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Oral hearing: Erdnussprotein als entfettetes Pulver von Arachis hypogaea L., semen (Erdnüsse) (Neues Anwendungsgebiet: Erdnussallergie, ≥ 1 bis < 4 Jahre)

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2025-05-26

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Hearing · incoming

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Official Wortprotokoll turns

Herr Prof. Hecken (Vorsitzender)

Pages 3–3

Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herzlich willkommen im Unterausschuss Arzneimittel des Gemeinsamen Bundesausschusses! Es ist wieder Anhörungsmontag, und wir beginnen mit dem Dossier 1132, Erdnussprotein als entfettetes Pulver, Indikation: Behandlung der Erdnussallergie. Wir haben hier ein neues Anwendungsgebiet. Basis der heutigen Anhörung ist zum einen das Dossier des pharmazeutischen Unternehmers und zum anderen die Dossierbewertung des IQWiG vom 11. April 2025. Wir haben Stellungnahmen zum einen vom pharmazeutischen Unternehmer Stallergenes GmbH, von weiteren pharmazeutischen Unternehmen, namentlich ALK-Abelló Arzneimittel GmbH und Novartis Pharma GmbH, als Fachgesellschaften von der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie und der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin e. V., als klinische Sachverständige haben sich Frau PD Dr. Katharina Blümchen als Leitung der Nahrungsmittelallergie- und Studienambulanz des Universitätsklinikums Frankfurt und Frau Professor Dr. Kirsten Beyer als Leiterin der Sektion Kinderallergologisches Studienzentrum von der Charité zu Wort gemeldet, und der Verband Forschender Arzneimittelhersteller hat eine Stellungnahme abgegeben. Ich muss zunächst die Anwesenheit feststellen, da wir heute wieder ein Wortprotokoll führen. Für den pharmazeutischen Unternehmer Stallergenes müssten anwesend sein Herr Funken, Herr Dr. Nabhani und Herr Dr. Valentin, für die Universitätsmedizin Frankfurt Frau PD Dr. Blümchen, für die Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie Herr Dr. Lange, für die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie Frau Professor Dr. Worm und Frau Dr. Reese, für Novartis Pharma Herr Dr. Klebs und Frau Gantner, für ALK-Abelló Arzneimittel Herr Schröder sowie für den vfa Herr Dr. Rasch. Ist noch jemand in der Leitung, der nicht aufgerufen wurde? – Das ist erkennbar nicht der Fall. Ich gebe zunächst dem pU die Möglichkeit, kurz in das Dossier und in die Dossierbewertung einzuführen. Danach treten wir in die Frage-und-Antwort-Runde ein. Wer macht das für den pU?

Herr Dr. Valentin (Stallergenes)

Pages 3–3

Das mache ich.

Herr Prof. Hecken (Vorsitzender)

Pages 3–3

Herr Valentin, Sie haben das Wort.

Herr Dr. Valentin (Stallergenes)

