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A23-14·Finerenone·Kidneys and urinary system

Initial/ Published 2023-08-17

Abstract

Finerenone assessed against optimised standard therapy for the treatment of chronic kidney disease and type 2 diabetes mellitus, taking into account the underlying disease(s) and common comorbidities (such as dyslipidaemia, hypertension, anaemia) for Adults with chronic kidney disease (CKD stage 1 and 2 with albuminuria) and type 2 diabetes mellitus. IQWiG concluded Proof of benefit not proven; evidence base: FIDELIO-DKD, FIGARO-DKD.

Source

66 pages · German report

Finerenon

(Niereninsuffizienz, Stadium 1 und 2)

Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V

p. 2

Impressum

Herausgeber

Thema

Finerenon (Niereninsuffizienz, Stadium 1 und 2) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V

Auftraggeber

Gemeinsamer Bundesausschuss

Datum des Auftrags

Interne Projektnummer

A23-14

Anschrift des Herausgebers

Tel.: +49 221 35685-0 Fax: +49 221 35685-1 E-Mail: berichte@iqwig.de Internet: www.iqwig.de

ISSN: 1864-2500

p. 3

Medizinisch-fachliche Beratung

  • Jochen Schneider, Saarland University Medical Center & University of Luxembourg

Das IQWiG dankt dem medizinisch-fachlichen Berater für seinen Beitrag zur Dossierbewertung. Der Berater war jedoch nicht in die Erstellung der Dossierbewertung eingebunden. Für die Inhalte der Dossierbewertung ist allein das IQWiG verantwortlich.

Beteiligung von Betroffenen

Der Fragebogen zur Beschreibung der Erkrankung und deren Behandlung wurde von 1 Person beantwortet.

Das IQWiG dankt der Betroffenen für ihre Beteiligung an dem schriftlichen Austausch über Krankheitserleben, Therapieerfahrungen und Behandlungsziele. Die Betroffene war nicht in die Erstellung der Dossierbewertung eingebunden.

An der Dossierbewertung beteiligte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des IQWiG

  • Ivona Djuric

  • Benjamin Becker

  • Simone Heß

  • Stefan Kobza

  • Philip Kranz

  • Prateek Mishra

  • Daniela Preukschat

  • Min Ripoll

Schlagwörter

Finerenon, Renale Insuffizienz – Chronische, Diabetes mellitus – Typ 2, Nutzenbewertung, NCT02540993, NCT02545049

Keywords

Finerenone, Renal Insufficiency – Chronic, Diabetes Mellitus – Type 2, Benefit Assessment, NCT02540993, NCT02545049

p. 4

Finerenon (Niereninsuffizienz, Stadium 1 und 2)

Inhaltsverzeichnis

|---|---| |1|Hintergrund........................................................................................................... 1| |1.1|Zugelassenes Anwendungsgebiet ....................................................................... 1| |1.2|Verlauf des Projekts ........................................................................................... 1| |1.3|Verfahren der frühen Nutzenbewertung ............................................................ 2| |1.4|Erläuterungen zum Aufbau des Dokuments ........................................................ 2| |2|Offenlegung von Beziehungen (externe Sachverständige) ...................................... 4| |Teil I:|Nutzenbewertung ............................................................................................... I.1| |Teil II:|Anzahl der Patientinnen und Patienten sowie Kosten der Therapie ..................... II.1|

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1 Hintergrund

1.1 Zugelassenes Anwendungsgebiet

Finerenon wird angewendet zur Behandlung von chronischer Nierenerkrankung in Verbindung mit Typ-2-Diabetes bei Erwachsenen.

Die vorliegende Bewertung bezieht sich auf Patientinnen und Patienten mit chronischer Nierenerkrankung im Stadium 1 und 2 mit Albuminurie. Die Bewertung bei Patientinnen und Patienten mit chronischer Nierenerkrankung im Stadium 3 und 4 mit Albuminurie erfolgt in der Nutzenbewertung A23-15.

1.2 Verlauf des Projekts

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit der Nutzenbewertung des Wirkstoffs Finerenon gemäß § 35a Sozialgesetzbuch (SGB) V beauftragt. Die Bewertung erfolgt auf Basis eines Dossiers des pharmazeutischen Unternehmers (pU). Das Dossier wurde dem IQWiG am 27.02.2023 übermittelt.

Die Verantwortung für die vorliegende Bewertung und für das Bewertungsergebnis liegt ausschließlich beim IQWiG. Die Bewertung wird zur Veröffentlichung an den G-BA übermittelt, der zu der Nutzenbewertung ein Stellungnahmeverfahren durchführt. Die Beschlussfassung über den Zusatznutzen erfolgt durch den G-BA im Anschluss an das Stellungnahmeverfahren.

Die vorliegende Bewertung wurde unter Einbindung eines externen Sachverständigen (eines Beraters zu medizinisch-fachlichen Fragen) erstellt. Diese Beratung beinhaltete die schriftliche Beantwortung von Fragen zu den Themenbereichen Krankheitsbild / Krankheitsfolgen, Therapieziele, Patientinnen und Patienten im deutschen Versorgungsalltag, Therapieoptionen, therapeutischer Bedarf und Stand der medizinischen Praxis. Darüber hinaus konnte eine Einbindung im Projektverlauf zu weiteren spezifischen Fragen erfolgen.

Die Bewertung wurde zudem unter Einbindung von Betroffenen beziehungsweise Patientenorganisationen erstellt. Diese Einbindung beinhaltete die schriftliche Beantwortung von Fragen zu den Themenbereichen Erfahrungen mit der Erkrankung, Notwendigkeit der Betrachtung spezieller Patientengruppen, Erfahrungen mit den derzeit verfügbaren Therapien für das Anwendungsgebiet, Erwartungen an eine neue Therapie und gegebenenfalls zusätzliche Informationen.

Die Beteiligten außerhalb des IQWiG, die in das Projekt eingebunden wurden, erhielten keine Einsicht in das Dossier des pU.

p. 6

Für die vorliegende Nutzenbewertung war ergänzend zu den Angaben in den Modulen 1 bis 4 die Verwendung von Informationen aus Modul 5 des Dossiers des pU notwendig. Es handelte sich dabei um Informationen zu Studienmethodik und Studienergebnissen. Die entsprechenden Angaben wurden in den vorliegenden Bericht zur Nutzenbewertung aufgenommen.

1.3 Verfahren der frühen Nutzenbewertung

Die vorliegende Dossierbewertung ist Teil des Gesamtverfahrens zur frühen Nutzenbewertung. Sie wird gemeinsam mit dem Dossier des pU (Module 1 bis 4) auf der Website des G-BA veröffentlicht. Im Anschluss daran führt der G-BA ein Stellungnahmeverfahren zu der Dossierbewertung durch. Der G-BA trifft seinen Beschluss zur frühen Nutzenbewertung nach Abschluss des Stellungnahmeverfahrens. Durch den Beschluss des G-BA werden gegebenenfalls die in der Dossierbewertung dargestellten Informationen ergänzt.

Weitere Informationen zum Stellungnahmeverfahren und zur Beschlussfassung des G-BA sowie das Dossier des pU finden sich auf der Website des G-BA (www.g-ba.de).

1.4 Erläuterungen zum Aufbau des Dokuments

Die vorliegende Dossierbewertung gliedert sich in 2 Teile, jeweils ggf. plus Anhänge. Die nachfolgende Tabelle 1 zeigt den Aufbau des Dokuments im Detail.

Tabelle 1: Erläuterungen zum Aufbau des Dokuments

Tabelle 1: Erläuterungen zum Aufbau des Dokuments Tabelle 1: Erläuterungen zum Aufbau des Dokuments
Teil I – Nutzenbewertung
Kapitel I 1 - Zusammenfassung der Ergebnisse der Nutzenbewertung
Kapitel I 2 bis I 5 - Darstellung des Ergebnisses der Nutzenbewertung im Detail
- Angabe, ob und inwieweit die vorliegende Bewertung von der Einschätzung des pU im
Dossier abweicht
Teil II – Anzahl der Patientinnen und Patienten sowie Kosten der Therapie
Kapitel II 1 und II 2 Kommentare zu folgenden Modulen des Dossiers des pU:
- Modul 3 B, Abschnitt 3.2 (Anzahl der Patienten mit therapeutisch bedeutsamem
Zusatznutzen)
- Modul 3 B, Abschnitt 3.3 (Kosten der Therapie für die gesetzliche
Krankenversicherung)
pU: pharmazeutischer Unternehmer

Bei der Dossierbewertung werden die Anforderungen berücksichtigt, die in den vom G-BA bereitgestellten Dossiervorlagen beschrieben sind (siehe Verfahrensordnung des G-BA [1]). Kommentare zum Dossier und zum Vorgehen des pU sind an den jeweiligen Stellen der Nutzenbewertung beschrieben.

p. 7

Bei Abschnittsverweisen, die sich auf Abschnitte im Dossier des pU beziehen, ist zusätzlich das betroffene Modul des Dossiers angegeben. Abschnittsverweise ohne Angabe eines Moduls beziehen sich auf den vorliegenden Bericht zur Nutzenbewertung.

p. 8

2 Offenlegung von Beziehungen (externe Sachverständige)

Diese Dossierbewertung wurde unter Einbindung eines externen Sachverständigen (eines medizinisch-fachlichen Beraters) erstellt. Medizinisch-fachliche Beraterinnen oder Berater, die wissenschaftliche Forschungsaufträge für das Institut bearbeiten, haben gemäß § 139b Abs. 3 Satz 2 SGB V „alle Beziehungen zu Interessenverbänden, Auftragsinstituten, insbesondere der pharmazeutischen Industrie und der Medizinprodukteindustrie, einschließlich Art und Höhe von Zuwendungen“ offenzulegen. Das Institut hat von dem Berater ein ausgefülltes Formular „Formblatt zur Offenlegung von Beziehungen“ erhalten. Die Angaben wurden durch das speziell für die Beurteilung der Interessenkonflikte eingerichtete Gremium des Instituts bewertet. Es wurden keine Interessenkonflikte festgestellt, die die fachliche Unabhängigkeit im Hinblick auf eine Bearbeitung des vorliegenden Auftrags gefährden. Im Folgenden sind die Angaben zu Beziehungen zusammengefasst. Alle Informationen beruhen auf Selbstangaben der Person anhand des „Formblatts zur Offenlegung von Beziehungen“. Das Formblatt ist unter www.iqwig.de abrufbar. Die in diesem Formblatt verwendeten Fragen befinden sich im Anschluss an diese Zusammenfassung.

Name Frage 1 Frage 2 Frage 3 Frage 4 Frage 5 Frage 6 Frage 7
Schneider, Jochen HG ja ja nein nein nein ja ja
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Im „Formblatt zur Offenlegung von Beziehungen“ (Version 03/2020) wurden folgende 7 Fragen gestellt:

Frage 1: Sind oder waren Sie innerhalb des laufenden Jahres und der 3 Kalenderjahre davor bei einer Einrichtung des Gesundheitswesens (z. B. einer Klinik, einer Einrichtung der Selbstverwaltung, einer Fachgesellschaft, einem Auftragsforschungsinstitut), einem pharmazeutischen Unternehmen, einem Medizinproduktehersteller oder einem industriellen Interessenverband angestellt oder für diese / dieses / diesen selbstständig oder ehrenamtlich tätig bzw. sind oder waren Sie freiberuflich in eigener Praxis tätig?

Frage 2: Beraten Sie oder haben Sie innerhalb des laufenden Jahres und der 3 Kalenderjahre davor eine Einrichtung des Gesundheitswesens (z. B. eine Klinik, eine Einrichtung der Selbstverwaltung, eine Fachgesellschaft, ein Auftragsforschungsinstitut), ein pharmazeutisches Unternehmen, einen Medizinproduktehersteller oder einen industriellen Interessenverband beraten (z. B. als Gutachter/-in, Sachverständige/r, in Zusammenhang mit klinischen Studien als Mitglied eines sogenannten Advisory Boards / eines Data Safety Monitoring Boards [DSMB] oder Steering Committees)?

Frage 3: Haben Sie innerhalb des laufenden Jahres und der 3 Kalenderjahre davor direkt oder indirekt von einer Einrichtung des Gesundheitswesens (z. B. einer Klinik, einer Einrichtung der Selbstverwaltung, einer Fachgesellschaft, einem Auftragsforschungsinstitut), einem pharmazeutischen Unternehmen, einem Medizinproduktehersteller oder einem industriellen Interessenverband Honorare erhalten (z. B. für Vorträge, Schulungstätigkeiten, Stellungnahmen oder Artikel)?

Frage 4: Haben Sie oder hat Ihr Arbeitgeber bzw. Ihre Praxis oder die Institution, für die Sie ehrenamtlich tätig sind, innerhalb des laufenden Jahres und der 3 Kalenderjahre davor von einer Einrichtung des Gesundheitswesens (z. B. einer Klinik, einer Einrichtung der Selbstverwaltung, einer Fachgesellschaft, einem Auftragsforschungsinstitut), einem pharmazeutischen Unternehmen, einem Medizinproduktehersteller oder einem industriellen Interessenverband sogenannte Drittmittel erhalten (d. h. finanzielle Unterstützung z. B. für Forschungsaktivitäten, die Durchführung klinischer Studien, andere wissenschaftliche Leistungen oder Patentanmeldungen)? Sofern Sie in einer größeren Institution tätig sind, genügen Angaben zu Ihrer Arbeitseinheit, z. B. Klinikabteilung, Forschungsgruppe.

Frage 5: Haben Sie oder hat Ihr Arbeitgeber bzw. Ihre Praxis oder die Institution, für die Sie ehrenamtlich tätig sind, innerhalb des laufenden Jahres und der 3 Kalenderjahre davor sonstige finanzielle oder geldwerte Zuwendungen, z. B. Ausrüstung, Personal, Unterstützung bei der Ausrichtung einer Veranstaltung, Übernahme von Reisekosten oder Teilnahmegebühren für Fortbildungen / Kongresse erhalten von einer Einrichtung des Gesundheitswesens (z. B. einer Klinik, einer Einrichtung der Selbstverwaltung, einer

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Fachgesellschaft, einem Auftragsforschungsinstitut), einem pharmazeutischen Unternehmen, einem Medizinproduktehersteller oder einem industriellen Interessenverband? Sofern Sie in einer größeren Institution tätig sind, genügen Angaben zu Ihrer Arbeitseinheit, z. B. Klinikabteilung, Forschungsgruppe.

Frage 6: Besitzen Sie Aktien, Optionsscheine oder sonstige Geschäftsanteile einer Einrichtung des Gesundheitswesens (z. B. einer Klinik, einem Auftragsforschungsinstitut), eines pharmazeutischen Unternehmens, eines Medizinprodukteherstellers oder eines industriellen Interessenverbands? Besitzen Sie Anteile eines sogenannten Branchenfonds, der auf pharmazeutische Unternehmen oder Medizinproduktehersteller ausgerichtet ist? Besitzen Sie Patente für ein pharmazeutisches Erzeugnis, ein Medizinprodukt, eine medizinische Methode oder Gebrauchsmuster für ein pharmazeutisches Erzeugnis oder ein Medizinprodukt?

Frage 7: Sind oder waren Sie jemals an der Erstellung einer medizinischen Leitlinie oder klinischen Studie beteiligt, die eine mit diesem Projekt vergleichbare Thematik behandelt/e? Gibt es sonstige Umstände, die aus Sicht von unvoreingenommenen Betrachtenden als Interessenkonflikt bewertet werden können, z. B. Aktivitäten in gesundheitsbezogenen Interessengruppierungen bzw. Selbsthilfegruppen, politische, akademische, wissenschaftliche oder persönliche Interessen?

p. 11

Teil I: Nutzenbewertung

p. 12

Finerenon (Niereninsuffizienz, Stadium 1 und 2)

I Inhaltsverzeichnis

|---|---|---| |I||Tabellenverzeichnis ............................................................................................. I.3| |I||Abkürzungsverzeichnis ........................................................................................ I.4| |I|1|Kurzfassung der Nutzenbewertung ...................................................................... I.5| |I|2|Fragestellung ..................................................................................................... I.13| |I|3|Informationsbeschaffung und Studienpool ........................................................ I.15| |I|4|Ergebnisse zum Zusatznutzen ............................................................................ I.23| |I|5|Wahrscheinlichkeit und Ausmaß des Zusatznutzens ........................................... I.24| |I|6|Literatur ............................................................................................................ I.25| |I|Anhang A
Suchstrategien ......................................................................................... I.28|| |I|Anhang B
Charakterisierung der vom pU eingeschlossenen Studien FIDELIO-DKD|| |||und FIGARO-DKD ............................................................................................... I.29| |I|Anhang C
Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung .......................... I.40||

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Finerenon (Niereninsuffizienz, Stadium 1 und 2)

I
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Erläuterungen zum Aufbau des Dokuments ............................................................. 2
Tabelle 2: Fragestellung der Nutzenbewertung von Finerenon .............................................. I.6
Tabelle 3: Finerenon – Wahrscheinlichkeit und Ausmaß des Zusatznutzens ........................ I.12
Tabelle 4: Fragestellung der Nutzenbewertung von Finerenon ............................................ I.13
Tabelle 5: Finerenon – Wahrscheinlichkeit und Ausmaß des Zusatznutzens ........................ I.24
Tabelle 6: Charakterisierung der vom pU eingeschlossenen Studien – RCT, direkter
Vergleich: Finerenon + optimierte Standardtherapie vs. Placebo + optimierte
Standardtherapie ............................................................................................................. I.29
Tabelle 7: Charakterisierung der Intervention – RCT, direkter Vergleich: Finerenon +
optimierte Standardtherapie vs. Placebo + optimierte Standardtherapie ..................... I.32
Tabelle 8: Charakterisierung der relevanten Teilpopulationen sowie
Studien- / Therapieabbruch – RCT, direkter Vergleich: Finerenon + optimierte
Standardtherapie vs. Placebo + optimierte Standardtherapie, ...................................... I.34
Tabelle 9: Angaben zur Behandlung zu Studienbeginn – RCT, direkter Vergleich:
Finerenon + optimierte Standardtherapie vs. Placebo + optimierte Standardtherapie . I.37
Tabelle 10: Angaben zur Begleitbehandlung – RCT, direkter Vergleich: Finerenon +
optimierte Standardtherapie vs. Placebo + optimierte Standardtherapie ..................... I.38
p. 14

Finerenon (Niereninsuffizienz, Stadium 1 und 2)

I Abkürzungsverzeichnis

Abkürzung Bedeutung
ACE Angiotensin-converting Enzyme (Angiotensin-Konvertierungsenzym)
ARB Angiotensin-Rezeptorblocker
CKD Chronic Kidney Disease (chronische Nierenerkrankung)
DPP-4 Dipeptidylpeptidase-4
eGFR estimated glomerular Filtration Rate (geschätzte glomeruläre
Filtrationsrate)
G-BA Gemeinsamer Bundesausschuss
GLP-1 Glukagon-like Peptide 1
HbA1c glykiertes Hämoglobin
IPD individuelle Patientendaten
IQWiG Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen
NVL Nationale VersorgungsLeitlinie
NYHA New York Heart Association
pU pharmazeutischer Unternehmer
RCT Randomized controlled Trial (randomisierte kontrollierte Studie)
SGB Sozialgesetzbuch
SGLT2 Sodium dependent Glucose Transporter-2 (Natrium-Glukose-
Cotransporter 2)
UACR Urine Albumin-to-Creatinine Ratio (Urin Albumin-Kreatinin-Quotient)
p. 15

I 1 Kurzfassung der Nutzenbewertung

Hintergrund

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit der Nutzenbewertung des Wirkstoffs Finerenon gemäß § 35a Sozialgesetzbuch (SGB) V beauftragt. Die Bewertung erfolgt auf Basis eines Dossiers des pharmazeutischen Unternehmers (pU). Das Dossier wurde dem IQWiG am 27.02.2023 übermittelt.

