Explore / Hearing

Hearing

Oral hearing: Sirolimus (Bekannter Wirkstoff mit neuem Unterlagenschutz: Faziales Angiofibrom bei tuberöser Sklerose, ≥ 6 Jahre)

Modules
G-BA decisions
Connections
2

Official metadata

Procedure node id
gba:procedure:1003
Hearing date
2024-02-05

Connected evidence

2 relations

owns document

1

Hearing · incoming

1

Official Wortprotokoll turns

Herr Prof. Hecken (Vorsitzender)

Pages 3–3

Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herzlich willkommen im Unterausschuss Arzneimittel des Gemeinsamen Bundesausschusses! Wir haben wieder Montag, Anhörungstag. Wir machen weiter mit Sirolimus, jetzt im Anwendungsgebiet faziale Angiofibrome in Verbindung mit TSC. Basis der heutigen Anhörung ist die Dossierbewertung der Fachberatung Medizin vom 2. Januar dieses Jahres, zu der Stellung genommen haben: zum einen Plusultra pharma GmbH als pharmazeutischer Unternehmer, als klinischer Einzelstellungnehmer Herr Professor Dr. Markus Knuf und als Verband der Verband Forschender Arzneimittelhersteller. Ich muss zunächst die Anwesenheit feststellen, da wir heute wieder ein Wortprotokoll führen. Für den pharmazeutischen Unternehmer Plusultra pharma müssten anwesend sein Frau Dr. Radovan, Frau Lückerath, Frau Bonduelle und Herr Dr. Greiner, für die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Worms Herr Professor Dr. Knuf – Fragezeichen – und für den vfa Herr Dr. Rasch. Ist noch jemand in der Leitung, der nicht aufgerufen wurde? – Das ist erkennbar nicht der Fall. Ich frage noch einmal nach Herrn Professor Knuf. – Nein. Er wird während des Einleitungsstatements kommen. Ich gebe zunächst dem pU die Möglichkeit, einzuführen. Wer macht das für Plusultra pharma?

Frau Dr. Radovan (Plusultra pharma)

Pages 3–3

Das mache ich.

Herr Prof. Hecken (Vorsitzender)

Pages 3–3

Bitte schön, Frau Dr. Radovan.

Frau Dr. Radovan (Plusultra pharma)

Pages 3–4

Vielen Dank. – Ich möchte mich kurz vorstellen: Ich bin die Leiterin der Abteilung Regulatory Affairs bei Plusultra pharma. Heute geht es um Hyftor, Sirolimus, 2 mg/g Gel für die topische Anwendung. Das allererste zugelassene Medikament für die Behandlung der mit tuberöser Sklerose assoziierten fazialen Angiofibromen bei Kindern und Erwachsenen ab sechs Jahren. Hyftor hat Orphan-Drug-Status und weist bei gleichzeitig guter Verträglichkeit insgesamt eine sehr gute und dauerhafte Wirksamkeit sowie Lebensqualität auf. Damit bietet Hyftor einen medizinischen Fortschritt und eine patientenrelevante Verbesserung der Versorgung in der Indikation. Aus unserer Sicht sind heute drei Aspekte zu besprechen: die Beeinträchtigung der betroffenen Patienten, der ungedeckte medizinische Bedarf und die schnelle und nachhaltige Wirksamkeit von Hyftor und die Verbesserung der Lebensqualität mit Sirolimus 2 mg/g Gel. Zum ersten Punkt: Bis zu 80 Prozent der Patienten mit tuberöser Sklerose haben auch faziale Angiofibrome, die sowohl eine körperliche als auch psychische Belastung darstellen. Diese manifestieren sich zwischen dem zweiten und fünften Lebensjahr. Anzahl und Größe nehmen ohne Behandlung progressiv zu. Faziale Angiofibrome verursachen Blutungen mit einem erhöhten Infektionsrisiko, zusätzlich Juckreiz und Schmerzen und können außerdem sowohl die Sehfunktion als auch die nasale Atemfunktion stark einschränken. Zum zweiten Punkt: Wie schon erwähnt, ist Hyftor das erste zugelassene Medikament in dieser Indikation. In den pivotalen klinischen Studien zeigte Hyftor bereits nach vier Wochen über alle Messinstrumente hinweg eine schnelle und nachhaltige Wirksamkeit. In der RCT-Studie NPC-12G-1 wurde die Verbesserung mittels des validierten IFA-Scores untersucht. Auf Vorschlag des G-BA wurde als Responsekriterium eine Verbesserung um mindestens 15 Prozent der Skalenspannweite herangezogen bzw. eine IFA-Score-Reduzierung um drei Punkte oder mehr. Nach IQWiG-Kriterien zeigt ein solches Responsekriterium einen patientenrelevanten Effekt an. Bei Woche zwölf haben 70 Prozent der Hyftor-Patienten eine solche Verbesserung gezeigt im Vergleich zu 3,1 Prozent der Placebo-Patienten. Zum Thema Lebensqualitätsverbesserung: In einer Investigator-initiierten Studie, als Hatano 2020 veröffentlicht, an der Plusultra Pharma nicht beteiligt war, wurde Folgendes demonstriert: Nach einer dreimonatigen Behandlung mit Sirolimus konnte eine signifikante Verbesserung auf drei Skalen des Short-Form SF 36 nachgewiesen werden, nämlich Vitalität, soziale Funktionsfähigkeit und psychisches Wohlbefinden. – Vielen Dank.

