrollierte Studie; SOC: Systemorganklasse; SUE: schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis |
Tabelle 23: Häufige schwere UEs[a] (CTCAE-Grad ≥ 3) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle)
| Tabelle 23: Häufige schwere UEsa(CTCAE-Grad ≥ 3) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 23: Häufige schwere UEsa(CTCAE-Grad ≥ 3) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
|---|---|
| Studie SOCb PTb |
Patientinnen und Patienten mit Ereignis n (%) |
| Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie N = 1783 Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie N = 1822 |
|
| APHINITY | |
| Gesamtrate schwere UEs (CTCAE-Grad ≥ 3; 3. Datenschnitt: 10.01.2022) |
1142 (64,0) 1056 (58,0) |
| Blood and lymphatic system disorder Anaemia Febrile neutropenia Leukopenia Neutropenia Thrombocytopenia Cardiac disorder Gastrointestinal disorder Diarrhoea Nausea Stomatitis Vomiting General disorders and administration site condition Asthenia Fatigue Mucosal inflammation Infections and infestation Injury, poisoning and procedural complication Investigation Ejection fraction decreased Neutrophil count decreased Platelet count decreased White blood cell count decreased Metabolism and nutrition disorder Dehydration Hypokalaemia Hypomagnesaemia Musculoskeletal and connective tissue disorder Arthralgia Myalgia |
580 (32,5) 539 (29,6) 120 (6,7) 86 (4,7) 212 (11,9) 190 (10,4) 79 (4,4) 97 (5,3) 300 (16,8) 284 (15,6) 17 (1,0) 23 (1,3) 28 (1,6) 24 (1,3) 268 (15,0) 169 (9,3) 168 (9,4) 71 (3,9) 36 (2,0) 43 (2,4) 38 (2,1) 18 (1,0) 30 (1,7) 33 (1,8) 126 (7,1) 123 (6,8) 22 (1,2) 34 (1,9) 69 (3,9) 49 (2,7) 23 (1,3) 12 (0,7) 125 (7,0) 124 (6,8) 30 (1,7) 30 (1,6) 294 (16,5) 297 (16,3) 29 (1,6) 30 (1,6) 180 (10,1) 187 (10,3) 19 (1,1) 10 (0,5) 92 (5,2) 65 (3,6) 89 (5,0) 47 (2,6) 17 (1,0) 3 (0,2) 33 (1,9) 14 (0,8) 17 (1,0) 1 (< 0,1) 33 (1,9) 55 (3,0) 13 (0,7) 22 (1,2) 13 (0,7) 21 (1,2) |
Tabelle 23: Häufige schwere UEs[a] (CTCAE-Grad ≥ 3) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle)
| Tabelle 23: Häufige schwere UEsa(CTCAE-Grad ≥ 3) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 23: Häufige schwere UEsa(CTCAE-Grad ≥ 3) – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
|---|---|
| Studie SOCb PTb |
Patientinnen und Patienten mit Ereignis n (%) |
| Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie N = 1783 Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie N = 1822 |
|
| Nervous system disorder Syncope Psychiatric disorder Reproductive system and breast disorder Menstruation irregular Respiratory, thoracic and mediastinal disorder Skin and subcutaneous tissue disorder Palmarplantar erythrodysaesthesia syndrome Vascular disorder Hypertension |
79 (4,4) 59 (3,2) 19 (1,1) 13 (0,7) 17 (1,0) 11 (0,6) 32 (1,8) 37 (2,0) 19 (1,1) 22 (1,2) 24 (1,3) 23 (1,3) 63 (3,5) 36 (2,0) 20 (1,1) 6 (0,3) 40 (2,2) 57 (3,1) 23 (1,3) 33 (1,8) |
| a. Ereignisse, die bei ≥ 1 % der Patientinnen und Patienten in mindestens 1 Studienarm aufgetreten sind b. MedDRA-Version 22.0; SOC- und PT-Schreibweise ohne Anpassung aus Modul 4 übernommen CTCAE: Common Terminology Criteria for Adverse Events; MedDRA: Medizinisches Wörterbuch für Aktivitäten im Rahmen der Arzneimittelzulassung; n: Anzahl Patientinnen und Patienten mit mindestens 1 Ereignis; N: Anzahl ausgewerteter Patientinnen und Patienten; PT: bevorzugter Begriff; RCT: randomisierte kontrollierte Studie; SOC: Systemorganklasse; UE: unerwünschtes Ereignis |
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
Tabelle 24: Häufige Abbrüche wegen UEs[a] – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle)
| Tabelle 24: Häufige Abbrüche wegen UEsa– RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 24: Häufige Abbrüche wegen UEsa– RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
|---|---|
| Studie SOCb PTb |
Patientinnen und Patienten mit Ereignis n (%) |
| Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie N = 1783 Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie N = 1822 |
|
| APHINITY | |
| Gesamtrate Abbrüche wegen UEs (3. Datenschnitt: 10.01.2022) |
220 (12,3) 219 (12,0) |
| Blood and lymphatic system disorder Anaemia Febrile neutropenia Leukopenia Neutropenia Thrombocytopenia Cardiac disorder Angina pectoris Cardiac failure Myocardial infarction Palpitations Ear and labyrinth disorder Vertigo Gastrointestinal disorder Constipation Diarrhoea Nausea Stomatitis Vomiting General disorders and administration site condition Asthenia Chest pain Fatigue General physical health deterioration Oedema Pyrexia Hepatobiliary disorder Hepatic function abnormal Immune system disorder Anaphylactic reaction Drug hypersensitivity Hypersensitivity |
14 (0,8) 18 (1,0) 3 (0,2) 3 (0,2) 6 (0,3) 5 (0,3) 0 (0) 6 (0,3) 2 (0,1) 5 (0,3) 2 (0,1) 3 (0,2) 27 (1,5) 27 (1,5) 0 (0) 3 (0,2) 22 (1,2) 12 (0,7) 0 (0) 2 (0,1) 1 (< 0,1) 2 (0,1) 2 (0,1) 1 (< 0,1) 2 (0,1) 0 (0) 42 (2,4) 14 (0,8) 0 (0) 2 (0,1) 26 (1,5) 6 (0,3) 3 (0,2) 2 (0,1) 4 (0,2) 0 (0) 4 (0,2) 1 (< 0,1) 14 (0,8) 20 (1,1) 2 (0,1) 4 (0,2) 2 (0,1) 1 (< 0,1) 5 (0,3) 7 (0,4) 1 (< 0,1) 3 (0,2) 0 (0) 2 (0,1) 2 (0,1) 2 (0,1) 1 (< 0,1) 3 (0,2) 1 (< 0,1) 2 (0,1) 11 (0,6) 5 (0,3) 1 (< 0,1) 1 (< 0,1) 4 (0,2) 0 (0) 5 (0,3) 3 (0,2) |
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
Tabelle 24: Häufige Abbrüche wegen UEs[a] – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle)
| Tabelle 24: Häufige Abbrüche wegen UEsa– RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 24: Häufige Abbrüche wegen UEsa– RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
|---|---|
| Studie SOCb PTb |
Patientinnen und Patienten mit Ereignis n (%) |
| Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie N = 1783 Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie N = 1822 |
|
| Infections and infestation Pneumonia Injury, poisoning and procedural complication Infusion related reaction Investigation Alanine aminotransferase increased Aspartate aminotransferase increased Blood alkaline phosphatase increased Blood bilirubin increased Blood lactate dehydrogenase increased Ejection fraction decreased Neutrophil count decreased Platelet count decreased Transaminases increased Weight decreased Metabolism and nutrition disorder Dehydration Hypokalaemia Hypomagnesaemia Musculoskeletal and connective tissue disorder Musculoskeletal pain Pain in extremity Neoplasms benign, malignant and unspecified (incl cysts and polyps Nervous system disorder Cerebral haemorrhage Headache Neuropathy peripheral Paraesthesia Peripheral sensory neuropathy Polyneuropathy Psychiatric disorder Insomnia Renal and urinary disorder Acute kidney injury Reproductive system and breast disorder |
17 (1,0) 15 (0,8) 2 (0,1) 3 (0,2) 1 (< 0,1) 7 (0,4) 0 (0) 4 (0,2) 42 (2,4) 64 (3,5) 1 (< 0,1) 8 (0,4) 2 (0,1) 6 (0,3) 0 (0) 2 (0,1) 2 (0,1) 0 (0) 0 (0) 2 (0,1) 32 (1,8) 47 (2,6) 2 (0,1) 2 (0,1) 2 (0,1) 3 (0,2) 0 (0) 2 (0,1) 2 (0,1) 0 (0) 8 (0,4) 3 (0,2) 3 (0,2) 0 (0) 2 (0,1) 1 (< 0,1) 2 (0,1) 1 (< 0,1) 4 (0,2) 5 (0,3) 0 (0) 3 (0,2) 2 (0,1) 0 (0) 2 (0,1) 4 (0,2) 50 (2,8) 38 (2,1) 2 (0,1) 0 (0) 2 (0,1) 1 (< 0,1) 13 (0,7) 9 (0,5) 8 (0,4) 6 (0,3) 15 (0,8) 17 (0,9) 5 (0,3) 2 (0,1) 1 (< 0,1) 6 (0,3) 0 (0) 2 (0,1) 2 (0,1) 3 (0,2) 2 (0,1) 1 (< 0,1) 2 (0,1) 0 (0) |
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
Tabelle 24: Häufige Abbrüche wegen UEs[a] – RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle)
| Tabelle 24: Häufige Abbrüche wegen UEsa– RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
Tabelle 24: Häufige Abbrüche wegen UEsa– RCT, direkter Vergleich: Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie vs. Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie (nodalpositive oder hormonrezeptornegative Patientinnen und Patienten) (mehrseitige Tabelle) |
|---|---|
| Studie SOCb PTb |
Patientinnen und Patienten mit Ereignis n (%) |
| Pertuzumab + Trastuzumab + Chemotherapie N = 1783 Placebo + Trastuzumab + Chemotherapie N = 1822 |
|
| Respiratory, thoracic and mediastinal disorder Dyspnoea Pneumonitis Skin and subcutaneous tissue disorder Nail toxicity Onycholysis Palmar-plantar erythrodysaesthesia syndrome Pruritus Rash Vascular disorder |
7 (0,4) 14 (0,8) 0 (0) 6 (0,3) 3 (0,2) 2 (0,1) 22 (1,2) 10 (0,5) 2 (0,1) 0 (0) 0 (0) 2 (0,1) 4 (0,2) 2 (0,1) 2 (0,1) 2 (0,1) 6 (0,3) 1 (< 0,1) 1 (< 0,1) 2 (0,1) |
| a. Ereignisse, die bei ≥ 2 Patientinnen und Patienten in mindestens 1 Studienarm aufgetreten sind b. MedDRA-Version 22.0; SOC- und PT-Schreibweise ohne Anpassung aus Modul 4 übernommen MedDRA: Medizinisches Wörterbuch für Aktivitäten im Rahmen der Arzneimittelzulassung; n: Anzahl Patientinnen und Patienten mit mindestens 1 Ereignis; N: Anzahl ausgewerteter Patientinnen und Patienten; PT: bevorzugter Begriff; RCT: randomisierte kontrollierte Studie; SOC: Systemorganklasse; UE: unerwünschtes Ereignis |
I Anhang D Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung
Nachfolgend werden die Angaben des pU aus Modul 1, Abschnitt 1.8 „Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung“ ohne Anpassung dargestellt.