Fragestellung

Das Ziel des vorliegenden Berichts ist die Bewertung des Zusatznutzens von Finerenon im Vergleich mit einer optimierten Standardtherapie als zweckmäßiger Vergleichstherapie bei Patientinnen und Patienten mit chronischer Nierenerkrankung (CKD) im Stadium 1 und 2 mit Albuminurie in Verbindung mit Diabetes mellitus Typ 2.

Aus der Festlegung der zweckmäßigen Vergleichstherapie des G-BA ergibt sich die in Tabelle 2 dargestellte Fragestellung.

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Finerenon (Niereninsuffizienz, Stadium 1 und 2)

Tabelle 2: Fragestellung der Nutzenbewertung von Finerenon

Tabelle 2: Fragestellung der Nutzenbewertung von Finerenon
Indikation Zweckmäßige Vergleichstherapiea
Erwachsene mit chronischer Nierenerkrankung
(Stadium 1 und 2 mit Albuminurie) in Verbindung mit
Diabetes mellitus Typ 2
eine optimierte Standardtherapie zur Behandlung der
chronischen Nierenerkrankung und des Diabetes
mellitus Typ 2 unter Berücksichtigung der
Grunderkrankung(en) und häufiger Komorbiditäten
(wie Dyslipoproteinämie, Hypertonie, Anämie)b
a. Dargestellt ist die vom G-BA festgelegte zweckmäßige Vergleichstherapie.
b. Hinweise des G-BA:
 Es wird davon ausgegangen, dass nach dem Stand der medizinischen Erkenntnisse eine Behandlung der
chronischen Nierenerkrankung den Einsatz von ACE-Hemmern oder AT-1-Antagonisten umfasst, sofern
diese in Frage kommen und nicht kontraindiziert oder unverträglich sind. ACE-Hemmer oder AT-1-
Antagonisten sind somit (in der Therapiesituation der Zusatztherapie) in beiden Studienarmen
einzusetzen.
 Im Rahmen der zweckmäßigen Vergleichstherapie wird vorausgesetzt, dass eine dem Stand der
medizinischen Erkenntnisse entsprechende patientenindividuelle Behandlung der Grunderkrankung,
insbesondere des Diabetes mellitus Typ 2, und ggf. vorhandener Komorbiditäten unter Vermeidung des
Einsatzes von nephrotoxischen Wirkstoffen in beiden Behandlungsarmen erfolgt. Es besteht eine
Diskrepanz zwischen in den Leitlinien empfohlenen Wirkstoffen zur Behandlung der chronischen
Nierenerkrankung und zugelassenen Wirkstoffen.
 Placebo bzw. die unveränderte Fortführung einer unzureichenden Therapie der Grunderkrankung
entspricht, wenn noch weitere Optionen einer Therapieoptimierung bestehen, nicht einer zweckmäßigen
Vergleichstherapie.
 Für die zu behandelnde Zielpopulation sind für Komorbiditäten (wie Diabetes mellitus, Hypertonie,
Dyslipoproteinämie, Anämie) Zielwerte vor Studienbeginn zu definieren, die die Patienten vor Beginn der
Studie oder ggf. während einer Run-In Phase erreichen und während der Studie mittels
patientenindividueller Therapie (z.B. Dosisanpassungen) halten sollten. Die Zielwerte sollen sich an den
Behandlungsstandards der entsprechenden Erkrankungen orientieren und ggf. multiple Komorbiditäten
berücksichtigen.
 Es wird davon ausgegangen, dass bei Patienten im geplanten Anwendungsgebiet eine Verlangsamung der
Krankheitsprogression weiterhin angestrebt wird, sodass eine Nierenersatztherapie in Form von Dialyse
oder Transplantation für die Patienten noch nicht angezeigt ist.
ACE: Angiotensin-Konvertierungsenzym; AT-1: Angiotensin-1; G-BA: Gemeinsamer Bundesausschuss

Der pU folgt der Festlegung der zweckmäßigen Vergleichstherapie des G-BA.

Der pU bearbeitet in seinem Dossier außerdem die Fragestellung zu erwachsenen Patientinnen und Patienten mit CKD im Stadium 3 und 4 mit Albuminurie in Verbindung mit Diabetes mellitus Typ 2. Diese Fragestellung ist Bestandteil der Nutzenbewertung A23-15 und dieser Teil des Dossiers wird dort bewertet.

Die Bewertung wird anhand patientenrelevanter Endpunkte auf Basis der vom pU im Dossier vorgelegten Daten vorgenommen. Für die Ableitung des Zusatznutzens werden randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) mit einer Mindestdauer von 24 Wochen herangezogen. Dies entspricht den Einschlusskriterien des pU.

Im Folgenden wird der Begriff CKD und Niereninsuffizienz gleichbedeutend verwendet.

p. 17

Ergebnisse

Durch die Überprüfung der Vollständigkeit des Studienpools wurde keine relevante Studie für die Bewertung des Zusatznutzens von Finerenon im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie für die vorliegende Fragestellung identifiziert. Dies weicht von der Einschätzung des pU ab, der mit seiner Informationsbeschaffung die RCTs FIDELIO-DKD und FIGARO-DKD identifiziert. Für diese Studien legt er jeweils Teilpopulationen sowie eine präspezifizierte Metaanalyse auf Basis individueller Patientendaten (IPD) vor, die er für die Bewertung des Zusatznutzens von Finerenon heranzieht.

Die vom pU eingeschlossenen Studien FIDELIO-DKD und FIGARO-DKD sind für die Bewertung des Zusatznutzens von Finerenon gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht geeignet, da die zweckmäßige Vergleichstherapie nicht umgesetzt wurde. Dies wird im Folgenden begründet.

Vom pU vorgelegte Evidenz – Studie FIDELIO-DKD

Bei der Studie FIDELIO-DKD handelt es sich um eine placebokontrollierte doppelblinde randomisierte Parallelgruppenstudie zu Finerenon. Eingeschlossen wurden Patientinnen und Patienten mit einem Diabetes mellitus Typ 2 gemäß der American Diabetes Association und einer CKD mit einem Urin Albumin-Kreatinin-Quotient (UACR) ≥ 30 bis < 300 mg/g und einer geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) von ≥ 25 bis ≤ 60 ml/min/1,73 m[2] oder einem UACR von ≥ 300 mg/g und einer eGFR von ≥ 25 bis ≤ 75 ml/min/1,73 m[2] . Mindestens 4 Wochen vor Screening mussten die Patientinnen und Patienten mit einer maximal tolerierten und stabilen Dosis Angiotensin-converting-Enzyme(ACE)-Hemmer oder AngiotensinRezeptorblocker (ARB) behandelt werden, was im Rahmen einer Therapieoptimierung während der Run-in-Phase sichergestellt wurde. Ausgeschlossen waren Patientinnen und Patienten mit einer bekannten nicht-diabetischen Nierenerkrankung oder einer symptomatischen Herzinsuffizienz der New-York-Heart-Association(NYHA)-Klasse II bis IV und reduzierter Ejektionsfraktion. Ebenso ausgeschlossen waren Patientinnen und Patienten mit einem unkontrollierten arteriellen Bluthochdruck von ≥ 160 / 100 mmHg zum Zeitpunkt des Screenings oder glykierten-Hämoglobin(HbA1c)-Werten von > 12 %. Eplerenon, Spironolacton, Renin-Inhibitoren und kaliumsparende Diuretika waren ab 4 Wochen vor Screening nicht erlaubt. Insgesamt wurden 5734 Patientinnen und Patienten eingeschlossen und im Verhältnis 1:1 einer Behandlung mit Finerenon (N = 2866) oder der Placebogruppe (N = 2868) zugeordnet. Laut Studienprotokoll sollten die Studienteilnehmer mit einer individuell angepassten Therapie gemäß lokalen Leitlinien und Empfehlungen für CKD, Diabetes mellitus Typ 2 und ggf. weitere Komorbiditäten behandelt werden.

Primärer Endpunkt der Studie war der kombinierte Endpunkt bestehend aus den Komponenten Nierenversagen, anhaltender Abnahme der eGFR um ≥ 40 % und renalem Tod.

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Patientenrelevante Endpunkte wurden in den Kategorien Mortalität, Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität und Nebenwirkungen erhoben.

Vom pU vorgelegte Evidenz – Studie FIGARO-DKD

Bei der Studie FIGARO-DKD handelt es sich um eine placebokontrollierte doppelblinde randomisierte Parallelgruppenstudie zu Finerenon. Eingeschlossen wurden Patientinnen und Patienten mit einem Diabetes mellitus Typ 2 gemäß der American Diabetes Association und einer CKD mit einem UACR von ≥ 30 bis < 300 mg/g und einer eGFR von ≥ 25 bis ≤ 90 ml/min/1,73 m[2] oder mit einem UACR von ≥ 300 mg/g und einer eGFR von ≥ 60 ml/min/1,73 m[2] . Mindestens 4 Wochen vor Screening mussten die Patientinnen und Patienten mit einer maximal tolerierten und stabilen Dosis ACE-Hemmer oder ARB behandelt werden, was im Rahmen einer Therapieoptimierung während der Run-in-Phase sichergestellt wurde. Ausgeschlossen waren Patientinnen und Patienten mit einer bekannten nichtdiabetischen Nierenerkrankung oder einer symptomatischen Herzinsuffizienz der NYHAKlasse II bis IV und reduzierter Ejektionsfraktion. Ebenso ausgeschlossen waren Patientinnen und Patienten mit einem unkontrollierten arteriellen Bluthochdruck von ≥ 160 / 100 mmHg zum Zeitpunkt des Screenings oder HbA1c-Werten von > 12 %. Eplerenon, Spironolacton, Renin-Inhibitoren und kaliumsparende Diuretika waren ab 4 Wochen vor Screening nicht erlaubt. Insgesamt wurden 7437 Patientinnen und Patienten eingeschlossen und im Verhältnis 1:1 einer Behandlung mit Finerenon (N = 3723) oder der Placebogruppe (N = 3714) zugeordnet. Laut Studienprotokoll sollten die Studienteilnehmer mit einer individuell angepassten Therapie gemäß lokalen Leitlinien und Empfehlungen für CKD, Diabetes mellitus Typ 2 und ggf. weitere Komorbiditäten behandelt werden.

Primärer Endpunkt der Studie war der kombinierte Endpunkt aus kardiovaskulärem Tod, nicht tödlichem Myokardinfarkt, nicht tödlichem Schlaganfall oder Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz. Weitere patientenrelevante Endpunkte wurden in den Kategorien Mortalität, Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität und Nebenwirkungen erhoben.

Vom pU vorgelegte Teilpopulationen der Studien FIDELIO-DKD und FIGARO-DKD

Zur Beantwortung der Fragestellung des G-BA bildet der pU orientierend an den Diagnosekriterien der Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO)-Leitlinie jeweils Teilpopulationen der Studien FIDELIO-DKD und FIGARO-DKD. Die verwendeten Kriterien für eine CKD im Stadium 1 und 2 sind dabei eine eGFR ≥ 60 ml/min/1,73 m[2] und ein UACR ≥ 30 mg/g. Da in beiden Studien ausschließlich Patientinnen und Patienten mit Albuminurie (UACR ≥ 30 mg/g) eingeschlossen wurden, teilt der pU die Patientinnen und Patienten ausschließlich nach dem Kriterium eGFR ≥ 60 ml/min/1,73 m[2] ein. Dieses Vorgehen ist grundsätzlich sachgerecht. Durch die Einteilung des pU ergibt sich aus der Studie FIDELIO-DKD eine Teilpopulation mit 432 Patientinnen und Patienten (211 im Interventions- und 221 im

p. 19

Vergleichsarm) und aus der Studie FIGARO-DKD eine Teilpopulation mit 4631 Patientinnen und Patienten (2327 im Interventions- und 2304 im Vergleichsarm).

Zweckmäßige Vergleichstherapie des G-BA nicht umgesetzt

Der G-BA hat als zweckmäßige Vergleichstherapie im vorliegenden Anwendungsgebiet eine optimierte Standardtherapie zur Behandlung der CKD und des Diabetes mellitus Typ 2 unter Berücksichtigung der Grunderkrankung(en) und häufiger Komorbiditäten (wie Dyslipoproteinämie, Hypertonie, Anämie) festgelegt.

In den beiden Studien FIDELIO-DKD und FIGARO-DKD sollten die Patientinnen und Patienten eine patientenindividuelle Standardtherapie entsprechend den Empfehlungen der lokalen Leitlinien erhalten. Dies galt für die Behandlung der CKD sowie für Diabetes mellitus Typ 2 und die Behandlung von Komorbiditäten wie z. B. Hypertonie. In beiden Studien gab es nach Randomisierung keine Einschränkungen bezüglich Therapiewechseln und Dosisanpassungen der Begleitbehandlung. Die vom pU eingeschlossenen Studien FIDELIO-DKD und FIGARO-DKD sind jedoch für die Bewertung des Zusatznutzens gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie für die vorliegende Fragestellung nicht geeignet, da insbesondere die Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 sowie der Hypertonie (hier vor allem in den Vergleichsarmen) nicht einer optimierten Standardtherapie entspricht. Dies wird im Folgenden begründet.

Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2

Nach der aktuellen Nationalen VersorgungsLeitlinie (NVL) sollen Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 und gleichzeitiger kardiovaskulärer Erkrankung zusätzlich Natrium-Glukose-Cotransporter-2(SGLT2)-Inhibitoren oder Glukagon-like-Peptide-1(GLP-1)Rezeptoragonisten angeboten werden.

Insgesamt hatten ca. 35 % der Patientinnen und Patienten der interessierenden Teilpopulationen zu Studienbeginn eine kardiovaskuläre Vorerkrankung. Für diese Patientinnen und Patienten wäre somit eine Behandlung mit SGLT2-Inhibitoren bzw. GLP-1Rezeptoragonisten angezeigt gewesen. Gemäß den Angaben des pU erhielten nur 9,8 % der Patientinnen und Patienten einen SGLT2-Inhibitor und 7,6 % einen GLP-1-Rezeptoragonisten zu Studienbeginn. Dabei geht aus den Studienunterlagen nicht hervor, welche Patientinnen und Patienten (mit oder ohne kardiovaskuläre Erkrankung) unter einer Behandlung mit SGLT2Inhibtor bzw. GLP-1-Rezeptoragonisten standen. Während des Studienverlaufs wurde bei 17,4 % der Patientinnen und Patienten eine Therapie mit SGLT2-Inhibitoren und 10,7 % eine Therapie mit GLP-1-Rezeptoragonisten initiiert. Selbst unter der Annahme, dass die Behandlung mit SGLT2-Inhibitoren bzw. GLP-1-Rezeptoragonisten zu Studienbeginn ausschließlich bei Patientinnen und Patienten mit kardiovaskulärer Vorerkrankung

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durchgeführt wurde, wäre nur ein geringer Anteil entsprechend dem Therapiealgorithmus der aktuellen NVL zum Diabetes mellitus Typ 2 behandelt worden.

Die übrigen 65 % der Patientinnen und Patienten in den relevanten Teilpopulationen der Studien FIDELIO-DKD und FIGARO-DKD wiesen laut NVL durch die bestehende klinisch relevante renale Erkrankung, sowie weitere kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Hypertonie, ein hohes Risiko für diabetesassoziierte kardiovaskuläre und / oder renale Ereignisse auf. Für diese Patientinnen und Patienten kann laut NVL ebenfalls eine Behandlung mit SGLT2-Inhibitoren bzw. GLP-1-Rezeptoragonisten angezeigt sein. So soll Patientinnen und Patienten mit einem hohen Risiko für diabetesassoziierte kardiovaskuläre und / oder renale Ereignisse nach individueller Bewertung und gemeinsamer Entscheidungsfindung entweder Metformin in Kombination mit SGLT2-Inhibitoren bzw. GLP-1-Rezeptoragonisten oder zunächst nur Metformin angeboten werden. Sofern zunächst nur mit Metformin behandelt und das angestrebte Therapieziel nach 3 bis 6 Monaten nicht erreicht wird, erfolgt eine erneute Evaluation mit der Option einen weiteren Wirkstoff zu ergänzen. Die Auswahl eines weiteren Wirkstoffes soll sich dabei an den entsprechenden Effekten auf priorisierte Endpunkte orientieren. Nur für SGLT2-Inhibitoren (Empagliflozin, Dapagliflozin) und GLP-1Rezeptoragonisten (Liraglutid) zeigt sich in den jeweiligen Studien (EMPA-REG Outcome, DECLARE-TIMI 58 und LEADER) eine Senkung des Risikos für schwere kardiovaskuläre Ereignisse. Diese sollten daher präferiert eingesetzt werden. Insgesamt wäre daher auch für einen Großteil der Patientinnen und Patienten ohne kardiovaskuläre Vorerkrankung - aber mit hohem kardiovaskulärem Risiko – in den relevanten Teilpopulationen eine Behandlung mit SGLT2-Inhibitoren bzw. GLP-1-Rezeptoragonisten angezeigt gewesen.

Auswertungen der Patientinnen und Patienten mit SGLT2-Inhibitoren und GLP-1Rezeptoragonisten zu Studienbeginn wären potenziell für die Nutzenbewertung relevant. Diese sind daher für die Nutzenbewertung vorzulegen.

Zusammenfassend wurde nur ein geringer Anteil an Patientinnen und Patienten mit kardiovaskulärer Vorerkrankung bzw. hohem kardiovaskulären Risiko leitlinienkonform mit SGLT2-Inhibitoren bzw. GLP-1-Rezeptoragonisten behandelt. Somit entsprach die Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 in diesen Studien weder dem Therapiealgorithmus der aktuellen NVL zum Diabetes mellitus Typ 2 noch einer optimierten Standardtherapie im Sinne der zweckmäßigen Vergleichstherapie. Auswertungen in Form von Subgruppenanalysen für Patientinnen und Patienten, die entsprechend der zweckmäßigen Vergleichstherapie behandelt wurden, legt der pU nicht vor.

Behandlung der arteriellen Hypertonie

Gemäß den Hinweisen des G-BA sollten vor Studienbeginn für die Komorbiditäten Zielwerte definiert, erreicht und während des Studienverlaufs mittels patientenindividueller Therapie

p. 21

gehalten werden. Der pU richtet sich in seinen Studienunterlagen zu beiden Studien nach der Empfehlung der KDIGO Leitlinie von 2012 mit einem Zielwert von 130 / 80 mmHg mit ggf. patientenindividueller Anpassung an. Für einen Studieneinschluss waren laut der Ausschlusskriterien jedoch Blutdruckwerte von bis zu 160 / 100 mmHg erlaubt. Zudem war eine Behandlung mit Aldosteronanatgonisten (Eplerenon und Spironolacton) und weiteren kaliumsparenden Diuretika ab 4 Wochen vor Screening und während der Behandlung mit der Studienmedikation nicht erlaubt. Es zeigt sich insgesamt eine unzureichenden Blutdruckeinstellung zu Studienbeginn. In den vorgelegten Teilpopulationen hatten 25 % der Patientinnen und Patienten zu Studienbeginn einen systolischen Blutdruck von > 146 mmHg. Angaben zu Blutdruckwerten während des Studienverlaufs legt der pU nur für die Gesamtpopulationen der Studien vor. Hier zeigt sich im Studienverlauf keine relevante Verbesserung der Blutdruckwerte. Vor allem blieb der Blutdruck im Vergleichsarm im Mittel durchweg um 2 bis 3 mmHg höher als im Interventionsarm, was potenziell auf die blutdrucksenkende Wirkung von Finerenon zurückzuführen ist.