Herr Prof. Hecken (Vorsitzender)

Pages 4–4

Herzlichen Dank, Frau Radovan. – Wir suchen gerade noch Herrn Knuf, der kurz auf der Liste war, aber jetzt wieder verschollen ist. Ich hätte nämlich eine Frage an den Kliniker gehabt. Ich frage einmal in Richtung der Bänke, bis wir Herrn Knuf gefunden haben, wenn er überhaupt kommt: Haben Sie Fragen zu dem, was Frau Dr. Radovan als Einführung gesagt hat? – Sonst würde ich an den pharmazeutischen Unternehmer die Frage stellen. Vielleicht können Sie uns noch einmal kurz mitnehmen und die Hauptsymptomatik der Erkrankung darstellen und die entstehenden Angiofibrome beschreiben. Vielleicht können Sie auch etwas zur klinischen Einteilung sagen. Das wäre eigentlich eine Frage für den Kliniker. Aber das müssen Sie als pU auch etwas vertieft darstellen können. Wer könnte das für den pU machen? – Herr Dr. Greiner, bitte. – Herr Greiner, wir hören Sie nicht. Ist noch jemand da?

Frau Dr. Radovan (Plusultra pharma)

Pages 4–4

Aus technischen Gründen würde ich etwas dazu sagen. Noch einmal zum Thema faziale Angiofibrome: Es ist wichtig, zu betonen, dass die Patienten wirklich beeinträchtigt sind. Eine Verbesserung in der Symptomatik ist aus unserer Sicht nicht nur kosmetisch, sondern auch für die Patienten relevant, weil die Symptomatik ohne Behandlung zu Sehfunktions- und nasalen Atemfunktionsbeeinträchtigungen führen könnte. Es ist auch wichtig, die Behandlung so früh wie möglich zu beginnen.

Herr Prof. Hecken (Vorsitzender)

Pages 4–4

Danke schön, Frau Radovan. – Jetzt hat sich Frau Bickel von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung gemeldet.

Frau Bickel ()

Pages 4–4

Ich habe eine Frage. Wie schwer waren die Patienten in der Studie betroffen? Die sollten im Einschlusskriterium 3 diese Angiofibrome aufweisen. Aber trotzdem noch einmal die Frage: Wie schwer waren die Patienten betroffenen?

Herr Prof. Hecken (Vorsitzender)

Pages 4–4

Danke schön, Frau Bickel. Wer macht das? pU? – Herr Greiner, bitte.

Herr Dr. Greiner (Plusultra pharma)

Pages 4–4

Die Baseline-Charakteristika im IFA-Score sind auf einer Skalenspannweite von 0 bis 20 mit allen Werten vertreten. Es gibt hier kein Einschlusskriterium gemäß IFA-Score bzw. kein Ausschlusskriterium.

Herr Prof. Hecken (Vorsitzender)

Pages 4–4

Danke schön. – Frau Bickel, Nachfrage?

Frau Bickel ()

Pages 4–4

Okay. Im Durchschnitt? Wie schwer waren die Patienten im Durchschnitt betroffen? Sagen wir einmal, sie hätten nur drei Angiofibrome gehabt. Da ist die Frage: Eine deutliche Verbesserung ist anders zu bewerten, als wenn Sie – ich weiß nicht – 30, 40 gehabt hätten.

Herr Dr. Greiner (Plusultra pharma)

Pages 4–4

Die Skalenspannweite im IFA-Score geht von 0 bis 20. In der Analyse, die von Frau Dr. Radovan erwähnt worden ist, 15 Prozent der Skalenspannweite entsprechen mindestens drei Punkten der Skala, finden wir, dass über alle Patienten hinweg ohne eine Präferenz eine Verbesserung stattgefunden hat. In diesen gemessenen Respondern gibt es keine Priorisierung, ob mit hohen oder niederen Baseline-Werten eine Verbesserung dieses Responderwertes stattgefunden hat.

Herr Prof. Hecken (Vorsitzender)

Pages 4–4

Frau Bickel?

Frau Bickel ()

Pages 4–4

Ja, das nehme ich zur Kenntnis. Das beantwortet meine Frage nicht wirklich, aber gut.

Herr Prof. Hecken (Vorsitzender)

Pages 4–4

Ich habe es auch nicht so richtig verstanden. Frau Groß, bitte.

Frau Groß ()

Pages 5–5

Vielen Dank. Ich wollte die gleiche Frage wie Frau Bickel stellen, wie der Schweregrad der eingeschlossenen Patienten in der Studie war. Die wurde auch für mich nicht zufriedenstellend beantwortet. Aber ich würde eine andere Frage anschließen, die damit im Zusammenhang steht. Es geht um die Lebensqualität nach dem DLQI bzw. CDLQI. Die war zu Beginn beim Einschluss in der Studie relativ hoch, also relativ gut, und hat sich im Verlauf der Studie nicht sehr verändert. Das war auch der Zusammenhang mit dem Schweregrad, also inwieweit der Schweregrad der Hauterscheinungen die Lebensqualität einschränkt. Wie hat man das zu bewerten, wenn das zu Beginn der Studie eigentlich nicht so stark eingeschränkt war?

Herr Prof. Hecken (Vorsitzender)

Pages 5–5

Danke schön. Wer beantwortet das?

Herr Dr. Greiner (Plusultra pharma)

Pages 5–5

Ich würde fortfahren.

Herr Prof. Hecken (Vorsitzender)

Pages 5–5

Herr Greiner, bitte.