„ Qualifikation der Ärzte und Ärztinnen und des weiteren medizinischen Personals
Die Behandlung mit Phesgo darf nur unter Aufsicht eines in der Anwendung antineoplastischer Arzneimittel erfahrenen Arztes begonnen werden. Phesgo ist von medizinischem Fachpersonal zu verabreichen, das in der Behandlung einer Anaphylaxie ausgebildet ist und in einer Umgebung, in der eine vollständige Ausrüstung zur Wiederbelebung sofort verfügbar ist.
Diagnostik
Patienten, die mit Phesgo behandelt werden, müssen einen HER2-positiven Tumorstatus haben, immunohistochemisch (IHC) definiert durch einen Wert von 3+ und/oder eine Insitu-Hybridisierung (ISH) mit einem Verhältnis von ≥ 2,0; der mit einem validierten Test ermittelt wurde.
Um genaue und reproduzierbare Ergebnisse zu erhalten, müssen die Tests in einem spezialisierten Labor durchgeführt werden, in dem eine Validierung der Testmethoden sichergestellt werden kann. Die vollständige Anleitung zur Durchführung und Auswertung des Tests ist den Packungsbeilagen der validierten HER2-Tests zu entnehmen.
Dosierung
Dosierungsempfehlungen für Phesgo bei frühem und metastasiertem Brustkrebs sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen.
Tabelle 1-15: Empfohlene Dosierung und Verabreichung von Phesgo
| Dosierung (unabhängig vom Körpergewicht) |
Ungefähre Dauer der subkutanen Injektion |
Beobachtungszeita, b | |
|---|---|---|---|
| Initialdosis | 1.200 mg Pertuzumab/ 600 mg Trastuzumab |
8 Minuten | 30 Minuten |
| Erhaltungsdosis (alle 3 Wochen) |
600 mg Pertuzumab/ 600 mg Trastuzumab |
5 Minuten | 15 Minuten |
| a Die Patienten müssen auf injektionsbedingte Reaktionen und Überempfindlichkeitsreaktionen überwacht werden b Die Beobachtung sollte nach Verabreichung von Phesgo beginnen und vor jeder nachfolgenden Anwendung einer Chemotherapie abgeschlossen sein |
Brustkrebs im Frühstadium
Im adjuvanten Setting ist Phesgo für insgesamt ein Jahr (bis zu 18 Zyklen oder bis zum Rezidiv oder bis zum Auftreten nicht beherrschbarer Toxizität, je nachdem, was zuerst eintritt) als Teil eines vollständigen Behandlungsschemas bei Brustkrebs im Frühstadium, unabhängig vom Zeitpunkt der Operation, zu verabreichen. Die Behandlung sollte eine Anthrazyklin- und/ oder eine Taxan-basierte Standardchemotherapie einschließen. Phesgo ist an Tag 1 des ersten Taxan-haltigen Zyklus zu starten und sollte auch dann weitergeführt werden, wenn die Chemotherapie beendet wird.
Die Initialdosis und die Erhaltungsdosis sollten über 8 bzw. 5 Minuten verabreicht werden.
Eine Dosisreduktion von Phesgo wird nicht empfohlen. Ein Absetzen der Behandlung mit Phesgo kann nach Ermessen des Arztes erforderlich sein.
Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Für Patienten mit linksventrikulärer Dysfunktion (inklusive kongestiver Herzinsuffizienz), injektionsbedingten Reaktionen/ Infusionsreaktionen, Überempfindlichkeitsreaktionen/Anaphylaxie, febriler Neutropenie, Diarrhö oder pulmonalen Ereignissen fasst die Fachinformation besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen zusammen.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Es wurden keine formalen Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.
Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Therapie mit Phesgo und für 7 Monate nach der letzten Dosis von Phesgo eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.
Da menschliches IgG in die Muttermilch übergeht und das Potenzial zur Resorption und Schädigung des Säuglings nicht bekannt ist, sollten Frauen während einer Therapie mit Phesgo und für mindestens 7 Monate nach der letzten Dosis nicht stillen.“
Teil II: Anzahl der Patientinnen und Patienten sowie Kosten der Therapie
II Inhaltsverzeichnis
|---|---|---| |II||Tabellenverzeichnis .................................................................................................... II.3| |II||Abkürzungsverzeichnis .............................................................................................. II.4| |II|1|Kommentar zur Anzahl der Patientinnen und Patienten mit therapeutisch| |||bedeutsamem Zusatznutzen (Modul 3 A, Abschnitt 3.2) ........................................ II.5| ||II|1.1 Beschreibung der Erkrankung und Charakterisierung der Zielpopulation .. II.5| ||II|1.2 Therapeutischer Bedarf ....................................................................................... II.5| ||II|1.3 Anzahl der Patientinnen und Patienten in der GKV-Zielpopulation ............. II.5| |||II 1.3.1 Beschreibung des Vorgehens des pU .............................................................. II.5| |||II 1.3.2 Bewertung des Vorgehens des pU ................................................................... II.8| |||II 1.3.3 Anzahl der Patientinnen und Patienten mit therapeutisch bedeutsamem| |||Zusatznutzen .................................................................................................. II.10| |||II 1.3.4 Zukünftige Änderung der Anzahl der Patientinnen und Patienten ................ II.10| |||II 1.3.5 Anzahl der Patientinnen und Patienten – Zusammenfassung ........................ II.11| |II|2|Kommentar zu den Kosten der Therapie für die GKV (Modul 3 A,| |||Abschnitt 3.3) ............................................................................................................ II.12| ||II|2.1 Behandlungsdauer .............................................................................................. II.13| ||II|2.2 Verbrauch ........................................................................................................... II.14| ||II|2.3 Kosten des zu bewertenden Arzneimittels und der zweckmäßigen| |||Vergleichstherapie .............................................................................................. II.16| ||II|2.4 Kosten für zusätzlich notwendige GKV-Leistungen ....................................... II.17| ||II|2.5 Jahrestherapiekosten ......................................................................................... II.17| ||II|2.6 Kosten der Therapie für die GKV – Zusammenfassung ................................ II.20| ||II|2.7 Versorgungsanteile ............................................................................................. II.25| |II|3|Literatur .................................................................................................................... II.26|
| II Tabellenverzeichnis |
|---|
| Tabelle 1: Schritte des pU zur Ermittlung der Anzahl der Patientinnen und Patienten in |
| der GKV-Zielpopulation .................................................................................................. II.6 |
| Tabelle 2: Anzahl der Patientinnen und Patienten in der GKV-Zielpopulation .................. II.11 |
| Tabelle 3: Therapieregime aus der Pertuzumab-Zulassungsstudie APHINITY .................. II.12 |
| Tabelle 4: Kosten für die GKV für das zu bewertende Arzneimittel und die zweckmäßige |
| Vergleichstherapie pro Patientin oder Patient bezogen auf 1 Jahr ................................ II.20 |
II Abkürzungsverzeichnis
| Abkürzung | Bedeutung |
|---|---|
| AC | Doxorubicin + Cyclophosphamid |
| EC | Epirubicin + Cyclophosphamid |
| FAC | 5-Fluorouracil + Doxorubicin + Cyclophosphamid |
| FEC | 5-Fluorouracil + Epirubicin + Cyclophosphamid |
| G-BA | Gemeinsamer Bundesausschuss |
| G-CSF | Granulocyte-ColonyStimulatingFactor |
| GEKID | Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e. V. |
| GFR | glomeruläre Filtrationsrate |
| GKV | gesetzliche Krankenversicherung |
| HER2 | Human epidermal Growth Factor Receptor 2 (humaner epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor 2) |
| i. v. | intravenös |
| KOF | Körperoberfläche |
| NCT | Nationales Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg |
| pTNM- Klassifikation |
Pathologische-Tumor-Lymphknoten-Metastasen-Klassifikation |
| pU | pharmazeutischer Unternehmer |
| q1w | 1-malpro Woche |
| q3w | alle 3 Wochen |
| RKI | Robert Koch-Institut |
| s. c. | subkutan |
| TRM | Tumorregister München |
| UICC | Union for International Cancer Control |
II 1 Kommentar zur Anzahl der Patientinnen und Patienten mit therapeutisch bedeutsamem Zusatznutzen (Modul 3 A, Abschnitt 3.2)
Die Angaben des pharmazeutischen Unternehmers (pU) zur Anzahl der Patientinnen und Patienten mit therapeutisch bedeutsamem Zusatznutzen befinden sich in Modul 3 A (Abschnitt 3.2) des Dossiers.
II 1.1 Beschreibung der Erkrankung und Charakterisierung der Zielpopulation
Der pU stellt die Erkrankung Mammakarzinom nachvollziehbar und plausibel dar.
Die Zielpopulation charakterisiert der pU in Übereinstimmung mit dem vorliegenden Anwendungsgebiet der Fachinformation von Pertuzumab/Trastuzumab als adjuvant behandelbare Patientinnen und Patienten mit einem Humanen-epidermalen-Wachstumsfaktorrezeptor-2(HER2)-positivem frühem Mammakarzinom mit hohem Rezidivrisiko, definiert als solche mit nodalpositiver oder hormonrezeptornegativer Erkrankung [1]. Gemäß Fachinformation von Pertuzumab/Trastuzumab ist die Zielpopulation zusätzlich auf Erwachsene beschränkt.
II 1.2 Therapeutischer Bedarf
Der pU sieht im Anwendungsgebiet einen relevanten therapeutischen Bedarf. Der pU gibt an, dass immer noch viele Patientinnen und Patienten ein Rezidiv erleiden. Weiterhin war laut pU etwa jede 3. Patientin bzw. jeder 3. Patient mit einem HER2-positiven frühen Mammakarzinom nach 10 Jahren trotz adjuvanter Standardtherapie mit Trastuzumab nicht mehr krankheitsfrei und benötigte eine zumeist palliative Therapie.