Pages 3–4

Danke schön. Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Sehr geehrte Damen und Herren! Vielen Dank für die Möglichkeit, Ihre Fragen zu unserem Produkt Palforzia in der Behandlung von Kleinkindern im Alter von einem bis drei Jahren mit bestätigter Diagnose einer Erdnussallergie zu beantworten. Bevor wir auf den Wirkstoff, auf für die primäre Erdnussallergie relevanten Hauptallergene standardisiertes Erdnusspulver im Detail eingehen, möchte ich gerne die Gelegenheit nutzen, unser Team und mich vorzustellen: Mit mir sind heute hier im Raum anwesend Herr Dr. Schafiq Nabhani, er vertritt die Medizin, und Herr Klaus Funken, er arbeitet im Bereich Market Access. Mein Name ist Marc Valentin, und ich leite den Bereich Market Access unter anderem auch für Deutschland. Gemeinsam beantworten Klaus Funken und ich Ihre Fragen zu methodischen und statistischen Aspekten. Wir sind davon überzeugt, dass unsere als Fertigarzneimittel standardisierte Protein-Erdnuss-Mischung Palforzia den pädiatrischen Patienten mit bestätigter Diagnose einer Erdnussallergie durch die deutliche und nachhaltige Verbesserung der Morbidität bei Nebenwirkungsraten auf Placeboniveau einen großen Mehrwert für die hier betrachteten Kleinkinder im Alter von einem bis drei Jahren bietet. Bevor ich auf die Kernpunkte des Produkts Palforzia eingehe, lassen Sie mich bitte kurz einige Worte zu unserer Firma Stallergenes selber sagen: Wir haben zum 1. September 2023 von der Firma Aimmune die Vertriebsrechte von Palforzia erworben. Wir sind eine Tochter der Stallergenes Greer LTD mit Hauptsitz in Baar in der Schweiz. Wir sind ein weltweit tätiges forschendes Pharmaunternehmen, das sich seit 100 Jahren auf die Diagnose und Behandlung von Allergien durch Allergieimmuntherapie spezialisiert hat. Ein Teil unserer Firmengruppe hat ihren Sitz in den Vereinigten Staaten, dem Herstellungsland von Palforzia. Zum Krankheitsbild: Erdnussallergie ist eine sehr schwere und potenziell lebensbedrohliche Nahrungsmittelallergie, die neben der rein physischen Gefahr auch eine sehr starke emotionale Belastung darstellt, nicht nur für die betroffenen Kinder selbst, sondern auch für Eltern und das erweiterte Umfeld, Großeltern, Freunde. Die Angst vor versehentlicher Aufnahme des Allergens bestimmt einen wesentlichen Teil deren Alltags. Im Durchschnitt reichen 120 Milligramm Erdnussprotein, was etwa einer Drittel Erdnuss entspricht. Es geht also dabei nicht um den bewussten Konsum von Erdnuss, sondern um die Auswirkungen von Erdnussproteinspuren, etwa in Nahrungsmitteln aus dem Supermarktregal oder beim Kuchen auf der Geburtstagsparty, ausgelöst durch versehentliche Kontaminationen. Die Folgen können anaphylaktische Reaktionen sein, die häufig eine Notaufnahme erforderlich machen. Hierfür reicht ein einziger versehentlicher Kontakt. Solche Ereignisse stehen im Regelfall am Anfang der Erkrankung, wenn nach der Ursache geforscht wird, warum es dem Kleinkind schlagartig auf der Kindergeburtstagsparty so schlecht ging, dass der Notarzt anrücken musste. Am Anfang der Diagnose stehen also weder ein systematisches Screening noch ein Zufallsbefund, sondern konkrete, schwerwiegende Zwischenfälle. Stand heute wurden seit der Kommerzialisierung von Palforzia in Deutschland circa 700 Patienten in der Altersgruppe vier bis 17 Jahre behandelt. Die Zahl korreliert nicht mit der hohen Anzahl der GKV-Patienten in der Zielpopulation, sondern mit der Anzahl bzw. der Plätze der auf Nahrungsmittelallergie-Behandlung spezialisierten Zentren. Jetzt zum Wirkstoff und den medizinischen Daten: Das Ziel aller Allergenimmuntherapie mit unserem Produkt Palforzia ist es, Symptome infolge versehentlicher Exposition mit dem Allergen vorzubeugen und diese zumindest so weit zu mildern, dass insbesondere schwere und potenziell lebensbedrohliche Symptome verhindert werden. Die Wirksamkeitsdaten der POSEIDON-Studie zeigen, dass dies auch gelingt. Nach einem Jahr Therapiedauer tolerieren knapp 70 Prozent aller Verum-Kleinkinder 1.000 Milligramm Erdnussprotein im primären Endpunkt der Studie. Das entspricht etwa drei Erdnüssen. Nebenwirkungen wie die Anzahl schwerwiegender unerwünschter Ereignisse unter der Therapie waren bei Kleinkindern im Studienverlauf nicht erhöht. Eine signifikant höhere Abbruchrate als unter Placebo lag nicht vor. Die Reduktion der Symptomschwere liegt bei circa 30 Prozent. Der Anteil der Patienten mit Symptomfreiheit bei Simulation einer versehentlichen Erdnussexposition bis 1.000 Milligramm gegenüber der Placebo-Gruppe war um das 16-fache erhöht. 81 Prozent der Patienten der Palforzia-Gruppe tolerieren 1.000 Milligramm Erdnussprotein, 72 Prozent sogar 2.000 Milligramm. Zusammenfassend: Mit der Indikationserweiterung auf Ein- bis Dreijährige können Kleinkinder noch höhere Toleranzschwellen an Erdnussprotein erreichen. Die Hälfte der Patienten in der Zulassungsstudie zeigte keine allergischen Reaktionen mehr, trotz Exposition mit bis zu 2.000 Milligramm Erdnussprotein in der Provokationstestung. Ferner ist dieses Alter, also die Ein- bis Dreijährigen, für die Erdnussallergiker von besonderer Bedeutung. Die Erkrankung befindet sich noch in der Entwicklung. Eine Desensibilisierung kann hier deutlich effizienter sein und das unter gleichzeitig weniger Nebenwirkungen. Dieses Phänomen wird als Window of Opportunity bezeichnet und spiegelt sich direkt in den Studiendaten zu Palforzia wider. – Wir freuen uns auf die rege Diskussion mit Ihnen. Vielen Dank.

