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Oral hearing: Upadacitinib (Neues Anwendungsgebiet: Psoriasis-Arthritis)

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2021-06-08

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Hearing · incoming

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Official Wortprotokoll turns

Herr Prof. Hecken (Vorsitzender)

Pages 3–3

Herzlich willkommen im Unterausschuss Arzneimittel des Gemeinsamen Bundesausschusses! Wir sind im Stellungnahmeverfahren in der mündlichen Anhörung zu Upadacitinib – es ist jetzt die zweite Anhörung für heute, bezogen auf diesen Wirkstoff – zur Behandlung der aktiven Psoriasis-Arthritis bei erwachsenen Patienten, die auf ein oder mehrere DMARDS unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben. Basis der heutigen Anhörung ist die Dossierbewertung des IQWiG vom 28. April dieses Jahres, zu der Stellung genommen haben der pharmazeutische Unternehmer AbbVie, die Deutsche Dermatologische Gesellschaft, die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie, Novartis Pharma, Lilly Deutschland, Bristol-Myers Squibb, Amgen, UCB Pharma, LEO Pharma, Almirall Hermal und der Verband forschender Arzneimittelhersteller. Auch wenn es müßig ist, hier die obligatorische Anwesenheitskontrolle für das Wortprotokoll: Von AbbVie sind anwesend Frau Dr. Claes, Herr Dr. Götz, Frau Dr. Sternberg und Frau Dr. Gaupel, von der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie Herr Professor Dr. Krüger, von der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft Herr Professor Dr. Augustin, von Novartis Frau Dr. Müller und Herr Lied, von Lilly Herr Dr. Russ und Herr Höllrich, von Bristol Herr Huber und Frau Hohmann, von Amgen Frau Stein und Herr Dr. Rode-Kluge, von UCB Herr Dr. Dombrowsky und Herr Dr. Kumke, von LEO Herr Dr. Macheleidt

Frau Dr. Link (LEO)

Pages 3–3

Den bitte ich zu entschuldigen!

Herr Prof. Hecken (Vorsitzender)

Pages 3–3

– okay –, aber die Frau Link ist da, von Almirall Herr Dr. Ocker und Herr Dr. Dykukha sowie für den Verband forschender Arzneimittelhersteller Herr Dr. Rasch. Ist noch jemand da, der nicht aufgerufen wurde? – Das ist erkennbar nicht der Fall. Dann würde ich wie schon bei der vorherigen Anhörung dem pharmazeutischen Unternehmer die Gelegenheit geben, aus seiner Sicht auf die wesentlichen Punkte der Dossierbewertung des IQWiG oder sonstige Fragestellungen einzugehen. Hier werden wir sicher ein bisschen länger brauchen als vorhin. Machen Sie das wieder, Frau Claes, oder ist die Verteilung verändert?

Frau Dr. Claes (AbbVie)

Pages 3–3

Genau, das würde ich wieder übernehmen.

Herr Prof. Hecken (Vorsitzender)

Pages 3–3

Okay. Bitte schön, Frau Claes, Sie haben das Wort.

Frau Dr. Claes (AbbVie)

Pages 3–3

Sehr geehrter Herr Professor Hecken! Sehr geehrte Damen und Herren! Ein Hallo in die Runde! Da sich unsere Zusammensetzung zu vorhin ein bisschen geändert hat, würde ich gern eine kurze Vorstellungsrunde machen. Ich hoffe, das passt für Sie.

Herr Prof. Hecken (Vorsitzender)

Pages 3–3

Ja. Die Frau Sternberg kennen wir noch nicht.

Frau Dr. Claes (AbbVie)

Pages 3–3

Den Konrad kennen Sie auch nicht. Die vordere Reihe haben wir ausgetauscht.

Herr Prof. Hecken (Vorsitzender)

Pages 3–3

Okay.

Frau Dr. Claes (AbbVie)

Pages 3–3

Mein Name ist Anne-Kathrin Claes. Ich leite bei AbbVie das Nutzendossierteam rund um die immunologischen Arzneimittel im Bereich Marktzugang. – Ich gebe weiter an Frau Dr. Gaupel.

