Herr Niemann (stellv. Vorsitzender)
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Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herzlich willkommen im Unterausschuss Arzneimittel des Gemeinsamen Bundesausschusses! Es ist wieder Anhörungsmontag. Wir hatten zu dem Wirkstoff eben die Generalprobe, wenn man so will, und sind jetzt bei dem gleichen Wirkstoff im neuen Anwendungsgebiet NSCLC. Herzlich willkommen! Für die, die gerade noch nicht dabei waren: Mein Name ist Jörg Niemann. Ich bin stellvertretendes unparteiisches Mitglied im G-BA und stellvertretender Vorsitzender des Unterausschusses Arzneimittel. Heute vertrete ich hier Herrn Hecken. Unsere Anhörung bezieht sich auf den Wirkstoff Tislelizumab. Wir bündeln das heute. Wir haben drei Teilanwendungen in dem Therapiegebiet NSCLC. Ich finde es sehr gut, dass uns das so gelingt, weil das ein Stück weit Bürokratiereduzierung ist, indem wir diese Themen heute in dieser Bündelung gemeinsam abarbeiten können. Damit das vernünftig funktioniert, werde ich vorher noch einmal die Struktur abbilden, sodass wir gemeinsam wissen, worum es geht. Wir haben, wie gesagt, drei Teilgebiete: Im Teilgebiet 1 geht es um die Anwendung des Wirkstoffs Tislelizumab in Kombination mit Pemetrexed und platinhaltiger Chemotherapie zur Erstlinienbehandlung des nichtplattenepithelialen NSCLC mit PD-L1-Expression auf ≥ 50 Prozent der Tumorzellen ohne EGFR oder ALK-positive Mutation bei erwachsenen Patienten, die ein lokal fortgeschrittenes NSCLC haben und nicht für eine chirurgische Resektion oder eine platinbasierte Radiochemotherapie infrage kommen oder ein metastasiertes NSCLC haben, hier nach dem AWG laut Fachinformation. Das ist heute der Teil 1. Im Teil 2 geht es um die Anwendung von Tislelizumab in Kombination mit Carboplatin und entweder Paclitaxel oder nab-Paclitaxel zur Erstlinienbehandlung des plattenepithelialen NSCLC bei erwachsenen Patienten, die ein lokal fortgeschrittenes NSCLC haben und nicht für eine chirurgische Resektion oder eine platinbasierte Radiochemotherapie infrage kommen oder ein metastasiertes NSCLC haben. In Teil 3 geht es um die Anwendung als Monotherapie zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierten NSCLC nach vorheriger platinbasierter Therapie bei erwachsenen Patienten. Patienten mit EGFR-mutiertem oder ALK-positivem NSCLC sollen vor der Behandlung mit Tislelizumab ebenfalls zielgerichtete Therapien erhalten haben. Damit haben wir die drei Anwendungen abgebildet. Grundlage sind jeweils die Ergebnisse der IQWiG-Nutzenbewertungen vom 28. März 2025 und das vom pharmazeutischen Unternehmer vorgelegte Dossier. Es gibt zu allen drei Bereichen Stellungnahmen, die ich ebenfalls einzeln aufführen werde. Zu Teil 1: eine Stellungnahme des pharmazeutischen Unternehmers BeiGene Germany GmbH, weitere pharmazeutische Unternehmer: Amgen GmbH, MSD Sharp & Dohme GmbH und Regeneron GmbH. Für die Fachgesellschaften haben die Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie, die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie und die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie eine Stellungnahme abgegeben sowie der Verband Forschender Arzneimittelhersteller. Zum Teilgebiet 2 haben Stellungnahmen abgegeben: der pharmazeutischen Unternehmer BeiGene Germany GmbH, als weitere pharmazeutische Unternehmer Amgen GmbH, MSD Sharp & Dohme GmbH, Regeneron GmbH, Roche Pharma AG sowie die Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie, die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie und die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie sowie der Verband Forschender Arzneimittelhersteller. Zum Teil 3 haben Stellungnahmen abgegeben: der pharmazeutischen Unternehmer BeiGene Germany, die Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie, die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie und die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie als gemeinsame Stellungnahme. Als weitere pharmazeutische Unternehmer haben Stellungnahmen abgegeben: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG, MSD Sharp & Dohme GmbH, Pfizer Pharma GmbH und Amgen GmbH sowie der Verband Forschender Arzneimittelhersteller. Das sind die vorliegenden Stellungnahmen. Wie Sie wissen und wie immer bei unseren Anhörungen wird ein Wortprotokoll geführt. Dazu ist es erforderlich, dass ich zunächst die Anwesenheit feststelle. Ich werde die Vertreter, die sich angemeldet haben, jeweils vorlesen und bitte Sie, Ihre Anwesenheit zu bestätigen. Für den pharmazeutischen Unternehmer BeiGene Germany müssten anwesend sein Herr Stolskij, Frau Dr. Reinart, Frau Bauer und Herr Dr. Pägelow, für die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie Herr Professor Dr. Griesinger und Herr Professor Dr. Wörmann, für die Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie Herr PD Dr. Eberhardt, für Roche Pharma Frau Dr. Kellershohn und Herr von Sydow, für Boehringer Ingelheim Pharma Frau Dr. Bösl und Frau Miede – sie ist noch nicht anwesend –, für MSD Sharp & Dohme Frau Dr. Mark und Frau Dr. Mall, für Pfizer Pharma Frau Möhrmann und Frau Denecke, für Amgen Herr Bartsch und Frau Dr. Ertel, für Regeneron Frau Hellinger und Frau Heitzig sowie für den vfa Herr Bussilliat. Ist noch jemand in der Leitung, der nicht aufgerufen wurde? – Das ist erkennbar nicht der Fall. Jetzt erhält der pharmazeutische Unternehmer die Gelegenheit einzuführen. Ich stelle die gleiche Frage wie vorhin, Herr Stolskij. Sie haben die Wahl, ob Sie das in drei Blöcke oder in einen Block aufteilen möchten und wir nachher in der Fragerunde wiederum eine allgemeine Runde vorwegstellen, um dann in die Einzelfragen zu gehen. Wie möchten Sie es machen?