Herr Prof. Hecken (Vorsitzender)

Pages 5–5

Herzlichen Dank, Herr Dr. Valentin, für die Einführung. – Meine erste Frage geht an die Kliniker: Der spannende Punkt ist: Lassen sich aus den vorliegenden Ergebnissen zum Endpunkt Nahrungsmittelprovokation Aussagen zum Risiko für die allergischen Reaktionen nach versehentlicher Erdnussexposition im Alltag ableiten? Sind das Design und der Endpunkt geeignet, um das allgemeine Geschehen zu repräsentieren? Das wäre ein Punkt, der für uns von großem Interesse ist. Wer möchte dazu etwas sagen? – Ich sehe, Frau Blümchen und Herr Lange haben sich gemeldet. Frau Blümchen und dann Herr Lange. Bitte schön.

Frau PD Dr. Blümchen (Universitätsmedizin Frankfurt)

Pages 5–5

Ja, dieser Endpunkt hat große Auswirkungen. Es gibt auch Daten dazu. Eine Firma hat mithilfe publizierter Daten ein Risikomodell erstellt. Diese Daten sind auf Deutschland übertragbar. In diesem Risikomodell, das von französischen Daten mit Real-World-Daten zu Konsumverhalten, auch bei Erdnussallergikern, wie viel sie konsumieren und bei welcher Menge sie reagieren, erstellt wurde, stellte sich heraus, dass mit der Applikation von Palforzia eine 94-prozentige Risikoreduktion passieren konnte, dass Patienten, wenn sie denn akzidentell eine Erdnuss zu sich nehmen, nicht mehr allergisch reagieren. Diese Daten können auf Deutschland übertragen werden, weil Deutschland ein sehr ähnliches Konsumverhalten wie Frankreich hat, was die Erdnuss angeht, und die Produkte, die gegessen werden, sehr ähnlich sind. Insofern glaube ich, dass diese Ergebnisse, die praktisch mit dem Surrogatmarker orale Provokation gesehen wurden, dass da weniger sind und das auf die Real-World übertragbar ist.

Herr Prof. Hecken (Vorsitzender)

Pages 5–5

Danke schön, Frau Dr. Blümchen. – Herr Dr. Lange, bitte.

Herr Dr. Lange (GPA)

Pages 5–5

Tatsächlich ist das das, was wir täglich machen, dass wir in den Kliniken Nahrungsmittelprovokationen durchführen und dann sehen, wie die Patienten einzuordnen sind. Es gibt Patienten, die prinzipiell eher auf kleinere Mengen reagieren, und es gibt Patienten, die prinzipiell auf größere Mengen reagieren. Anhand dieser Provokationsergebnisse werden die Patienten beraten. Das heißt, die Patienten, die erst auf höhere Mengen reagieren, haben ein anderes Konsumverhalten. Die bekommen eine andere Empfehlung. Tatsächlich ist das vor allen Dingen etwas, was irgendwann mit Lebensqualität zu tun hat. Es ist ein großer Unterschied, ob man als Eltern durch den Supermarkt geht und bei jedem Einkauf auf jedes einzelne Produkt, das man kauft – man findet Erdnuss in sehr vielen Produkten und aus jeder Gruppe –, schauen muss, ob es Spuren von enthält, oder ob man nach erfolgreicher Immuntherapie diesen Blick nicht mehr durchführen muss. Es gibt viele Daten, die zeigen, Einkauf, Lebensqualität der Familien verändern sich massiv, wenn eine Spurenfreigabe erfolgt. Wir leben seit Jahren damit, dass wir die Provokationen, die Provokationsdaten übertragen. Es hat sich als richtig herausgestellt, dass wir damit arbeiten können. Die Allergiker sind unterschiedlich in ihrem Verhalten.

Herr Prof. Hecken (Vorsitzender)

Pages 5–5

Danke schön, Herr Dr. Lange. – Ich habe keine weitere Wortmeldung. Gibt es Fragen von den Bänken und der Patientenvertretung? – Frau Reuter und Frau Kunz haben sich gemeldet. Frau Reuter, bitte.