Insgesamt war vor allem in den Vergleichsarmen in den vom pU vorgelegten Teilpopulationen der Studien FIDELIO-DKD und FIGARO-DKD eine optimierte Behandlung der arteriellen Hypertonie im Sinne der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht gewährleistet.

Fazit

Ein Großteil der Patientinnen und Patienten mit kardiovaskulärer Vorerkrankung bzw. kardiovaskulärem Risiko in der für die vorliegende Nutzenbewertung relevanten Teilpopulation der Studien FIDELIO-DKD und FIAGRO-DKD wurden nicht dem Therapiealgorithmus der aktuellen NVL zum Diabetes mellitus Typ 2 entsprechend mit SGLT2-Inhibitoren bzw. GLP-1-Rezeptoragonisten behandelt. Zudem war eine optimierte Behandlung der arteriellen Hypertonie insbesondere für Patientinnen und Patienten in den Vergleichsarmen der beiden Studien nicht gewährleistet. Mehrere Wirkstoffe zur Therapie von Ödemen oder potenziell im Verlauf auftretender Herzinsuffizienz standen nicht zur Verfügung. Zusammengefasst ist somit die zweckmäßige Vergleichstherapie einer optimierten Standardtherapie in den Studien FIDELIO-DKD und FIGARO-DKD nicht umgesetzt.

Ergebnisse zum Zusatznutzen

Da für die Nutzenbewertung von Finerenon bei Patientinnen und Patienten mit CKD im Stadium 1 und 2 mit Albuminurie in Verbindung mit Diabetes mellitus Typ 2 keine geeigneten Daten vorliegen, ergibt sich kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen von Finerenon gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie, ein Zusatznutzen ist damit nicht belegt.

p. 22

Wahrscheinlichkeit und Ausmaß des Zusatznutzens, Patientengruppen mit therapeutisch bedeutsamem Zusatznutzen

Tabelle 3 zeigt eine Zusammenfassung von Wahrscheinlichkeit und Ausmaß des Zusatznutzens von Finerenon.

Tabelle 3: Finerenon – Wahrscheinlichkeit und Ausmaß des Zusatznutzens

Indikation Zweckmäßige Vergleichstherapiea Wahrscheinlichkeit und Ausmaß
des Zusatznutzens
Erwachsene mit chronischer
Nierenerkrankung (Stadium 1 und 2
mit Albuminurie) in Verbindung mit
Diabetes mellitus Typ 2
eine optimierte Standardtherapie
zur Behandlung der chronischen
Nierenerkrankung und des
Diabetes mellitus Typ 2 unter
Berücksichtigung der
Grunderkrankung(en) und häufiger
Komorbiditäten (wie
Dyslipoproteinämie, Hypertonie,
Anämie)
Zusatznutzen nicht belegt
a. Dargestellt ist die vom G-BA festgelegte zweckmäßige Vergleichstherapie.
G-BA: Gemeinsamer Bundesausschuss;

Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.

p. 23

I 2 Fragestellung

Das Ziel des vorliegenden Berichts ist die Bewertung des Zusatznutzens von Finerenon im Vergleich mit einer optimierten Standardtherapie als zweckmäßiger Vergleichstherapie bei Patientinnen und Patienten mit chronischer Nierenerkrankung (CKD) im Stadium 1 und 2 mit Albuminurie in Verbindung mit Diabetes mellitus Typ 2.

Aus der Festlegung der zweckmäßigen Vergleichstherapie des G-BA ergibt sich die in Tabelle 4 dargestellte Fragestellung.

Tabelle 4: Fragestellung der Nutzenbewertung von Finerenon

Tabelle 4: Fragestellung der Nutzenbewertung von Finerenon
Indikation Zweckmäßige Vergleichstherapiea
Erwachsene mit chronischer Nierenerkrankung
(Stadium 1 und 2 mit Albuminurie) in Verbindung mit
Diabetes mellitus Typ 2
eine optimierte Standardtherapie zur Behandlung der
chronischen Nierenerkrankung und des Diabetes
mellitus Typ 2 unter Berücksichtigung der
Grunderkrankung(en) und häufiger Komorbiditäten
(wie Dyslipoproteinämie, Hypertonie, Anämie)b
a. Dargestellt ist die vom G-BA festgelegte zweckmäßige Vergleichstherapie.
b. Hinweise des G-BA:
 Es wird davon ausgegangen, dass nach dem Stand der medizinischen Erkenntnisse eine Behandlung der
chronischen Nierenerkrankung den Einsatz von ACE-Hemmern oder AT-1-Antagonisten umfasst, sofern
diese in Frage kommen und nicht kontraindiziert oder unverträglich sind. ACE-Hemmer oder AT-1-
Antagonisten sind somit (in der Therapiesituation der Zusatztherapie) in beiden Studienarmen
einzusetzen.
 Im Rahmen der zweckmäßigen Vergleichstherapie wird vorausgesetzt, dass eine dem Stand der
medizinischen Erkenntnisse entsprechende patientenindividuelle Behandlung der Grunderkrankung,
insbesondere des Diabetes mellitus Typ 2, und ggf. vorhandener Komorbiditäten unter Vermeidung des
Einsatzes von nephrotoxischen Wirkstoffen in beiden Behandlungsarmen erfolgt. Es besteht eine
Diskrepanz zwischen in den Leitlinien empfohlenen Wirkstoffen zur Behandlung der chronischen
Nierenerkrankung und zugelassenen Wirkstoffen.
 Placebo bzw. die unveränderte Fortführung einer unzureichenden Therapie der Grunderkrankung
entspricht, wenn noch weitere Optionen einer Therapieoptimierung bestehen, nicht einer zweckmäßigen
Vergleichstherapie.
 Für die zu behandelnde Zielpopulation sind für Komorbiditäten (wie Diabetes mellitus, Hypertonie,
Dyslipoproteinämie, Anämie) Zielwerte vor Studienbeginn zu definieren, die die Patienten vor Beginn der
Studie oder ggf. während einer Run-In Phase erreichen und während der Studie mittels
patientenindividueller Therapie (z.B. Dosisanpassungen) halten sollten. Die Zielwerte sollen sich an den
Behandlungsstandards der entsprechenden Erkrankungen orientieren und ggf. multiple Komorbiditäten
berücksichtigen.
 Es wird davon ausgegangen, dass bei Patienten im geplanten Anwendungsgebiet eine Verlangsamung der
Krankheitsprogression weiterhin angestrebt wird, sodass eine Nierenersatztherapie in Form von Dialyse
oder Transplantation für die Patienten noch nicht angezeigt ist.
ACE: Angiotensin-Konvertierungsenzym; AT-1: Angiotensin-1; G-BA: Gemeinsamer Bundesausschuss

Der pU folgt der Festlegung der zweckmäßigen Vergleichstherapie des G-BA.

p. 24

Der pU bearbeitet in seinem Dossier außerdem die Fragestellung zu erwachsenen Patientinnen und Patienten mit CKD im Stadium 3 und 4 mit Albuminurie in Verbindung mit Diabetes mellitus Typ 2. Diese Fragestellung ist Bestandteil der Nutzenbewertung A23-15 [2] und dieser Teil des Dossiers wird dort bewertet.

Die Bewertung wird anhand patientenrelevanter Endpunkte auf Basis der vom pU im Dossier vorgelegten Daten vorgenommen. Für die Ableitung des Zusatznutzens werden randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) mit einer Mindestdauer von 24 Wochen herangezogen. Dies entspricht den Einschlusskriterien des pU.

Im Folgenden wird der Begriff CKD und Niereninsuffizienz gleichbedeutend verwendet.

p. 25

Finerenon (Niereninsuffizienz, Stadium 1 und 2)

I 3 Informationsbeschaffung und Studienpool

Der Studienpool der Bewertung wurde anhand der folgenden Angaben zusammengestellt:

Quellen des pU im Dossier:

  • Studienliste zu Finerenon (Stand zum 16.12.2022)

  • bibliografische Recherche zu Finerenon (letzte Suche am 16.12.2022)

  • Suche in Studienregistern / Studienergebnisdatenbanken zu Finerenon (letzte Suche am 16.12.2022)

  • Suche auf der Internetseite des G-BA zu Finerenon (letzte Suche am 16.12.2022)

Die Überprüfung der Vollständigkeit des Studienpools erfolgte durch:

  • Suche in Studienregistern zu Finerenon (letzte Suche am 13.03.2023), Suchstrategien siehe I Anhang A

Durch die Überprüfung der Vollständigkeit des Studienpools wurde keine relevante Studie für die Bewertung des Zusatznutzens von Finerenon im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie für die vorliegende Fragestellung identifiziert. Dies weicht von der Einschätzung des pU ab, der mit seiner Informationsbeschaffung die RCTs FIDELIO-DKD [3-15] und FIGARO-DKD [16-22] identifiziert. Für diese Studien legt er jeweils Teilpopulationen sowie eine präspezifizierte Metaanalyse auf Basis individueller Patientendaten (IPD) vor, die er für die Bewertung des Zusatznutzens von Finerenon heranzieht.

Die vom pU eingeschlossenen Studien FIDELIO-DKD und FIGARO-DKD sind für die Bewertung des Zusatznutzens von Finerenon gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht geeignet, da die zweckmäßige Vergleichstherapie nicht umgesetzt wurde. Dies wird im Folgenden begründet. Dazu werden zunächst die vom pU berücksichtigten Studien und Teilpopulationen beschrieben. Danach wird erläutert, warum die Studien zur Bewertung des Zusatznutzen von Finerenon gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht geeignet sind. Weitere Angaben zur Charakterisierung der Studien FIDELIO-DKD und FIGARO-DKD, den eingesetzten Interventionen und den eingeschlossenen Patientinnen und Patienten können I Anhang B der vorliegenden Nutzenbewertung entnommen werden.

Vom pU vorgelegte Evidenz

FIDELIO-DKD

Bei der Studie FIDELIO-DKD handelt es sich um eine placebokontrollierte doppelblinde randomisierte Parallelgruppenstudie zu Finerenon. Eingeschlossen wurden Patientinnen und Patienten mit einem Diabetes mellitus Typ 2 gemäß der American Diabetes Association und einer CKD mit einem Urin Albumin-Kreatinin-Quotient (UACR) von ≥ 30 bis < 300 mg/g und

p. 26

einer geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) von ≥ 25 bis ≤ 60 ml/min/1,73 m[2] oder einem UACR von ≥ 300 mg/g und einer eGFR von ≥ 25 bis ≤ 75 ml/min/1,73 m[2] . Mindestens 4 Wochen vor Screening mussten die Patientinnen und Patienten mit einer maximal tolerierten und stabilen Dosis Angiotensin-converting-Enzyme(ACE)-Hemmer oder AngiotensinRezeptorblocker (ARB) behandelt werden, was im Rahmen einer Therapieoptimierung während der Run-in-Phase sichergestellt wurde. Die Patientinnen und Patienten mussten zum Screening einen Serumkaliumwert von ≤ 4,8 mmol/l aufweisen. Ausgeschlossen waren Patientinnen und Patienten mit einer bekannten nicht-diabetischen Nierenerkrankung oder einer symptomatischen Herzinsuffizienz der New York Heart Association(NYHA)-Klasse II bis IV und reduzierter Ejektionsfraktion. Ebenso ausgeschlossen waren Patientinnen und Patienten mit einem unkontrollierten arteriellen Bluthochdruck von ≥ 160 / 100 mmHg zum Zeitpunkt des Screenings oder glykierten-Hämoglobin(HbA1c)-Werten von > 12 %. Zudem waren Eplerenon, Spironolacton, Renin-Inhibitoren und kaliumsparende Diuretika ab 4 Wochen vor Screening nicht erlaubt.

Insgesamt wurden 5734 Patientinnen und Patienten eingeschlossen und im Verhältnis 1:1 einer Behandlung mit Finerenon (N = 2866) oder der Placebogruppe (N = 2868) zugeordnet. Stratifiziert wurde nach Region (Nordamerika vs. Lateinamerika vs. Europa vs. Asien vs. andere), UACR zum Zeitpunkt des Screenings (30 bis < 300 mg/g [hohe Albuminurie] vs. ≥ 300 mg/g [sehr hohe Albuminurie]) und eGFR zum Zeitpunkt des Screenings (25 bis < 45 ml/min/1.73 m[2] vs. 45 bis < 60 ml/min/1.73 m[2] vs. ≥ 60 ml/min/1.73 m[2] ).

Die Behandlung mit Finerenon wurde in der Studie FIDELIO-DKD zulassungskonform verabreicht [23]. Laut Studienprotokoll sollten die Studienteilnehmer mit einer individuell angepassten Therapie gemäß lokalen Leitlinien und Empfehlungen für CKD, Diabetes mellitus Typ 2 und ggf. weitere Komorbiditäten behandelt werden. Eine detaillierte Diskussion der Umsetzung der zweckmäßigen Vergleichstherapie findet sich weiter unten.

Die Studie war ereignisgesteuert und sollte nach 1068 Ereignissen des primären Endpunkts beendet werden. Patientinnen und Patienten, welche die Studienmedikation vorzeitig abbrachen, wurden bis zum Studienende nachbeobachtet. Patientinnen und Patienten, die zu Studienende noch unter Finerenon-Therapie standen, wurden bis zu 33 Tage nach Studienende weiterbeobachtet.

Primärer Endpunkt der Studie war der kombinierte Endpunkt bestehend aus den Komponenten Nierenversagen, anhaltender Abnahme der eGFR um ≥ 40 % und renalem Tod. Patientenrelevante Endpunkte wurden in den Kategorien Mortalität, Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität und Nebenwirkungen erhoben.

p. 27

FIGARO-DKD

Bei der Studie FIGARO-DKD handelt es sich um eine placebokontrollierte doppelblinde randomisierte Parallelgruppenstudie zu Finerenon. Eingeschlossen wurden Patientinnen und Patienten mit einem Diabetes mellitus Typ 2 gemäß der American Diabetes Association und einer CKD mit einem UACR: ≥ 30 bis < 300 mg/g und einer eGFR von ≥ 25 bis ≤ 90 ml/min/1,73 m[2] oder mit einem UACR von ≥ 300 mg/g und einer eGFR von ≥ 60 ml/min/1,73 m[2] . Mindestens 4 Wochen vor Screening mussten die Patientinnen und Patienten mit einer maximal tolerierten und stabilen Dosis ACE-Hemmer oder ARB behandelt werden, was im Rahmen einer Therapieoptimierung während der Run-in-Phase sichergestellt wurde. Die Patientinnen und Patienten mussten zum Screening einen Serumkaliumwert von ≤ 4,8 mmol/l aufweisen. Ausgeschlossen von der Studienteilnahme waren Patientinnen und Patienten mit einer bekannten nicht-diabetischen Nierenerkrankung oder einer symptomatischen Herzinsuffizienz der NYHA-Klasse II bis IV und reduzierter Ejektionsfraktion. Ebenso ausgeschlossen waren Patientinnen und Patienten mit einem unkontrollierten arteriellen Bluthochdruck von ≥ 160 / 100 mmHg zum Zeitpunkt des Screenings und HbA1cWerten von > 12 %. Zudem waren Eplerenon, Spironolacton, Renin-Inhibitoren und kaliumsparende Diuretika ab 4 Wochen vor Screening nicht erlaubt.

Insgesamt wurden 7437 Patientinnen und Patienten eingeschlossen und im Verhältnis 1:1 einer Behandlung mit Finerenon (N = 3723) oder der Placebogruppe (N = 3714) zugeordnet. Stratifiziert wurde nach Region (Nordamerika vs. Lateinamerika vs. Europa vs. Asien vs. andere), Vorgeschichte einer kardiovaskulären Erkrankung (vorhanden vs. nicht vorhanden), dem UACR zum Zeitpunkt des Screenings (30 bis < 300 mg/g [hohe Albuminurie] vs. ≥ 300 mg/g [sehr hohe Albuminurie]) und eGFR zum Zeitpunkt des Screenings (25 bis < 45 ml/min/1,73 m[2] vs. 45 bis < 60 ml/min/1,73 m[2] vs. ≥ 60 ml/min/1,73 m[2] ).

Finerenon wurde in der Studie FIGARO-DKD zulassungskonform verabreicht [23]. Laut Studienprotokoll sollten die Studienteilnehmer mit einer individuell angepassten Therapie gemäß lokalen Leitlinien und Empfehlungen für CKD, Diabetes mellitus Typ 2 und ggf. weitere Komorbiditäten behandelt werden. Eine detaillierte Diskussion der Umsetzung der zweckmäßigen Vergleichstherapie findet sich weiter unten.

Die Studie war ereignisgesteuert und sollte nach 976 Ereignissen des primären Endpunkts beendet werden. Patientinnen und Patienten, welche die Studienmedikation vorzeitig abbrachen, wurden bis zum Studienende nachbeobachtet. Patientinnen und Patienten, die zu Studienende noch unter Finerenon-Therapie standen, wurden bis zu 33 Tage nach Studienende weiterbeobachtet.

Primärer Endpunkt der Studie war der kombinierte Endpunkt aus kardiovaskulärem Tod, nicht tödlichem Myokardinfarkt, nicht tödlichem Schlaganfall oder Hospitalisierung aufgrund von

p. 28

Herzinsuffizienz. Weitere patientenrelevante Endpunkte wurden in den Kategorien Mortalität, Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität und Nebenwirkungen erhoben.

Vom pU vorgelegte Teilpopulationen der Studien FIDELIO-DKD und FIGARO-DKD

Zur Beantwortung der Fragestellung des G-BA bildet der pU orientierend an den Diagnosekriterien der Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO)-Leitlinie [24] jeweils Teilpopulationen der Studien FIDELIO-DKD und FIGARO-DKD. Die verwendeten Kriterien für eine CKD im Stadium 1 und 2 sind dabei eine eGFR ≥ 60 ml/min/1,73 m[2] und ein UACR ≥ 30 mg/g. Da in beiden Studien ausschließlich Patientinnen und Patienten mit Albuminurie (UACR ≥ 30 mg/g) eingeschlossen wurden, teilt der pU die Patientinnen und Patienten ausschließlich nach dem Kriterium eGFR ≥ 60 ml/min/1,73 m[2] ein. Dieses Vorgehen ist sachgerecht. Durch die Einteilung des pU ergibt sich aus der Studie FIDELIO-DKD eine Teilpopulation mit 432 Patientinnen und Patienten (211 im Interventions- und 221 im Vergleichsarm) und aus der Studie FIGARO-DKD eine Teilpopulation mit 4631 Patientinnen und Patienten (2327 im Interventions- und 2304 im Vergleichsarm).