II 1.3 Anzahl der Patientinnen und Patienten in der GKV-Zielpopulation
II 1.3.1 Beschreibung des Vorgehens des pU
Der pU stellt sowohl eine Herleitung zur aus seiner Sicht plausibelsten Anzahl als auch eine Herleitung zur Spanne der Anzahl der Patientinnen und Patienten in der Zielpopulation der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) dar. In der vorliegenden Bewertung wird ausschließlich die Herleitung der Spanne dargestellt und kommentiert, da in dieser – wie auch vom pU angegeben – Unsicherheiten berücksichtigt werden und die aus Sicht des pU plausibelste Anzahl innerhalb der Spanne liegt.
Der pU schätzt die Anzahl der Patientinnen und Patienten in der GKV-Zielpopulation über mehrere Schritte, die in Tabelle 1 zusammengefasst dargestellt sind und anschließend beschrieben werden.
Tabelle 1: Schritte des pU zur Ermittlung der Anzahl der Patientinnen und Patienten in der GKV-Zielpopulation
| Schritt | Vorgehen des pU | Anteil [%]a | Ergebnis (Patientenzahl)b |
|---|---|---|---|
| 1 | Mammakarzinom-Neuerkrankungen in Deutschland im Jahr 2022 | – | 67 548 |
| 2 | Patientinnen und Patienten, die in einem frühen Stadium erst- diagnostiziert werden |
90,0–93,3b | 60 793–63 022c |
| 3 | Patientinnen und Patienten, für die eine adjuvante Behandlung infrage kommt |
Subtraktion: 24 009–26 711d |
34 082–39 013c |
| 4 | Patientinnen und Patienten mit HER2-positivem Mammakarzinom | 12,1–13,9b | 4110–5430c |
| 5 | Patientinnen und Patienten, die ein hohes Rezidivrisiko aufweisen | 52,9–64,1b | 2173–3478 |
| 6 | Patientinnen und Patienten in der GKV | 88,1 | 1914–3064 |
| a. sofern nicht anders angegeben b. Die Berechnung basiert auf ungerundeten Werten, angegeben hingegen sind gerundete Werte. c. eigene Berechnung auf Basis der Angaben des pU d. Spanne der Patientinnen und Patienten, die gemäß pU im Jahr 2022 neu an einem Mammakarzinom erkranken und zum Erkrankungszeitpunkt das Tumorstadium M0 und T2, T3 oder T4 gemäß pTNM- Klassifikation aufweisen und für die somit – aus Sicht des pU – eine neoadjuvante Behandlung infrage kommt GKV: gesetzliche Krankenversicherung; HER2: humaner epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor 2; pTNM-Klassifikation: Pathologische-Tumor-Lymphknoten-Metastasen-Klassifikation; pU: pharmazeutischer Unternehmer |
Schritt 1: Mammakarzinom-Neuerkrankungen in Deutschland im Jahr 2022
Den Angaben des pU zufolge wurden basierend auf der Vorgehensweise des Robert KochInstituts (RKI) und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister e. V. (GEKID) [2] mittels einer Joinpoint-Regressionsanalyse auf Basis von geschlechts- und altersgruppenspezifischen loglinearen Modellen Trends im zeitlichen Verlauf der Inzidenzraten des Mammakarzinoms ermittelt. Die mittlere jährliche Änderung wurde gemäß pU beginnend im Jahr 2019 bis ins Jahr 2027 fortgeschrieben. Der pU gibt abschließend an, dass die prognostizierten Inzidenzraten für die Jahre 2019 bis 2027 mit den entsprechenden Bevölkerungszahlen des Statistischen Bundesamtes der 14. Koordinierten Bevölkerungsprognose (Variante 2: moderate Entwicklung der Geburtenhäufigkeit, der Lebenserwartung und des Wanderungssaldos) verrechnet wurden.
Insgesamt schätzt der pU eine Anzahl von 67 548 Mammakarzinom-Neuerkrankungen in Deutschland im Jahr 2022. Diese Schätzung liegt in einer vergleichbaren Größenordnung wie die vom RKI für das Jahr 2022 prognostizierte Anzahl von 67 570 MammakarzinomNeuerkrankungen in Deutschland (eigene Berechnung auf Basis der Prognose des RKI: 66 800 Frauen und 770 Männer [2]).
Schritt 2: Patientinnen und Patienten, die in einem frühen Stadium erstdiagnostiziert werden
Das Anwendungsgebiet ist gemäß Fachinformation beschränkt auf das frühe Mammakarzinom [1]. Der pU operationalisiert dies über das Tumorstadium M0 und T1, T2, T3 oder T4 gemäß Pathologische-Tumor-Lymphknoten-Metastasen(pTNM)-Klassifikation sowie – da nicht in jedem Fall Angaben gemäß pTNM-Klassifikation vorhanden sind – über das Stadium I, II oder III gemäß Union for International Cancer Control (UICC).
Den Anteil von Patientinnen und Patienten mit frühem Mammakarzinom (90,0 % bis 93,3 %) an allen Patientinnen und Patienten zum Zeitpunkt der Erstdiagnose ermittelt der pU auf Basis von Berichten von Landeskrebsregistern [3-11]. Der pU multipliziert die oben angegebene Spanne mit dem Ergebnis aus Schritt 1.
Schritt 3: Patientinnen und Patienten, für die eine adjuvante Behandlung infrage kommt
Der pU verweist auf sein Vorgehen in einem von ihm im Jahr 2021 zum Wirkstoff Pertuzumab/Trastuzumab eingereichtes Dossier [12]. Den Anteil von Patientinnen mit Tumorstadium M0 und T2, T3 oder T4 (37,5 %; eigene Berechnung) an allen Patientinnen mit pTNM-Klassifikation zum Diagnosezeitpunkt ermittelt der pU auf Basis von Daten des Tumorregisters München (TRM) [13] zu den Diagnosejahrgängen 1998 bis 2020. Der pU variiert den oben genannten Anteilswert um ±2 Prozentpunkte. Die sich daraus ergebende Spanne (35,5 % bis 39,5 %; eigene Berechnung) multipliziert der pU mit dem Ergebnis aus Schritt 1 und ermittelt eine Anzahl von 24 009 bis 26 711 Patientinnen und Patienten, für die aus Sicht des pU eine neoadjuvante Behandlung infrage kommt. Die Subtraktion der zugehörigen Anzahl von der Anzahl der Patientinnen und Patienten, die in einem frühen Stadium erstdiagnostiziert werden (Ergebnis aus Schritt 2), ergibt aus Sicht des pU die Anzahl derjenigen Patientinnen und Patienten, für die eine adjuvante Behandlung infrage kommt.
Schritt 4: Patientinnen und Patienten mit HER2-positivem Mammakarzinom
Für die untere Grenze des Anteilswerts für das HER2-positive Mammakarzinom zieht der pU eine Publikation von Rüschoff et al. [14] zu einer vom pU unterstützten Biomarkerstudie heran. Von 15 332 Proben aus den Jahren 2013 und 2014 war für 738 Proben das Tumorstadium M0 bekannt. Bei diesen Proben betrug der Anteil mit HER2-Positivität 12,1 %.
Für die obere Grenze zieht der pU eine Auswertung von Schrodi et al. [15] zu Daten des TRM heran. Diese umfasst Angaben zum Subtyp und zum Fernmetastasenstatus bei 32 450 Patientinnen mit einem invasiven Mammakarzinom, diagnostiziert in den Jahren 2004 bis 2015. Auf Basis der Auswertung für Patientinnen mit Tumorstadium M0 ermittelt der pU für die HER2-Positivität einen Anteilswert von 13,9 %.
Der pU multipliziert die Werte beider Grenzen mit dem Ergebnis aus Schritt 3.
Schritt 5: Patientinnen und Patienten, die ein hohes Rezidivrisiko aufweisen
Für die untere Grenze des Anteilswerts für ein hohes Rezidivrisiko zieht der pU die zu Schritt 4 genannte Publikation von Rüschoff et al. aus dem Jahr 2017 [14] heran. Den Angaben des pU zufolge zeige die zugehörige Biomarkerstudie, dass von den analysierten Patientinnen und Patienten mit HER2-positivem Mammakarzinom 52,9 % ein hohes Rezidivrisiko aufwiesen.
Für die obere Grenze zieht der pU eine Auswertung der Datenbank des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Heidelberg (NCT) [16] heran. In die Auswertung gingen Daten von 6473 Patientinnen und Patienten mit frühem Mammakarzinom ein, die sich im Zeitraum 01.01.2003 bis 31.03.2017 im NCT vorgestellt und ihre Behandlung begonnen hatten. Darunter sind 682 ausgewertete Patientinnen und Patienten mit HER2-positivem frühem Mammakarzinom, von denen 64,1 % ein hohes Rezidivrisiko aufwiesen.
Der pU multipliziert die Werte beider Grenzen mit dem Ergebnis aus Schritt 4.
Schritt 6: Patientinnen und Patienten in der GKV
Unter Berücksichtigung eines erwarteten GKV-Anteils unter den Betroffenen von 88,1 % [17,18] ermittelt der pU eine Anzahl von 1914 bis 3064 Patientinnen und Patienten in der GKVZielpopulation.
II 1.3.2 Bewertung des Vorgehens des pU
Das Vorgehen des pU ist rechnerisch weitgehend nachvollziehbar. Es entspricht methodisch im Wesentlichen seinem Vorgehen im Dossier aus dem Jahr 2021 zu Pertuzumab/Trastuzumab im gleichen Anwendungsgebiet [19]. Dementsprechend gelten die damaligen Unsicherheiten und die zu Schritt 1 beschriebene Unterschätzung auch für die aktuelle Herleitung der Patientenzahlen durch den pU. Das methodische Vorgehen des pU führt dazu, dass die von ihm angegebene Anzahl der Patientinnen und Patienten in der GKV-Zielpopulation – bei bestehenden Unsicherheiten – insgesamt als unterschätzt bewertet wird. Die maßgeblichen Gründe für diese Bewertung werden im Folgenden beschrieben.
Zu Schritt 1: Mammakarzinom-Neuerkrankungen
Für die Ausgangspopulation zieht der pU ausschließlich die Anzahl der Mammakarzinom-Neuerkrankungen heran. Der pU gibt an, Prävalenzdaten seien zur Berechnung der Zielpopulation nicht geeignet, da es sich im Anwendungsgebiet um neu diagnostizierte Patientinnen und Patienten handele, die nach der Diagnose adjuvant therapiert würden. Für diese Angabe liefert der pU keine Quelle. Es ist nicht auszuschließen, dass Patientinnen und Patienten, die vor dem aktuellen Jahr diagnostiziert wurden, im aktuellen Jahr die Kriterien des Anwendungsgebiets von Pertuzumab/Trastuzumab in der Adjuvanz erfüllen. Hierzu zählen Patientinnen und Patienten mit lokalem Rezidiv, für die eine adjuvante Chemotherapie eine Therapieoption darstellt [20,21]. Der pU liefert in Modul 3 A keine Angaben zur Anzahl dieser Patientinnen und Patienten. Da der pU sie in der Ausgangspopulation nicht berücksichtigt, unterschätzt er die Ausgangspopulation in diesem Schritt.