Frau Reuter ()

Pages 5–5

Ich habe eine Frage an die Kliniker: Wie unterscheiden sich die Kleinkinder, die Ein- bis Dreijährigen, um die es hier geht, von den älteren Kindern und Jugendlichen hinsichtlich des Erkrankungsverlaufs und auch allgemein bezüglich der Wirksamkeit einer oralen Immuntherapie mit Erdnussallergien? Eingangs wurde das Window of Opportunity erwähnt. Dazu möchte ich gerne Ihre Einschätzung erfragen.

Herr Prof. Hecken (Vorsitzender)

Pages 5–5

Danke schön, Frau Reuter. – Als erstes hat sich Herr Dr. Lange gemeldet, danach Frau Dr. Blümchen. Herr Lange, bitte.

Herr Dr. Lange (GPA)

Pages 5–6

Tatsächlich hat das mehrere Aspekte, dass es bei den Kleinkindern erfolgreicher und sinnvoller ist als bei größeren Patienten. Wenn man sich die Daten ansieht, reagieren Jugendliche zwar eventuell schwerer als die Kleinkinder, aber das macht auch die Therapie schwieriger. Bei Jugendlichen haben wir, wenn wir orale Immuntherapie durchführen, eher Nebenwirkungen, die den ganzen Verlauf verzögern und eventuell eher zum Abbruch führen. Es ist auch in den Studien erkenntlich, dass kleine Kinder weniger Nebenwirkungen haben. Zweiter Punkt: Wir wissen aus den Studien, dass gerade die ganz Kleinen – – Wenn wir wirklich im zweiten Lebensjahr kurz nach dem ersten Geburtstag anfangen, haben wir eine Chance auf eine Toleranzentwicklung. Das würde bedeuten, dass die Allergie wirklich verschwindet. Die anderen müssen lebenslang weiter damit rechnen, dass sie auf Erdnuss reagieren. Wenn sie die Therapie beenden, fängt es irgendwann eventuell wieder an, eine Reaktion zu entwickeln. Bei den Kleinen haben wir wirklich eine Chance, dass eine Toleranz entsteht, sodass die Allergie verschwindet. Das Dritte ist, dass das die Patienten viel einfacher in ihren Lebensalltag einbauen können. Ich weiß nicht, ob Sie wissen, dass viele Maßnahmen erforderlich sind, damit keine Nebenwirkungen auftreten. Das heißt, die Patienten sollten nach der Einnahme für einige Stunden keinen Sport machen, nicht heiß duschen, sollten überwacht bleiben, sollten das mit den Mahlzeiten einnehmen, was sich in den Alltag einer Familie mit einem Zweijährigen viel besser einbauen lässt, als mit einem Jugendlichen, der abends Sportverein hat, der vielleicht mit seinen Freunden noch Alkohol trinken will, was verboten ist, was beim Zweijährigen nicht so häufig vorkommt. Eigentlich sind für uns die Kleinen die primär interessante Zielgruppe.

Herr Prof. Hecken (Vorsitzender)

Pages 6–6

Danke schön, Herr Dr. Lange. – Jetzt habe ich Frau Dr. Blümchen, dann Frau Professor Worm. Frau Blümchen, bitte.

Frau PD Dr. Blümchen (Universitätsmedizin Frankfurt)