Herr Stolskij (BeiGene)
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Wie vorhin gerne einmal allgemein.
Herr Niemann (stellv. Vorsitzender)
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Sie haben das Wort. Bitte schön.
Herr Stolskij (BeiGene)
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Danke schön. Sehr geehrter Herr Niemann! Sehr geehrte Damen und Herren! Zunächst möchte ich meine Kolleginnen und meinen Kollegen bitten, die heute mit mir hier sind, sich kurz vorzustellen.
Frau Bauer (BeiGene)
Pages 4–4
Guten Tag. Mein Name ist Anna-Lena Bauer. Ich war und bin für die Dossiererstellung zuständig und freue mich auf den Austausch.
Frau Dr. Reinart (BeiGene)
Pages 4–4
Hallo. Mein Name ist Nina Reinart. Ich bin heute für die medizinische Fragestellung verantwortlich.
Herr Dr. Pägelow (BeiGene)
Pages 4–4
Schönen guten Tag. Mein Name ist Dennis Pägelow, und ich war ebenfalls für die Dossiererstellung verantwortlich und freue mich auch auf die Diskussion.
Herr Niemann (stellv. Vorsitzender)
Pages 4–4
Noch einmal herzlich willkommen!
Herr Stolskij (BeiGene)
Pages 4–5
Vielen Dank an das Team. Mein Name ist Alexander Stolskij, und ich leite den Bereich Market Access bei BeiGene Deutschland. – Sie haben es gesagt, die Anwendungsgebiete, die in dieser Anhörung im Fokus stehen, sind Tislelizumab beim nichtkleinzelligen Lungenkarzinom, kurz NSCLC, in der Erstlinie und beim NSCLC nach Vortherapie. Wir haben Tislelizumab im September letzten Jahres in Deutschland eingeführt und unsere Dossiers als Bündel im Dezember in sechs Anwendungsgebieten eingereicht. Die drei ersten Indikationen durften wir gerade besprechen, und jetzt geht es um das NSCLC. In welcher therapeutischen Situation befinden sich die Patientinnen und Patienten, die in das Anwendungsgebiet von Tislelizumab fallen? Für Patientinnen und Patienten im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium ist im Allgemeinen keine kurative Therapie möglich. Die Therapie erfolgt palliativ mit dem Ziel, die Symptome zu lindern, die Lebensqualität zu erhalten, ein Tumoransprechen zu erzielen und damit das Gesamtüberleben zu verlängern. Mit den Immuncheckpoint-Inhibitoren wurde in der Onkologie in der letzten Dekade ein Paradigmenwechsel vollzogen. Begonnen hat dieser ganz wesentlich bei der Behandlung der Lungenkarzinome. Für die Wirkstoffklasse der PD-L1-Inhibitoren war der beträchtliche Zusatznutzen beim Lungenkarzinom Standard. Es ist also kein Wunder, dass sich diese Wirkstoffe schnell in den frühen Therapielinien und Behandlungsphasen wiedergefunden haben. Genau hier kommt Tislelizumab zum Einsatz und hat gerade beim Lungenkarzinom absolut überzeugende Daten geliefert. Das Risiko, am Lungenkarzinom zu versterben, wird um bis zu 61 Prozent verringert. Das ist selbst für diese Wirkstoffklasse ein wirklich hoher und daher überzeugender Wert. Aber natürlich hat uns die Zeit ein Stück weit eingeholt, vor allem bei der Behandlung des Lungenkarzinoms in der Erstlinie, bei der wir mit unseren Studien gegen Chemotherapie nicht mehr den Therapiestandard treffen und so trotz der überzeugenden Daten keinen Zusatznutzen in den Dossiers beansprucht haben. Nach Vorbehandlung sehen wir einen Zusatznutzen. Die im Rahmen der