Zu Schritt 3: adjuvante Behandlung
Durch das Vorgehen des pU, alle Patientinnen und Patienten auszuschließen, für die aus seiner Sicht eine neoadjuvante Behandlung infrage kommt, berücksichtigt er nicht, dass für einen Teil dieser Patientinnen und Patienten eine adjuvante Behandlung ebenfalls eine mögliche Therapiealternative darstellt. Gemäß Fachinformation [1] ist eine Behandlung bei frühem Mammakarzinom mit hohem Rezidivrisiko sowohl neoadjuvant – unter Berücksichtigung von Tumorgröße, Grading, Hormonrezeptorstatus und Lymphknotenmetastasen – als auch adjuvant – bei nodalpositiver oder hormonrezeptornegativer Erkrankung – möglich. Die Kriterien für die Risikobewertung sind demnach zwar für die neoadjuvante und adjuvante Behandlung nicht identisch, sie überschneiden sich jedoch. Dementsprechend trägt das Vorgehen des pU, alle neoadjuvant behandelbaren Patientinnen und Patienten auszuschließen, maßgeblich zur Unterschätzung bei.
Die Unterschätzung zeigt sich auch bei Betrachtung der vom pU vorgenommenen Operationalisierungen: Indem er von der Anzahl aller Patientinnen und Patienten mit TumorStadium M0 und T1, T2, T3 oder T4 (Schritt 2) die Anzahl derjenigen mit Tumorstadium M0 und T2, T3 oder T4 abzieht (Schritt 3), stellt das Ergebnis von Schritt 3 die Anzahl neu erkrankter Patientinnen und Patienten mit Tumorstadium M0 und T1 dar. Für Patientinnen und Patienten mit Tumorstadium M0 und > T1 kommt jedoch auch eine adjuvante Behandlung infrage [21].
Zu Schritt 5: hohes Rezidivrisiko
Für die untere Grenze zum hohen Rezidivrisiko gibt der pU an, in der Biomarkerstudie seien 155 Patientinnen und Patienten mit HER2-positivem frühen Mammakarzinom eingeschlossen, von denen 52,9 % einen positiven Nodalstatus oder einen negativen Nodalstatus mit hormonrezeptornegativer Erkrankung aufwiesen. Für diese Zahlen besteht eine Unsicherheit, da sie der vom pU zitierten Quelle [14] nicht zu entnehmen sind.
Für die obere Grenze zum hohen Rezidivrisiko besteht ebenfalls eine Unsicherheit: Es gingen in die Auswertung nicht nur adjuvant, sondern auch neoadjuvant behandelte Patientinnen und Patienten ein. Es ist nicht auszuschließen, dass sich die Anteile mit hohem Rezidivrisiko zwischen beiden Populationen unterscheiden. Darüber hinaus ist unklar, wie ein frühes Mammakarzinom für diese Auswertung operationalisiert wurde.
Vergleich mit Patientenzahlen aus den früheren Verfahren im gleichen Anwendungsgebiet
Im Dossier aus dem Jahr 2021 zu Pertuzumab/Trastuzumab im gleichen Anwendungsgebiet [19] hat der pU für die GKV-Zielpopulation eine Spanne (1972 bis 3197 Patientinnen und Patienten) hergeleitet, die breiter ist als die Spanne im aktuellen Dossier zu Pertuzumab/Trastuzumab (1914 bis 3064 Patientinnen und Patienten), aber insgesamt in einer vergleichbaren Größenordnung liegt.
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
Abweichungen zwischen den Vorgehensweisen in den beiden Nutzenbewertungsverfahren zeigen sich in folgenden Aspekten:
eine für das Jahr 2022 im Vergleich zum Jahr 2021 vom pU niedrigere prognostizierte Anzahl an Mammakarzinom-Neuerkrankungen in Deutschland, die allerdings in einer vergleichbaren Größenordnung wie die Prognose des RKI für das Jahr 2022 liegt,
(teilweise) aktuellere Daten für die Anteilswerte zum frühen Stadium und zur Anzahl der Patientinnen und Patienten, für die aus Sicht des pU eine neoadjuvante Behandlung infrage kommt, und
ein für das Jahr 2022 angenommener und im Vergleich zum früheren Verfahren etwas höher liegender GKV-Anteil (88,1 % gegenüber 87,8 %).
Obwohl die im vorliegenden Verfahren vom pU hergeleitete Anzahl der Patientinnen und Patienten in der GKV-Zielpopulation auf einer im Vergleich zum früheren Verfahren aktualisierten Datenlage basiert, stellt sie wegen des (nahezu identischen) methodischen Vorgehens des pU keine bessere Schätzung dar als die im damaligen Dossier angegebene. Der Grund hierfür ist, dass sowohl die damaligen als auch die aktuellen Anzahlen (potenzielle) Unterschätzungen darstellen. Dies gilt auch für die Spanne aus einem früheren Verfahren zu Pertuzumab im gleichen Anwendungsgebiet (1635 bis 3979 Patientinnen und Patienten) [22,23].
II 1.3.3 Anzahl der Patientinnen und Patienten mit therapeutisch bedeutsamem Zusatznutzen
Es wurden durch den pU und in der vorliegenden Nutzenbewertung keine Subgruppen oder Teilpopulationen mit unterschiedlichen Aussagen zum Zusatznutzen identifiziert. Daher werden keine Patientenzahlen für Subgruppen oder Teilpopulationen mit unterschiedlichen Aussagen zum Zusatznutzen ausgewiesen.
II 1.3.4 Zukünftige Änderung der Anzahl der Patientinnen und Patienten
Auf Basis der prognostizierten Inzidenzraten des Mammakarzinoms (siehe Abschnitt II 1.3.1, Schritt 1) geht der pU implizit davon aus, dass die Anzahl der Patientinnen und Patienten in der Zielpopulation von 2173 bis 3478 im Jahr 2022 rückläufig ist und im Jahr 2027 eine Anzahl von 2055 bis 3288 Patientinnen und Patienten beträgt (jeweils vor Veranschlagung eines GKVAnteils).
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
II 1.3.5 Anzahl der Patientinnen und Patienten – Zusammenfassung
Tabelle 2: Anzahl der Patientinnen und Patienten in der GKV-Zielpopulation
| Bezeichnung der zu bewertenden Therapie |
Bezeichnung der Patientengruppe |
Anzahl der Patientinnen und Patienten |
Kommentar |
|---|---|---|---|
| Pertuzumab/ Trastuzumab |
adjuvant behandelbare erwachsene Patientinnen und Patienten mit HER2-positivem frühem Mammakarzinom mit hohem Rezidivrisiko (nodalpositiv oder hormonrezeptornegativ) |
1914–3064a | Die Angabe stellt – bei bestehenden Unsicherheiten – eine Unterschätzung dar. Auch die im Dossier aus dem Jahr 2021 zu Pertuzumab/Trastuzumab und im Dossier aus dem Jahr 2018 zu Pertuzumab im gleichen Anwendungsgebiet [19,22] bei im wesentlichen gleicher Methodik angegebenen Anzahlen (1972–3197 Patientinnen und Patienten bzw. 1635–3979 Patientinnen und Patienten) wurden als (potenziell) unterschätzt bewertet. |
| a. Angabe des pU. Der pU gibt zusätzlich eine aus seiner Sicht plausibelste Anzahl an, die innerhalb der Spanne liegt. GKV: gesetzliche Krankenversicherung; HER2: humaner epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor 2; pU: pharmazeutischer Unternehmer |
II 2 Kommentar zu den Kosten der Therapie für die GKV (Modul 3 A, Abschnitt 3.3)
Die Angaben des pU zu den Kosten der Therapie für die GKV befinden sich in Modul 3 A (Abschnitt 3.3) des Dossiers.
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die folgende zweckmäßige Vergleichstherapie benannt:
- ein Therapieschema; Trastuzumab, ein Taxan (Paclitaxel oder Docetaxel) und ggf. ein Anthrazyklin (Doxorubicin oder Epirubicin) enthaltend.
Vom pU dargestellte Therapieregime
Bei der Darstellung der Behandlungsdauer, des Verbrauchs sowie der Kosten orientiert sich der pU sowohl für Pertuzumab/Trastuzumab als auch für Trastuzumab im Rahmen der zweckmäßigen Vergleichstherapie an den in der Tabelle 3 aufgeführten Therapieregimen aus der Pertuzumab-Zulassungsstudie APHINITY. In dieser Studie wurden Pertuzumab und Trastuzumab intravenös (i. v.) als freie Kombination (Pertuzumab + Trastuzumab i. v.) statt als Fixkombination (Pertuzumab/Trastuzumab) und Trastuzumab ausschließlich i. v. statt zusätzlich subkutan (s. c.) verabreicht.
Tabelle 3: Therapieregime aus der Pertuzumab-Zulassungsstudie APHINITY
| Therapieregime mit Pertuzumab | Therapieregime ohne Pertuzumab |
|---|---|
| FEC, Docetaxel, Pertuzumab + Trastuzumab i. v. | FEC, Docetaxel, Trastuzumab i. v. |
| FAC, Docetaxel, Pertuzumab + Trastuzumab i. v. | FAC, Docetaxel, Trastuzumab i. v. |
| EC, Docetaxel, Pertuzumab + Trastuzumab i. v. | EC, Docetaxel, Trastuzumab i. v. |
| AC, Docetaxel, Pertuzumab + Trastuzumab i. v. | AC, Docetaxel, Trastuzumab i. v. |
| Docetaxel, Carboplatin, Pertuzumab + Trastuzumab i. v. | Docetaxel, Carboplatin, Trastuzumab i. v. |
| FEC, Paclitaxel q1w, Pertuzumab + Trastuzumab i. v. | FEC, Paclitaxel q1w, Trastuzumab i. v. |
| FAC, Paclitaxel q1w, Pertuzumab + Trastuzumab i. v. | FAC, Paclitaxel q1w, Trastuzumab i. v. |
| EC, Paclitaxel q1w, Pertuzumab + Trastuzumab i. v. | EC, Paclitaxel q1w, Trastuzumab i. v. |
| AC, Paclitaxel q1w, Pertuzumab + Trastuzumab i. v. | AC, Paclitaxel q1w, Trastuzumab i. v. |
| AC: Doxorubicin + Cyclophosphamid; EC: Epirubicin + Cyclophosphamid; FAC: 5-Fluorouracil + Doxorubicin + Cyclophosphamid; FEC: 5-Fluorouracil + Epirubicin + Cyclophosphamid; i. v.: intravenös; q1w: 1-mal pro Woche |
Zusätzlich macht der pU Angaben sowohl für Pertuzumab/Trastuzumab als auch für Trastuzumab jeweils in Kombination mit Doxorubicin + Cyclophosphamid (AC) gefolgt von Paclitaxel alle 3 Wochen (q3w) sowie für Trastuzumab zur s. c.-Anwendung, die nicht Bestandteil der Pertuzumab-Zulassungsstudie APHINITY waren.