Es ist anzumerken, dass der pU zur Bildung der Teilpopulationen die eGFR zum Zeitpunkt des Screenings statt der eGFR zu Studienbeginn heranzieht. Das führt dazu, dass insgesamt 10 % der Patientinnen und Patienten dem für die vorliegende Nutzenbewertung relevanten Anwendungsgebiet CKD Stadium 1 und 2 zugeteilt wurden, obwohl die eGFR zu Studienbeginn < 60 ml/min/1,73 m[2] (Stadium 3) betrug (siehe Tabelle 8). Der pU begründet sein Vorgehen nicht. Zusätzlich sollte gemäß Fachinformation bei Patientinnen und Patienten mit einem Serumkaliumwert ≥ 5 mmol/l nicht mit einer Finerenon-Therapie begonnen werden. Zu Studienbeginn zeigten ca. 4 % der Patientinnen und Patienten einen Serumkaliumwert oberhalb dieses Richtwertes. Es ist unklar, ob bei diesen Patientinnen und Patienten eine Therapie begonnen wurde oder die Therapieinitiierung verzögert begann. Für die vorliegende Nutzenbewertung haben diese beiden Aspekte keine Konsequenz, da sie zum einen weniger als 20 % der relevanten Patientinnen und Patienten betreffen und zum anderen die zweckmäßige Vergleichstherapie in den vom pU vorgelegten Teilpopulationen nicht umgesetzt wurde (siehe nachfolgenden Abschnitt).

Zweckmäßige Vergleichstherapie des G-BA nicht umgesetzt

Der G-BA hat als zweckmäßige Vergleichstherapie im vorliegenden Anwendungsgebiet eine optimierte Standardtherapie zur Behandlung der CKD und des Diabetes mellitus Typ 2 unter Berücksichtigung der Grunderkrankung(en) und häufiger Komorbiditäten (wie Dyslipoproteinämie, Hypertonie, Anämie) festgelegt .

In den beiden Studien FIDELIO-DKD und FIGARO-DKD sollten die Patientinnen und Patienten eine patientenindividuelle Standardtherapie entsprechend den Empfehlungen der lokalen Leitlinien erhalten. Dies galt für die Behandlung der CKD sowie für Diabetes mellitus Typ 2 und

p. 29

die Behandlung von Komorbiditäten wie z. B. Hypertonie. Die leitlinienkonforme Behandlung mit ACE-Hemmern oder ARBs in maximal tolerierter Dosis ≥ 4 Wochen vor Screening war ein Einschlusskriterium. In beiden Studien gab es nach Randomisierung keine Einschränkungen bezüglich Therapiewechseln und Dosisanpassungen der Begleitbehandlung. Die vorgelegten Angaben zur Begleitbehandlung zu Studienbeginn sowie während des Studienverlaufs sind in Tabelle 9 und Tabelle 10 dargestellt. Die vom pU eingeschlossenen Studien FIDELIO-DKD und FIGARO-DKD sind jedoch für die Bewertung des Zusatznutzens gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie für die vorliegende Fragestellung nicht geeignet, da insbesondere die Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 sowie der Hypertonie (hier vor allem in den Vergleichsarmen) nicht einer optimierten Standardtherapie entspricht. Dies wird im Folgenden begründet.

Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2

Erhöhte Anteile des HbA1c-Werts bei Patientinnen und Patienten mit Diabetes steigern das Risiko einer Progression der chronischen Nierenerkrankung. So sollen nach der aktuellen Nationalen VersorgungsLeitlinie (NVL) Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 und gleichzeitiger kardiovaskulärer Erkrankung zusätzlich Natrium-Glukose-Cotransporter2(SGLT2)-Inhibitoren oder Glukagon-like-Peptide-1(GLP-1)-Rezeptoragonisten angeboten werden [25].

Insgesamt hatten ca. 35 % der Patientinnen und Patienten der interessierenden Teilpopulationen zu Studienbeginn eine kardiovaskuläre Vorerkrankung (siehe Tabelle 8). Für diese Patientinnen und Patienten wäre somit eine Behandlung mit SGLT2-Inhibitoren bzw. GLP-1-Rezeptoragonisten angezeigt gewesen. Gemäß den Angaben des pU erhielten nur 9,8 % der Patientinnen und Patienten einen SGLT2-Inhibitor und 7,6 % einen GLP-1Rezeptoragonisten zu Studienbeginn (Tabelle 9). Dabei geht aus den Studienunterlagen nicht hervor, welche Patientinnen und Patienten (mit oder ohne kardiovaskuläre Erkrankung) unter einer Behandlung mit SGLT2-Inhibtor bzw. GLP-1-Rezeptoragonisten standen. Während des Studienverlaufs wurde bei 17,4 % der Patientinnen und Patienten eine Therapie mit SGLT2Inhibitoren und 10,7 % eine Therapie mit GLP-1-Rezeptoragonisten initiiert. Die Angaben zu den Begleitbehandlungen enthalten dabei auch Therapiewechsel, sodass unklar ist, für wie viele Patientinnen und Patienten eine Therapie mit SGLT2-Inhibitoren bzw. GLP-1Rezeptoragonisten neu initiiert wurde und für wie viele Patientinnen und Patienten ein Therapiewechsel zwischen den beiden Wirkstoffklassen erfolgte. Zudem geht aus den Angaben des pU auch hier nicht hervor, welche der Patientinnen und Patienten (mit oder ohne kardiovaskuläre Vorerkrankung) während des Studienverlaufs SGLT2-Inhibitoren bzw. GLP-1Rezeptoragonisten erhielten. Insgesamt ist somit unklar, wie viele der Patientinnen und Patienten mit kardiovaskulärer Vorerkrankung zu Studienbeginn bzw. im Studienverlauf eine leitlinienkonforme Behandlung mit SGLT2-Inhibitoren bzw. GLP-1-Rezeptoragonisten erhalten haben. Selbst unter der Annahme, dass die Behandlung mit SGLT2-Inhibitoren bzw. GLP-1-

p. 30

Rezeptoragonisten zu Studienbeginn ausschließlich bei Patientinnen und Patienten mit kardiovaskulärer Vorerkrankung durchgeführt wurde, wäre nur ein geringer Anteil entsprechend dem Therapiealgorithmus der aktuellen NVL zum Diabetes mellitus Typ 2 behandelt worden.

Die übrigen 65 % der Patientinnen und Patienten in den relevanten Teilpopulationen der Studien FIDELIO-DKD und FIGARO-DKD wiesen laut NVL durch die bestehende klinisch relevante renale Erkrankung, sowie weitere kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Hypertonie, ein hohes Risiko für diabetesassoziierte kardiovaskuläre und / oder renale Ereignisse auf. Für diese Patientinnen und Patienten kann laut NVL ebenfalls eine Behandlung mit SGLT2-Inhibitoren bzw. GLP-1-Rezeptoragonisten angezeigt sein. So soll Patientinnen und Patienten mit einem hohen Risiko für diabetesassoziierte kardiovaskuläre und / oder renale Ereignisse nach individueller Bewertung und gemeinsamer Entscheidungsfindung entweder Metformin in Kombination mit SGLT2-Inhibitoren bzw. GLP-1-Rezeptoragonisten oder zunächst nur Metformin angeboten werden. Sofern zunächst nur mit Metformin behandelt und das angestrebte Therapieziel nach 3 bis 6 Monaten nicht erreicht wird, erfolgt eine erneute Evaluation mit der Option einen weiteren Wirkstoff zu ergänzen. Die Auswahl eines weiteren Wirkstoffes soll sich dabei an den entsprechenden Effekten auf priorisierte Endpunkte orientieren. Für SGLT2-Inhibitoren (Empagliflozin, Dapagliflozin) und GLP-1Rezeptoragonisten (Liraglutid) zeigt sich in den jeweiligen Studien (EMPA-REG Outcome, DECLARE-TIMI 58 und LEADER) eine Senkung des Risikos für schwere kardiovaskuläre Ereignisse. Diese sollten daher präferiert eingesetzt werden. Für die in den Studien FIDELIODKD und FIGARO-DKD maßgeblich neben Metformin eingesetzten Wirkstoffklassen der Sulfonylharnstoffe und Dipeptidylpeptidase-4(DPP-4)-Inhibitoren (siehe I Anhang B) liegt hingegen keine Evidenz für eine Senkung des Risikos kardiovaskulärer Ereignisse vor. Insgesamt wäre daher auch für einen Großteil der Patientinnen und Patienten ohne kardiovaskuläre Vorerkrankung - aber mit hohem kardiovaskulärem Risiko - in den relevanten Teilpopulationen eine Behandlung mit SGLT2-Inhibitoren bzw. GLP-1-Rezeptoragonisten angezeigt gewesen.

Die in den Studienunterlagen der Studien FIDELIO-DKD und FIGARO-DKD präspezifizierten Subgruppenanalysen zum Einsatz von SGLT2-Inhibitoren bzw. GLP-1-Rezeptoragonisten zu Studienbeginn (ja vs. nein) legt der pU für die betrachtete Teilpopulation nicht vor. Dieses Vorgehen ist nicht sachgerecht. Auswertungen der Patientinnen und Patienten mit SGLT2-Inhibitoren und GLP-1-Rezeptoragonisten zu Studienbeginn wären potenziell für die Nutzenbewertung relevant. Diese sind daher für die Nutzenbewertung vorzulegen.

Zusammenfassend wurde nur ein geringer Anteil an Patientinnen und Patienten mit kardiovaskulärer Vorerkrankung bzw. hohem kardiovaskulären Risiko leitlinienkonform mit SGLT2-Inhibitoren bzw. GLP-1-Rezeptoragonisten behandelt. Somit entsprach die Behandlung

p. 31

des Diabetes mellitus Typ 2 in diesen Studien weder dem Therapiealgorithmus der aktuellen NVL zum Diabetes mellitus Typ 2 [25] noch einer optimierten Standardtherapie im Sinne der zweckmäßigen Vergleichstherapie. Auswertungen in Form von Subgruppenanalysen für Patientinnen und Patienten, die entsprechend der zweckmäßigen Vergleichstherapie behandelt wurden, legt der pU nicht vor. Diese Subgruppenanalysen können zudem grundsätzlich nur die Fragestellung zu Finerenon als Zusatztherapie (Finerenon plus SGLT2-Inhibitoren bzw. GLP-1-Rezeptoragonisten vs. SGLT2-Inhibitoren bzw. GLP-1Rezeptoragonisten) adressieren und nicht den Vergleich zwischen Finerenon und SGLT2-Inhibitoren bzw. GLP-1-Rezeptoragonisten.

Behandlung der arteriellen Hypertonie

Gemäß den Hinweisen des G-BA sollten vor Studienbeginn für die Komorbiditäten Zielwerte definiert, erreicht und während des Studienverlaufs mittels patientenindividueller Therapie gehalten werden. Die KDIGO Praxisleitlinie zur Behandlung des Blutdrucks bei der CKD von 2012 [26] empfiehlt für Patientinnen und Patienten mit CKD und Diabetes mellitus Typ 2 einschließlich einer Albuminurie (UACR ≥ 30 mg/g) einen Blutdruck von 130 / 80 mmHg. Gemäß der aktualisierten KDIGO Praxisleitlinie von 2021 wird sogar ein systolischer Blutdruck von < 120 mmHg [27] für diese Patientinnen und Patienten empfohlen.

Der pU richtet sich in seinen Studienunterlagen zu beiden Studien nach der Empfehlung der KDIGO Leitlinie von 2012 [26] und gibt einen Zielwert von 130 / 80 mmHg mit ggf. patientenindividueller Anpassung an. Für einen Studieneinschluss waren laut der Ausschlusskriterien jedoch Blutdruckwerte von bis zu 160 / 100 mmHg erlaubt. Zudem war eine Behandlung mit Aldosteronanatgonisten (Eplerenon und Spironolacton) und weiteren kaliumsparenden Diuretika ab 4 Wochen vor Screening und während der Behandlung mit der Studienmedikation nicht erlaubt. Damit standen den Patientinnen und Patienten vor allem im Vergleichsarm mehrere Wirkstoffe zur Therapie der arteriellen Hypertonie, aber auch von Ödemen und potenziell auftretender Herzinsuffizienz nicht zur Verfügung. Es zeigt sich insgesamt eine unzureichenden Blutdruckeinstellung zu Studienbeginn. In den vorgelegten Teilpopulationen hatten 25 % der Patientinnen und Patienten zu Studienbeginn einen systolischen Blutdruck von > 146 mmHg (siehe Tabelle 8). Angaben zu Blutdruckwerten während des Studienverlaufs legt der pU nur für die Gesamtpopulationen der Studien vor. Hier zeigt sich im Studienverlauf keine relevante Verbesserung der Blutdruckwerte. Vor allem blieb der Blutdruck im Vergleichsarm durchweg 2 bis 3 mmHg höher als im Interventionsarm, was potenziell auf die blutdrucksenkende Wirkung von Finerenon zurückzuführen ist [15,21].

Insgesamt war vor allem in den Vergleichsarmen in den vom pU vorgelegten Teilpopulationen der Studien FIDELIO-DKD und FIGARO-DKD eine optimierte Behandlung der arteriellen Hypertonie im Sinne der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht gewährleistet.

p. 32

Fazit

Ein Großteil der Patientinnen und Patienten mit kardiovaskulärer Vorerkrankung bzw. kardiovaskulärem Risiko in der für die vorliegende Nutzenbewertung relevanten Teilpopulation der Studien FIDELIO-DKD und FIAGRO-DKD wurden nicht dem Therapiealgorithmus der aktuellen NVL zum Diabetes mellitus Typ 2 entsprechend mit SGLT2-Inhibitoren bzw. GLP-1-Rezeptoragonisten behandelt. Zudem war eine optimierte Behandlung der arteriellen Hypertonie insbesondere für Patientinnen und Patienten in den Vergleichsarmen der beiden Studien nicht gewährleistet. Mehrere Wirkstoffe zur Therapie von Ödemen oder potenziell im Verlauf auftretender Herzinsuffizienz standen nicht zur Verfügung. Zusammengefasst ist somit die zweckmäßige Vergleichstherapie einer optimierten Standardtherapie in den Studien FIDELIO-DKD und FIGARO-DKD nicht umgesetzt.

p. 33

Finerenon (Niereninsuffizienz, Stadium 1 und 2)

I 4 Ergebnisse zum Zusatznutzen

Für die Bewertung des Zusatznutzens von Finerenon im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie bei Patientinnen und Patienten mit CKD im Stadium 1 und 2 mit Albuminurie in Verbindung mit Diabetes mellitus Typ 2 liegen keine geeigneten Daten vor. Es ergibt sich kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen von Finerenon im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie, ein Zusatznutzen ist damit für diese Patientinnen und Patienten nicht belegt.

p. 34

I 5 Wahrscheinlichkeit und Ausmaß des Zusatznutzens

Tabelle 5 stellt zusammenfassend das Ergebnis der Bewertung des Zusatznutzens von Finerenon im Vergleich mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie dar.

Tabelle 5: Finerenon – Wahrscheinlichkeit und Ausmaß des Zusatznutzens

Indikation Zweckmäßige Vergleichstherapiea Wahrscheinlichkeit und Ausmaß
des Zusatznutzens
Erwachsene mit chronischer
Nierenerkrankung (Stadium 1 und 2
mit Albuminurie) in Verbindung mit
Diabetes mellitus Typ 2
Eine optimierte Standardtherapie
zur Behandlung der chronischen
Nierenerkrankung und des
Diabetes mellitus Typ 2 unter
Berücksichtigung der
Grunderkrankung(en) und häufiger
Komorbiditäten (wie
Dyslipoproteinämie, Hypertonie,
Anämie)
Zusatznutzen nicht belegt
a. Dargestellt ist die vom G-BA festgelegte zweckmäßige Vergleichstherapie.
G-BA: Gemeinsamer Bundesausschuss;

Die oben beschriebene Einschätzung weicht von der des pU ab, der einen Beleg für einen beträchtlichen Zusatznutzen ableitet.

Über den Zusatznutzen beschließt der G-BA.

p. 35

Finerenon (Niereninsuffizienz, Stadium 1 und 2)

I 6 Literatur

Das Literaturverzeichnis enthält Zitate des pU, in denen gegebenenfalls bibliografische Angaben fehlen.

  1. Gemeinsamer Bundesausschuss. Verfahrensordnung des Gemeinsamen -

Bundesausschusses [online]. URL: https://www.g ba.de/richtlinien/42/.

  1. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Finerenon (Niereninsuffizienz, Stadium 3 und 4) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. [Demnächst verfügbar unter https://www.g-ba.de/bewertungsverfahren/nutzenbewertung/928/].

  2. Bayer. CSR FIDELIO-DKD 2020: A randomized, double-blind, placebo-controlled, parallelgroup, multicenter, event-driven Phase III study to investigate the efficacy and safety of finerenone, in addition to standard of care, on the progression of kidney disease in subjects with type 2 diabetes mellitus and the clinical diagnosis of diabetic kidney disease. 2020.

  3. Bayer. A randomized, double-blind, placebo-controlled, parallel-group, multicenter, eventdriven Phase III study to investigate the efficacy and safety of finerenone, in addition to standard of care, on the progression of kidney disease in subjects with type 2 diabetes mellitus and the clinical diagnosis of diabetic kidney disease [online]. [Zugriff: 15.03.2023]. URL: https://www.clinicaltrialsregister.eu/ctr-search/search?query=eudract_number:2015000990-11.

  4. Bayer. Efficacy and Safety of Finerenone in Subjects With Type 2 Diabetes Mellitus and Diabetic Kidney Disease (FIDELIO-DKD) [online]. 2021 [Zugriff: 15.03.2023]. URL: https://ClinicalTrials.gov/show/NCT02540993.

  5. Bayer. A randomized, double-blind, placebo-controlled, parallel-group, multicenter, eventdriven Phase III study to investigate the efficacy and safety of finerenone, in addition to standard of care, on the progression of kidney disease in subjects with type 2 diabetes mellitus and the clinical diagnosis of diabetic kidney disease (FIDELIO-DKD); study 16244; Zusatzanalysen [unveröffentlicht]. 2023.

  6. Agarwal R, Joseph A, Anker SD et al. Hyperkalemia Risk with Finerenone: Results from the FIDELIO-DKD Trial. J Am Soc Nephrol 2022; 33(1): 225-237. https://dx.doi.org/10.1681/ASN.2021070942.

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  8. Filippatos G, Anker SD, Agarwal R et al. Finerenone and Cardiovascular Outcomes in Patients With Chronic Kidney Disease and Type 2 Diabetes. Circulation 2021; 143(6): 540552. https://dx.doi.org/10.1161/CIRCULATIONAHA.120.051898.

p. 36
  1. Filippatos G, Bakris GL, Pitt B et al. Finerenone Reduces New-Onset Atrial Fibrillation in Patients With Chronic Kidney Disease and Type 2 Diabetes. J Am Coll Cardiol 2021; 78(2): 142-152. https://dx.doi.org/10.1016/j.jacc.2021.04.079.

  2. Filippatos G, Pitt B, Agarwal R et al. Finerenone in patients with chronic kidney disease and type 2 diabetes with and without heart failure: a prespecified subgroup analysis of the FIDELIO-DKD trial. Eur J Heart Fail 2022; 24(6): 996-1005. https://dx.doi.org/10.1002/ejhf.2469.