Stellungnahme nachgelieferten Daten bekräftigen noch einmal das beträchtliche Ausmaß. In der Gesamtschau zeigten sich weiterhin für Erwachsene mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC nach vorheriger platinbasierter Therapie deutliche Vorteile für Tislelizumab gegenüber Docetaxel. Diese spiegeln sich in einem Vorteil im Gesamtüberleben, aber auch in einem klinisch relevant besseren Gesamtansprechen, einer niedrigeren Symptomlast, der Aufrechterhaltung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität sowie einer erheblichen Reduktion der Belastung durch therapiebedingte Nebenwirkungen wider. Wir rechnen in allen Anwendungsgebieten, für die Tislelizumab eine Zulassung erhalten hat, mit steigenden Inzidenzen. Gerade bei den Lungenkarzinomen haben wir in Deutschland 2021 knapp 60.000 Neuerkrankungen beobachten müssen. Bei circa 80 Prozent davon handelt es sich um nicht-kleinzellige Lungenkarzinome. Die Anzahl der Neuerkrankungen und der therapeutische Bedarf bei diesen Patientinnen und Patienten werden weiterhin sehr hoch sein. Wir bei BeiGene sind daher sehr stolz darauf, mit Tislelizumab eine absolut überzeugende, weil wirksame, sichere und wirtschaftliche Therapiealternative in Deutschland zur Verfügung stellen zu können und freuen uns nun auf die Diskussion.
Herr Niemann (stellv. Vorsitzender)
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Haben Sie vielen Dank, Herr Stolskij. – Wir kommen zur Fragerunde. Vorab: Wenn es übergreifend eine grundsätzliche Frage gibt, dann besteht jetzt die Möglichkeit, diese zu stellen, ansonsten treten wir in die drei Teilbereiche der Anhörung ein. Hat jemand eine Frage zum Grundsätzlichen, übergeordnet über die drei Teilbereiche? – Das ist nicht der Fall. Dann starten wir mit Teil 1, Tislelizumab in Kombination mit Pemetrexed und platinhaltiger Chemotherapie zur Erstlinienbehandlung des nicht-plattenepithelialen NSCLC mit PD-L1-Exposition auf ≥ 50: Dazu habe ich keine Frage, stelle aber erneut die Frage: Gibt es dazu Fragen? – Das ist wiederum nicht der Fall. Es gibt keine Fragen, es ist alles gut aufgearbeitet und vorbereitet. Damit sind wir beim zweiten Teil unserer Anhörung, hier der Anwendung in Kombination mit Carboplatin und entweder Paclitaxel oder nab-Paclitaxel zur Erstlinienbehandlung des plattenepithelialen NSCLC bei erwachsenen Patienten, die ein lokal fortgeschrittenes NSCLC haben und nicht für eine chirurgische Resektion oder eine platinbasierte Radiochemotherapie infrage kommen oder ein metastasiertes NSCLC haben. Hier möchte ich mit einer Frage an die Kliniker beginnen: In Ihrer Stellungnahme gehen Sie auf die unterschiedlichen Ergebnisse der beiden Tislelizumab-Arme bezüglich Paclitaxel und nab-Paclitaxel der Studie RATIONALE 307 ein. Danach zeige sich für den Paclitaxel-Arm ein signifikanter Vorteil in der Gesamtüberlebenszeit gegenüber dem Kontrollarm, welcher sich im nab-Paclitaxel-Arm nicht zeigt. Des Weiteren suggerieren die Daten eine bessere Verträglichkeit von Paclitaxel anstelle von nab-Paclitaxel in der Chemotherapie. Wie schätzen Sie diese Ergebnisse hinsichtlich Ihrer klinischen Bedeutung ein, und decken sich diese mit der klinischen Praxis? Wer möchte dazu etwas sagen? – Herr Professor Wörmann, bitte.