Die vom pU berücksichtigten Therapieregime decken sich seinen Angaben zufolge mit den in relevanten Leitlinien empfohlenen Schemata und Dosierungen.
Für die vorliegende Bewertung werden die vom pU angegebenen Therapieprotokolle mit den Angaben in den Fachinformationen abgeglichen. Ist den Fachinformationen für das jeweilige Therapieregime kein Protokoll zu entnehmen oder liegen Abweichungen von den Angaben des pU vor, so erfolgt ein zusätzlicher Abgleich mit Empfehlungen in Leitlinien [20,21,24,25].
Vom pU nicht dargestellte Therapieregime
Den Angaben in Modul 4 A des Dossiers ist zu entnehmen, dass in der Studie APHINITY AC und Epirubicin + Cyclophosphamid (EC) nicht nur q3w wie vom pU dargestellt, sondern auch dosisdicht alle 2 Wochen mit zusätzlicher Gabe von Granulocyte-Colony Stimulating Factor (G-CSF) über 4 Zyklen gegeben werden konnten, wobei hierzu in der Fachinformation von Pertuzumab/Trastuzumab [1] keine Angaben vorliegen. Zu diesen Therapieregimen macht der pU keine Kostenangaben.
Es ist unklar, weshalb der pU die Behandlung mit Paclitaxel q3w auf die Vorbehandlung mit AC beschränkt. Der Fachinformation von Paclitaxel ist zur Dosierung zu entnehmen: „in dreiwöchigem Abstand über 4 Behandlungszyklen im Anschluss an eine AC-Therapie“, wobei davon ausgegangen wird, dass in der Fachinformation die Abkürzung AC für Anthrazykline und Cyclophosphamid steht [26]. Folglich kann Paclitaxel q3w auch nach den in Tabelle 3 aufgeführten anthrazyklinbasierten Behandlungen angewendet werden, d. h. nach
5-Fluorouracil + Epirubicin + Cyclophosphamid (FEC),
5-Fluorouracil + Doxorubicin + Cyclophosphamid (FAC) und
EC.
Auch wenn für Pertuzumab/Trastuzumab die Kombination mit einem Taxan nicht zwingend ist [1], stellt der pU keine taxanfreien Therapieprotokolle dar. Dies begründet er damit, dass spezifische Empfehlungen der Leitlinien für die Behandlung des HER2-positiven frühen Mammakarzinoms taxanhaltige Therapieregime umfassten [20,21,24,25]. Zudem stellt der pU nicht die Kombinationen von Paclitaxel mit Trastuzumab und Pertuzumab sowie von Trastuzumab mit Docetaxel und Cyclophosphamid dar, die gemäß Leitlinie unter bestimmten Umständen infrage kommen [25].
In der vorliegenden Bewertung wird übereinstimmend mit den Angaben des G-BA bei positivem Hormonrezeptorstatus von einer zusätzlichen endokrinen Therapie ausgegangen. Zu den dadurch entstehenden Kosten macht der pU keine Angaben. Weiterhin wird übereinstimmend mit den Angaben des G-BA davon ausgegangen, dass die Gabe von Trastuzumab über einen Zeitraum von 1 Jahr erfolgen sollte.
II 2.1 Behandlungsdauer
Die Angaben des pU zur Behandlungsdauer der in Kapitel II 2 bis vor dem vorliegenden Abschnitt aufgeführten Wirkstoffe in den jeweiligen Therapieregimen decken sich – sofern zu
entnehmen – weitgehend mit den Fachinformationen und Leitlinien. Abweichungen werden im Folgenden beschrieben.
Für Therapieregime, die eine anthrazyklinbasierte Behandlung umfassen, beträgt die Dauer der gesamten Behandlung – sofern kein Therapieabbruch im 1. Jahr vorliegt – mehr als 1 Jahr. Hierbei fällt ein Teil der Behandlung mit Pertuzumab/Trastuzumab bzw. Trastuzumab in das 2. Jahr. Der pU nimmt keine Aufteilung der Behandlung auf das 1. und 2. Jahr vor.
Für die zweckmäßige Vergleichstherapie ist gemäß Fachinformationen für Trastuzumab i. v. [27,28] zusätzlich die wöchentliche Verabreichung (q1w), zu der der pU keine Angaben macht, statt ausschließlich q3w zu berücksichtigen. Für Trastuzumab i. v. können demnach bei q1w entsprechend mehr Behandlungstage anfallen.
II 2.2 Verbrauch
Die Angaben des pU zur Dosierung der in Kapitel II 2 bis vor Abschnitt II 2.1 aufgeführten Wirkstoffe in den jeweiligen Therapieregimen decken sich unter Berücksichtigung der von ihm angesetzten Anzahl an Behandlungen – sofern zu entnehmen – weitgehend mit den Fachinformationen und Leitlinien.
Sind den Fachinformationen für das zu bewertende Anwendungsgebiet keine Dosierungsangaben zu entnehmen, zieht der pU die Dosierungen der Studie APHINITY heran. Abweichungen und Ergänzungen werden im Folgenden beschrieben und beziehen sich – sofern nicht anders angegeben – sowohl auf die Therapieregime mit Pertuzumab/Trastuzumab als auch auf die zweckmäßige Vergleichstherapie.
Abhängigkeit des Verbrauchs von Körpergewicht und Körperoberfläche
Der Verbrauch von Trastuzumab i. v. richtet sich nach dem Körpergewicht. Der Verbrauch von 5-Fluorouracil, Cyclophosphamid, Docetaxel, Paclitaxel, Doxorubicin, Epirubicin und ggf. Carboplatin richtet sich nach der Körperoberfläche (KOF). Der pU legt für seine Berechnungen die durchschnittlichen Körpermaße von Frauen (≥ 18 Jahre) gemäß den Mikrozensusdaten des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2017 [29] sowie ggf. die DuBois-Formel zugrunde. Für Männer kann der Verbrauch entsprechend höher liegen.
Docetaxel in carboplatinfreien Therapieregimen als Kombinationspartner von Pertuzumab/Trastuzumab
Für Docetaxel veranschlagt der pU eine Initialdosis von 75 mg/m[2] KOF und eine Erhaltungsdosis von 100 mg/m[2] KOF. Gemäß der Fachinformation von Pertuzumab/Trastuzumab [1] ist eine Steigerung auf diese Erhaltungsdosis jedoch nicht zwingend. Zusätzlich ist der Fachinformation von Pertuzumab/Trastuzumab [1] zu entnehmen, dass alternativ Docetaxel ab Behandlungsbeginn mit einer Dosis von 100 mg/m[2] KOF verabreicht werden kann. Somit wäre es angemessener gewesen, für die Kombination mit Pertuzumab/Trastuzumab in carboplatinfreien Therapieregimen als untere Grenze des
Verbrauchs eine durchgehende Dosis von 75 mg/m[2] KOF sowie als obere Grenze eine durchgehende Dosis von 100 mg/m[2] KOF zu veranschlagen.
Docetaxel in carboplatinfreien Therapieregimen als Kombinationspartner von Trastuzumab q3w
Für die carboplatinfreien Therapieregime mit Docetaxel als Kombinationspartner von Trastuzumab q3w sind den Quellen [20,21,24,25,27,28,30] keine expliziten Angaben zur zugelassenen Dosis im adjuvanten Setting zu entnehmen. Die Angaben des pU basieren auf der Studie APHINITY. Dabei veranschlagt der pU für Docetaxel in Kombination mit Trastuzumab q3w den gleichen Verbrauch wie in Kombination mit Pertuzumab/Trastuzumab in carboplatinfreien Therapieregimen (siehe vorigen Absatz). Es wäre angemessener gewesen, als untere Grenze des Verbrauchs eine durchgehende Dosis von 75 mg/m[2] KOF sowie als obere Grenze eine durchgehende Dosis von 100 mg/m[2] KOF zu veranschlagen. Diese Dosierungen waren auch gemäß Therapieprotokoll der Studie APHINITY möglich.
Paclitaxel
Für Paclitaxel q3w gibt der pU als untere Grenze die in der Fachinformation empfohlene Dosis von 175 mg/m[2] KOF an [26]. Zusätzlich veranschlagt der pU als obere Grenze eine Dosis von 225 mg/m[2] KOF. Laut pU gehöre diese Dosis gemäß der S3-Leitlinie [21] ebenfalls zum Therapiestandard. Der Leitlinie ist diese Dosis jedoch nicht zu entnehmen. Während für die Kombination mit Pertuzumab/Trastuzumab keine Angaben zu Paclitaxel q3w vorliegen [1], lässt sich der Fachinformation von Trastuzumab i. v. [27] ausschließlich die vom pU als untere Grenze angesetzte Dosis für Paclitaxel im Rahmen eines Therapieprotokolls in Abschnitt 5.1 entnehmen. Da den Quellen [1,20,21,24-27,30] für die Kombinationen mit Pertuzumab/Trastuzumab bzw. Trastuzumab keine Hinweise auf eine Dosis von 225 mg/m[2] KOF zu entnehmen sind, wird auf Basis dieser Quellen in der vorliegenden Bewertung für Paclitaxel q3w ausschließlich die Dosis von 175 mg/m[2] KOF herangezogen. Dementsprechend stellt die obere Grenze des vom pU ermittelten Verbrauchs für Paclitaxel q3w eine Überschätzung dar.
Doxorubicin
Für Doxorubicin veranschlagt der pU gemäß Protokoll der Studie APHINITY je Behandlung eine Dosis von 50 mg/m[2] KOF (betrifft Therapieregime mit FAC) bzw. 60 mg/m[2] KOF (betrifft Therapieregime mit AC). Dies führt zumindest in Kombination mit Trastuzumab zu einer Überschätzung des Verbrauchs bei Veranschlagung von 4 Behandlungen pro Patientin bzw. Patient, weil dadurch die in den Fachinformationen von Trastuzumab [27,30] angegebene maximale kumulative Doxorubicin-Dosis von 180 mg/m[2] KOF überschritten wird. Dies betrifft die obere Grenze des Doxorubicin-Verbrauchs innerhalb der FAC-Therapieregime sowie generell den Doxorubicin-Verbrauch innerhalb der AC-Therapieregime.