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  4. Rossing P, Burgess E, Agarwal R et al. Finerenone in Patients With Chronic Kidney Disease and Type 2 Diabetes According to Baseline HbA1c and Insulin Use: An Analysis From the - FIDELIO-DKD Study. Diabetes Care 2022; 45(4): 888-897. https://dx.doi.org/10.2337/dc21 1944.

  5. Rossing P, Filippatos G, Agarwal R et al. Finerenone in Predominantly Advanced CKD and Type 2 Diabetes With or Without Sodium-Glucose Cotransporter-2 Inhibitor Therapy. Kidney International Reports 2022; 7(1): 36-45. https://dx.doi.org/10.1016/j.ekir.2021.10.008.

  6. Ruilope LM, Agarwal R, Anker SD et al. Blood Pressure and Cardiorenal Outcomes With Finerenone in Chronic Kidney Disease in Type 2 Diabetes. Hypertension 2022; 79(12): 26852695. https://dx.doi.org/10.1161/HYPERTENSIONAHA.122.19744.

  7. Bayer. CSR FIGARO-DKD 2021: A randomized, double-blind, placebo-controlled, parallelgroup, multicenter, eventdriven Phase III study to investigate the efficacy and safety of finerenone on the reduction of cardiovascular morbidity and mortality in subjects with type 2 diabetes mellitus and the clinical diagnosis of diabetic kidney disease in addition to standard of care. 2021.

  8. Bayer. A randomized, double-blind, placebo-controlled, parallel-group, multicenter, event-driven Phase III study to investigate the efficacy and safety of finerenone on the reduction of cardiovascular morbidity and mortality in subjects with type 2 diabetes mellitus and the clinical diagnosis of diabetic kidney disease in addition to standard of care. [online]. - [Zugriff: 15.03.2023]. URL: https://www.clinicaltrialsregister.eu/ctr search/search?query=eudract_number:2015-000950-39.

  9. Bayer. Efficacy and Safety of Finerenone in Subjects With Type 2 Diabetes Mellitus and the Clinical Diagnosis of Diabetic Kidney Disease (FIGARO-DKD) [online]. 2022 [Zugriff: 15.03.2023]. URL: https://ClinicalTrials.gov/show/NCT02545049.

p. 37
  1. Bayer. A randomized, double-blind, placebo-controlled, parallel-group, multicenter, event-driven Phase III study to investigate the efficacy and safety of finerenone on the reduction of cardiovascular morbidity and mortality in subjects with type 2 diabetes mellitus and the clinical diagnosis of diabetic kidney disease in addition to standard of care (FIGARODKD); study 17530; Zusatzanalysen [unveröffentlicht]. 2023.

  2. Filippatos G, Anker SD, Agarwal R et al. Finerenone Reduces Risk of Incident Heart Failure in Patients With Chronic Kidney Disease and Type 2 Diabetes: Analyses From the FIGARODKD Trial. Circulation 2022; 145(6): 437-447.

https://dx.doi.org/10.1161/CIRCULATIONAHA.121.057983.

  1. Pitt B, Filippatos G, Agarwal R et al. Cardiovascular Events with Finerenone in Kidney Disease and Type 2 Diabetes. N Engl J Med 2021; 385(24): 2252-2263. https://dx.doi.org/10.1056/NEJMoa2110956.

  2. Ruilope LM, Pitt B, Anker SD et al. Kidney outcomes with finerenone; an analysis from the FIGARO-DKD study. Nephrology, Dialysis Transplantation 2022; 38(2): 372-383. https://dx.doi.org/10.1093/ndt/gfac157.

  3. Bayer. Kerendia 10 mg/20 mg Filmtabletten [online]. 2023 [Zugriff: 28.04.2023]. URL: https://www.fachinfo.de/suche/fi/023695.

  4. International Society of Nephrology. KDIGO 2012; Clinical Practice Guideline for the Evaluation and Management of Chronic Kidney Disease; Kidney International Supplements - [online]. 2013 [Zugriff: 09.05.2023]. URL: https://kdigo.org/wp content/uploads/2017/02/KDIGO_2012_CKD_GL.pdf.

  5. Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. Nationale Versorgungsleitlinie; Typ-2Diabetes; Teilpublikation der Langfassung [online]. 2021 [Zugriff: 04.01.2023]. URL: https://www.leitlinien.de/themen/diabetes/pdf/diabetes-2aufl-vers1.pdf.

  6. International Society of Nephrology. KDIGO Clinical Practice Guideline for the Management of Blood Pressure in Chronic Kidney Disease; Kidney International Supplements - [online]. 2012 [Zugriff: 04.01.2023]. URL: https://kdigo.org/wp content/uploads/2016/10/KDIGO-2012-Blood-Pressure-Guideline-English.pdf.

  7. KDIGO 2021; Clinical Practice Guideline for the Management of Blood Pressure in Chronic Kidney Disease; Kidney International Supplements. Kidney Int 2021; 99(3, Supplement): S1S87. https://dx.doi.org/10.1016/j.kint.2020.11.003.

p. 38

Finerenon (Niereninsuffizienz, Stadium 1 und 2)

I Anhang A Suchstrategien

Studienregister

Suche zu Finerenon

1. ClinicalTrials.gov

Anbieter: U.S. National Institutes of Health

Suchstrategie

finerenone OR BAY-94-8862

2. EU Clinical Trials Register

Anbieter: European Medicines Agency

Suchstrategie

finerenone* OR BAY-94-8862 OR BAY94-8862 OR (BAY 94-8862)

3. International Clinical Trials Registry Platform Search Portal

Anbieter: World Health Organization

Suchstrategie

finerenone OR BAY-94-8862 OR BAY94-8862 OR BAY 94-8862

p. 39

Finerenon (Niereninsuffizienz, Stadium 1 und 2)

I Anhang B Charakterisierung der vom pU eingeschlossenen Studien FIDELIO-DKD und FIGARO-DKD

Tabelle 6: Charakterisierung der vom pU eingeschlossenen Studien – RCT, direkter Vergleich: Finerenon + optimierte Standardtherapie vs. Placebo + optimierte Standardtherapie (mehrseitige Tabelle)

Studie Studiendesign Population Interventionen (Zahl der Studiendauer Ort und Zeitraum der Primärer Endpunkt;
randomisierten Durchführung sekundäre
Patientinnen und Patienten) Endpunktea
FIDELIO-DKD RCT, erwachsene Finerenon + optimierte Run-in: 4–16 1.024 Zentren in primär: kombinierter
doppelblind, Patientinnen und Standardtherapie (N = 2866) Wochend Argentinien, Australien, Endpunkt aus
parallel Patienten mit Diabetes Placebo + optimierte Belgien, Brasilien, Bulgarien, Nierenversagene,
mellitus Typ 2 und CKD
(Stadium 2–4 mit
Standardtherapie (N = 2868) Screening: bis zu 2
Wochen
Chile, China, Dänemark,
Deutschland, Finnland,
anhaltender
Abnahme der eGFR
Albuminurie)b:
- eGFR ≥ 25–≤ 75
ml/min/1,73 m2und
- Albuminurie (UACR
≥ 30–≤ 5000 mg/g)
davon relevante
Teilpopulationc:
Finerenon + optimierte
Standardtherapie (n = 211)
Placebo + optimierte
Standardtherapie (n = 221)
Behandlung:
ereignisgesteuerte
Studie
(Studienende nach
mindestens 1068
Ereignissen des
primären
Endpunkts)
Frankreich, Griechenland,
Großbritannien, Hong Kong,
Irland, Israel, Italien, Japan,
Kanada, Kolumbien, Litauen,
Malaysia, Mexiko,
Neuseeland, Niederlande,
Norwegen, Österreich,
Philippinen, Polen, Portugal,
Puerto Rico, Rumänien,
Russland, Schweden,
um ≥ 40%, oder
renalem Tod
sekundär:
Gesamtmortalität,
Morbidität,
gesundheitsbezogene
Lebensqualität, UEs
Schweiz, Singapur, Slowakei,
Nachbeobachtung: Spanien, Südafrika,
maximal bis 33 Südkorea, Taiwan, Thailand,
Tage nach Tschechische Republik,
Studienende Türkei, Ukraine, Ungarn,
USA, Vietnam
09/2015–04/2020
Datenschnitt: 29.07.2020f, h
p. 40

Finerenon (Niereninsuffizienz, Stadium 1 und 2)

Tabelle 6: Charakterisierung der vom pU eingeschlossenen Studien – RCT, direkter Vergleich: Finerenon + optimierte Standardtherapie vs. Placebo + optimierte Standardtherapie (mehrseitige Tabelle)

Studie Studiendesign Population Interventionen (Zahl der Studiendauer Ort und Zeitraum der Primärer Endpunkt;
randomisierten Durchführung sekundäre
Patientinnen und Patienten) Endpunktea
FIGARO-DKD RCT, erwachsene Finerenon + optimierte Run-in: 4–16 1019 Zentren in primär: kombinierter
doppelblind, Patientinnen und Standardtherapie (N = 3723) Wochend Argentinien, Australien, Endpunkt aus
parallel Patienten mit Diabetes Placebo + optimierte Belgien, Brasilien, Bulgarien, kardiovaskulärem
mellitus Typ 2 und CKD
(Stadium 1–4 mit
Standardtherapie (N = 3714) Screening: bis zu 2
Wochen
Chile, China, Dänemark,
Deutschland, Finnland,
Tod, nicht-tödlichem
Myokardinfarkt, nicht
Albuminurie)g:
- eGFR ≥ 25
ml/min/1,73 m2und
- Albuminurie (UACR
≥ 30–≤ 5000 mg/g)
Davon relevante
Teilpopulationc:
Finerenon + optimierte
Standardtherapie (n = 2327)
Placebo + optimierte
Standardtherapie (n = 2304)
Behandlung:
ereignisgesteuerte
Studie
(Studienende nach
mindestens 976
Ereignissen des
primären
Endpunkts)
Frankreich, Griechenland,
Großbritannien, Hong Kong,
Irland, Israel, Italien, Japan,
Kanada, Kolumbien, Litauen,
Malaysia, Mexiko,
Neuseeland, Niederlande,
Norwegen, Österreich,
Philippinen, Polen, Portugal,
Puerto Rico, Rumänien,
Russland, Schweden,
tödlichem
Schlaganfall oder
Hospitalisierung
aufgrund von
Herzinsuffizienz
sekundär:
Gesamtmortalität,
Morbidität,
gesundheitsbezogene
Lebensqualität, UEs
Schweiz, Singapur, Slowakei,
Beobachtung: Spanien, Südafrika,
maximal bis 33 Südkorea, Taiwan, Thailand,
Tage nach Tschechische Republik,
Studienende Türkei, Ukraine, Ungarn,
USA, Vietnam
09/2015–02/2021
Datenschnitt: 19.04.2021f, i
p. 41

Finerenon (Niereninsuffizienz, Stadium 1 und 2)

Tabelle 6: Charakterisierung der vom pU eingeschlossenen Studien – RCT, direkter Vergleich: Finerenon + optimierte Standardtherapie vs. Placebo + optimierte Standardtherapie (mehrseitige Tabelle)

Studie
Studiendesign
Population
Interventionen (Zahl der
Studiendauer
Ort und Zeitraum der
Primärer Endpunkt;
randomisierten
Durchführung
sekundäre
Patientinnen und Patienten)
Endpunktea
a. Primäre Endpunkte beinhalten Angaben ohne Berücksichtigung der Relevanz für diese Nutzenbewertung. Sekundäre Endpunkte beinhalten ausschließlich
Angaben zu relevanten verfügbaren Endpunkten für diese Nutzenbewertung.
b. Patientinnen und Patienten mussten entweder einen UACR ≥ 30–< 300 mg/g mit einer eGFR ≥ 25–< 60 ml/min/1,73 m2und eine diabetische Retinopathie oder
einen UACR ≥ 300–≤ 5000 mg/g mit einer eGFR ≥ 25–< 75 ml/min/1,73 m2aufweisen. Die Anzahl der Patientinnen und Patienten mit einer diabetischen
Retinopathie wurde auf 10 % der Gesamtpopulation beschränkt. Die Anzahl der Patientinnen und Patienten mit einem UACR ≥ 300–≤ 5000 mg/g und einer eGFR
≥ 60 ml/min/1,73 m2wurde auf 10 % der Population mit einem UACR ≥ 300–≤ 5000 mg/g beschränkt.
c. Patientinnen und Patienten mit CKD in den Stadien 1 und 2 definiert über eine eGFR ≥ 60 ml/min/1,73 m2zum Zeitpunkt des Screenings. Da in beiden Studien nur
Patientinnen und Patienten mit einer Albuminurie (UACR > 30 mg/g) eingeschlossen wurden, basiert die Auswahl ausschließlich auf dem eGFR-Kriterium.
d. Ein Wechsel zwischen den Studien FIDELIO-DKD und FIGARO-DKD war während der Run-in- und Screening-Phase einmalig erlaubt. Die Run-in-Phase umfasst eine
Optimierungsphase zum Erreichen der maximal tolerierten zugelassenen Dosis sowie eine anschließende Erhaltungsphase.
e. definiert als bestätigt anhaltende eGFR < 15 ml/min/1,73 m2oder ESRD (Bedarf einer chronischen Dialyse-Behandlung > 90 Tage oder einer
Nierentransplantation)
f. Präspezifiziert war ein formaler Interim-Datenschnitt nach dem Auftreten von zwei Drittel der benötigten Gesamtereignisse des primären Endpunkts.
g. Patientinnen und Patienten mussten entweder einen UACR ≥ 30–< 300 mg/g mit einer eGFR ≥ 25–≤ 90 ml/min/1,73 m2oder einen UACR ≥ 300–≤ 5000 mg/g mit
einer eGFR ≥ 60 ml/min/1,73 m2vorweisen. Die Anzahl der Patientinnen und Patienten mit einem UACR ≥ 30–< 300 mg/g und einer eGFR ≥ 60 ml/min/1,73 m2
wurde auf 10 % der Population mit einem UACR ≥ 30–< 300 mg/g beschränkt. Ebenso wurde die Anzahl an Patientinnen und Patienten mit einer hohen
Albuminurie (UACR ≥ 30–< 300 mg/g) ohne kardiovaskuläre Vorerkrankung auf ca. 40 % der Population mit hoher Albuminurie zum Zeitpunkt des Screenings
begrenzt.
h. Das Datum der letzten Visite des letzten Patienten bzw. der letzten Patientin ist der 14.04.2020. Der finale Database-Lock erfolgte am 29.07.2020.
i. Das Datum der letzten Visite des letzten Patienten bzw. der letzten Patientin ist der 02.02.2021. Der finale Database-Lock erfolgte am 19.04.2021.
CKD: chronische Nierenerkrankung; eGFR: geschätzte glomeruläre Filtrationsrate; ESRD: Nierenerkrankung im Endstadium; n: vom pU ausgewertete Teilpopulation;
N: Anzahl randomisierter Patientinnen und Patienten; RCT: randomisierte kontrollierte Studie; UACR: Urin Albumin-Kreatinin-Quotient; UE: unerwünschtes Ereignis
p. 42

Finerenon (Niereninsuffizienz, Stadium 1 und 2)

Tabelle 7: Charakterisierung der Intervention – RCT, direkter Vergleich: Finerenon + optimierte Standardtherapie vs. Placebo + optimierte Standardtherapie (mehrseitige Tabelle)

Tabelle 7: Charakterisierung der Intervention – RCT, direkter Vergleich: Finerenon +
optimierte Standardtherapie vs. Placebo + optimierte Standardtherapie (mehrseitige
Tabelle)
Tabelle 7: Charakterisierung der Intervention – RCT, direkter Vergleich: Finerenon +
optimierte Standardtherapie vs. Placebo + optimierte Standardtherapie (mehrseitige
Tabelle)
Studie Intervention
Vergleich
FIDELIO-DKD Finerenon 10 mgabzw. 20 mgb1-mal täglich, oral
+ optimierte Standardtherapie
Placebo 1-mal täglicha, b, oral
+ optimierte Standardtherapie
Dosisanpassungen
- Dosiserhöhung auf 20 mg pro Tag ab Visite 2 erlaubt, vorausgesetzt:
 Kaliumwert von ≤ 4,8 mmol/l
 Abnahme der eGFR maximal 30 % gegenüber der letzten Messung
- Dosisreduktion bzw. Unterbrechung ausschließlich aufgrund von Sicherheitsbedenken
erlaubt
- Unterbrechung der Studienmedikation bei einem Kaliumwert von > 5,5 mmol/l
Vor- und Begleitbehandlung
- Gemäß lokal anerkannten Leitlinien
 Therapie der kardiovaskulären Erkrankungen und der chronischen Nierenerkrankung
 Behandlung mit Statinen, Thrombozytenaggregationshemmern und Betablockern
 Therapien zur glykämischen Kontrolle
- ACE-Hemmer und / oder ARB seit ≥ 4 Wochen vor Run-in Visite
- ACE-Hemmer oder ARB in maximal tolerierter und zugelassener Dosis seit ≥ 4 Wochen vor
Screeningc
- Falls nötig, Kaliumersatz oder kaliumsenkende Wirkstoffe während Studie
- nicht-kaliumsparende Diuretika und Antihypertensiva (wenn der Prüfarzt / die Prüfärztin
den Blutdruck als unkontrolliert beurteilt)
Nicht erlaubte Vor- und Begleitbehandlung
- Eplerenon, Spironolacton, Renin-Inhibitor oder kaliumsparendes Diuretikum ≥ 4 Wochen
vor Screening
- Dialyse bei akutem Nierenversagen ≤ 12 Wochen vor Run-in Visite
- vorhandenes Nieren-Allotransplantat oder geplante Nierentransplantation innerhalb von
12 Monaten nach Run-in Visite
- Teilnahme an anderen Studien mit Prüfpräparatend
- potente CYP3A4-Inhibitoren oder-Induktoren ≥ 7 Tage vor Studienbeginn
FIGARO-DKD - siehe FIDELIO-DKD
Dosisanpassungen
- siehe FIDELIO-DKD
Vorbehandlung und Begleitbehandlung
- siehe FIDELIO-DKD
p. 43

Finerenon (Niereninsuffizienz, Stadium 1 und 2)

Tabelle 7: Charakterisierung der Intervention – RCT, direkter Vergleich: Finerenon + optimierte Standardtherapie vs. Placebo + optimierte Standardtherapie (mehrseitige Tabelle)

Studie
Intervention
Vergleich
a. Anfangsdosis für Patientinnen und Patienten mit einer eGFR < 60 ml/min/1,73 m2zum Zeitpunkt des
Screenings. Darreichungsform: 1 Tablette (10 mg Finerenon oder Placebo)
b. Anfangsdosis für Patientinnen und Patienten mit einer eGFR ≥ 60 ml/min/1,73 m2zum Zeitpunkt des
Screenings. Darreichungsform: 1 Tablette (20 mg Finerenon oder Placebo)
c. Optimierung der Behandlung mit entweder einem ACE-Hemmer oder einem ARB während der Run-in-
Phase. Die vor dem Screening zu erreichende maximal tolerierte, zugelassene Dosis sollte nicht unter der
minimal zugelassenen Dosis liegen (Erhaltungsphase). Die Erhaltungsphase sollte vorzugsweise ohne
Anpassung der Dosis, der Wahl des Wirkstoffs oder einer anderen blutdrucksenkenden oder
blutzuckersenkenden Behandlung auskommen.
d. zeitgleich oder innerhalb von 30 Tagen vor Randomisierung; außer Teilnahme an der Run-in und Screening
Phase der jeweils anderen Studie (FIGARO-DKD oder FIDELIO-DKD)
ACE: Angiotensin-Konvertierungsenzym; ARB: Angiotensin-Rezeptorblocker; CKD: chronische
Nierenerkrankung; CVD: kardiovaskuläre Erkrankung; CYP: Cytochrom P450; eGFR: geschätzte glomeruläre
Filtrationsrate; RCT: randomisierte kontrollierte Studie
p. 44

