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Oral hearing: Risankizumab (Neues Anwendungsgebiet: Psoriasis-Arthritis, Monotherapie oder in Kombination mit Methotrexat)

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gba:procedure:761
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2022-04-11

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Hearing · incoming

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Official Wortprotokoll turns

Herr Prof. Hecken (Vorsitzender)

Pages 3–3

Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir fahren mit den Anhörungen fort. Herzlich willkommen im Unterausschuss Arzneimittel des Gemeinsamen Bundesausschusses. Wir sind jetzt in der Anhörung Risankizumab mit einem neuen Anwendungsgebiet, Kurzform Psoriasis Arthritis. Basis der heutigen Anhörung ist die Dossierbewertung des IQWiG vom 21. Februar dieses Jahres, zu der Stellung genommen haben zum einen der pharmazeutische Unternehmer, also AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG, als weitere pharmazeutische Unternehmer Amgen, LEO Pharma, Bristol-Myers Squibb und UCB, als Fachgesellschaft die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und als Verband der Verband Forschender Arzneimittelhersteller. Ich muss zunächst die Anwesenheit feststellen, weil wir wieder ein Wortprotokoll führen. Für AbbVie müssten zugeschaltet sein Frau Dr. Claes, Frau Leitwein, Frau Dr. Bauer und Frau Schaser, dann wäre es schön, wenn Herr Professor Krüger von der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie zugeschaltet wäre. Den habe ich noch nicht gesehen. Herr Professor Krüger? – Nein, da muss ich ein Fragezeichen machen, schade. Weiter müssten anwesend sein Frau Feldhus und Herr Dr. Schulte von Amgen, Herr Altmann und Frau Müller von Bristol, Frau Dr. Dehmlow und Herr Dorff von UCB, Frau Dr. Link von LEO.

Dr. Oliver Macheleidt (LEO)

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Sie hat gerade Tonprobleme, ist aber anwesend.

Herr Prof. Hecken (Vorsitzender)

Pages 3–3

– Okay, alles klar. – Dann haben wir Herrn Dr. Macheleidt und Frau Dr. Link abgehakt. Herr Dr. Rasch ist auch noch da. – Ist sonst noch jemand da, der nicht aufgerufen wurde? Ich frage noch mal nach Herrn Krüger. Herr Krüger, sind Sie mittlerweile unter uns? – Das ist nicht der Fall. Dann gebe ich dem pharmazeutischen Unternehmer die Möglichkeit, zunächst einzuführen. Wer macht das? – Ich sehe Frau Claes. Bitte.

Frau Dr. Claes (AbbVie)

Pages 3–3

Sehr geehrter Herr Professor Hecken! Sehr geehrte Damen und Herren! Wir freuen uns, wieder hier zu sein, dieses Mal, um zu unserer Nutzenbewertung für Risankizumab in der Psoriasis-Arthritis Stellung zu nehmen. Ihre Zustimmung vorausgesetzt, Herr Professor Hecken, möchten wir uns kurz selbst vorstellen.

Herr Prof. Hecken (Vorsitzender)

Pages 3–3

Ja.

Frau Dr. Claes (AbbVie)

Pages 3–3

Mein Name ist Anne-Kathrin Claes; ich leite bei AbbVie das Nutzendossierteam für die immunologischen Arzneimittel im Bereich Marktzugang. – Damit übergebe ich das Wort an meine Kollegin.

Frau Leitwein (AbbVie)

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Vielen Dank, Anne. – Guten Morgen! Mein Name ist Stephanie Leitwein; ich bin im Bereich Marktzugang in der Immunologie tätig und heute für die Dossierthemen zuständig. – Damit übergebe ich an meine Kollegin Ruth Bauer.

Frau Dr. Bauer (AbbVie)

Pages 3–3

Guten Morgen! Mein Name ist Ruth Bauer. Ich arbeite als Medical Manager für Risankizumab in der Psoriasis-Arthritis und bin deshalb heute für alle medizinischen Fragen hier. – Damit übergebe ich an meine Kollegin, Frau Schaser.

Frau Schaser (AbbVie)

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Vielen Dank und auch einen schönen guten Morgen von meiner Seite. Mein Name ist Vanessa Schaser, ich bin Statistikerin bei AbbVie und daher für alle statistischen Fragestellungen zuständig. – Damit zurück zu Dir, Anne.