Epirubicin
Für Epirubicin veranschlagt der pU gemäß Protokoll der Studie APHINITY eine Dosis von 90 mg/m[2] bis 120 mg/m[2] KOF pro Verabreichung. Die obere Grenze stellt bei den dafür vom pU veranschlagten 4 Behandlungen pro Patientin bzw. Patient eine Überschätzung zumindest in Kombination mit Trastuzumab dar, weil dadurch die in den Fachinformationen von Trastuzumab [27,30] angegebene maximale kumulative Epirubicin-Dosis von 360 mg/m[2] KOF überschritten wird.
Carboplatin
Für Carboplatin gibt der pU an, die Dosis werde anhand der Calvert-Formel unter Berücksichtigung der glomerulären Filtrationsrate (GFR) verwendet. Die Berechnung der Dosis anhand der Calvert-Formel ist auch der Fachinformation von Carboplatin zu entnehmen [31]. Gemäß pU sei die GFR individuell sehr unterschiedlich und nehme ab einem Alter von 20 bis 30 Jahren um ca. 1 ml/min/1,73 m[2] pro Jahr ab, wobei dies der vom pU zitierten Quelle [32] nicht zu entnehmen ist. Zur Bestimmung des Verbrauchs von Carboplatin zieht der pU die mediane Dosierung für das Therapieregime mit Pertuzumab/Trastuzumab aus dem Pertuzumab-Arm (649 mg) und für die Therapieregime der zweckmäßigen Vergleichstherapie aus dem Vergleichsarm (660 mg) der Studie APHINITY heran. Als Alternative zur GFRabhängigen Dosis ist in der Fachinformation [31] eine empfohlene Dosis von 400 mg/m[2] KOF angegeben.
II 2.3 Kosten des zu bewertenden Arzneimittels und der zweckmäßigen Vergleichstherapie
Für alle Wirkstoffe stellen die Angaben des pU den Stand der Lauer-Taxe vom 01.07.2022 dar. Diese Angaben sind – mit Ausnahme von Doxorubicin in der Wirkstärke 10 mg (siehe nächsten Absatz) – korrekt.
Für Doxorubicin in der Wirkstärke 10 mg ergibt sich bei eigener Berechnung auf Grundlage des Festbetrags ein höherer Rabatt als vom pU angegeben. Für Doxorubicin ist eine wirtschaftlichere Wirkstärke verfügbar als vom pU veranschlagt, die jedoch eine größere Anzahl an Durchstechflaschen erfordern würde.
Für 5-Fluorouracil veranschlagt der pU für die Wirkstärke von 2500 mg einen Rabatt auf Basis des Festbetrags, der nicht zu veranschlagen ist, da für diese Wirkstärke ein Solitärstatus – also kein generischer Wettbewerb – besteht.
Für Epirubicin zieht der pU für die Wirkstärken 20 mg und 200 mg Präparate heran, die eine gebrauchsfertige Lösung und somit insgesamt die wirtschaftlichste Option darstellen, wenn hierfür keine Zubereitungspauschale veranschlagt wird (siehe jedoch auch Abschnitt II 2.4).
Für Docetaxel ist eine Wirkstärke verfügbar, die eine geringere Anzahl an Durchstechflaschen erfordert, jedoch weniger wirtschaftlich ist.
Für die Kombinationen mit Trastuzumab macht der pU Angaben getrennt für die Darreichungsformen i. v. und s. c. Eine wirtschaftlichere Option besteht in der Kombination aus beiden Darreichungsformen (Initialdosis s. c. und jede Erhaltungsdosis i. v.).
II 2.4 Kosten für zusätzlich notwendige GKV-Leistungen
Für Paclitaxel veranschlagt der pU Kosten für eine Begleitmedikation. Dabei zieht er für Dexamethason die größte Packung heran (50 Stück). Bei Berücksichtigung von Verwurf sind für die vom pU angesetzte Anzahl von 4 bzw. 12 Behandlungen pro Patientin bzw. Patient kleinere Packungen zu veranschlagen. Auch für die weiteren vom pU herangezogenen Wirkstoffe der Begleitmedikation (Dimetindenmaleat und Cimetidin) berücksichtigt er keinen Verwurf, da seine Berechnung auf der Anzahl verbrauchter Ampullen statt ganzer Packungen basiert.
Es entstehen Kosten für weitere zusätzlich notwendige GKV-Leistungen, die der pU nicht veranschlagt. Dazu zählen beispielsweise die Überwachung der Herzfunktion, Kontrollen des Blutbilds, Kosten für Infusionen sowie die praxisklinische Betreuung [1,26-28,30,31,33-35].
Die Kosten für die Herstellung parenteraler Zubereitungen mit Zytostatika bzw. monoklonalen Antikörpern nach Hilfstaxe berücksichtigt der pU je Behandlung weitgehend korrekt. Für die von ihm gewählten Epirubicin-Präparate in den Wirkstärken 20 mg und 200 mg [35] veranschlagt er die Zubereitungspauschale für jede Behandlung, obwohl diese Präparate gebrauchsfertige Lösungen sind, für die eine Verdünnung nicht zwingend ist.
II 2.5 Jahrestherapiekosten
Der pU beziffert die Jahrestherapiekosten für die in Kapitel II 2 bis vor Abschnitt II 2.1 aufgeführten Therapieregime. Eine Übersicht über diese vom pU berechneten Jahrestherapiekosten findet sich in Tabelle 4 in Abschnitt II 2.6.
Die vom pU berechneten Jahrestherapiekosten enthalten Arzneimittelkosten, Kosten für die Herstellung parenteraler Zubereitungen nach Hilfstaxe und – bei Therapieregimen, die Paclitaxel beinhalten – Kosten für zusätzlich notwendige GKV-Leistungen.
Für alle Therapieregime können bei positivem Hormonrezeptorstatus Kosten für eine zusätzliche endokrine Therapie entstehen, zu denen der pU keine Angaben macht.
Arzneimittelkosten
Die folgenden Bewertungen gelten für die vom pU vorgenommene Trennung der Darreichungsformen von Trastuzumab (siehe Abschnitt II 2.3).
Die vom pU angegebenen Arzneimittelkosten sind je Therapieregime für die vom pU angesetzte Anzahl an Behandlungen pro Patientin bzw. Patient und die von ihm angesetzte Dosis weitgehend plausibel. Es bestehen jedoch – bei Berücksichtigung der Fachinformationen
– für die Anzahl an Behandlungen und für die Dosis ggf. Abweichungen, deren Konsequenzen im Folgenden erläutert werden.
Pertuzumab/Trastuzumab + Kombinationspartner
Für alle carboplatinfreien Therapieregime, die Docetaxel umfassen, liegt bei Veranschlagung einer Spanne der Dosis von Docetaxel (siehe Abschnitt II 2.2) die untere Grenze niedriger und die obere Grenze höher als die vom pU angegebenen Arzneimittelkosten. Für die Kombination mit AC gefolgt von Docetaxel ist für Doxorubicin zudem der abweichende Rabatt auf Basis des Festbetrags (siehe Abschnitt II 2.3) zu beachten.
Für die Therapieregime, die FEC oder FAC und Paclitaxel q1w umfassen, sind die vom pU angegebenen Arzneimittelkosten trotz des nicht zu veranschlagenden Rabatts auf Basis des Festbetrags für 5-Fluorouracil in der Wirkstärke 2500 mg (siehe Abschnitt II 2.3) in der Größenordnung plausibel. Weiterhin sind die vom pU angegebenen Arzneimittelkosten für das Therapieregime, das EC und Paclitaxel q1w umfasst, plausibel.
Für die Kombination mit AC gefolgt von Paclitaxel q1w und die untere Grenze in Kombination mit AC gefolgt von Paclitaxel q3w sind die Angaben des pU trotz des abweichenden Rabatts auf Basis des Festbetrags von Doxorubicin in der Größenordnung plausibel. Die als obere Grenze bei Kombination mit AC gefolgt von Paclitaxel q3w angegebenen Arzneimittelkosten sind insbesondere aufgrund der vom pU herangezogenen Dosis von Paclitaxel (siehe Abschnitt II 2.2) überschätzt.
Für das carboplatinhaltige Therapieregime sind die Angaben des pU bei der von ihm veranschlagten Dosierung von Carboplatin (siehe Abschnitt II 2.2) plausibel.
Trastuzumab + Kombinationspartner
Für die carboplatinfreien Therapieregime, die Docetaxel umfassen, weichen die Arzneimittelkosten von den Angaben des pU ab. Ein Grund dafür ist die zu veranschlagende Spanne der Dosis von Docetaxel (siehe Abschnitt II 2.2). Ein weiterer Grund ist die vom pU für die obere Grenze veranschlagte Dosis von Epirubicin bzw. Doxorubicin, weil dadurch die in den Fachinformationen von Trastuzumab [27,30] angegebenen maximalen kumulativen Dosierungen überschritten werden (siehe Abschnitt II 2.2).
Für die Therapieregime, die FEC oder EC und Paclitaxel umfassen, sind die vom pU als untere Grenzen ausgewiesenen Arzneimittelkosten plausibel. Die als obere Grenzen angegebenen Arzneimittelkosten sind aufgrund der vom pU veranschlagten Dosis von Epirubicin (siehe vorigen Absatz) überschätzt. Für die Therapieregime, die FAC und Paclitaxel umfassen, sind die vom pU als untere Grenzen ausgewiesenen Arzneimittelkosten plausibel. Die vom pU als obere Grenzen angegebenen Arzneimittelkosten sind trotz der von ihm veranschlagten Dosis von Doxorubicin (siehe vorigen Absatz) in der Größenordnung plausibel. Die vom pU angegebenen Arzneimittelkosten für die Therapieregime mit AC gefolgt von Paclitaxel sind
insbesondere aufgrund der vom pU veranschlagten Dosis von Doxorubicin und – gilt ausschließlich für q3w – Paclitaxel überschätzt.
Zusätzlich können bei der wöchentlichen Verabreichung von Trastuzumab i. v. (siehe Abschnitt II 2.1) die Arzneimittelkosten von den Angaben des pU abweichen, da diese auf einer Verabreichung alle 3 Wochen basieren.
Für das carboplatinhaltige Therapieregime sind die Angaben des pU bei der von ihm veranschlagten Dosierung von Carboplatin (siehe Abschnitt II 2.2) plausibel.
Kosten für zusätzlich notwendige GKV-Leistungen und gemäß Hilfstaxe
Der pU veranschlagt für Therapieregime, die Paclitaxel umfassen, Kosten für eine Begleitmedikation. Für alle vom pU dargestellten Therapieregime entstehen Kosten für (weitere) zusätzlich notwendige GKV-Leistungen, die er nicht veranschlagt (siehe Abschnitt II 2.4).