Tabelle 8: Charakterisierung der relevanten Teilpopulationen sowie Studien- / Therapieabbruch – RCT, direkter Vergleich: Finerenon + optimierte Standardtherapie vs. Placebo + optimierte Standardtherapie, (mehrseitige Tabelle)

Tabelle 8: Charakterisierung der relevanten Teilpopulationen sowie
Studien- / Therapieabbruch – RCT, direkter Vergleich: Finerenon + optimierte
Standardtherapie vs. Placebo + optimierte Standardtherapie, (mehrseitige Tabelle)
Tabelle 8: Charakterisierung der relevanten Teilpopulationen sowie
Studien- / Therapieabbruch – RCT, direkter Vergleich: Finerenon + optimierte
Standardtherapie vs. Placebo + optimierte Standardtherapie, (mehrseitige Tabelle)
Tabelle 8: Charakterisierung der relevanten Teilpopulationen sowie
Studien- / Therapieabbruch – RCT, direkter Vergleich: Finerenon + optimierte
Standardtherapie vs. Placebo + optimierte Standardtherapie, (mehrseitige Tabelle)
Studie
Charakteristikum
Kategorie
FIDELIO-DKD
Finerenon +
optimierte
Standard-
therapie
Placebo +
optimierte
Standard-
therapie
Na = 211
Na = 221
FIGARO-DKD
Finerenon +
optimierte
Standard-
therapie
Placebo +
optimierte
Standard-
therapie
Na = 2327
Na = 2304
Alter [Jahre], MW (SD)
64 (8)
64 (10)
Geschlecht [w / m], %
27 / 73
30 / 70
Abstammung, n (%)
weiß
140 (66)
152 (69)
schwarz oder afroamerikanisch
10 (5)
9 (4)
asiatisch
39 (18)
44 (20)
andereb
22 (10)
15 (7)
nicht berichtet
0 (0)
1 (< 1)
Region, n (%)
Nordamerika
42 (20)
40 (18)
Lateinamerika
21 (10)
24 (11)
Europa
104 (49)
112 (51)
Asien
39 (19)
41 (19)
andere
5 (2)
4 (2)
Vorgeschichte einer kardiovaskulären Erkrankung, n (%)
ja
88 (42)
89 (40)
nein
123 (58)
132 (60)
Dauer des Bestehens des Typ 2 Diabetes [Jahre]
MW (SD)
15,3 (7,9)
15,6 (8,3)
Median [Q1; Q3]
14,3 [9,3; 20,3]
15,2 [10,0; 20,7]
HbA1c zu Studienbeginn [%]
MW (SD)
7,8 (1,4)
7,8 (1,3)
Median [Q1; Q3]
7,6 [6,7; 8.7]
7,6 [6,8; 8.6]
n (%)
≤ 8,5
151 (72)c
164 (74)c
> 8,5
60 (28)
57 (26)
Serumkaliumwert zu Studienbeginn [mmol/l], n (%)
≤ 4,8
187 (89)
201 (91)
> 4,8 bis ≤ 5,0
13 (6)
8 (4)
> 5,0
11 (5)
12 (5)
61 (10)
61 (10)
31 / 69
29 / 71
1.659 (71)
1.613 (70)
70 (3)
74 (3)
464 (20)
486 (21)
128 (6)
128 (6)
6 (< 1)
3 (< 1)
292 (13)
277 (12)
322 (14)
316 (14)
1114 (48)
1111 (48)
522 (22)
523 (23)
77 (3)
77 (3)
811 (35)
803 (35)
1516 (65)
1501 (65)
13,6 (7,9)
13,5 (7,8)
12,3 [7,6; 18,2]
12,4 [7,7; 18,1]
7,8 (1,4)
7,8 (1,4)
7,6 [6,8; 8.7]
7,6 [6,7; 8.8]
1674 (72)c
1642 (71)c
651 (28)
659 (29)
2120 (91)
2091 (91)
119 (5)
118 (5)
88 (4)
94 (4)
p. 45

Tabelle 8: Charakterisierung der relevanten Teilpopulationen sowie Studien- / Therapieabbruch – RCT, direkter Vergleich: Finerenon + optimierte Standardtherapie vs. Placebo + optimierte Standardtherapie, (mehrseitige Tabelle)

Tabelle 8: Charakterisierung der relevanten Teilpopulationen sowie
Studien- / Therapieabbruch – RCT, direkter Vergleich: Finerenon + optimierte
Standardtherapie vs. Placebo + optimierte Standardtherapie, (mehrseitige Tabelle)
Tabelle 8: Charakterisierung der relevanten Teilpopulationen sowie
Studien- / Therapieabbruch – RCT, direkter Vergleich: Finerenon + optimierte
Standardtherapie vs. Placebo + optimierte Standardtherapie, (mehrseitige Tabelle)
Tabelle 8: Charakterisierung der relevanten Teilpopulationen sowie
Studien- / Therapieabbruch – RCT, direkter Vergleich: Finerenon + optimierte
Standardtherapie vs. Placebo + optimierte Standardtherapie, (mehrseitige Tabelle)
Studie
Charakteristikum
Kategorie
FIDELIO-DKD
Finerenon +
optimierte
Standard-
therapie
Placebo +
optimierte
Standard-
therapie
Na = 211
Na = 221
FIGARO-DKD
Finerenon +
optimierte
Standard-
therapie
Placebo +
optimierte
Standard-
therapie
Na = 2327
Na = 2304
Systolischer Blutdruck zu Studienbeginn [mmHg]
MW (SD)
137,3 (13,7)
139,4 (13,4)
Median [Q1; Q3]
138,0
[128,3; 146,3]
139,0
[130,0; 148,0]
Diastolischer Blutdruck zu Studienbeginn [mmHg]
MW (SD)
77,5 (9,7)
77,8 (9,5)
Median [Q1; Q3]
78,3 [71,7; 83,3] 78,0 [70,7; 84,7]
eGFR zum Zeitpunkt des Screenings [ml/min/1,73m2]
MW (SD)
66,6 (4,4)
66,5 (5,0)
Median [Q1; Q3]
66,2 [62,8; 70,1] 65,9 [62,4; 69,5]
n (%)
< 25
0 (0)
0 (0)
25 bis < 45
0 (0)
0 (0)
45 bis < 60
0 (0)
0 (0)
≥ 60
210 (99,5)
221 (100)
eGFR zu Studienbeginn [ml/min/1,73m2]
MW (SD)
65,2 (9,6)
64,7 (9,8)
Median [Q1; Q3]
65,7 [59,3; 70,3] 64,4 [59,6; 70,4]
n (%)
< 25
0 (0)
0 (0)
25 bis < 45
4 (2)
5 (2)
45 bis < 60
57 (27)
57 (26)
≥ 60
150 (71)
159 (72)
UACR zu Baseline [mg/g]
geom. MW (SD)
812,7 (2,3)
814,9 (2,2)
Median [Q1; Q3]
798,0
[464,6; 1406,7]
758,4
[470,9; 1388,8]
n (%)
< 30
0 (0)
0 (0)
30 bis < 300
19 (9)
12 (5)
≥ 300
192 (91)
209 (95)
136,6 (13,5)
136,4 (13,7)
136,7
[127,7; 145,7]
136,7
[127,3; 146,0]
78,4 (8,9)
78,7 (9,0)
79,0 [72,3; 84,7] 79,3 [73,0; 84,3]
81,6 (14,1)
81,7 (14,3)
79,5 [70,2; 91,4) 79,9[70,0; 91,8]
0 (0)
0 (0)
2 (< 1)
0 (0)
8 (< 1)
9 (< 1)
2315 (99,5)
2292 (99,5)
80,1 (15,5)
80,7 (15,5)
79,0 [68,4; 91,7] 79,7 [69,1; 91,9]
1 (< 1)
0 (0)
23 (1)
10 (< 1)
170 (7)
175 (8)
2133 (92)
2119 (92)
524,4 (2,9)
525,6 (3,0)
567,3
[303,4; 1102,7]
563,8
[320,5; 1112,4]
22 (1)
26 (1)
548 (24)
504 (22)
1757 (76)
1772 (77)
Therapieabbruch, n (%)
47 (22)d
52 (24)d
Studienabbruch, n (%)
0 (0)
1 (< 1)
554 (24)e
590 (26)e
3 (< 1)
6 (< 1)
p. 46

Tabelle 8: Charakterisierung der relevanten Teilpopulationen sowie

Studien- / Therapieabbruch – RCT, direkter Vergleich: Finerenon + optimierte Standardtherapie vs. Placebo + optimierte Standardtherapie, (mehrseitige Tabelle)

Tabelle 8: Charakterisierung der relevanten Teilpopulationen sowie
Studien- / Therapieabbruch – RCT, direkter Vergleich: Finerenon + optimierte
Standardtherapie vs. Placebo + optimierte Standardtherapie, (mehrseitige Tabelle)
Tabelle 8: Charakterisierung der relevanten Teilpopulationen sowie
Studien- / Therapieabbruch – RCT, direkter Vergleich: Finerenon + optimierte
Standardtherapie vs. Placebo + optimierte Standardtherapie, (mehrseitige Tabelle)
Tabelle 8: Charakterisierung der relevanten Teilpopulationen sowie
Studien- / Therapieabbruch – RCT, direkter Vergleich: Finerenon + optimierte
Standardtherapie vs. Placebo + optimierte Standardtherapie, (mehrseitige Tabelle)
Studie
Charakteristikum
Kategorie
FIDELIO-DKD
Finerenon +
optimierte
Standard-
therapie
Placebo +
optimierte
Standard-
therapie
Na = 211
Na = 221
FIGARO-DKD
Finerenon +
optimierte
Standard-
therapie
Placebo +
optimierte
Standard-
therapie
Na = 2327
Na = 2304
a. Anzahl randomisierter Patientinnen und Patienten.
b. Ureinwohner Amerikas, Alaskas, Hawaiis oder anderer pazifischer Inseln und gemischte Abstammung
c. eigene Berechnung
d. Häufige Gründe für den Therapieabbruch im Interventions- vs. Kontrollarm waren: unerwünschte
Ereignisse (8 % vs. 8 %), Tod (6 % vs. 4 %), Einverständnis zurückgezogen (6 % vs. 6 %). 1 Patientin oder
Patient im Finerenon-Arm hat keine Behandlung begonnen.
e. Häufige Gründe für den Therapieabbruch im Interventions- vs. Kontrollarm waren: unerwünschte
Ereignisse (6 % vs. 6 %), Tod (5 % vs. 7 %), Einverständnis zurückgezogen (7 % vs. 6 %). 1 Patientin oder
Patient im Finerenon Arm und 2 Patientinnen oder Patienten im Placeboarm haben keine Behandlung
begonnen.
eGFR: geschätzte glomeruläre Filtrationsrate; HbA1c: glykiertes Hämoglobin; k. A.: keine Angabe;
m: männlich; Max: Maximum; Min: Minimum; MW: Mittelwert; n: Anzahl Patientinnen und Patienten in der
Kategorie; N: Anzahl randomisierter Patientinnen und Patienten; Q1: 1. Quartil; Q3: 3. Quartil;
RCT: randomisierte kontrollierte Studie; SD: Standardabweichung; UACR: Urin Albumin-Kreatinin-Ratio;
w: weiblich
p. 47

Tabelle 9: Angaben zur Behandlung zu Studienbeginn – RCT, direkter Vergleich: Finerenon + optimierte Standardtherapie vs. Placebo + optimierte Standardtherapie

Tabelle 9: Angaben zur Behandlung zu Studienbeginn – RCT, direkter Vergleich: Finerenon +
optimierte Standardtherapie vs. Placebo + optimierte Standardtherapie
Tabelle 9: Angaben zur Behandlung zu Studienbeginn – RCT, direkter Vergleich: Finerenon +
optimierte Standardtherapie vs. Placebo + optimierte Standardtherapie
Tabelle 9: Angaben zur Behandlung zu Studienbeginn – RCT, direkter Vergleich: Finerenon +
optimierte Standardtherapie vs. Placebo + optimierte Standardtherapie
Wirkstoffkategorie
Wirkstoffklasse
Patientinnen und Patienten mit Vorbehandlung
n (%)
FIDELIO-DKD
Finerenon +
optimierte
Standard-
therapie
Placebo +
optimierte
Standard-
therapie
N = 211
N = 221
FIGARO-DKD
Finerenon +
optimierte
Standard-
therapie
Placebo +
optimierte
Standard-
therapie
N = 2327
N = 2304
Antidiabetische Behandlung
jegliche antidiabetische Behandlung
Insulin und Analoga
DPP-4-Inhibitoren
GLP-1-RA
SGLT2-Inhibitoren
Biguanide
Sulfonylharnstoffe
Alpha-Glucosidase-Hemmer
Meglitinide
Thiazolidinedione
k. A.
k. A.
133 (63,0)
130 (58,8)
46 (21,8)
49 (22,2)
19 (9,0)
19 (8,6)
21 (10,0)
18 (8,1)
144 (68,2)
168 (76,0)
55 (26,1)
54 (24,4)
13 (6,2)
9 (4,1)
10 (4,7)
6 (2,7)
12 (5,7)
8 (3,6)
k. A.
k. A.
1285 (55,2)
1255 (54,5)
519 (22,3)
477 (20,7)
191 (8,2)
154 (6,7)
231 (9,9)
224 (9,7)
1845 (79,3)
1773 (77,0)
640 (27,5)
668 (29,0)
110 (4,7)
117 (5,1)
57 (2,4)
49 (2,1)
83 (3,6)
79 (3,4)
Nicht-antidiabetische Behandlung
jegliche nicht-antidiabetische Behandlung
ARB
ACE-Hemmer
Betablocker
Diuretika
Statine
kaliumsupplementierende Wirkstoffe
kaliumsenkende Wirkstoffe (einschl.
Bindemittel)
k. A.
k. A.
125 (59,2)
129 (58,4)
86 (40,8)
92 (41,6)
97 (46,0)
107 (48,4)
103 (48,8)
116 (52,5)
143 (67,8)
154 (69,7)
3 (1,4)
7 (3,2)
1 (0,5)
0 (0)
k. A.
k. A.
1306 (56,1)
1288 (55,9)
1020 (43,8)
1014 (44,0)
984 (42,3)
997(43,3)
970 (41,7)
969 (42,1)
1501 (64,5)
1561 (67,8)
53 (2,3)
50 (2,2)
12 (0,5)
11 (0,5)
ARB: Angiotensin-Rezeptorblocker; ACE: Angiotensin-Konvertierungsenzym; DPP: Dipeptidyl-Peptidase; GLP-
1-RA: Glucagon-like Peptide 1 Rezeptoragonist; k. A.: keine Angabe; n: Anzahl Patientinnen und Patienten in
der Kategorie; N: Anzahl randomisierter Patientinnen und Patienten; RCT: randomisierte kontrollierte Studie;
SGLT2: Natrium-Glukose-Cotransporter 2
p. 48

Tabelle 10: Angaben zur Begleitbehandlung – RCT, direkter Vergleich: Finerenon + optimierte Standardtherapie vs. Placebo + optimierte Standardtherapie (mehrseitige Tabelle)

Tabelle 10: Angaben zur Begleitbehandlung – RCT, direkter Vergleich: Finerenon + optimierte
Standardtherapie vs. Placebo + optimierte Standardtherapie (mehrseitige Tabelle)
Tabelle 10: Angaben zur Begleitbehandlung – RCT, direkter Vergleich: Finerenon + optimierte
Standardtherapie vs. Placebo + optimierte Standardtherapie (mehrseitige Tabelle)
Tabelle 10: Angaben zur Begleitbehandlung – RCT, direkter Vergleich: Finerenon + optimierte
Standardtherapie vs. Placebo + optimierte Standardtherapie (mehrseitige Tabelle)
Wirkstoffkategorie
Wirkstoffklasse
Patientinnen und Patienten mit Begleitbehandlung
n (%)
FIDELIO-DKD
Finerenon +
optimierte
Standard-
therapie
Placebo +
optimierte
Standard-
therapie
FIGARO-DKD
Finerenon +
optimierte
Standard-
therapie
Placebo +
optimierte
Standard-
therapie
N = 211
N = 221
N = 2327
N = 2304
Neu begonnene antidiabetische Behandlunga, b
jegliche antidiabetische Behandlung
123 (58,3)
133 (60,2)
Insulin und Analoga
88 (41,7)
94 (42,5)
DPP-4-Inhibitoren
30 (14,2)
24 (10,9)
GLP-1-RA
21 (10,0)
23 (10,4)
SGLT2-Inhibitoren
25 (11,8)
27 (12,2)
Biguanide
56 (26,5)
52 (23,5)
Sulfonylharnstoffe
29 (13,7)
23 (10,4)
Alpha-Glucosidase-Hemmer
8 (3,8)
10 (4,5)
Meglitinide
9 (4,3)
5 (2,3)
Thiazolidinedione
4 (1,9)
5 (2,3)
1375 (59,1)
1427 (61,9)
911 (39,1)
924 (40,1)
356 (15,3)
335 (14,5)
254 (10,9)
242 (10,5)
407 (17,5)
424 (18,4)
657 (28,2)
638 (27,7)
290 (12,5)
304 (13,2)
95 (4,1)
87 (3,8)
52 (2,2)
41 (1,8)
73 (3,1)
65 (2,8)
Neu begonnene nicht-antidiabetische Behandlunga, b
jegliche nicht-antidiabetische Behandlung
157 (74,4)
167 (75,6)
ACE-Hemmer
32 (15,2)
26 (11,8)
ARB
48 (22,7)
51 (23,1)
RAAS-Hemmer
72 (34,1)
71 (32,1)
Betablocker
52 (24,6)
55 (24,9)
Diuretika
68 (32,2)
79 (35,7)
Schleifendiuretika
38 (18,0)
55 (24,9)
Thiaziddiuretika
27 (12,8)
28 (12,7)
kaliumsupplementierende Wirkstoffe
10 (4,7)
13 (5,9)
kaliumsenkende Wirkstoffe (einschl.
Bindemittel)
14 (6,6)
3 (1,4)
Alphablocker
56 (26,5)
60 (27,1)
Kalziumkanalblocker
60 (28,4)
68 (30,8)
zentral wirkende Antihypertensiva
11 (5,2)
14 (6,3)
starke CYP3A4-Inhibitoren
12 (5,7)
12 (5,4)
moderate CYP3A4-Inhibitoren
25 (11,8)
27 (12,2)
schwache CYP3A4-Inhibitoren
75 (35,5)
81 (36,7)
nicht klassifizierte CYP3A4-Inhibitoren
12 (5,7)
6 (2,7)
starke CYP3A4-Induktoren
1 (0,5)
3 (1,4)
moderate CYP3A4-Induktoren
15 (7,1)
13 (5,9)
1693 (72,8)
1720 (74,7)
321 (13,8)
342 (14,8)
501 (21,5)
523 (22,7)
744 (32,0)
765 (33,2)
500 (21,5)
513 (22,3)
705 (30,3)
749 (32,5)
409 (17,6)
458 (19,9)
229 (9,8)
265 (11,5)
147 (6,3)
175 (7,6)
69 (3,0)
45 (2,0)
532 (22,9)
547 (23,7)
623 (26,8)
687 (29,8)
86 (3,7)
105 (4,6)
106 (4,6)
116 (5,0)
281 (12,1)
305 (13,2)
830 (35,7)
821 (35,6)
92 (4,0)
106 (4,6)
29 (1,2)
30 (1,3)
166 (7,1)
167 (7,2)
p. 49