Pages 6–6

Ich kann das nur unterstreichen, was Herr Lange gerade gesagt hat. Für uns ist wirklich die kleine Gruppe die Zielgruppe. Das wird in meiner Ambulanz auch schon so gelebt, weil einmal weniger Nebenwirkungen durch die Therapie bei den Kleinen zu sehen sind, auch schwerere Nebenwirkungen, die wir mehr bei den Jugendlichen haben. Bei denjenigen, die höhere IgE-Werte von Erdnuss haben, wissen wir, das sind die gefährdeteren Patienten, die Nebenwirkungen zur Oralimmuntherapie erhalten. Somit sind wir sehr daran interessiert, dass wir die kleinen Kinder, die noch ganz wenig IgE-Antikörper gebildet haben, wo man das Immunsystem noch modulieren kann, frühzeitig therapieren. Wenn man diese Patienten nicht therapiert, ist der Verlauf einiger Erdnussallergiker, ich will nicht sagen aller, aber einiger, dass sie erhöhte IgE-Werte bilden. Das sieht man auch an den Daten der Zulassungsstudie, die Sie vorliegen haben. Das führt dazu, dass Patienten, die mit Erdnussallergie erwachsen werden, ein Riesenproblem haben. Das sind genau diejenigen, die auf kleinste Mengen plötzlich reagieren, schwer reagieren, die diese Spurenmeidung strikt einhalten müssen. Genau diese Patienten wollen wir eigentlich nicht mehr kreieren. Wir wollen drumherum kommen. Der andere Punkt, den ich mit Studiendaten belegen wollte, was Herr Lange sagte: Wir wissen, die Wirksamkeit bei den ganz Kleinen – das ist auch belegt –, bei den Ein- bis Zweijährigen, sieht noch viel besser als bei den Zwei- bis Dreijährigen aus. Das ist in der Zulassungsstudie publiziert. Auch die Wirksamkeit scheint in diesem ganz kleinen Alter sehr gut zu sein. Vielleicht haben wir genau da die Chance, eine Remission der Erkrankung zu erreichen. Das konnte in einer Studie mit amerikanischen Daten – nicht mit diesem Produkt, aber auch mit einer oralen Immuntherapie für Erdnussallergie – gezeigt werden, dass Patienten, wenn man einen Stopp dieser Therapie zum Beispiel nach drei Jahren macht, vier Monate wartet und diese Patienten noch einmal provoziert, dass ein Teil der Patienten im Gegensatz zu Placebo nicht mehr auf die Höchstmenge der oralen Provokation reagiert. Das ist aber ein deutlich höherer Teil, 21 Prozent in dieser Studie in der Jones et al.-Studie versus 2 Prozent in der Placebo-Gruppe. Man hat den Eindruck, dass es ein Argument für eine Remission gibt.

Herr Prof. Hecken (Vorsitzender)

Pages 7–7

Danke schön. – Jetzt habe ich Frau Dr. Worm und Frau Dr. Reese. Frau Worm, bitte.

Frau Prof. Dr. Worm (DGAKI)

Pages 7–7

Noch einmal zusammengefasst: Wir haben die höhere Wirksamkeit und die bessere Sicherheit bei den Ein- bis Dreijährigen. Das mag mit der Immunitätslage zusammenhängen. Das Immunsystem wird geformt, wenn wir auf die Welt kommen. Wir können, auch das wurde schon gesagt, modulieren, doch offensichtlich, das bestätigen die Studiendaten, am besten eingreifen, wenn wir das möglichst früh tun. Zum Glück waren die Sicherheitsdaten sogar vorteilhafter. Das mag damit zusammenhängen, dass sich das Immunsystem dagegen wehrt, wenn wir versuchen, ein bereits über Jahre trainiertes Immunsystem zu verändern. Ich selber bin sehr traurig, dass es bei Erwachsenen wahrscheinlich nicht dazu kommen wird. Aber diese Gruppe ist besonders geeignet, um, auch das wurde gerade gesagt – – Die Therapie bietet eine Möglichkeit, die Patienten in eine Remission dieser an sich chronischen Erkrankungen zu führen.

Herr Prof. Hecken (Vorsitzender)

Pages 7–7

Herzlichen Dank, Frau Professor Worm. – Frau Dr. Reese, bitte.

Frau Dr. Reese (DGAKI)

Pages 7–7

Ich denke, dass gerade in dieser Gruppe das Thema Lebensqualität für die ganz Kleinen nicht so eine Rolle spielt. Die sind nicht so eingeschränkt in ihrer Lebensqualität, weil sie noch perfekt betreut sind, weil die Krippen einen viel besseren Schlüssel haben, selbst wenn sie außer Haus betreut werden. Das heißt, die merken die Einschränkungen nicht so sehr. Je älter die Kinder mit Erdnussallergie werden, desto eher haben sie diese Themen Mobbing, die Forderung der Eltern nach erdnussfreien Schulen, die schon zeigt, wie groß die Sorge ist. Letztlich machen wir in dieser Altersgruppe eine Therapie, die den – – Wenn wir es in dieser Altersgruppe schaffen, die Erkrankung in ein Level zu bekommen, dass die Lebensqualität nicht so stark eingeschränkt wird, wie wir es von den Älteren kennen, dann haben wir allein da einen Rieseneffekt erreicht, weil das, was für die Jugendlichen vor allen Dingen nachher ein Thema ist, Ausgrenzung, Stigmatisierung, Einschränkung der Lebensqualität, das Nicht-mitmachen-Können dramatische Folgen für sie hat. Das könnten wir in der Altersgruppe von Ein- bis Dreijährigen massiv beeinflussen.

Herr Prof. Hecken (Vorsitzender)

Pages 7–7

Herzlichen Dank, Frau Dr. Reese. – Frau Reuter, Frage beantwortet?

Frau Reuter ()

Pages 7–7

Ja, vielen Dank.