Die Kosten für die Herstellung parenteraler Zubereitungen mit Zytostatika bzw. monoklonalen Antikörpern nach Hilfstaxe gibt der pU je Behandlung weitgehend korrekt an. Für die vom pU gewählten Epirubicin-Präparate für die Wirkstärken 20 mg und 200 mg ist – abweichend vom Vorgehen des pU – die Zubereitungspauschale nicht zwingend zu veranschlagen, da es sich bei diesen Präparaten um gebrauchsfertige Lösungen handelt, für die eine Verdünnung lediglich optional ist.
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
II 2.6 Kosten der Therapie für die GKV – Zusammenfassung
Tabelle 4: Kosten für die GKV für das zu bewertende Arzneimittel und die zweckmäßige Vergleichstherapie pro Patientin oder Patient bezogen auf 1 Jahr (mehrseitige Tabelle)
| Bezeichnung der zu bewertenden Therapiea bzw. der zweckmäßigen Vergleichstherapiea, b |
Bezeichnung der zu bewertenden Therapiea bzw. der zweckmäßigen Vergleichstherapiea, b |
Bezeichnung der Patienten- gruppe |
Arzneimittel- kosten in €c |
Kosten für zusätzlich notwendige GKV-Leis- tungen in €c |
Kosten für sonstige GKV-Leis- tungen (ge- mäß Hilfs- taxe) in €c |
Jahres- therapie- kosten in €c |
Kommentar |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| z |
u bewertende Therapiea: Pertuzumab/Trastuzumab in Kombination mit | ||||||
| FEC, Docetaxel | adjuvant behandelbare erwachsene Patientinnen und Patienten mit HER2- positivem frühem Mamma- karzinom mit hohem Rezidivrisiko (nodalpositiv oder hormon- rezeptor- negativ) |
89 655,11– 91 708,86 |
0 | 729,00– 972,00 |
90 384,11– 92 680,86 |
Die Angaben zu den Arzneimittelkosten sind für die vom pU veranschlagte Dosis (in der Größenordnung) plausibel. Bei Veranschlagung einer Spanne der Dosis von Docetaxel liegt die untere Grenze niedriger und die obere Grenze höher als die vom pU angegebenen Arzneimittelkosten.d Es entstehen Kosten für zusätzlich notwendige GKV-Leistungen, die er nicht veranschlagt. Die Angaben zu Kosten gemäß Hilfstaxe sind weitgehend korrekt. Für die vom pU gewählten Epirubicin- Präparate der Wirkstärken 20 mg und 200 mg ist – abweichend vom Vorgehen des pU – die Zubereitungspauschale nicht zwingend zu veranschlagen. Ein Teil der vom pU angegebenen Kosten, die durch Pertuzumab/Trastuzumab entstehen, fällt erst im 2. Jahr an. |
|
| FAC, Docetaxel | 89 101,67– 90 321,22 |
0 | 729,00– 972,00 |
89 830,67– 91 293,22 |
|||
| EC, Docetaxel | 90 080,22– 91 625,58 |
0 | 567,00– 648,00 |
90 647,22– 92 273,58 |
|||
| AC, Docetaxel | 89 488,06– 90 383,70 |
0 | 567,00– 648,00 |
90 055,06– 91 031,70 |
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
Tabelle 4: Kosten für die GKV für das zu bewertende Arzneimittel und die zweckmäßige Vergleichstherapie pro Patientin oder Patient bezogen auf 1 Jahr (mehrseitige Tabelle)
| Bezeichnung der zu bewertenden Therapiea bzw. der zweckmäßigen Vergleichstherapiea, b |
Bezeichnung der zu bewertenden Therapiea bzw. der zweckmäßigen Vergleichstherapiea, b |
Bezeichnung der Patienten- gruppe |
Arzneimittel- kosten in €c |
Kosten für zusätzlich notwendige GKV-Leis- tungen in €c |
Kosten für sonstige GKV-Leis- tungen (ge- mäß Hilfs- taxe) in €c |
Jahres- therapie- kosten in €c |
Kommentar |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| FEC, Paclitaxel q1w | siehe oben | 92 318,30– 93 476,41 |
171,97 | 1458,00– 1620,00 |
93 948,27– 95 268,38 |
Für die Therapieregime, die Paclitaxel q1w umfassen, sowie für die untere Grenze bei Kombination mit AC, Paclitaxel q3w sind die Arzneimittelkosten (in der Größenordnung) plausibel. Die als obere Grenze bei Kombination mit AC, Paclitaxel q3w angegebenen Arzneimittelkosten sind insbesondere aufgrund der vom pU herangezogenen Dosis von Paclitaxel überschätzt.d Es entstehen Kosten für weitere zusätzlich notwendige GKV- Leistungen, die er nicht veranschlagt. Die Angaben zu Kosten gemäß Hilfstaxe sind weitgehend korrekt. Für die vom pU gewählten Epirubicin-Präparate der Wirkstärken 20 mg und 200 mg ist – abweichend vom Vorgehen des pU – die Zubereitungspauschale nicht zwingend zu veranschlagen. Ein Teil der vom pU angegebenen Kosten, die durch Pertuzumab/Trastuzumab entstehen, fällt erst im 2. Jahr an. |
|
| FAC, Paclitaxel q1w | 91 764,86– 92 063,29 |
171,97 | 1458,00– 1620,00 |
93 394,83– 93 855,26 |
|||
| EC, Paclitaxel q1w | 92 743,41– 93 393,13 |
171,97 | 1296,00 | 94 211,38– 94 861,10 |
|||
| AC, Paclitaxel q1w | 92 151,25 | 171,97 | 1296,00 | 93 619,22 | |||
| AC, Paclitaxel q3w | 90 787,89– 91 496,73 |
57,32 | 648,00 | 91 493,21– 92 202,05 |
|||
| Docetaxel, Carboplatin |
91 689,01 | 0 | 972,00 | 92 661,01 | Die Angaben zu Arzneimittelkosten sind bei der vom pU veranschlagten Dosierung von Carboplatin plausibel.d Es entstehen Kosten für zusätzlich notwendige GKV-Leistungen, die er nicht veranschlagt. Die Angaben zu Kosten gemäß Hilfstaxe sind plausibel. |
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
Tabelle 4: Kosten für die GKV für das zu bewertende Arzneimittel und die zweckmäßige Vergleichstherapie pro Patientin oder Patient bezogen auf 1 Jahr (mehrseitige Tabelle)
| Bezeichnung der zu bewertenden Therapiea bzw. der zweckmäßigen Vergleichstherapiea, b |
Bezeichnung der zu bewertenden Therapiea bzw. der zweckmäßigen Vergleichstherapiea, b |
Bezeichnung der Patienten- gruppe |
Arzneimittel- kosten in €c |
Kosten für zusätzlich notwendige GKV-Leis- tungen in €c |
Kosten für sonstige GKV-Leis- tungen (ge- mäß Hilfs- taxe) in €c |
Jahres- therapie- kosten in €c |
Kommentar |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| zweckmäßige Vergleichstherapiea, b: Therapieregime mit Trastuzumab FEC, Docetaxel, Trastuzumab i. v. adjuvant behandelbare erwachsene Patientinnen und Patienten mit HER2- positivem frühem Mamma- karzinom mit hohem Rezidivrisiko (nodalpositiv oder hormon- rezeptor- negativ) 41 640,57– 43 694,32 0 FEC, Docetaxel, Trastuzumab s. c. 50 816,56– 52 870,31 0 FAC, Docetaxel, Trastuzumab i. v. 41 087,13– 42 306,68 0 FAC, Docetaxel, Trastuzumab s. c. 50 263,12– 51 482,67 0 EC, Docetaxel, Trastuzumab i. v. 42 065,68– 43 611,04 0 EC, Docetaxel, Trastuzumab s. c. 51 241,67– 52 787,03 0 AC, Docetaxel, Trastuzumab i. v. 41 473,52– 42 369,16 0 AC, Docetaxel, Trastuzumab s. c. 50 649,51– 51 545,15 0 FEC, Paclitaxel q1w, Trastuzumab i. v. 44 303,76– 45 461,87 171,97 FEC, Paclitaxel q1w, Trastuzumab s. c. 53 479,75– 54 637,86 171,97 FAC, Paclitaxel q1w, Trastuzumab i. v. 43 750,32– 44 074,23 171,97 FAC, Paclitaxel q1w, Trastuzumab s. c. 52 926,31– 53 250,22 171,97 |
i. v. oder Trastuzumab s. c | . | |||||
| FEC, Docetaxel, Trastuzumab i. v. |
adjuvant behandelbare erwachsene Patientinnen und Patienten mit HER2- positivem frühem Mamma- karzinom mit hohem Rezidivrisiko (nodalpositiv oder hormon- rezeptor- negativ) |
41 640,57– 43 694,32 |
0 | 2007,00– 2250,00 |
43 647,57– 45 944,32 |
Für die Therapieregime, die Docetaxel umfassen, weichen die Arzneimittelkosten von den Angaben des pU ab. Für die Therapieregime, die FEC oder EC und Paclitaxel umfassen, sind die für die vom pU veranschlagte Behandlungsdauer und Trennung von Trastuzumab i. v. und s. c. als untere Grenzen angegebenen Arzneimittelkosten plausibel und die oberen Grenzen sowie die Arzneimittelkosten für die Therapieregime mit AC und Paclitaxel überschätzt. Für die Therapieregime, die FAC und Paclitaxel umfassen, sind die Angaben zu Arzneimittelkosten für die vom pU veranschlagte Behandlungsdauer und Trennung von Trastuzumab i. v. und s. c. als untere Grenze plausibel und für die obere Grenze in der Größenordnung plausibel. Bei der wöchentlichen Verabreichung von Trastuzumab i. v. können die Arzneimittelkosten von den Angaben des pU abweichen.d Es entstehen Kosten für (weitere) zusätzlich notwendige GKV- Leistungen, die der pU nicht veranschlagt. Die Angaben zu Kosten gemäß Hilfstaxe je Behandlung sind weitgehend korrekt. Für die vom pU gewählten Epirubicin-Präparate der Wirkstärken 20 mg und 200 mg ist – abweichend vom Vorgehen des pU – die Zubereitungspauschale nicht zwingend zu veranschlagen. Ein Teil der vom pU angegebenen Kosten, die durch Trastuzumab entstehen, fällt erst im 2. Jahr an. |
|
| FEC, Docetaxel, Trastuzumab s. c. |
50 816,56– 52 870,31 |
0 | 729,00– 972,00 |
51 545,56– 53 842,31 |
|||
| FAC, Docetaxel, Trastuzumab i. v. |
41 087,13– 42 306,68 |
0 | 2007,00– 2250,00 |
43 094,13– 44 556,68 |
|||
| FAC, Docetaxel, Trastuzumab s. c. |
50 263,12– 51 482,67 |
0 | 729,00– 972,00 |
50 992,12– 52 454,67 |
|||
| EC, Docetaxel, Trastuzumab i. v. |
42 065,68– 43 611,04 |