Finerenon (Niereninsuffizienz, Stadium 1 und 2)

Tabelle 10: Angaben zur Begleitbehandlung – RCT, direkter Vergleich: Finerenon + optimierte Standardtherapie vs. Placebo + optimierte Standardtherapie (mehrseitige Tabelle)

Tabelle 10: Angaben zur Begleitbehandlung – RCT, direkter Vergleich: Finerenon + optimierte
Standardtherapie vs. Placebo + optimierte Standardtherapie (mehrseitige Tabelle)
Tabelle 10: Angaben zur Begleitbehandlung – RCT, direkter Vergleich: Finerenon + optimierte
Standardtherapie vs. Placebo + optimierte Standardtherapie (mehrseitige Tabelle)
Tabelle 10: Angaben zur Begleitbehandlung – RCT, direkter Vergleich: Finerenon + optimierte
Standardtherapie vs. Placebo + optimierte Standardtherapie (mehrseitige Tabelle)
Wirkstoffkategorie
Wirkstoffklasse
Patientinnen und Patienten mit Begleitbehandlung
n (%)
FIDELIO-DKD
Finerenon +
optimierte
Standard-
therapie
Placebo +
optimierte
Standard-
therapie
FIGARO-DKD
Finerenon +
optimierte
Standard-
therapie
Placebo +
optimierte
Standard-
therapie
N = 211
N = 221
N = 2327
N = 2304
schwache CYP3A4-Induktoren
nicht klassifizierte CYP3A4-Induktoren
orale Antikoagulanzien
Acetylsalicylsäure und deren Salze
Statine
erythropoetinstimulierende Wirkstoffe
NSAIDS (ohne Acetylsalicylsäure)
Angiotensinrezeptor-Neprilysin-Blocker
kaliumsparende Diuretika
Thrombozytenaggregationshemmer (außer
Heparin)
Trimethoprim und Derivate
9 (4,3)
8 (3,6)
6 (2,8)
7 (3,2)
17 (8,1)
14 (6,3)
35 (16,6)
39 (17,6)
58 (27,5)
65 (29,4)
2 (0,9)
7 (3,2)
43 (20,4)
58 (26,2)
2 (0,9)
7 (3,2)
16 (7,6)
17 (7,7)
47 (22,3)
56 (25,3)
6 (2,8)
7 (3,2)
134 (5,8)
126 (5,5)
80 (3,4)
86 (3,7)
161 (6,9)
161 (7,0)
347 (14,9)
339 (14,7)
665 (28,6)
597 (25,9)
28 (1,2)
31 (1,3)
686 (29,5)
699 (30,3)
5 (0,2)
5 (0,2)
122 (5,2)
144 (6,3)
513 (22,0)
507 (22,0)
57 (2,4)
63 (2,7)
a. einschließlich Therapiewechsel
b. Bestimmte Wirkstoffe können in mehrere Wirkstoffklassen eingruppiert werden, sodass ggf. für eine
Patientin bzw. einen Patienten derselbe Wirkstoff in mehreren Wirkstoffklassen gezählt wird.
ARB: Angiotensin-Rezeptorblocker; ACE: Angiotensin-Konvertierungsenzym; CYP3A4: Cytochrom P450;
DPP: Dipeptidyl-Peptidase; GLP-1-RA: Glucagon-like Peptide 1 Rezeptoragonist; n: Anzahl Patientinnen und
Patienten in der Kategorie; N: Anzahl randomisierter Patientinnen und Patienten; RAAS: Renin-Angiotensin-
Aldosteron-System; RCT: randomisierte kontrollierte Studie; SGLT2: Natrium-Glukose-Cotransporter 2
p. 50

Finerenon (Niereninsuffizienz, Stadium 1 und 2)

I Anhang C Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung

Nachfolgend werden die Angaben des pU aus Modul 1, Abschnitt 1.8 „Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung“ ohne Anpassung dargestellt.

„Die nachfolgend zusammengefassten Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung von Finerenon gelten für Anwendungsgebiet A wie auch Anwendungsgebiet B. Detaillierte Information zu den Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung finden sich jeweils in Abschnitt 3.4 der Module 3A und 3B bzw. der Fachinformation zu KERENDIA®.

Dosierung und Art der Anwendung

Die empfohlene Tagesdosis, wie auch die Höchstdosis beträgt 20 mg Finerenon einmal täglich.

Zur Feststellung, ob mit der Finerenon-Behandlung begonnen werden darf, und zur Ermittlung der Anfangsdosis müssen das Serumkalium und die eGFR bestimmt werden.

Bei einem Serumkaliumwert von ≤4,8 mmol/l kann die Behandlung mit Finerenon begonnen werden. Bei einem Serumkaliumwert von >4,8 bis 5,0 mmol/l kann der Beginn der Behandlung unter zusätzlicher Überwachung des Serumkaliums während der ersten vier Wochen erwogen werden. Bei einem Serumkaliumwert von >5,0 mmol/l sollte nicht mit einer Behandlung begonnen werden.

Die empfohlene Anfangsdosis ergibt sich aus der eGFR: Bei einer eGFR von ≥60 mL/min/1,73 m2 ist eine Anfangsdosis von 20 mg, bei einer eGFR von ≥25 bis <60 mL/min/1,73 m2 von 10 mg Finerenon einmal täglich empfohlen. Bei einer eGFR von <25 mL/min/1,73 m2 ist die Einleitung der Behandlung mit Finerenon nicht empfohlen.

Serumkalium und eGFR müssen bei allen Patienten vier Wochen nach Beginn bzw. Wiederaufnahme der Behandlung oder einer Dosiserhöhung erneut gemessen werden. Danach muss das Serumkalium in regelmäßigen Abständen und nach Bedarf auf Basis der Patientencharakteristika und des Serumkaliumspiegels erneut gemessen werden.

Die Behandlung mit Finerenon kann mit Dosisanpassung auf Basis des Serumkaliums bei Patienten mit einer eGFR von ≥ 15 mL/min/1,73 m2 fortgesetzt werden. Aufgrund begrenzter klinischer Daten sollte die Behandlung bei Patienten mit Progression zu einer ESRD (eGFR von <15 mL/min/1,73 m2) beendet werden.

Bei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich. Bei Patienten mit einer schweren Leberfunktionsstörung sollte eine Behandlung mit Finerenon nicht begonnen werden.

p. 51

Dosisanpassungen aufgrund des Alters oder des Körpergewichts sind nicht erforderlich.

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Finerenon bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist bisher noch nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Hyperkaliämie

Bei mit Finerenon behandelten Patienten wurde Hyperkaliämie beobachtet. Bei Patienten mit höherem Risiko eine Hyperkaliämie zu entwickeln ist eine engmaschige Überwachung zu erwägen.

Bei einem Serumkaliumwert von >5,0 mmol/l sollte nicht mit der Behandlung begonnen werden. Bei einem Serumkaliumwert von >4,8 bis 5,0 mmol/l kann der Beginn der Behandlung unter zusätzlicher Überwachung des Serumkaliums während der ersten vier Wochen auf Basis der Patientencharakteristika und des Serumkaliumspiegels erwogen werden. Bei einem Serumkaliumwert von >5,5 mmol/l muss die laufende Behandlung ausgesetzt werden. Lokale Leitlinien für das Management der Hyperkaliämie müssen befolgt werden. Ab einem Serumkaliumwert von ≤5,0 mmol/l kann die Behandlung mit 10 mg Finerenon einmal täglich wieder aufgenommen werden.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Das Risiko für eine Hyperkaliämie erhöht sich mit abnehmender Nierenfunktion. Die Nierenfunktion sollte laufend nach Bedarf gemäß der üblichen klinischen Praxis überwacht werden. Bei einer eGFR von <25 mL/min/1,73 m2 sollte nicht mit einer Behandlung begonnen werden, bei einer eGFR von <15 mL/min/1,73 m2 sollte die Behandlung beendet werden.

Eingeschränkte Leberfunktion

Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung sollte nicht mit einer FinerenonBehandlung begonnen werden. Bei Patienten mit mittelschwerer Leberfunktionsstörung erfordert die Anwendung von Finerenon aufgrund des Anstiegs der Finerenon-Exposition möglicherweise eine zusätzliche Überwachung. Eine zusätzliche Überwachung des Serumkaliums sowie die Anpassung der Überwachung entsprechend der Patientencharakteristika ist zu erwägen.

Herzinsuffizienz

Patienten mit diagnostizierter HF mit reduzierter Ejektionsfraktion und Klasse II-IV laut New York Heart Association waren von den klinischen Phase III-Studien ausgeschlossen.

p. 52

Finerenon (Niereninsuffizienz, Stadium 1 und 2)

Embryofetale Toxizität

Finerenon darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der Nutzen für die Mutter und das Risiko für das ungeborene Kind wurden sorgfältig abgewogen. Frauen im gebärfähigen Alter sind darauf hinzuweisen, dass sie während der Behandlung mit Finerenon eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden müssen und nicht stillen dürfen.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.

Gleichzeitige Anwendung kontraindiziert

Die gleichzeitige Anwendung mit Itraconazol, Clarithromycin und anderen starken Cytochrom P450 (CYP) 3A4-Inhibitoren ist kontraindiziert.

Gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen

KERENDIA® sollte nicht gleichzeitig mit Rifampicin und anderen starken CYP3A4-Induktoren oder mit Efavirenz und anderen moderaten CYP3A4-Induktoren angewendet werden.

KERENDIA® sollte nicht gleichzeitig mit kaliumsparenden Diuretika und anderen Mineralokortikoidrezeptor-Antagonisten angewendet werden.

Grapefruits oder Grapefruitsaft sollten während der Behandlung mit Finerenon nicht verzehrt werden.

Gleichzeitige Anwendung mit Vorsicht

Bei gleichzeitiger Anwendung mit moderaten und schwachen CYP3A4-Inhibitoren wird eine Überwachung des Serumkaliums empfohlen, insbesondere bei Behandlungsbeginn und bei Dosierungsänderung von Finerenon oder des Inhibitors.

Bei Anwendung zusammen mit Kaliumergänzungsmitteln und Trimethoprim oder Trimethoprim/Sulfamethoxazol ist ein Anstieg des Hyperkaliämie-Risikos zu erwarten. Eine Überwachung des Serumkaliums ist erforderlich. Unter Umständen muss KERENDIA® während der Behandlung mit Trimethoprim oder Trimethoprim/Sulfamethoxazol vorübergehend abgesetzt werden.

Das Risiko für eine Hypotension steigt bei gleichzeitiger Anwendung von mehreren anderen blutdrucksenkenden Arzneimitteln. Bei diesen Patienten wird eine Überwachung des Blutdrucks empfohlen.“

p. 53

Teil II: Anzahl der Patientinnen und Patienten sowie Kosten der Therapie

p. 54

Finerenon (Niereninsuffizienz, Stadium 1 und 2)

II Inhaltsverzeichnis

|---|---|---| |II||Tabellenverzeichnis ............................................................................................... II.3| |II||Abkürzungsverzeichnis .......................................................................................... II.4| |II|1|Kommentar zur Anzahl der Patientinnen und Patienten mit therapeutisch| |||bedeutsamem Zusatznutzen (Modul 3 B, Abschnitt 3.2) ........................................ II.5| ||II|1.1
Beschreibung der Erkrankung und Charakterisierung der Zielpopulation ......... II.5| ||II|1.2
Therapeutischer Bedarf ................................................................................... II.5| ||II|1.3
Anzahl der Patientinnen und Patienten in der GKV-Zielpopulation .................. II.5| |||II 1.3.1
Beschreibung des Vorgehens des pU ............................................................... II.5| |||II 1.3.2
Bewertung des Vorgehens des pU ................................................................... II.8| |||II 1.3.3
Anzahl der Patientinnen und Patienten mit therapeutisch bedeutsamem| |||Zusatznutzen ..................................................................................................... II.9| |||II 1.3.4
Zukünftige Änderung der Anzahl der Patientinnen und Patienten ................ II.10| |||II 1.3.5
Anzahl der Patientinnen und Patienten – Zusammenfassung ....................... II.10| |II|2|Kommentar zu den Kosten der Therapie für die GKV (Modul 3 B, Abschnitt 3.3) ...II.11| ||II|2.1
Behandlungsdauer .........................................................................................II.11| ||II|2.2
Verbrauch ......................................................................................................II.11| ||II|2.3
Kosten des zu bewertenden Arzneimittels und der zweckmäßigen| |||Vergleichstherapie .........................................................................................II.11| ||II|2.4
Kosten für zusätzlich notwendige GKV-Leistungen ..........................................II.11| ||II|2.5
Jahrestherapiekosten .....................................................................................II.11| ||II|2.6
Kosten der Therapie für die GKV – Zusammenfassung ....................................II.12| ||II|2.7
Versorgungsanteile ........................................................................................II.13| |II|3|Literatur...............................................................................................................II.14|

p. 55
II
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Schritte des pU zur Ermittlung der Anzahl der Patientinnen und Patienten in
der GKV-Zielpopulation .................................................................................................... II.6
Tabelle 2: Anzahl der Patientinnen und Patienten in der GKV-Zielpopulation .................... II.10
Tabelle 3: Kosten für die GKV für die zu bewertende Therapie und die zweckmäßige
Vergleichstherapie pro Patientin oder Patient bezogen auf 1 Jahr ............................... II.12
p. 56

II Abkürzungsverzeichnis

Abkürzung Bedeutung
CKD Chronic Kidney Disease (chronische Nierenerkrankung)
CKD-EPI Chronic Kidney Disease Epidemiology Collaboration
DIVE Diabetes-Versorgungs-Evaluation
DPV Diabetes-Patienten-Verlaufsdokumentation
eGFR estimated glomerular Filtration Rate (geschätzte glomeruläre
Filtrationsrate)
EPAR European Public Assessment Report
G-BA Gemeinsamer Bundesausschuss
GKV gesetzliche Krankenversicherung
ICD-10-GM International Statistical Classification of Diseases and Related Health
Problems, Revision 10, German Modification (Internationale
statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter
Gesundheitsprobleme, 10. Revision, Deutsche Modifikation)
InGef Institut für angewandte Gesundheitsforschung
KDIGO Kidney Disease: Improving Global Outcomes
pU pharmazeutischer Unternehmer
T2DM Diabetes mellitus Typ 2
p. 57

Finerenon (Niereninsuffizienz, Stadium 1 und 2)

II 1 Kommentar zur Anzahl der Patientinnen und Patienten mit therapeutisch bedeutsamem Zusatznutzen (Modul 3 B, Abschnitt 3.2)

Die Angaben des pharmazeutischen Unternehmers (pU) zur Anzahl der Patientinnen und Patienten mit therapeutisch bedeutsamem Zusatznutzen befinden sich in Modul 3 B (Abschnitt 3.2) des Dossiers.

II 1.1 Beschreibung der Erkrankung und Charakterisierung der Zielpopulation

Die Erkrankung Diabetes mellitus Typ 2 (T2DM) sowie die chronische Nierenerkrankung (CKD) in den Stadien 1 und 2 stellt der pU weitgehend nachvollziehbar und plausibel dar.

Finerenon wird angewendet zur Behandlung von CKD (mit Albuminurie) in Verbindung mit T2DM bei Erwachsenen [1]. Die Zielpopulation der vorliegenden Dossierbewertung ist dabei beschränkt auf die CKD-Stadien 1 und 2 mit Albuminurie. Dies entspricht der vom pU vorgenommenen Charakterisierung der Zielpopulation. Dabei liegt dem pU zufolge in den CKD-Stadien 1 und 2 stets eine Albuminurie vor. Davon abweichend existiert für CKD in den Stadien 1 und 2 auch eine Definition, derzufolge keine Albuminurie vorliegen muss (siehe Abschnitt II 1.3.2).

II 1.2 Therapeutischer Bedarf

Laut pU besteht insbesondere für Patientinnen und Patienten, bei denen das Behandlungsziel unter der höchstverträglichen Dosis an Angiotensin-Konvertierungsenzym-Hemmer oder Angiotensin-Rezeptor-Blocker nicht erreicht werden konnte, weiterhin ein großer therapeutischer Bedarf, da es für diese Patientengruppe bisher keine Therapieempfehlungen gab.

II 1.3 Anzahl der Patientinnen und Patienten in der GKV-Zielpopulation

II 1.3.1 Beschreibung des Vorgehens des pU

Der pU schätzt die Anzahl der Patientinnen und Patienten in der Zielpopulation der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) über mehrere Schritte, die in Tabelle 1 zusammengefasst dargestellt sind und anschließend beschrieben werden.

p. 58

Tabelle 1: Schritte des pU zur Ermittlung der Anzahl der Patientinnen und Patienten in der GKV-Zielpopulation

Schritt Vorgehen des pU Anteil [%] Ergebnis (Personenzahl)
1 erwachsene Bevölkerung Deutschlands im Jahr 2020 69 411 087
2 Patientinnen und Patienten mit T2DM und CKD 2,60a 1 804 170
3 Patientinnen und Patienten im CKD-Stadium 1 oder 2 27,45a–31,06a 495 242–560 330
4 Patientinnen und Patienten in der GKV 88,12a 436 395–493 748
a. Angaben im Dossier beziehen sich – sofern vorliegend – auf 1 Nachkommastelle; für die Darstellung in der
vorliegenden Bewertung erfolgte eine eigene Berechnung der Anteilswerte auf 2 Nachkommastellen
CKD: chronische Nierenerkrankung; GKV: gesetzliche Krankenversicherung; pU: pharmazeutischer
Unternehmer; T2DM: Diabetes mellitus Typ 2

Schritt 1: erwachsene Bevölkerung Deutschlands im Jahr 2020

Zunächst entnimmt der pU einer Quelle des Statistischen Bundesamts [2] eine Anzahl von 69 411 087 Erwachsenen in der Bevölkerung Deutschlands im Jahr 2020. Diese Angabe basiert auf Ergebnissen der Bevölkerungsfortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011.

Schritt 2: Patientinnen und Patienten mit T2DM und CKD

Der pU zieht eine Analyse von GKV-Abrechnungsdaten der Forschungsdatenbank des Instituts für angewandte Gesundheitsforschung (InGef) aus dem Jahr 2020 heran [3]. Auf Basis dieser Datenbank wurde für die Analyse eine nach Alter und Geschlecht repräsentative Stichprobe von 3 336 459 Personen extrahiert, die am 01.01.2018 mindestens 18 Jahre alt waren und im Jahr 2018 durchgehend oder – sofern zutreffend – bis zum Tod im Jahr 2018 versichert waren.