Frau Dr. Gaupel (AbbVie)

Pages 4–4

Vielen Dank, Anne. – Ann-Christin Gaupel ist mein Name. Ich bin ebenfalls zuständig für das Nutzendossier von Upadacitinib in der Psoriasis-Arthritis. – Damit gebe ich weiter an meine Kollegin Frau Dr. Sternberg.

Frau Dr. Sternberg (AbbVie)

Pages 4–4

Danke, Ann-Christin. – Schönen guten Tag! Ich bin Kati Sternberg. Ich bin Statistikerin bei AbbVie. Ich leite die Gruppe Statistik in der Nutzenbewertung und bin zuständig für alle statistischen und methodischen Fragen in der Psoriasis-Arthritis. – Vielen Dank. Damit gebe ich weiter an meinen Kollegen Dr. Götz.

Herr Dr. Götz (AbbVie)

Pages 4–4

Vielen Dank. – Guten Morgen! Mein Name ist Konrad Götz. Ich bin verantwortlich für die medizinischen Inhalte des vorgelegten Nutzendossiers. – Ich gebe zurück an Frau Dr. Claes.

Frau Dr. Claes (AbbVie)

Pages 4–5

Danke dir. – Zurück zu Upadacitinib und die Psoriasis-Arthritis, die eine heterogene, multifaktorielle Erkrankung ist, bei der vor allem die peripheren Gelenke, Sehnen und Bandstrukturen, aber auch die Haut der Patienten betroffen sind. Mit Upadacitinib profitieren die Patienten von einem Medikament, das einen Zusatznutzen sowohl in der Remission als auch über verschiedene Krankheitsmanifestationen hinweg und der Lebensqualität mitbringt. Die Patienten erreichen erstmals nicht nur statistisch signifikant höhere Remissionsraten, sondern auch statistisch signifikant höhere Ansprechraten, beispielsweise mit Bezug auf die Gelenke, die Haut und den Funktionsstatus, nicht zu vergessen die Lebensqualität. Den Zusatznutzen stützen wir dabei auf die Ergebnisse einer direkt vergleichenden Studie, der SELECT-PsA 1, in der wir die Wirksamkeit und Sicherheit von Upadacitinib gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie Adalimumab verglichen haben. Auf Basis dieser zahlreichen Vorteile von Upadacitinib, insbesondere in wesentlichen Therapiezielen, nämlich dem Erreichen der Remission und der Verbesserung der Lebensqualität, ist die Ableitung eines Hinweises auf einen beträchtlichen Zusatznutzen für die Biologika-naiven Patienten gerechtfertigt. Worin genau zeigt sich dieser Nutzen bei den Patienten im Speziellen? Die Patienten leiden unter starken Schmerzen, der zunehmenden Einschränkung ihrer Beweglichkeit, auch dem äußeren Erscheinungsbild der Haut. Dass dies drastische negative Auswirkungen auf sämtliche Lebensbereiche, nicht zu vergessen den Berufsalltag, aber auch die Lebensqualität hat, kann man sich sehr gut vorstellen. Upadacitinib gibt den Patienten eine ganz neue Therapieperspektive. Sie erzielen mit Upadacitinib sehr hohe Remissionsraten. Was bedeutet dieses sehr wichtige Therapieziel? Beispielsweise gehen die Entzündungen so stark zurück, dass die Betroffenen nahezu keine Schmerzen oder druckempfindliche Gelenke mehr haben. Auch die Rückenschmerzen lassen nach. Sehnenentzündungen klingen ab. Die Leute sind wieder in der Lage, morgens – ganz banal – schmerzfrei aus dem Bett zu kommen und die Treppe hinunterzugehen. Sie sind wieder mobil, können den einfachen Alltäglichkeiten wieder nachgehen, die vorher nicht mehr möglich waren. Auch juckt und schuppt die Haut nicht mehr. Insgesamt erleben die Patienten zudem eine enorme Verbesserung ihrer Lebensqualität. Die Behandlung mit Upadacitinib bedeutet für die Patienten daher nicht nur eine signifikante Besserung eines einzelnen Aspekts ihrer Erkrankung, sondern wirklich eine umfassende Linderung ihrer Krankheitslast. Damit kommen wir zum Ende: Upadacitinib zeigt wirklich umfassende Vorteile bei der Remission, bei den Gelenken, den Sehnen, der Haut, der Lebensqualität. Maßgeblich sind dabei insbesondere die Wirksamkeitsdaten zur Remission und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität, die sich in den wesentlichen Therapiezielen widerspiegeln. Auf diese Datenbasis lässt sich für Upadacitinib ein Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen für die Biologika-naiven Patienten ableiten. Damit freuen wir uns auf die Diskussion mit Ihnen. – Vielen Dank.