0 | 1845,00– 1926,00 |
43 910,68– 45 537,04 |
|||
| EC, Docetaxel, Trastuzumab s. c. |
51 241,67– 52 787,03 |
0 | 567,00– 648,00 |
51 808,67– 53 435,03 |
|||
| AC, Docetaxel, Trastuzumab i. v. |
41 473,52– 42 369,16 |
0 | 1845,00– 1926,00 |
43 318,52– 44 295,16 |
|||
| AC, Docetaxel, Trastuzumab s. c. |
50 649,51– 51 545,15 |
0 | 567,00– 648,00 |
51 216,51– 52 193,15 |
|||
| FEC, Paclitaxel q1w, Trastuzumab i. v. |
44 303,76– 45 461,87 |
171,97 | 2736,00– 2898,00 |
47 211,73– 48 531,84 |
|||
| FEC, Paclitaxel q1w, Trastuzumab s. c. |
53 479,75– 54 637,86 |
171,97 | 1458,00– 1620,00 |
55 109,72– 56 429,83 |
|||
| FAC, Paclitaxel q1w, Trastuzumab i. v. |
43 750,32– 44 074,23 |
171,97 | 2736,00– 2898,00 |
46 658,29– 47 144,20 |
|||
| FAC, Paclitaxel q1w, Trastuzumab s. c. |
52 926,31– 53 250,22 |
171,97 | 1458,00– 1620,00 |
54 556,28– 55 042,19 |
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
Tabelle 4: Kosten für die GKV für das zu bewertende Arzneimittel und die zweckmäßige Vergleichstherapie pro Patientin oder Patient bezogen auf 1 Jahr (mehrseitige Tabelle)
| Bezeichnung der zu bewertenden Therapiea bzw. der zweckmäßigen Vergleichstherapiea, b |
Bezeichnung der zu bewertenden Therapiea bzw. der zweckmäßigen Vergleichstherapiea, b |
Bezeichnung der Patienten- gruppe |
Arzneimittel- kosten in €c |
Kosten für zusätzlich notwendige GKV-Leis- tungen in €c |
Kosten für sonstige GKV-Leis- tungen (ge- mäß Hilfs- taxe) in €c |
Jahres- therapie- kosten in €c |
Kommentar |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| EC, Paclitaxel q1w, Trastuzumab i. v. |
siehe oben | 44 728,87– 45 378,59 |
171,97 | 2574,00 | 47 474,84– 48 124,56 |
siehe oben | |
| EC, Paclitaxel q1w, Trastuzumab s. c. |
53 904,86– 54 554,58 |
171,97 | 1296,00 | 55 372,83– 56 022,55 |
|||
| AC, Paclitaxel q1w, Trastuzumab i. v. |
44 136,71 | 171,97 | 2574,00 | 46 882,68 | |||
| AC, Paclitaxel q1w, Trastuzumab s. c. |
53 312,70 | 171,97 | 1296,00 | 54 780,67 | |||
| AC, Paclitaxel q3w, Trastuzumab i. v. |
42 773,35– 43 482,19 |
57,32 | 1926,00 | 44 756,67– 45 465,51 |
|||
| AC, Paclitaxel q3w, Trastuzumab s. c. |
51 949,34– 52 658,18 |
57,32 | 648,00 | 52 654,66– 53 363,50 |
|||
| Docetaxel, Carboplatin, Trastuzumab i. v. |
43 864,91 | 0 | 2250,00 | 46 114,91 | Die Angaben zu Arzneimittelkosten sind bei der vom pU veranschlagten Dosierung von Carboplatin sowie der von ihm vorgenommenen Trennung der Darreichungsformen von Trastuzumab plausibel.d Es entstehen Kosten für zusätzlich notwendige GKV-Leistungen, die der pU nicht veranschlagt. Die Angaben zu Kosten gemäß Hilfstaxe je Behandlung sind plausibel. |
||
| Docetaxel, Carboplatin, Trastuzumab s. c. |
53 040,90 | 0 | 972,00 | 54 012,90 | |||
| a. Für das zu bewertende Arzneimittel sowie für die zweckmäßige Vergleichstherapie zieht der pU die Chemotherapieregime der Studie APHINITY (siehe Tabelle 3) sowie die Chemotherapieregime AC, Paclitaxel q3w mit Pertuzumab/Trastuzumab bzw. Trastuzumab heran. b. Der G-BA hat die folgende zweckmäßige Vergleichstherapie benannt: ein Therapieschema; Trastuzumab, ein Taxan (Paclitaxel oder Docetaxel) und ggf. ein Anthrazyklin (Doxorubicin oder Epirubicin) enthaltend. c. Angaben des pU d. Bei positivem Hormonrezeptorstatus können Kosten für eine zusätzliche endokrine Therapie entstehen, zu denen der pU keine Angaben macht. |
a. Für das zu bewertende Arzneimittel sowie für die zweckmäßige Vergleichstherapie zieht der pU die Chemotherapieregime der Studie APHINITY (siehe Tabelle 3) sowie die Chemotherapieregime AC, Paclitaxel q3w mit Pertuzumab/Trastuzumab bzw. Trastuzumab heran.
b. Der G-BA hat die folgende zweckmäßige Vergleichstherapie benannt: ein Therapieschema; Trastuzumab, ein Taxan (Paclitaxel oder Docetaxel) und ggf. ein Anthrazyklin (Doxorubicin oder Epirubicin) enthaltend.
c. Angaben des pU
d. Bei positivem Hormonrezeptorstatus können Kosten für eine zusätzliche endokrine Therapie entstehen, zu denen der pU keine Angaben macht.
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
Tabelle 4: Kosten für die GKV für das zu bewertende Arzneimittel und die zweckmäßige Vergleichstherapie pro Patientin oder Patient bezogen auf 1 Jahr (mehrseitige Tabelle)
| Bezeichnung der zu bewertenden Therapiea bzw. der zweckmäßigen Vergleichstherapiea, b |
Bezeichnung der Patienten- gruppe |
Arzneimittel- kosten in €c |
Kosten für zusätzlich notwendige GKV-Leis- tungen in €c |
Kosten für sonstige GKV-Leis- tungen (ge- mäß Hilfs- taxe) in €c |
Jahres- therapie- kosten in €c |
Kommentar |
|---|---|---|---|---|---|---|
| AC: Doxorubicin + Cyclophosphamid; EC: Epirubicin + Cyclophosphamid; FAC: 5-Fluorouracil + Doxorubicin + Cyclophosphamid; FEC: 5-Fluorouracil + Epirubicin + Cyclophosphamid; G-BA: Gemeinsamer Bundesausschuss; GKV: gesetzliche Krankenversicherung; HER2: humaner epidermaler Wachstumsfaktor- rezeptor 2; i. v.: intravenös; pU: pharmazeutischer Unternehmer; q1w: 1-mal pro Woche; q3w: alle 3 Wochen; s. c.: subkutan |
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
II 2.7 Versorgungsanteile
Der pU geht davon aus, dass die Anzahl der Patientinnen und Patienten, die Pertuzumab/Trastuzumab im Versorgungsalltag verordnet bekommen werden, deutlich geringer sein wird als die von ihm für die GKV-Zielpopulation angegebene Spanne. Dies führt der pU z. B. auf die Verfügbarkeit von Pertuzumab + Trastuzumab als freie Kombination zurück. Als weiteren Grund nennt der pU Kontraindikationen der Chemotherapien, die in Kombination mit Pertuzumab/Trastuzumab verabreicht werden. Quantitative Angaben zur Anzahl der Patientinnen und Patienten, die mit Pertuzumab/Trastuzumab behandelt werden, liefert der pU nicht.
Der pU erwartet, dass eine Therapie mit Pertuzumab/Trastuzumab überwiegend im ambulanten Bereich durchgeführt wird.
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
II 3 Literatur
Das Literaturverzeichnis enthält Zitate des pU, in denen gegebenenfalls bibliografische Angaben fehlen.
Roche Registration. Fachinformation PHESGO [online]. 2022. URL: https://www.fachinfo.de/suche/fi/023235.
Robert Koch-Institut. Krebs in Deutschland für 2017/2018. 13. Ausgabe [online]. 2021. URL:
https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/kid_2021 = /krebs_in_deutschland_2021.pdf?__blob publicationFile.
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Bremer Krebsregister. Jahresbericht 2016 des Bremer Krebsregisters [online]. 2017. URL: https://www.krebsregister.bremen.de/datenauswertung/berichte.html.
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Landeskrebsregister Nordrhein-Westfalen. Jahresbericht Krebsgeschehen in NordrheinWestfalen 2018 [online]. 2021. URL:
https://www.landeskrebsregister.nrw/veroeffentlichungen/berichte/.
- Epidemiologisches Krebsregister Baden-Württemberg. Krebs in Baden-Württemberg: -
Kurzbericht für die Jahre 2012/2013 [online]. 2017. URL: https://www.krebsregister
bw.de/fileadmin/user_upload/filemount/allgemein/Publikationen/Krebsregister_BW_Jahresbe richt_2012_2013.pdf.
- Hessisches Ministerium für Soziales und Integration. Krebs in Hessen 2020. Inzidenz- und -
Mortalitätsdaten 2016 [online]. 2020. URL: https://hessisches krebsregister.de/media/hessischer_krebsbericht_2020_1.pdf.
- Krebsregister Rheinland-Pfalz. Krebs in Rheinland-Pfalz. Bericht des Krebsregisters -
Rheinland-Pfalz 2020/21 [online]. 2020. URL: https://www.krebsregister
rlp.de/fileadmin/user_upload/dokumente/04_Ver%C3%B6ffentlichungen/2020/KRB2020_W eb.pdf.
- Krebsregister Schleswig-Holstein, Institut für Krebsepidemiologie. Krebs in SchleswigHolstein. Inzidenz, Mortalität Prävalenz und Überlebensraten in den Jahren 2015 bis 2017. Band 12 [online]. 2021. URL: https://www.krebsregister-sh.de/bericht/krebs-in-schleswigholstein-band-11-inzidenz-und-mortalitaet-in-den-jahren-2015-bis-2017-dreijahresbericht.
Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant)
- Gemeinsames Krebsregister der Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Freistaaten Sachsen und Thüringen. Krebsinzidenz und Krebsmortalität 2009-2012 im Erfassungsgebiet des Gemeinsamen Krebsregisters - Jahresbericht [online]. 2015. URL:
https://www.berlin.de/gkr/dienstleistungen/publikationen/jahresberichte/.
Roche Pharma. Pertuzumab/Trastuzumab Fixdosiskombination zur subkutanen Gabe (PHESGO); Dossier zur Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V [online]. 2021 [Zugriff: - 05.05.2021]. URL: https://www.g ba.de/bewertungsverfahren/nutzenbewertung/644/#dossier.
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