Anschließend operationalisiert der pU das Vorliegen von T2DM und CKD über die folgenden Kriterien (jeweils Codes gemäß der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, Deutsche Modifikation [ICD-10-GM], dokumentiert als eine gesicherte ambulante Diagnose oder als primäre oder sekundäre stationäre Diagnose):

  • E11 (T2DM) und im gleichen Jahr N18.1 (CKD-Stadium 1),

  • E11 (T2DM) und im gleichen Jahr N18.2 (CKD-Stadium 2),

  • E11 (T2DM) und im gleichen Jahr N18.3 (CKD-Stadium 3),

  • E11 (T2DM) und im gleichen Jahr N18.4 (CKD-Stadium 4),

  • E11 (T2DM) und im gleichen Jahr N18.5 (CKD-Stadium 5) und

  • E11 (T2DM) und im gleichen Jahr N08.3* (glomeruläre Krankheiten bei Diabetes mellitus [E10-E14, vierte Stelle .2+]) oder N18.8- (sonstige chronische Nierenkrankheit).

p. 59

Der pU ermittelt dadurch eine Anzahl von 86 723 Personen in der Stichprobe, die im Jahr 2018 mindestens 1 der genannten Kriterien erfüllt haben. Dies entspricht einem Anteilswert von 2,60 % in der Stichprobe.

Schritt 3: Patientinnen und Patienten im CKD-Stadium 1 oder 2

Untere Grenze

Der pU zieht eine Publikation zur kombinierten Analyse von Daten aus dem DiabetesPatienten-Verlaufsdokumentations(DPV)-Register und dem Diabetes-VersorgungsEvaluations(DIVE)-Register [4] heran. In die Register wurden Daten zu Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus aus deutschen Zentren (betrifft das DIVE-Register) bzw. hauptsächlich deutschen Zentren (betrifft das DPV-Register) aufgenommen.

In der Analyse wurden 125 997 Patientinnen und Patienten zum Datenstand März 2019 identifiziert, die alle folgenden Eigenschaften aufwiesen:

  • mindestens 18 Jahre alt,

  • T2DM,

  • Aufnahme in das jeweilige Register zwischen den Jahren 2000 und 2017,

  • Verfügbarkeit eines Werts zur geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR), berechnet gemäß Chronic-Kidney-Disease-Epidemiology-Collaboration(CKD-EPI)-Formel, sowie eines Werts zur Albuminurie und

  • eGFR ≥ 60 ml/min/1,73m² in Kombination mit Albuminurie von mindestens 30 mg/g oder eGFR < 60 ml/min/1,73m².

Diese Patientinnen und Patienten wiesen somit T2DM und eine CKD auf. Bei 34 586 der Patientinnen und Patienten lag eine eGFR ≥ 60 ml/min/1,73m² in Kombination mit Albuminurie von mindestens 30 mg/g vor. Dies entspricht den CKD-Stadien 1 und 2 mit Albuminurie. Der entsprechende Anteilswert der 125 997 Patientinnen und Patienten beträgt 27,45 %.

Obere Grenze

Der pU zieht erneut die Analyse von GKV-Abrechnungsdaten der InGef-Forschungsdatenbank [3] heran. Sofern verschiedene CKD-Stadien innerhalb des Jahres 2018 festgestellt wurden, wurde die betroffene Patientin bzw. der betroffene Patient ausschließlich für das höchste festgestellte CKD-Stadium gezählt.

Von den 86 723 Patientinnen und Patienten mit T2DM und CKD (siehe Schritt 2) ist bei 15 462 (17,83 %) das CKD-Stadium unbekannt. Die weitere Berechnung impliziert die Annahme, dass die Verteilung der CKD-Stadien auf diese Patientinnen und Patienten mit unbekanntem CKD-

p. 60

Stadium derjenigen Verteilung bei Patientinnen und Patienten mit bekanntem CKD-Stadium 1, 2, 3 oder 4 entspricht. Zusätzlich nimmt der pU an, dass nur bei einem unwesentlichen Anteil der Patientinnen und Patienten im CKD-Stadium 5 die CKD zwar diagnostiziert, das Stadium aber nicht bekannt ist.

Vor dem Hintergrund der oben genannten Annahmen ermittelt der pU zunächst den Anteil der Patientinnen und Patienten mit bekanntem CKD-Stadium 5 (4062 [4,68 %] der 86 723 Patientinnen und Patienten mit T2DM und CKD aus Schritt 2). Von den verbleibenden 95,32 % bestimmt der pU den Anteil der Patientinnen und Patienten im CKD-Stadium 1 oder 2, indem er die Anzahl von 21 895 Patientinnen und Patienten mit bekanntem CKD-Stadium 1 oder 2 durch die Anzahl von 67 199 Patientinnen und Patienten mit bekanntem CKD-Stadium 1, 2, 3 oder 4 teilt. Die Multiplikation des Ergebnisses (32,58 %) mit dem oben genannten Anteilswert 95,32 % ergibt 31,06 % (eigene Berechnung).

Schritt 4: Patientinnen und Patienten in der GKV

Unter Annahme eines GKV-Anteils von 88,12 % [2,5] an den Patientinnen und Patienten aus Schritt 3 ermittelt der pU eine Anzahl von 436 395 bis 493 748 Patientinnen und Patienten in der GKV-Zielpopulation.

II 1.3.2 Bewertung des Vorgehens des pU

Das Vorgehen des pU zur Schätzung der Anzahl der Patientinnen und Patienten in der GKVZielpopulation auf Basis der eingeschlossenen Diagnosen ist rechnerisch nachvollziehbar. Jedoch ist seine Angabe aus methodischen Gründen mit Unsicherheit behaftet. Die maßgeblichen Gründe für diese Bewertung werden im Folgenden dargestellt.

Zu Schritt 2: Patientinnen und Patienten mit T2DM und CKD

Die vom pU gelieferte Analyse von GKV-Abrechnungsdaten der InGef-Forschungsdatenbank [3] zeigt einen stetigen und deutlichen Anstieg der Prävalenz von T2DM und CKD vom Jahr 2013 bis zum Jahr 2018. Dadurch entsteht eine Unsicherheit, inwieweit die vom pU herangezogene Prävalenz des Jahres 2018 auf das Jahr 2023 übertragbar ist.

Darüber hinaus ist unklar, weshalb der pU nicht auch den Code N18.9 (CKD, nicht näher bezeichnet) berücksichtigt, der auch in Verbindung mit T2DM auftreten könnte [6].

Andererseits schließt der pU Patientinnen und Patienten mit T2DM und CKD ein, unabhängig von der Ursache der CKD. Davon abweichend wird in der vorliegenden Bewertung davon ausgegangen, dass – dem Wortlaut des Anwendungsgebiets [1] sowie den Ausführungen im European Public Assessment Report (EPAR) [7] entsprechend – bei Patientinnen und Patienten in der Zielpopulation eine Verbindung zwischen CKD (mit Albuminurie) und T2DM bestehen muss. Dies entspricht auch dem Ausschlusskriterium einer bekannten signifikanten nicht

p. 61

diabetischen Nierenerkrankung, einschließlich klinisch relevanter Nierenarterienstenose, in den Zulassungsstudien FIDELIO-DKD [8] und FIGARO-DKD [9].

Zu Schritt 3: Patientinnen und Patienten im CKD-Stadium 1 oder 2

Die Zielpopulation ist auf Patientinnen und Patienten beschränkt, bei denen eine Albuminurie vorliegt [1]. Der pU geht davon aus, dass in den CKD-Stadien 1 und 2 in jedem Fall eine Albuminurie vorliegt, da dem pU zufolge bei Patientinnen und Patienten mit einer eGFR > 60 ml/min/1,73m² zusätzlich eine Albuminurie vorliegen muss, damit die Diagnose einer CKD gestellt wird. Dies entspricht zwar den Angaben, die teilweise der vom pU gelieferten Literatur zu entnehmen sind [4,10]. Davon abweichend gibt die Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO) in ihrer Clinical Practice Guideline for the Evaluation and Management of Chronic Kidney Disease [11] weitere Kriterien für eine CKD an. Demnach kann eine CKD beispielsweise auch diagnostiziert werden, wenn Harnsediment-Anomalien, histologische oder strukturelle Anomalien vorliegen, ohne dass gleichzeitig eine Albuminurie vorliegen muss. Es ist unklar, auf wie viele der vom pU in die Herleitung eingeschlossenen Patientinnen und Patienten dies zutrifft.

Der Anteilswert für das Vorliegen der CKD-Stadien 1 und 2 auf Basis der Analyse der Daten des DIVE- und des DPV-Registers wurde aus einer Grundgesamtheit abgeleitet, die in den CKDStadien 1 und 2 ausschließlich Patientinnen und Patienten mit einer Albuminurie umfasst [4]. Dieser Anteilswert wurde auf die Population aus Schritt 2 übertragen, die sowohl Patientinnen und Patienten mit als auch ohne Albuminurie enthält. Die Übertragbarkeit ist dadurch unsicher, da das Patientenkollektiv aus Schritt 2 für die CKD-Stadien 1 und 2 nicht zunächst auf diejenigen mit einer Albuminurie eingeschränkt wurde.

Darüber hinaus gibt der pU selbst an, dass insbesondere die CKD-Stadien 1 und 2 häufig nicht erkannt und diagnostiziert werden. Daher sei bei Patientinnen und Patienten mit unbekanntem CKD-Stadium der Anteil derjenigen in den CKD-Stadien 1 und 2 vermutlich höher als bei denjenigen mit bekanntem CKD-Stadium.

II 1.3.3 Anzahl der Patientinnen und Patienten mit therapeutisch bedeutsamem Zusatznutzen

Es wurden durch den pU und in der vorliegenden Nutzenbewertung keine Subgruppen oder Teilpopulationen mit unterschiedlichen Aussagen zum Zusatznutzen identifiziert. Daher werden keine Patientenzahlen für Subgruppen oder Teilpopulationen mit unterschiedlichen Aussagen zum Zusatznutzen ausgewiesen.

p. 62

II 1.3.4 Zukünftige Änderung der Anzahl der Patientinnen und Patienten

Der pU geht bis zum Jahr 2028 von einer konstanten unteren Grenze der Prävalenz von T2DM und CKD bei Erwachsenen aus. Für die obere Grenze geht er von einem Anstieg der Prävalenz von 2,6 % im Jahr 2020 bis 3,5 % im Jahr 2028 aus.

II 1.3.5 Anzahl der Patientinnen und Patienten – Zusammenfassung

Tabelle 2: Anzahl der Patientinnen und Patienten in der GKV-Zielpopulation

Bezeichnung der zu
bewertenden Therapie
Bezeichnung der
Patientengruppe
Anzahl der Patientinnen
und Patientena
Kommentar
Finerenon Erwachsene mit
chronischer
Nierenerkrankung
(Stadium 1 und 2 mit
Albuminurie) in
Verbindung mit
Diabetes mellitus Typ 2
436 395–493 748 Die Angabe ist mit Unsicherheit
behaftet. Maßgebliche Gründe
hierfür sind
- eine möglicherweise inzwischen
abweichende Prävalenz im
Vergleich zur herangezogenen
Prävalenz aus dem Jahr 2018,
- der potenzielle Einschluss von
Patientinnen und Patienten mit
einer chronischen Nieren-
erkrankung ohne Verbindung
zum Diabetes mellitus Typ 2,
- ein Anteilswert für das Stadium
1 oder 2 der chronischen
Nierenerkrankung, der von der
Spanne abweichen kann, die
der pU veranschlagt, und
- der potenzielle Einschluss von
Patientinnen und Patienten
ohne Albuminurie.
a. Angabe des pU
GKV: gesetzliche Krankenversicherung; pU: pharmazeutischer Unternehmer
p. 63

Finerenon (Niereninsuffizienz, Stadium 1 und 2)

II 2 Kommentar zu den Kosten der Therapie für die GKV (Modul 3 B, Abschnitt 3.3)

Die Angaben des pU zu den Kosten der Therapie für die GKV befinden sich in Modul 3 B (Abschnitt 3.3) des Dossiers.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die folgende zweckmäßige Vergleichstherapie benannt: eine optimierte Standardtherapie zur Behandlung der CKD und des T2DM unter Berücksichtigung der Grunderkrankung(en) und häufiger Komorbiditäten (wie Dyslipoproteinämie, Hypertonie, Anämie). Der pU geht davon aus, dass die Behandlungsdauer, der Verbrauch und die Kosten der zweckmäßigen Vergleichstherapie patientenindividuell unterschiedlich sind. Dies ist plausibel. Daher entfällt eine weitere Kommentierung zur zweckmäßigen Vergleichstherapie in den Abschnitten II 2.1 bis II 2.4.

II 2.1 Behandlungsdauer

Die Angaben des pU zur Behandlungsdauer von Finerenon entsprechen der Fachinformation [1]. Er geht von einer kontinuierlichen Behandlung aus. Dies ist nachvollziehbar.

II 2.2 Verbrauch

Die Angaben des pU zum Verbrauch von Finerenon entsprechen der Fachinformation [1].

II 2.3 Kosten des zu bewertenden Arzneimittels und der zweckmäßigen Vergleichstherapie

Die Angaben des pU zu den Kosten von Finerenon geben korrekt den Stand der Lauer-Taxe vom 01.02.2023 wieder.

II 2.4 Kosten für zusätzlich notwendige GKV-Leistungen

Der pU gibt an, dass bei der Anwendung von Finerenon im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie keine regelhaften Unterschiede bei der notwendigen Inanspruchnahme ärztlicher Behandlung oder bei der Verordnung sonstiger Leistungen bestehen. Daher veranschlagt der pU für Finerenon keine Kosten für zusätzlich notwendige GKV-Leistungen. Dies ist plausibel.

II 2.5 Jahrestherapiekosten

Der pU ermittelt für Finerenon Jahrestherapiekosten pro Patientin bzw. Patient in Höhe von 1195,71 €. Sie bestehen ausschließlich aus Arzneimittelkosten für Finerenon, welche plausibel sind. In der vorliegenden Bewertung wird davon ausgegangen, dass für Finerenon zusätzliche Kosten für die Behandlung der Grunderkrankung(en) und häufiger Komorbiditäten entstehen.

Für die zweckmäßige Vergleichstherapie gibt der pU an, dass die Jahrestherapiekosten patientenindividuell unterschiedlich sind. Dies ist plausibel.

p. 64

Finerenon (Niereninsuffizienz, Stadium 1 und 2)

II 2.6 Kosten der Therapie für die GKV – Zusammenfassung

Tabelle 3: Kosten für die GKV für die zu bewertende Therapie und die zweckmäßige Vergleichstherapie pro Patientin oder Patient bezogen auf 1 Jahr

bezogen auf 1 Jahr
Bezeichnung der zu
bewertenden Therapie
bzw. der zweckmäßigen
Vergleichstherapie
Bezeichnung der
Patientengruppe
Arzneimittel-
kosten in €a
Kosten für
zusätzlich
notwendige GKV-
Leistungen in €a
Kosten für
sonstige GKV-
Leistungen (gemäß
Hilfstaxe) in €a
Jahrestherapie-
kosten in €a
Kommentar
Finerenonb Erwachsene mit
chronischer
Nierenerkrankung
(Stadium 1 und 2
mit Albuminurie)
in Verbindung mit
Diabetes mellitus
Typ 2
1195,71 0 0 1195,71 Die Angaben sind plausibel.
eine optimierte Standard-
therapie zur Behandlung
der chronischen Nieren-
erkrankung und des
Diabetes mellitus Typ 2
unter Berücksichtigung der
Grunderkrankung(en) und
häufiger Komorbiditäten
(wie Dyslipoproteinämie,
Hypertonie, Anämie)b
patientenindividuell unterschiedlich
a. Angaben des pU
b. In der vorliegenden Bewertung wird davon ausgegangen, dass zusätzliche Kosten für die Behandlung der Grunderkrankung(en) und häufiger Komorbiditäten
entstehen.
GKV: gesetzliche Krankenversicherung; pU: pharmazeutischer Unternehmer
p. 65

II 2.7 Versorgungsanteile

Laut pU liegen keine Erkenntnisse und Erhebungen zu Patientenpräferenzen vor. Ihm zufolge kommen Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion häufig nicht für eine Therapie mit Finerenon infrage, sodass er einen geringen zugehörigen Versorgungsanteil annimmt. Darüber hinaus gibt der pU an, dass unklar ist, wie viele Patientinnen und Patienten in der Regelversorgung die Therapie mit Finerenon aufgrund eines Verträglichkeitsproblems werden unterbrechen müssen. Eine Abschätzung der Versorgungsanteile sei mangels belastbarer Daten nicht möglich.

p. 66

Finerenon (Niereninsuffizienz, Stadium 1 und 2)

II 3 Literatur

Das Literaturverzeichnis enthält Zitate des pU, in denen ggf. bibliografische Angaben fehlen.

1. Bayer. Fachinformation KERENDIA. 2023.

  1. Destatis. Bevölkerung nach Altersgruppen (ab 2011) [online]. 2022 [Zugriff: 04.05.2023]. URL: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft- Umwelt/Bevoelkerung/Bevoelkerungsstand/Tabellen/liste altersgruppen.html.

  2. Bayer Vital. Epidemiology and healthcare resource utilization of patients with type 2 Diabetes Mellitus and chronic kidney disease in Germany. 2020.

  3. Bramlage P, Lanzinger S, Hess E et al. Renal function deterioration in adult patients with type-2 diabetes. BMC Nephrol 2020; 21(1): 312. https://dx.doi.org/10.1186/s12882-02001952-0.

  4. BMG. Ergebnisse der GKV-Statistik KM1/13; GKV - Mitglieder, mitversicherte Angehörige und Krankenstand; Jahresdurchschnitt 2020 [online]. 2021 [Zugriff: 04.05.2023]. URL: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Statistike n/GKV/Mitglieder_Versicherte/KM1_JD_2020_CPS_bf.pdf.

  5. ICD10Data.com. 2023 ICD-10-CM Diagnosis Code N18.9; Chronic kidney disease, unspecified [online]. 2023 [Zugriff: 31.03.2023]. URL:

  1. European Medicines Agency. Kerendia; Assessment report; International non-proprietary name: finerenone [online]. 2021 [Zugriff: 31.03.2023]. URL: - - - - https://www.ema.europa.eu/documents/assessment report/kerendia epar public assessment-report_en.pdf.

  2. Bayer. Efficacy and Safety of Finerenone in Subjects With Type 2 Diabetes Mellitus and Diabetic Kidney Disease [online]. 2021. URL: https://ClinicalTrials.gov/show/NCT02540993.

  3. Bayer. Efficacy and Safety of Finerenone in Subjects With Type 2 Diabetes Mellitus and the Clinical Diagnosis of Diabetic Kidney Disease [online]. 2022. URL: https://ClinicalTrials.gov/show/NCT02545049.

  4. International Society of Nephrology. KDIGO 2022; Clinical Practice Guideline for Diabetes Management in Chronic Kidney Disease; Supplement to Kidney International [online]. 2022 [Zugriff: 04.05.2023]. URL: https://kdigo.org/wp-content/uploads/2022/10/KDIGO-2022Clinical-Practice-Guideline-for-Diabetes-Management-in-CKD.pdf.

  5. International Society of Nephrology. KDIGO 2012; Clinical Practice Guideline for the Evaluation and Management of Chronic Kidney Disease; Kidney international supplements - [online]. 2013 [Zugriff: 04.05.2023]. URL: https://kdigo.org/wp content/uploads/2017/02/KDIGO_2012_CKD_GL.pdf.