Frau Dr. Claes (AbbVie)

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Danke Dir, Vanessa. – Risankizumab wurde erstmals 2019 in der Plaque-Psoriasis zugelassen und hat sich aufgrund der außerordentlichen Wirksamkeit schnell als neuer Therapiestandard etabliert. Heute sprechen wir über die Indikationserweiterung von Risankizumab in der Psoriasis-Arthritis, die sehr eng mit der Psoriasis verknüpft ist. Bei dieser Erkrankung treffen stigmatisierende, schwere Hautveränderungen und schmerhafte Gelenkentzündungen aufeinander. Bei den meisten Betroffenen zeigt sich dabei zuerst die Psoriasis, und erst später manifestieren sich zusätzlich die typischen Gelenkund Sehnenentzündungen. Für die Patienten ist diese heterogene Erkrankung sehr belastend. Einerseits haben sie an gut sichtbaren Hautstellen die typischen juckenden und silbrigen Plaques, zum anderen sind die Gelenkentzündungen schmerzhaft und verursachen Funktionseinschränkungen. Der Alltag der Betroffenen wird also zunehmend eingeschränkt. Um den Zusatznutzen von Risankizumab zu bewerten, liegt das wohl umfassendste Datenpaket mit insgesamt sechs randomisierten Studien vor. Neben den beiden Zulassungsstudien KEEPsAKE 1 und 2 enthält es vier direkt vergleichende Studien aus dem klinischen Studienprogramm der Psoriasis. Diese Studien umfassen aufgrund der engen Verknüpfung mit der Psoriasis-Arthritis auch eine relevante Teilpopulation mit einer gleichzeitigen aktiven Psoriasis-Arthritis. Damit ist ein direkter Vergleich gegenüber drei der zweckmäßigen Vergleichstherapien, nämlich Ustekinumab, Adalimumab und Secukinumab möglich. In den beiden Studien UltIMMa-1 und 2, die Risankizumab gegenüber Ustekinumab vergleichen, wurde die Psoriasis-Arthritis anhand der etablierten CASPAR-Kriterien diagnostiziert. In die Analyse konnten somit die relevanten Teilpopulationen eingeschlossen werden, nämlich die Patienten mit Psoriasis-Arthritis und gleichzeitiger mittelschwerer bis schwerer Psoriasis. Die beiden Risankizumab-Studien gegenüber Adalimumab und Secukinumab sowie die beiden Zulassungsstudien wurden zudem unterstützend betrachtet. Die Daten zeigen über diese sechs Studien hinweg konsistent die hohe Wirksamkeit und Vorteile von Risankizumab. Im direkten Vergleich gegen Ustekinumab demonstrierte Risankizumab Vorteile sowohl bei der Behandlung der Haut als auch der gelenkassoziierten Symptome der Psoriasis-Arthritis. Die Hautplaques wurden unter Risankizumab dabei deutlich verbessert, die Haut der Betroffenen war nahezu erscheinungsfrei. Auch die gelenkspezifische Krankheitsaktivität und die betroffenen geschwollenen Gelenke konnten deutlich verbessert werden. Diese gute Wirksamkeit von Risankizumab bestätigt sich auch in direkt vergleichenden Studien gegenüber Adalimumab sowie Secukinumab. Risankizumab zeigt somit in der Gesamtschau dieses sehr umfassenden Datenpakets einen Zusatznutzen für Psoriasis-Arthritis-Patienten mit einer gleichzeitigen Psoriasis. Nun werde ich noch auf zwei Punkte der Nutzenbewertung eingehen, erstens die adäquate Vorbehandlung der Studienpopulation und zweitens die Unterteilung der Zulassungspopulation. Zum ersten Punkt muss ich hervorheben, dass die von uns herangezogene Teilpopulation Patienten mit einer mittelschweren bis schweren Psoriasis sind, die gleichzeitig eine aktive Psoriasis-Arthritis hatten. Diese Patienten wurden daher entsprechend ihrer Vorerkrankung, nämlich der Psoriasis, vorbehandelt. Die von uns dargestellte Teilpopulation bildet somit den Versorgungsalltag ab. Im zweiten Punkt gehe ich darauf ein, warum in dieser besonderen Datensituation eine weitere Unterteilung der kleinen Studienpopulation in Population A und B nicht sinnvoll ist. In den beiden UltIMMa-Studien 1 und 2 waren 94 Risankizumab-Patienten und 26 Ustekinumab-Patienten mit einer aktiven Psoriasis-Arthritis eingeschlossen. Hiervon nur einen sehr kleinen Bruchteil wie die Population A zu betrachten, stößt schlicht an die Grenzen der Aussagekraft. Aus diesem Grund haben wir die Daten der gesamten Teilpopulation eingereicht, um so eine sichere Datenbasis zu gewährleisten, auf deren Basis ein Zusatznutzen bewertet werden kann. Die Aussagekraft dieser Teilpopulation wird zudem von dem wohl umfassendsten Studienprogramm gestützt, in dem sich die Vorteile von Risankizumab konsistent widerspiegeln. Sogar bei den am schwersten therapierbaren Patienten, bei denen ein Biologikum nicht angesprochen hatte, bestätigen sich die Vorteile von Risankizumab. Damit komme ich zum Schluss. Risankizumab zeigt eine gute Wirksamkeit und Sicherheit. Die Patienten merken dies deutlich, indem beispielsweise ihre Haut nahezu erscheinungsfrei wird und die gelenkspezifische Krankheitsaktivität spürbar reduziert wird. Vor dem Hintergrund, dass sich diese zahlreichen Vorteile von Risankizumab in dem wohl umfangreichsten Studienprogramm mit sechs randomisierten Studien inklusive dem direkten Vergleich gegenüber drei zweckmäßigen Vergleichstherapien konsistent wiederholten, lässt sich ein Zusatznutzen für die Psoriasis-Arthritis-Patienten ableiten, die gleichzeitig eine mittelschwere bis schwere Psoriasis haben. – Damit vielen Dank.