Herr Prof. Hecken (Vorsitzender)

Pages 5–5

Herzlichen Dank für diese Einführung, Frau Claes. – Dann würde ich sofort die Fragerunde eröffnen. Frau Engelhardt, bitte schön.

Frau Dr. Engelhardt ()

Pages 5–5

Guten Tag! Wir haben eine Frage sowohl an den pU als auch an die Kliniker, was die beiden Instrumente DAPSA und PASDAS betrifft. Wir bitten Sie, auszuführen, warum diese beiden Instrumente über den MDA-Score – Minimal Disease Activity – hinaus einen Mehrwert bringen. An die Kliniker hätten wir die Frage, inwieweit sie diese Instrumente in der Klinik einsetzen.

Herr Prof. Hecken (Vorsitzender)

Pages 5–5

Danke schön, Frau Engelhardt. – Beginnen wir zunächst mit dem pharmazeutischen Unternehmer. Frau Gaupel, bitte.

Frau Dr. Gaupel (AbbVie)

Pages 5–5

DAPSA, PASDAS und MDA, das sind Endpunkte, die zur Messung der Krankheitsaktivität geeignet sind. Insbesondere der DAPSA und auch der MDA werden im Treat-to-Target-Konzept für die Messung des Therapieziels empfohlen, und das ist die Remission. Da die PsA eine sehr heterogene Erkrankung ist, ist es wahrscheinlich, dass verschiedene Messinstrumente dafür verwendet werden können. Genauso wie hier die verschiedenen Messinstrumente der Remission von dem Treat-to-Target-Konzept empfohlen werden, also DAPSA und auch der MDA, verwenden auch wir diese Messinstrumente, um einen Zusatznutzen auf dem Gebiet der Remission abzuleiten. Hier sehen wir, dass im Ganzen Upadacitinib zu sehr hohen Remissionsraten führt, aber erstmalig in der Nutzenbewertung einen Vorteil zeigt und wir anhand dessen einen Hinweis für einen beträchtlichen Zusatznutzen ableiten können.

Herr Prof. Hecken (Vorsitzender)

Pages 5–5

Danke schön. – Wir machen weiter mit Herrn Augustin zum zweiten Teil der Frage: Inwieweit werden diese Messinstrumente in der klinischen Praxis eingesetzt und sind dort relevant?

Herr Prof. Dr. Augustin (DDG)

Pages 5–5

Danke schön. – Zunächst einmal ist es völlig richtig, dass die Psoriasis-Arthritis eine sehr facettenreiche Erkrankung ist, bei der individuell unterschiedliche Beschwerdebilder und damit auch Therapieziele des Patienten notwendig werden. Insofern setzen wir in der größeren Breite die Outcome-Instrumente inklusive derjenigen, die eben genannt wurden, ein. Das Ziel der Minimal Disease Activity ist gleichermaßen eines, das beim Einzelnen unterschiedliche Therapieziele als Ausgangspunkt und im Verlauf beinhaltet. Aber wir gehen bei jedem Patienten her und messen diese Breite der Instrumente, die wir im Übrigen von den Rheumatologen übernommen haben, auch das Prinzip des Treat-to-Target, das eher von der rheumatoiden Arthritis kommt, das hier aber Anwendung findet. Ziel ist auf jeden Fall, die MDA - die Minimal Disease Activity - individuell so weit wie möglich zu dämpfen, mit diesem Riesenzugewinn an Lebensqualität.