Herr Prof. Dr. Wörmann (DGHO)
Pages 6–6
Ich möchte nur anfangen: Wir schauen uns die Daten an, und wir schauen mit Ihnen über die Jahre aufgrund der relativ hohen Toxizität immer auf Alternativen zu Paclitaxel und haben es, glaube ich, mit Ihnen intensiv beim Mammakarzinom diskutiert. In der Regel sehen wir, dass die Werte etwa identisch sind, was zumindest die Wirksamkeit angeht, und eher eine bessere Verträglichkeit bei nab-Paclitaxel. Insofern ist hier zu beobachten, dass in dieser Kombination eine etwas unerwartet hohe Toxizität war. Wir haben in der vorherigen Anhörung gehört, dass Tislelizumab tendenziell eher zu weniger Nebenwirkungen führt. Das fällt auf. Ich habe im Moment keine bessere Erklärung, als das, was ich gerade beschrieben habe. Trotzdem ist es in der Versorgung in der Kombination wichtig, weil eine Rate von über 30 Prozent Abbruchrate schon relevant ist. Das würde ich erwarten, wenn sich das bestätigen würde, es vielleicht noch eine Rationale gibt, dann würde es die Entscheidung für das Chemotherapie-Backbone, für das Rückgrat, beeinflussen.
Herr Niemann (stellv. Vorsitzender)
Pages 6–6
Danke, Herr Professor Wörmann. – Herr Dr. Eberhardt, bitte.
Herr PD Dr. Eberhardt (AIO)
Pages 6–6
Ich kann das nur bestätigen. Ich glaube, dass der Unterschied insgesamt nicht so gravierend ist. Es kann daran liegen, dass die Dosis, wenn man das Taxol nimmt, gesamt an Tag 1 gegeben wird. Wenn man nab-Paclitaxel gibt, dann teilt man es auf drei Gaben auf. Diese Aufteilung der Dosis führt zu unterschiedlichen Dosisintensitäten. Aber letztlich muss man sagen, ist über den Kurs die Wirksamkeit wieder vergleichbar. Ich denke, dass man keinen wesentlichen Unterschied zwischen den beiden Paclitaxel-Darreichungsformen feststellen kann.
Herr Niemann (stellv. Vorsitzender)
Pages 6–6
Danke, Herr Eberhardt. – Gibt es dazu Ergänzungen? Herr Griesinger, bitte.
Herr Prof. Dr. Griesinger (DGHO)
Pages 6–6
Eigentlich kann man sich das nur vorstellen. Das nab-Paclitaxel ist gerade für ältere Patienten, gerade für plattenepitheliale Patienten, gerade für Patienten mit einer ECOG-2-Situation besonders attraktiv, weil es gut steuerbar ist, wegen der fehlenden allergischen Nebenwirkungen wenig Cortison notwendig macht. Unter Umständen ist in der Studie eine gewisse Selektion zu etwas schlechteren Patienten, die sich nicht unbedingt immer in den Patientencharakteristika widerspiegelt, zu sehen gewesen. Das wäre meine Erklärung dafür, dass man ein gewisses gebiastes Patientenkollektiv, also sprich: die schlechteren Patienten, mit nab-Paclitaxel behandelt hat.
Herr Niemann (stellv. Vorsitzender)
Pages 6–6
Danke, Herr Professor Griesinger. – Ich habe eine Frage von Herrn Broicher, KBV.
Herr Broicher ()
Pages 6–6
Ich habe eine Frage zu den Nebenwirkungen an die Kliniker: In der Studie zeigt sich eine höhere Rate an SUE zwischen Tislelizumab und dem Kontrollarm. Ist das in dem Bereich, den Sie erwarten würden? Ist das ungefähr so, wie das auch bei den anderen Checkpoint-Inhibitoren zu beobachten ist?
Herr Niemann (stellv. Vorsitzender)
Pages 6–6
Wer möchte von den Klinikern antworten? – Herr Professor Wörmann.
Herr Prof. Dr. Wörmann (DGHO)
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Ja. – Ich kann es etwas ausführlicher sagen: Die Diskussion, die wir mit Ihnen hatten, war: Wir sehen eine interessante Differenz zwischen Abbrüchen mit demselben Präparat in der nichtkurativen Situation und in der adjuvanten Situation. Wir sehen tendenziell mehr Abbrüche in adjuvanten Therapiesituationen. Unsere Interpretation zurzeit ist, dass Patienten über längere Zeit Nebenwirkungen aushalten, die schon geheilt sind, die nicht merken, dass die Krankheit nicht mehr da ist, sondern dass sie in der Hoffnung auf das Nichtrezidiv diese Nebenwirkungen anders erleben und sich im Zweifelsfall, auch wenn sie in das Berufsleben eintreten, eher davon belastet fühlen. Jemand, der bei jeder Visite, bei jedem Arztbesuch wieder auf die Schulter geklopft bekommt, dein Krebs ist nicht mehr sichtbar oder er ist unter Kontrolle, die Metastasen sind zwar da, aber seit einem halben Jahr nicht mehr aktiv, ist hochmotiviert, auch Nebenwirkungen auszuhalten. Das heißt, das ist eher unsere Erwartung, Interpretation dieser Differenzen. Aber diese Daten sind im Rahmen dessen, was wir sonst auch sehen.
Herr Niemann (stellv. Vorsitzender)
Pages 7–7
Danke. – Herr Professor Griesinger.