Herr Prof. Hecken (Vorsitzender)

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Herzlichen Dank, Frau Dr. Claes, für diese Einführung. – Ich frage noch einmal für das Protokoll: Herr Professor Krüger? – Er ist immer noch nicht da. Dann kann ich meine Frage nicht stellen, die ich Herrn Krüger stellen wollte. Dann schaue ich in die Runde. Wer hat Fragen? – Frau Bickel, bitte.

Frau Bickel ()

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Vielen Dank. – Jetzt ist es mir klarer geworden. Das wirklich noch mal zur Bestätigung: Also, die Einschlusskriterien waren letztendlich die Plaque-Psoriasis und nicht die Psoriasis-Arthritis, sondern diese konnten zusätzlich eine Psoriasis-Arthritis haben. Deshalb ist die Problematik der Vorbehandlung auch nicht auf die Psoriasis-Arthritis, sondern auf die Plaque-Psoriasis bezogen. Das heißt, wir bekommen einfach keine Ergebnisse für die adäquat Vorbehandelten mit der Indikation Psoriasis-Arthritis. Das habe ich richtig verstanden?

Herr Prof. Hecken (Vorsitzender)

Pages 5–5

Wer möchte dazu vom pU etwas sagen? Einfach das Wort ergreifen. – Frau Bauer.

Frau Dr. Bauer (AbbVie)

Pages 5–5

Ja, das kann ich genau bestätigen. Diese Studien, die wir eingereicht haben, die Studien UltIMMa-1 und 2, waren Psoriasis-Studien. Das heißt, sie haben Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis ausgesucht. Nichtsdestotrotz ist es so, dass es immer einen Teil Psoriasis-Arthritis-Patienten in der Psoriasis-Population gibt. In den Studien hatten wir den Vorteil, dass es klassifiziert wurde, also wir wussten davon, und es war kein Ausschlusskriterium. Das heißt, wir konnten die Psoriasis-Arthritis-Patienten aus dieser Studie praktisch als Teilpopulation analysieren. – Vielen Dank.

Herr Prof. Hecken (Vorsitzender)

Pages 5–5

Danke schön. – Frau Bickel, ist die Frage beantwortet?

Frau Bickel ()

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Aber nicht bezüglich der Vortherapie Psoriasis-Arthritis. Das ist das Entscheidende.

Herr Prof. Hecken (Vorsitzender)

Pages 5–5

Frau Bauer noch mal oder Frau Leitwein.

Frau Leitwein (AbbVie)

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Wie Frau Bauer eben gesagt hat, sind die Studien aus der Psoriasis. Die Psoriasis ist eng mit der Psoriasis-Arthritis verwandt. Normalerweise entwickeln sich zunächst psoriatrische Hauterscheinungen, bevor sich eine Gelenkbeteiligung entwickelt. Wir schauen im Dossier auf die spezielle Teilpopulation der Psoriasis-Arthritis-Patienten mit einer gleichzeitig starken Hautbeteiligung. Daher lag in der Vorbehandlung der Fokus meist auf der Haut, weshalb die Patienten hier gemäß S3-Leitlinie auch in der Psoriasis vorbehandelt waren. – Vielen Dank.

Herr Prof. Hecken (Vorsitzender)

Pages 5–5

Danke schön. – Frau Bickel, zufrieden?

Frau Bickel ()

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Ja, das ist schade. Aber es ist nicht zu ändern.